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Themenliste

Beliebte Themen

Auswahl der Themen mit den meisten Reaktionen vom 24.10.2021 aus allen Bereichen

  1. Der Rosenteich Ein Fröschlein quakte einst in einem Teiche, so lebensfroh, in seinem Wasserreiche. Es kletterte auf die schönste Seerose, und zeigte sich dann stolz, in Sängerpose. Und laut, so übermütig der Gesang. Bis tief ins Land, erscholl des Frosches Klang. Dann sprang es wild in einem hohen Bogen ins kühle Nass und ließ das Wasser wogen. Sprang hier, sprang dort und quakt in einem fort. Der Rosenteich war ihm sein liebster Ort. Ein Storchenkind sah dieses wilde Treiben und wollte sich das Fröschlein einverleiben. Es stelzte her und stochert wüst im Teiche. So ungeschickt im Fröschleins Wasserreiche. Der Frosch war still, kein Ton aus seinem Mund zog sich zurück, ganz tief, bis auf den Grund. Der Storch ist missgelaunt davongezogen, jetzt quakt es wieder aus des Teiches Wogen. ... .. .
  2. so wie tage kürzer und nächte länger werden als hätten hell und dunkel keine bedeutung mehr entfalten träume vielblättrig ihre farbenpracht was uns im täglichen an motivation antrieb fehlt springt im nächtlichen leichtfüßig über gräben füllt die lücken in der erinnerung mit lichtblicken so still schweigend wir im traummeer versinken als stände das zeitrad still so flötend weckt uns morgens der ruf des pirols und wir holen tief luft
  3. Blume der Erinnerung Es blüht mein Gefühl für dich, da du mir eine Blume bist, die mir wirklich alles gibt und auch immer wieder blüht. Die Blüte, die so für dich spricht, letztlich ja dein Wesen ist, Anmut und Liebreiz sehr apart, der Charakter und deine ganze Art. In der Blüte ist ne Krönung noch zu seh'n, denn du bist wirklich wunderschön, ohne Makel in Aussehen und Gestalt, der Sinn deiner Worte hat Gehalt. Wie ne Pflanze, in ewigem Grün, so wirst du für mich stets blühn, auch blüht stets mein Gefühl für dich, denn mit diesem gieß ich dich. Es gibt dir, was dich sehr stark macht und deiner Blüte Halt und Kraft, weil es die Sehnsucht in dir stillt, die Liebe du brauchst und willst. Darum wird mein Gefühl stets blüh'n, mag mich stets um dich bemüh'n, damit du aufblühst unbestimmte Zeit, du Liebe,...meine blühende Schönheit. Du bist mir die schönste Blüte der Welt, eine, die mir niemals verwelkt, denn ich bin der, der dich immer gießt, wenn auch in Gedanken,...ich vergess' dich nicht, weil du eine schöne Erinnerung bist. In Gedanken... R. Trefflich 2008/2021
  4. Kommst du mal hin nach Lohme, an Rügens Waterkant, triffst du auf einen Findling; der „Schwanenstein“ genannt. Der Fels, seit ew’gen Zeiten, dient diesem Strand als Zier. Unweit der Kreideböschung liegt er noch heute hier. Er kündet von viel Schmerzen, die jener Ort gebar. Von tragischer Geschichte Vor mehr als fünfzig Jahr. Die See ist sanft und eben und schon ein wenig weiß. Die Wogen sind geglättet von einer Schicht aus Eis. Da ziehen just am Morgen vom nahen Orte her mit Tatendrang geboren fünf Burschen an das Meer. Sie singen und sie lärmen mit Stock und Stein gar viel. Erfreuen sich des Winters mit jugendlichem Spiel. Schnell ist das Eis betreten. Es hält die kleine Schar. Manch Mahnung sie verwegen vergessen ganz und gar. Da schlägt das Wetter plötzlich und ohne Warnung um. Das Eis, es bricht nicht wenig. Der Kinder Schrei bleibt stumm. Nur zwei der fünf gelingt es zu springen an das Land. Die andren drei ersuchen den Schwanenstein um Stand. Weil selbst das nahe Ufer wird nimmerfort erreicht. Mit sturmgepeitschen Wogen die Höllensee nicht weicht. So stürzen ganz verzweifelt die beiden Jungs hinauf zum alten Badeorte und jede Tür springt auf. Ein jeder eilt zu helfen, mit Vater-, Mutterherz. Mit Stangen und mit Seilen und Flehen himmelwärts. Doch alle Müh verloren. Man kommt nicht an den Stein. Derweil auf eis’gem Felsen die Kinder ganz allein. Da ruft man rings im Lande nach noch mehr Hilfe aus. Und alle, alle kommen. Niemand hält es Zuhaus. Vom nahen Fischerhafen, gar Panzer, Militär. Selbst durch die Luft geflogen von fern Berlin hierher. Doch alles Mühen, Wagen bringt ihnen Rettung nicht. Der Tag vergeht mit Tosen und manche Fackel bricht. Erst als am nächsten Morgen die Sonne wieder scheint, ist jener Sturm verzogen. Der Menschen Seele weint. Nun kann man zu dem Felsen, wo das Unglück stattfand, zu bergen die drei Knaben als Eis – doch Hand in Hand. [2015] ( Frei nach einer wahren Geschichte aus dem Jahr 1956, entnommen einer Schautafel vor Ort. ) Schwanenstein in Lohme / Rügen fotografiert am 19.1.2015
  5. Sonntags ist der jüngste Tag Der Tag der Beichte, er rückt näher Sonntags ist es dann soweit Der Pfarrer ist ein Schuld Umdreher Macht für den Himmel dich bereit. Hast du die Sünden schon beisammen Um sie willig zu gestehen? Man spricht dich frei in Herrgotts Namen Kannst dich an Weib und Kind vergehen. Der Pfarrer steigt empor zur Kanzel Und predigt dir vom Seelenheil Besser er sänge mir ein Gstanzl Doch dieses bietet er nicht feil. Er dreht die Augen stets nach oben Wo bekanntlich thront sein Gott Er spricht: das Gute kommt von droben Und dass die Tugend sich nur lohnt. Der Weihrauch steigt ihm in die Nase Pflanzt sich fort bis ins Gehirn Der Messwein bringt die trunkene Phase Er sieht die Heiligen am himmlischen Gestirn. Blitz und Donner sieht er kommen Und die große Flut die naht Die Monstranz hat er zur Hand genommen Das muss er sein, der jüngste Tag. © Herbert Kaiser
  6. ...und 'Wer Wasser predigt und Wein trinkt,...' trefflich vertextet lieber Herbert! LG Uschi
  7. @Carlos Grüße. Ja ein Gedicht der ruhigen Art, grins. Eben ein Naturgedicht, wobei, da kann es auch hart zugehen. So, danke dir für das Echo, bis später.
