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Schreien

Lichtsammlerin

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Manchmal will ich schreien.

Eine Stimme erheben die wie ein Feuerball ist

den Käfig schwarzer Gitterstäbe durchglühen mit Licht.

Das Schweigen ist so laut in meinen Ohren, dass ich kaum wage, mich ihm entgegen zu stellen.

Die Menschen verstehen das nicht.

Ich vergesse den Klang meiner eigenen Stimme, in diesem Haus der Stille.

Wände aus zeitloser Fremde

keine Türen

keine Fenster

nichts kommt hinein oder hinaus.

Dann erinnere ich deine Stimme, dieses Flüstern, das ich nie wieder hören wollte. Ich will dagegen schreien und werde noch leiser als du, mit diesem Kloß im Hals.

Meine Stimme ist kein Feuerball

die Worte fallen schwer ins Gewicht. Ich habe keine Leichtigkeit auf meinen Lippen, die leicht zu schlucken wäre.

Ich will schreien

bis die Wände der Erinnerung einstürzen und die Welt dahinter zum Vorschein kommt. Wort für Wort. Bis ich selbst zurückschrecke vor der Kraft meiner Stimme.

Meine Stimme darf Raum beanspruchen.

Ich will schreien bis ein Raum entsteht, der groß genug ist, meine Worte zu tragen.

Langsam öffne ich den Mund

beginne zu schreien -

 

kein Ton entweicht meinen Lippen.

 

 

© Lichtsammlerin

~ Urheberrecht der Titelbilder: Lichtsammlerin



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ein sehr bewegender Text, liebe Lichtsammlerin, der mich still, traurig und nachdenklich macht.

Das LI möchte seine Vergangenheit hinter sich lassen, ihr entfliehen, sie wegschreien und scheinbar gelingt es ihm nicht.

Es ist in seinen Erinnerungen gefangen, wie in einem schlechten, immer wiederkehrenden Traum.

Allein die Tatsache, sich damit auseinanderzusetzen, kann ein guter Weg sein, dem scheinbar Unmöglichen eines Tages zu entkommen!

 

Sehr gelesen und damit befasst!

 

Lieben Nachtgruß, Letreo

 

 

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Danke dir, Letreo.

 

Ja, du hast im Grunde genau das zusammen gefasst, was ich mit den Worten ausdrücken wollte.

Das LI möchte nicht nur die Vergangenheit wegschreien, sondern auch mit der eigenen Stimme diese Räume zurück erobern.

Dass die Stimme sein darf, laut sein darf, einen Raum füllen darf..

Ich hoffe du hast recht, und die Auseinandersetzung damit ist bereits ein guter Weg, das Schweigen und die Enge hinter sich zu lassen.

Danke für deine treffenden Worte!

 

Liebe Grüße, Lichtsammlerin

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