  8. Wenn Worte fehlen Das Fürchten in meinem Herzen kann ich nicht benennen der Worte hab ich nicht genug Wer kann mich das Artikulieren lehren und wann sagt mir jemand dass ich bin gut genug zu offenbaren welche Last mir wiegt s o schwer * © Sternwanderer Schreibe ich in S2 V1 vielleicht richtiger - mir - ?
  9. Dein Bild von mir All mein Begehren wirst du immer sein sagst du, ich schmachte und ich erflehe du bist meine Göttin einzig und allein keiner sieht dich so wie ich dich sehe So hast du mich auf einen Sockel gehoben dass ich unerreicht für dich bleibe und bin mein Bildnis in deine Träumen verwoben die Vorstellung schon zieht dich zu mir hin Die Phantasie allein macht dich dafür blind mir Schwächen und Fehler zuzugestehn ohne Vorbehalt lieben, den der wir sind öffne deine Augen, um wahrhaft zu sehn Bild by Pixabay
  10. Hallo liebe Sali, es einfach mal laufen lassen - in den passenden Schuhen, das geht nämlich. Manchmal ist es viel zu viel doch Zuviel hat ein großes Gewicht für unser Wohlbehagen und das Ent- wäre besser in Sicht schlechter geht es uns nicht - ganz sicher nicht. LG Sternwanderer
  11. Kein Ent- in Sicht Wir leben in zu großen Schuhen das zeigen unsre Fußabdrücke es überquellen alle Truhen und türmen sich die Sammelstücke. Jetzt wären Ent- en angesagt doch schmerzen diese sehr (als wärs ein schlimmer Zahn der plagt) verschwinden tatenleer. Sich zu entscheiden ist gefragt Entsagen, fällts auch schwer Entlasten wäre angebracht Entbinden von dem Mehr. Entrümpelung von allem Mist Entschleunigung der Zeit doch alles bleibt so wie es ist zum Ent- noch nicht bereit. Noch drücken uns die Schuhe nicht sie sind ja so bequem und deshalb ist ja auch kein Licht am Tunnelend zu sehn. Wir werden sicher noch verstehen es kann auch alles anders laufen wir lernen wieder barfuß gehen gibt’s keine Schuhe mehr zu kaufen. * alfredos "Verwschwendung " hat mir Mut gemacht, auch mein moralisches Fingerlein einzustellen. Und ich hab mich mal getraut eine gemischte Verslänge zu verarbeiten.
  12. Moin, liebe Federtanz, das war ein turbulenter Herbsttag aus meinem Leben. Regen macht mir ja nichts aus, doch Grummeln und dann der Blitz. Ojemine! Da wurde es mir sehr mulmig. Schön, wenn dann ein Mann mit ein glühendes Herz zu Hause wartete. Vööl‘n Dank för dien Kommentaar! Wünsche dir noch einen schönen Herbsttag heute. LG Josina
  13. Harvsschlamassel (mit Übersetzung) Bün sooo mööd, dat mach ik nich, will wat daun, doch ik kann nech. Ik snapp mi fix min Fohrrad, een köll friske Dach is dat. Söök Bökels vörn Gewürzstruuß, Mist ut een Reep geiht Luft rut. Dann loop ik even tau Faut, wat bün ik blos vörn arm Blaut. Op eenmol een Störmwind weiht, de Gockelhohn von‘n Buur kreiht. Door kumpt gliks een Re‘ gn up, loop gau noo Huus, swupdiwup. Grummelt, dat is een slechte Witz, oh min Gott, nu ok een Blitz! Is genuch, nu reicht mi dat, bün al klitsche klatsche nat. Nu even just weer Tohuus, treck ik min natte Tüch ut. Leev giffs Du mi een Söten, massiers sacht mine Fööten. Wi drinkt Grog, mit gauden Rum!“ en glojendes Hard Buten tobt wild de Harvssturm Hochdeutsche übersetzung Metrik u Gramatik sind nicht gleich! Herbstschlamasel Bin sooo müde, das mag ich nicht, will etwas tun, doch ich kann nicht. Ich schnappe mir schnell mein Fahrrad, es ist ein kalter frischer Tag. Suche Buchecker für meinen Gewürzstrauß, Mist aus ein Reifen geht die Luft raus. Dann laufe ich eben zu Fuß, was bin ich für ein armes Blut.(Plattdüütsche Redensart) soll bedeuten, was bin ich für ein armer Mensch, wenn man sich oder andere bedauert z.B“ Du arm Blaut“) Auf einmal weht ein starker Wind, der Gockelhahn von dem Bauer kräht. es kommt gleich ein Regen auf. Laufe, schnell nach Hause, sehr, sehr schnell. Es donnert, ein schlechter Witz, (es ist wohl ein schlechter Witz) o mein Gott, jetzt auch ein Blitz. Es ist genug ,es reicht mir jetzt, bin schon durch u durch nass. Nu even just weer Tohuus, bedeutet kaum durch die Tür gekommen ziehe ich mein nasses Zeug aus. Du bist sehr lieb, gibt’s mir einen Kuß,( Süßen) massiers sanft meine Füße legst den Arm um mich, verstehst mich still> stumm. Bringst mir einen Grog mit gutem Rum ! Ein glühendes Herz (so nennt sich der Grog) G.J.Gersberg ( Josina)
  14. Liebe @Josina Schmunzelnd und dann lächelnd mitgelesen. Sehr frech und lebendig beschrieben. Vielen Dank!
  15. Hallo Miserabella, Danke fürs Leen und Kommentieren. Ich möchte noch eine dritte Lesart anbieten: Ds absurde Missverhaltnis zwischen den Kräften des Natur und unseren eigenen Möglichkeiten. Grüße Onegiin
  16. verregneter morgen vor dem nachbarhaus eimer und mop
  17. Hallo Carlos, Deine Worte zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Schön gesagt! Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Diana
  18. Als mir, die lang im Schlafe war gefangen, des Lebens Licht auf einmal sich ergoss, und Liebessaft durch meine Adern floss, erregte mich ein sehnliches Verlangen. Ja, du warst da, ich sah in Diamanten, die glitzerten im Frühlingssonnenschein. Die Haut, so honiggolden und so rein, verlangte ich zu spüren, und die Kanten, durch sanfte Gesten sorgsam abzurunden, zu schleifen zu dem schönen Edelstein, den ich in deinen Augen glaubt‘ gefunden. Doch ist nicht alles Gold, was glänzt und funkelt, denn du gingst fort und ließest mich allein. Nun bleibt ein Schatten, der das Licht verdunkelt. © Diana Tauhwetter 2021
  19. Liebe Darkjuls, du hast dich wieder klar gegen die einengende Verklärung in der Liebe ausgesprochen. Die schöne Variation im Reimschema (mwmw/wmwm/mwmw) belebt dein Gedicht. Sehr gern gelesen. Grüße von gummibaum In der ersten Strophe dachte ich zunächst, das LI spricht, aber es ist das LD. Metrisch könntest du den Text noch optimieren. Vorschlag: All mein Begehren wirst du immer sein, sprichst du, ich schmachte, sehne und erflehe, du bist die Göttin einzig und allein, und keiner sieht dich so, wie ich dich sehe. Auf einen Sockel hast du mich gehoben, damit ich unerreicht dir bleib und bin, mein Bildnis in die Träume dir gewoben, schon ein Gedanke zieht dich zu mir hin. Doch Phantasie alleine macht dich blind, dir meine Schwächen ehrlich zu gestehen. Wir sollten uns so lieben, wie wir sind, drum öffne deine Augen, wahr zu sehen.
  20. Mein Teddy ging durch viele Hände, auch meine Kinder liebten ihn, er schenkte sich der Enkelin, und fühlte dann sein nahes Ende. Nicht mehr für Spiel und Spaß geboren fand er sich, denn sein Fell ging aus, ein Auge hatte er verloren und tastete sich müd durchs Haus. Ich gab ihm lächelnd eine Spritze, versprach, er schliefe friedlich ein und würde bald im Himmel sein, doch machte ich nur fromme Witze. Er wachte auf aus der Narkose, und neue Augen zierten ihn, die Haut war nicht mehr nackt und lose, so dass er neu geboren schien. Und doch, ein Schmerz in seinen Blicken verklagte mich ob meiner Tat, ein Wesen, das um Ruhe bat, ins Kinderreich zurückzuschicken…
  21. . Eins Prinz Klappstuhl, heller Lieder voll, Doch welchem Ohr er singen soll, Wie ahnungslos! Ging hin zum Wassergraben; Darin die Frösche haben Ihm zugehört, die ganze Nacht, Und übers Menschsein nachgedacht. Zwei Im Wissen, all den Fröschen, die geduldig Sein Menschenlied bedachten, etwas schuldig Zu sein, hat sich der Prinz, schon in der nächsten Nacht! Erneut zum Graben aufgemacht, Und hat der Frösche rauem Quaken Mit wachem Geist gelauscht, im Herzen still; Wie einer lauscht, der Frosch sein will. Drei Der Morgen ist gekommen und gegangen, Vom fernen Tempel her erklangen Die Mittagsglocken schon, als sich der Prinz zurück Zum Schloss begibt. In seinem Schritt ein Hüpfen, Von Froschgedanken weit sein Blick, So will er just durchs Haupttor schlüpfen, Als dieses ihm entgegenschwingt Und ernster Stimmen Klang vom Torweg zu ihm dringt. Es ist des Königs Rat, dem vieles zu besprechen Und vieles zu bedenken war; Nun ist es Zeit, um aufzubrechen. Man grüßt den Prinzen, doch erhellt der Schar Der Bauern, Krieger, Händler, Richter Kein einz'ges Lächeln die Gesichter. Der König steht nahbei; er hat den Sohn entdeckt, Der, faulig riechend und verdreckt, Sich daran macht, den Hof zu überqueren. "Mein Junge, sag: Wenn in den nächsten Tagen Der Krieg beginnt und wilde Söldnerhorden, Die Hunger, Schmerz und Tod der Menschen wenig scheren, Die, wen sie finden, lachend morden, Durchs Land mit Schwert und Feuer jagen – Was werden, Junge, sag! dann wohl die Frösche tun?" Er schweigt und lässt den Blick auf seinem Jüngsten ruh'n. Der schweigt mit ihm, noch immer leicht entrückt. "Sie werden quaken!", schreit ihn da der König an, Wie nur ein König schreien kann – "O Vater, herrlich!", ruft der Prinz verzückt. .
  22. Nachtrag zum Reim auf Mensch: z.B. Lessing, der Mensch mit seiner big Ranch trank auf 'ner Schmetterlings- Bench immer Kännchen Fensch'- ltee mit French Dressing, unischschwör, Stein und Bein: den kenn'sch Amadea
  23. Hallo Diana, vielleicht war das Gold falsch, aber Erkenntnis ist ein Diamant. Echte liebe Grüße Carlos
  24. Hallo Josina, bis auf "Nu even just weer Tohuus" habe ich alles verstanden 🙂 Ik wish you a nice Sunday Carlos
  25. Ich nehme mal an, daß wir dadurch, daß wir uns darüber Gedanken machen, ob wir sind oder ob nicht, beweisen, daß wir sind, sonst könnten wir nicht darüber nachdenken, ob wir sind oder ob nicht. Ein Stein würde nur denken: "Hier liege ich; ich kann nicht anders!" 😉
  26. Und dafür mein Freund, liegt der Dank ganz bei mir, denn es sei eingeräumt, das du es treu liest ist wie ein Lob von dir, nicht jeder mag das als interessant ansehen. Es ist schön zu wissen, das es noch jemand gibt, der sich den Morgen im Reim lesend hingibt, das freut mich sehr und mein Dank ehrlich spricht zu Dir wie @Gina @anais und @Ponorist um die treuesten dabei zu nennen, die sich zum bereimten Morgen bekennen. Der Schein kommt immer erst aus dem Sein zum Vorschein, auf was man das auch immer bezieht. Meine Lebensphilosophie leitet sich auch aus einem Spruch zu Sein und Schein ab: "Viel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheinen." Autor Carl von Clausewitz, der hat diesen aber leicht abgewandelt, denn ursprünglich ist der von Alfred von Schlieffen mit "Wenig hervortreten, viel leisten, mehr sein als scheinen." was aber beim Sinn des Spruches und danach zu leben keinen großen Unterschied macht. Es ist für mich immer sehr interessant wo Sein und Schein Anwendung findet, wenn beide Wörter/Bedeutungen in einem Zusammenhang genannt werden. So war es auch bei dir und es war mal wieder schön darüber nachzudenken. Hab noch einen schönen Sonntag. LG Ralf
  27. Hallo Ferdi, wow, das gefällt mir sehr. Du hast hier flüssig, spannend und nachempfindbar die unterschiedlichen Welten beschrieben, in denen Sohn und Vater sich bewegen. In "Eins" und "Zwei" wird die empfindsame Psyche und Wahrnehmung des "Jüngsten" deutlich. In "Drei" steigert sich die Spannung in der Erzählung und gipfelt dann, als sich die zwei begegnen, in einer ergreifenden Pointe, Das Gedicht kann auch gut für sich stehen, finde ich. LG, Mi
  28. Einen schönen Sonntagmorgen liebe Leute, ein sehr schöner Faden zu einem sehr schönen Beitrag. Die Diskussion über Form, Stil und Aussage in einem Gedicht finde ich sehr befruchtend, auch wenn sie immer wiederkehrend ist. Muss man wirklich erst ein Handwerk beherrschen um dann die Regeln brechen zu können? Muss man die Regeln kennen? Darf man den Inhalt der Form opfern? Die Form der Glocke macht den Klang, aber mit Rissen im Material ist es auch vorbei mit schönem Klang. Form ist Zwang, Formlosigkeit Freiheit. Ich denke letztendlich ist es Geschmackssache. Ein Gedicht kann in der schönsten Form daherkommen und doch leer und fad sein, ein anderes holpert und reißt den Leser mit, hat Tiefe und was wunderbares. Die Form erhöht den Lesegenuss und wenn man die Worte findet die in die Form passen erhöht es die Befriedigung beim schreiben. Wenn Form und Inhalt zusammenpassen, eine neue Sichtweise vermitteln, etwas altes neu beleuchten, einen anderen Blickwinkel darstellen, in Schönheit glänzen etc etc ... das kann nur ein Künstler und Kunstwerke sind rar. (nicht wie auf dem Kunstmarkt in der Kunst zu einer Gelddruckerei gemacht wird). Man sagt die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit 🙂 der 2. Teil ist: Schönheit entfaltet sich im Auge des Betrachters wenn sie den Betrachter zu erreichen vermag. Manches lässt sich leicht verbessern, bei anderen Gedichten kann es Jahre dauern oder sie verändern sich nie und bleiben mit ner Delle in der Form. Manch einer baut sich seine eigenen Formen und gießt seine Gedanken hinein, ein anderer verzichtet gänzlich darauf. Individualität macht die Vielfalt und Vielfalt ist spannend. Menschsein bedeutet auch dass Menschlein sich entwickelt, strebt und manchmal auch, dass er sich verbessern möchte 🙂 Für @Carlos möchte ich hier den Ursprungstext einfügen: Gestern Nacht träumte ich, ich wär ein Schmetterling und flog von Blume zu Blume. Da erwachte ich und siehe: Alles war nur ein Traum. Jetzt weiß ich nicht: Bin ich ein Mensch der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei ein Mensch? Zhuangzi Die Frage ist nicht nur wer bin ich. Sondern auch was. Nach Sein und Schein, nach Realität und Trugbild. Bin ich der Traum oder der Träumende. Bin ich der der denkt oder der der gedacht wird. Das sind nicht nur metaphysische Fragen, sondern auch esoterische. Können wir im Traum reisen, die Gestalt wandeln. Ist der Geist oder die Seele fähig eine andere Gestalt anzunehmen, also eine Frage gibt es Seelenreisen. Manche Träume sind ja so intensiv, dass wir beim erwachen nicht an ihrer Realität zweifeln und erstmal ne Zeit brauchen um uns wieder einzusortieren in das was wir gestern auch schon waren. Würden wir, die Seele, der Geist oder das Bewusstsein sich in einen Stein begeben, der verdichtetsten Materie auf Erden, wie schwer wäre es sich daraus wieder zu lösen? Wenn wir im Traum ein Schmetterling sind, ist dieser dann das Ich, bin ich der Schmetterling? Ist, wenn ich aus dem Traum erwache, der Schmetterling Teil meines Ichs, bin ich schon immer ein Schmetterling gewesen? Bin ich beides, sind Körper austauschbar? Was ist Ich, was Bewusstsein, gibt es das, ist es etwas das ausserhalb eines Körpers Bestand hat? Das ist die Frage: Was bin ich. Das führt uns zurück aus Asien nach Europa: Ich denke also bin ich. Auch da folgt unweigerlich die Frage: was bin ich ... etc etc.... Das alles ist so spannend wie die Frage nach der Form 🙂 Liebe Grüße Sali
  29. Picassos Zitat gefällt mir. ---> Werde ich demächst auf der Arbeit anwenden. 😉
  30. Gott zieht sich einen Porno rein. Entsetzt fragt man, wie kann das sein? Der Gott im Himmel ist höchst schlau, drum sieht er alles ganz genau! Bei milliardengroßen Menschenmassen, kann man sich darauf verlassen, dass immer wo geschnackselt wird, allein, zu zweit, zu dritt, zu viert! Der Mensch ist Gottes Ebenbild, warum treibt er's im Bett so wild? Warum treibt er's zu seiner Lust? Gott bereitet das viel Frust! Das alles wird auch abgespeichert, was Gottes Pornothek bereichert. Am Jüngsten Tage vor Gericht, verhüllst du schamhaft dein Gesicht. Enthüllt wird hier dein lüstern Streben, und was du sonst noch triebst im Leben. Dein Datensatz wird nun bewertet, was Gottes Blick ganz schnell verhärtet: Du hast gelebt, geliebt, gesoffen, die Hölle steht dir dafür offen. Dich erwartet Endlospein, hinab zum Rösten, geiles Schwein!
  31. Ein sehr schönes Sonett, liebe Diana. Mit Freude gelesen. Grüße von gummibaum Ein paar Vorschläge, damit die erste Strophe gemäß abba reimt und am Anfang von Vers 8 das Metrum stimmt (Auftakt zum Jambus). Außerdem ließe sich das Füllwort „stets“ und das zweimalige verkürzte „wollte“ zu wollt‘ vermeiden, wenn ein anderes Verb, das den Infinitiv verlangt, verwendet wird. und Liebessaft durch meine Adern floss, erregte mich ein sehnliches/sinnliches Verlangen. verlangte ich zu spüren, und die Kanten durch sanfte Gesten sorgsam abzurunden, zu schleifen zu dem schönen Edelstein,
  32. Herzlichen Dank für Eure Kommentare @Darkjuls und @Dionysos von Enno. Ja, dieses "Licht", das auch ein Ruf ist, gibt es. Es ist der Klang der Verbundenheit, der aller Wahrnehmung übergeordnet ist. Die Idee kam mir gestern Abend ganz spontan. Eigentlich hatte ich vor, etwas ganz anderes zu schreiben und auch schon damit begonnen, als ich darüber nachdenken musste, wo Musik eigentlich ihren Ursprung hat. Der gerade Ruf als durchdringender Kanal entlang des Geräusch-Rauschens, so wie (fast) alle Wesen, die Töne von sich geben, sich verbinden und so Sicherheit und Nähe wohl empfinden. Da ich mich selbst gerade wieder sehr mit Musik verbinde, wurde es wirklich Zeit für diese Liebeserklärung. Der Song von Mother Love Bone ist wirklich schön. Die Band kannte ich noch nicht, werde ihre Musik aber in nächster Zeit vermutlich öfter hören. Vielen Dank dafür. VLG - Euer Peter
  33. Nach einer wahren Begebenheit Wenn mich einstmals wer fragen würd: So sag mir doch, ich bitte sehr, in Worten lediglich nur zehn - was denn für dich die Welt wohl wär ? So wär ich am Erwidern dann, ich glaube, nein weiß es gewiss: "Wer kann schon seine Welt, in Worte zehn nur fassen." Wär wohl von mir als Antwort dies: Wenngleich, vielleicht grad dies doch geht, man braucht es einfach nur versteh'n. Es wäre wohl vermessen sehr, allein nur nach dem Sinn zu sehn. Dem Sinn, wenn Hunger, Leid und Not und auch Gewalt mit Übermacht, zum Nachdenken uns viel zu viel, was hat es denn schon nur gebracht? Was können wir wohl ändern drann, macht's Sinn darüber groß zu klagen, selbst wenn die Zeit nunmehr vergeht so schnell in all der Zeit, an all den Tagen. Die Zeit wird nie mehr so wie einst, dies steht nun einmal fest, an Vielem ist so Vieles schuld - der Mensch besorgt den Rest. © Uschi R. text/bild Erkenntnis-.mp4
  34. Du bist... So vieles für mich... Der Grund für mein Lächeln, wenn ich dich sehe... Das Glück in meinem Herzen... Das Verlangen und Behehren nach dir... Die süße Sehnsucht nach deinen Lippen... Die Leichtigkeit in meinen Gedanken... Das du mich so nimmst wie ich bin, ohne wenn und aber... Das du mir Freiraum lässt... Für den Gleichklang zwischen uns... Deine Ausstrahlung, deine Schönheit läßt mich seufzen... Dein Humor steckt an... Das ich bei dir vollkommen Offen sein kann... Keinerlei Berührungsängste... Dein Vertrauen geht so tief... Du erregst... Alle meine Sinne wollen dich... Träume von dir, bist in meinen Gedanken... Kann mich bei dir fallen lassen... Du bist da... Für mich... So, wie ich da bin... Für dich... Denn... Du bist... So vieles für mich...
  35. gefällt mir sehr gut ! vor allem dass du die szene unmittelbar zwischen aufwachen und einschlafen setzt. das gibt dem ganzen eine glaubhafte überlappung der welten 👍 deine weiteren kommentare kann ich sehr gut nachvollziehen. ich denke auch dass idealerweise sich die richtige form schon im entstehen einfinden sollte um die balance zwischen frische und authentizität und zu halten. dazu sollte das handwerk vermutlich so virtuos beherrscht werden dass es den unbewussten schaffensprozess intellektuell nicht kippen lässt sondern bestärkt. da gibt es doch dieses zitat von picasso: Lerne die Regeln wie ein Profi, damit du sie wie ein Künstler brechen kannst
  36. Du erlaubst, dass ich dein Gedicht mir mal in eine Reim und Strophenform zurecht gebügelt habe, ohne hoffentlich nicht allzusehr an der Aussage gerüttelt zu haben : musste eingeschlafen sein, träumte fest, ich sei ein Stein, aufgewacht im Mondenschein fühlt ich mich als Mensch ganz klein. Bin ich Mensch nun, der allein träumt, sein Dasein wär ein Stein ? Oder bin ich doch ein Stein, der nur träumt, ein Mensch zu sein ? Was ist Sein und was nur Schein? (tief grübelnd schlief ich wieder ein ) Es ist wie mit einem perfekt ausgemaltem Bild, und einer angedeuteten Illustrierung einer Idee. Das ist beides nicht vergleichbar, und ein paar Striche schmälern nicht den Wert der dahinterstehenden Gedanken. Lagerfeld wusste mit zwei Strichen ganze Kollektionen zu entwerfen und den kreativen Kosmos seiner Mitarbeiter anzuschmeißen. Keiner käme wohl auf die Idee, abstrakte Bilder zu konkreten Bildern auszumalen. Ein Picasso wäre kein Picasso mehr und ein Dio kein Dio. Als Gedicht würde ich mir wohl eher eine Skizze an die Wand hängen, da die Reimform auch massiv, vordergründig und aufdringlich daherleiernd in Erscheinung zu treten weiß. Es ist nicht von ungefähr, dass z.B. Haiku- Formen ohne Reimschmuck auskommen, da dieses einfach nur vom Bild ablenkt und unnötiges Lob auf sich zieht, was der Grundidee abträglich wäre. Für ein Poesiealbum ist wohl eher die wohlfeile Reimform angebracht. L.G.Amadea
  37. Danke für die Likes. Euch, liebe SalSeda, lieber Carlos und liebe Miserabelle danke ich für die schönen Kommentare, SalSeda auch für die besonders intensive Beschäftigung mit Gedicht und Gemälde. SalSeda, deine Verwirrung ist völlig berechtigt, denn die dritte Person ist, wie Carlos richtig sagt, der Ruderer. Ich war von der Eifersucht, die Interpreten in der gelben Farbe des Bootes sehen, verleitet, eine andere Geschichte als das bevorstehende Ablegen des Bootes zu erzählen. Auch dein Einwand, Miserabelle, gegen „vorne“ macht Sinn, zumal es kein „hinten“ im Gedicht gibt. Man könnte gut „am Ufer kauert“ oder so schreiben. Liebe Grüße von gummibaum
  38. Das hört sich ja nach Weiterentwicklung an👍 aus der Identitätskrise? Dein obiges Gedicht lebt mEa. eher von der Skizze einer Idee, als von der optimalen Reim-Form, Mensch Menschlein- Menschelein kann man diskutieren, sind aber hierbei Nebenschauplatz. Als Anschauungsgedicht ist es daher in meinen Augen weniger geeignet. Aber warum nicht, es sind ja persönliche Anliegen und Gedanken, die du daran knüpfst. Der Hang zur Perfektion hat durchaus mehrere Väter, die plötzlich den gnadenlosen Zensor in uns wecken. Waschechte Poeten fabulieren dann schnell etwas von Götterolymp, wenn sie zur Perfektionsfeile greifen, um es ihren Vorbildern gleichzutun. Wollte man pathologische Aspekte oder eine schnöde Lobhudelei außen vorlassen, so blieben für mich im wesentlichen zwei Anreize, die es rechtfertigen, mein Gedicht möglichst perfekt in Szene setzen zu wollen: die Liebe zur Ästhetik und latent vielleicht auch dem Zuvorkommen von Kritik. Da du in unnachahmlicher Weise Gefühle anzusprechen weißt, besitzt du bereits etwas, was vielen Gedichten fehlt. Ich weiß nicht wieviel du davon verlierst, wenn du als Gralshüter einer Form endest und diese womöglich über den Inhalt stellst, schwer vorstellbar, wir werden sehen, L.G.Amadea
  39. Hallo Carlolus, interessantes Paradoxon. Es regt zum Nachdenken an. Manchmal führt das sich selbst im Weg stehen dazu seine eigenen Weg zu finden. Gruß Feuerfunke
  40. Wahrheit. Traum. Dem Traum wird Wahrheit zugeschrieben. Dem Mond das Mondlicht, gern vernebelt. Der Schatten auch. Der Mann im Mond, Der, ohne Frau zurückgeblieben, Dort friert und friert und einsam wohnt. Der Himmel ist heut sternbestreuselt. Der Mann im Mond hat sie gerebelt. Das Alleis hat so Sinn und Zwecke. Frau Sonnenwind hat schön gesäuselt. Herr Mars kommt grade um die Ecke. Ich sitz allein und blick ins Weite. Dem Mond wird bald was abgesäbelt. Die Erde neidet ihm den Glanz. Mein Träumen schreib ich auf die Seite In einem Vers- und Strophentanz.
  41. Hi Sali ein schönes Gedicht über den Luxuskonsum. Es leider wahr das wir Dinge besitzen die es eigentlich nicht unbedingt bräuchte. Auch den Schluss finde ich sehr gelungen. Man lernt erst mit weniger auszukommen wenn es das Mehr nicht mehr gibt oder man es sich nicht mehr leisten kann. So habe ich es zumindest verstanden. LG Alex
  42. Danke schön, @Claudi @Dionysos von Enno. Übrigens, Claudi, kam mir das Menschelein auch in den Sinn. Jedoch, nur um des Reimens Willen diese Form anzuwenden mißfiel mir ebenfalls. Außerdem geht es schließlich auch um einen harten Stein. Oder ist's doch eher ein Bimsstein aus einem Vulkan, der wohl selbst auf dem Wasser schimmen kann?
  43. Hallo Gummibaum, der letzte Vers erinnert mich an den Schluss von Rilkes Panther. Ich sehe auf Munchs Bild ein Paar, das sich verabschiedet. Der sich nähernde Dritte ist der Ruderer des Bootes. Die Hauptfigur, vollkommen desinteressiert, erinnert in seiner Einsamkeit an eine Figur von Edward Hoppers in "Nighthawks". Jeder sieht jedes Bild anders. Am besten finde ich deine lyrische Interpretation des Strands. Liebe Grüße Carlos
  44. Hi Josh, mir gefällt Dein holistische Sichtweise. Am Ende ist vielleicht alles ein. Der Zusammenfall der Gegensätze ? mes compliments Dio Hi Josina, ich finde Deine Ausdeutung sehr bemerkenswert. Möglicherweise spielt es am Ende gar keien Rolle die Frage überhaupt gestellt zu haben ? Eine spannende Frage mes compliments Dio
  45. Hallo Dionysos, ich habe dein Gedicht mehrmals gelesen, sämtliche Beiträge und noch dazu eifrig gegoogelt. Ich habe versucht, mich über Sein und Schein schlau zu machen: Ich bin so schlau wie vorher! Aber allein das Interesse, dass so viele Leute über dieses abstrakte Thema zeigen zeigt mir, dass die Deutschen die geborenen Denker sind. IHS Carlos
  46. Hallo, moin Dionysos für ein*e Bildhauer*Inn wird ein Stein zur Protagonist*in. So wie das LI in unserem Gedichte. Er/ sie wird versuchen dem Stein Lebendigkeit zu geben. Während die Skulptur entsteht, eine Beziehung dazu aufbauen. Schöne Formen entstehen lassen. Ausserdem sind Steine verschieden beschaffen, haben schon verschiedene Formen, Strukturen verschiedene Wärmeleitfähigkeit. Ich liebe Steine, finde sie nicht leblos. Also was spielt es für eine Rolle, als was du aufwachst! HG Josina
  47. Nun lieber Dio, da gehen ja die Meinungen sehr unterschiedlich damit um. Wer wäre denn wohl so vermessen, um auf das Menschsein zu vergessen, egal aus welcher Sicht betrachtet, die Menschlichkeit sei wohl beachtet, doch gleichzeitig unendlich schwer, wohl von so vielen immer mehr. An eignen Taten sollst du reifen, dies selbst auch hier im Jetzt begreifen, wer wäre denn nur so vermessen, auf dies nur immerzu vergessen und doch geschieht's fast Tag für Tag.... Es könnte noch vertieft werden aber es gefällt sehr und Reim hin oder her, 'Menschlein' passt schon meines Erachtens 😉 🌹 Mit lieben Gruß in Deinen Nachmittag, Uschi
  48. Diskussionen um die ehernen Regeln der Reimkunst sind ja oftmals eine zweischneidige Angelegenheit. Hat sich der Autor/in dem Regelwerk anzupassen, oder geht er damit eine Entindividualisierung ein? Kann jeder halten wie ein Dachdecker, klar. Aber muss die Lesekunst manchmal nicht auch darin bestehen, den natürlichen Rhythmus des Schreibers aufzuspüren und ihm zu folgen? Denn das Verrückte ist ja, dass Gedichte auf der Bühne zuweilen sehr gut funktionieren, die hier beim Lesen durchfallen und bei Hardlinern sogar Ohr- und Augenkrebs erzeugen würden. Beim Bemühen um Perfektion entsteht oft Starre und es lauert nicht selten die Gefahr, nur noch eine Form erfüllen zu wollen, die Geschichten hinten anzustellen und einen einschläferndsn lyrischen Leierkasten zu bedienen. Weil diese Diskrepanz zwischen der geschriebenen und der vorgetragenen Wortmelodie besteht, gibt es in der Musik und zuweilen in modernen Theaterinszenierungen die Phrasierung, ein Gestaltungsprinzip, der Töne innerhalb einer musikalischen Phrase hinsichtlich Lautstärke, Rhythmik, Artikulation und Pausensetzung festlegt. Mit der Notation wird allgemein verbindlich aufgeschrieben, wie es sich anhören soll. Der Musiker gleicht vieles ( z.T. automatisch ) aus, z.B. durch Heben und Senken der Stimme, Kürzen und Dehnen von Silben, durch Rhythmisierung etc.. Die Phrasierung hat sich beim lyrischen Menschlein leider nicht durchgesetzt, womit jeder das Gedicht wie ein Musiker in gleicher Art und weise lesen und aufführen könnte. Gedichte sind für Bücher gemacht. Bei gekonntem Vortrag würde wohl niemand über ein Menschlein stolpern, im Gegenteil, hier entfaltet sich u. U. unnachahmliche Individualität, Ausdruckskraft oder Komik, die im Bemühen um perfekte Reime allzuleicht untergeht. L.G.Amadea
  49. Weißt du... Weißt du eigentlich wie schön es ist, an jemanden, der lieb, tiefsinnig zu denken, und weißt du an sich, was daraus spricht, jenem diese Gedanken auch zu schenken? Weißt du wie es ist jemanden zu spüren, den Anmut und Liebreiz, ganz ohne zu berühren, in dem gereimte Worte ganz langsam verführen, vielleicht mehr zu bekommen, und ganz und gar zu spüren? Weißt du, wie man fühlt, schöne Streicheleinheiten, wenn die Haut wird berührt und Streicheleien begleiten dich bis du endlich verführt wirst dich mit einzuschalten, und dann gänzlich gespürt hast, wie die Lüste walten? Weißt du, wie man küsst, wenn man den Andern nicht sieht oder vielleicht wie es ist, wenn er unter einem liegt, der ganze Leib einen anspricht, die Hingebung des Körpers anliegt, den man ganz zärtlich abküsst, so Liebkosungen gibt? Weißt du, wie man liebt, ohne sich ganz hinzugeben, weil man dazu sieht den Menschen, das Leben, in dem die Hilfe überwiegt, auch um Freude zu geben, um den lieben Dank im Blick sehr schön wahrzunehmen? Weißt du vielleicht jenen Weg, von dem unsagbar schönen Sinn des Lebens, wo führt er hin(?), immer weiter und weiter, unentwegt,... ...find ihn, leb ihn, immerzu(!), und hast du den Sinn und die Sehnsucht wie ein heißes Verlangen, dann geh und such', du wirst ihn finden und dann weißt du... R. Trefflich
  50. Ein grün gestreifter Wasserfloh, der lebte lustig und sehr froh; gar wohlbekannt, im Nirgendwo, die andern taten es ebenso. Er lebte hier nicht ganz allein, da waren noch zehn Schwesterlein; an zwanzig Brüder, die noch klein; und alle artig, fromm und rein. Doch keiner war gestreift, wie er, leicht rötlich kamen sie daher; fast durchsichtig, im Sonnenlicht; sah man sie auf dem Wasser nicht. Denn keiner, war präsent, wie er, so schwamm er völlig frei umher; erkannte auch nicht, die Gefahr, die um ihn rum und schon ganz nah. Zwei Räuber hatten ihn entdeckt, die wurden jedoch abgeschreckt; von seinen Streifen, giftig grün; nur deshalb ließen sie ihn ziehn. Er aber warf sich in die Brust, so mutig, stolz und selbstbewusst; war überzeugt, ihm könne keiner, da kam ein Stichling, ein ganz kleiner. Der grad erwacht, noch nicht ganz klar, nun nahe dem grün gestreiften war; dazu noch hungrig, farbenblind, schaut, ob er was zum Fressen find. Als vor dem Maul, sich was bewegt, hat er nicht lange überlegt; macht einen Happs, ist dabei froh; aus ist es mit dem Wasserfloh. Der grün gestreifte ist verschwunden, kein großer Held, zieht seine Runden; nur Wasserringe sind noch da, wo grad noch, sein zu Hause war. Und die Moral von der Geschicht, probier, das grün gestreifte nicht; wenn du durchsichtig, rötlich bist, dann bleib dabei, wahr dein Gesicht.
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