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Schreibgeschützter Club  ·  1 Mitglied

Claudis Rumpelkammer

Über diesen Club

Hier bewahre ich meine alten und uralten Lieblinge auf und lasse euch gerne darin stöbern.
  1. Was gibt es Neues in diesem Club?
  2. Claudi

    Liebeserklärung

    Du, ich fühl mich ungelogen magisch zu dir hingezogen, seit ich dich beim Bäcker traf. Millionen Moleküle überschäumender Gefühle rauben mir den Schönheitsschlaf. Du, ich stopf mir schon seit Wochen Spritzgebäck und Liebesknochen in den Aphroditenbauch, doch es hört nicht auf zu brodeln, und ich werd vor Freude jodeln, wenn du sagst, du spürst es auch. Du, ich möchte mit dir kuscheln, dir vertraut ins Öhrchen nuscheln: "Du bist nicht wie Kunz und Hinz!". Will von deinem Apfel beißen und für dich Schneewittchen heißen, denn du bist mein Märchenprinz. Du, ich lass auf meinem Rasen deine Ziegenherde grasen, räum die Schränke für dich leer, repariere deinen Wagen, würde dich auf Händen tragen, wenn du sagst: "Ich kann nicht mehr!" Du, ich würde dir erlauben, die Regale abzustauben und ich bügle dir sogar ohne merkliches Befremden die türkisgestreiften Hemden für 'nen Kuss als Honorar. Du, ich möchte mit dir streiten, dich zum Fußballspiel begleiten nach verlorner Kissenschlacht, pflück dir bunte Tausendschönchen, schenk dir Töchterchen und Söhnchen. Willst du sieben oder acht? Sommer 2001
  3. Claudi

    Mantra

    Vollkommenheit umfängt und trägt mich hinauf ins Licht, der Südwind kitzelt mich unterm Bauch, ich hör ihn raunen und atme Zuversicht: Willkommen im Paradies, du kleiner Schmierfink! Die Flucht aus dem Gedankenkäfig gelang, mehr brauchst du nicht zum Fliegen. Vollkommenheit umfängt und trägt dich.
  4. Claudi

    Lesesüchtig

    Höre ich den Wecker schrillen, fluche ich in meinem Bett: Wenn ich doch um Himmelswillen nicht so lang gelesen hätt! Doch ich kann es halt nicht lassen, und nach einer solchen Nacht sind so an die sieben Tassen Muntermacher angebracht. Während ich die Stullen schmiere, höre ich auf Seite drei schlecht geölte Schrankscharniere und den ersten Hilfeschrei. In der einen Hand das Messer, in der andern den Roman, fühle ich mich dann schon besser, doch ich muss zur Straßenbahn. Und ich hasse diese Wege, weil es mir den Spaß vermiest, kommt mir einer ins Gehege, wenn der Mönch den Papst erschießt. Als ich das Büro erreiche, bleibt mir wieder nichts erspart, und ich widme mich der Leiche erst auf der Nachhausefahrt. Ausgehungert und entkräftet greife ich zum Proviant. Meinen Blick aufs Buch geheftet, schmeckt der Bleistift nach Krokant. Schweißgebadet konzentriere ich mich auf die Obduktion, und bevor ich’s registriere, bin ich an der Endstation. Na, dann folge ich dem Täter halt zu Fuß und ohne Stopp einen halben Kilometer bis zum nächsten Büchershop. Weil sie mich da gerne sehen, lassen sie mich auch noch rein. Ohne Buch ins Bett zu gehen, fiele mir im Traum nicht ein!
  5. Claudi

    Rainer

    Ja, das dachte ich auch, liebe Rita! Bei mir hat er sich leider noch nicht blicken lassen und das, obwohl ich extra für ihn diese geschwätzige Rainerstrophe mit dem Riesenschweifreim erfunden habe. Sag mir bitte nicht Bescheid, wenn er dir über den Weg läuft. Er kann mich mal! LG Claudi
  6. Ich lach mich eckig. Einen Rainer, dem man sogar Frikasse mit Zwiebelringen auf dem Hemd verzeihen kann, möchte ich sehen. Feines altes Schätzchen von dir👍
  7. Claudi

    Rainer

    In der ganzen Stadt ist keiner so verführerisch wie Rainer. Vorne, hinten, im Profil, sitzend, stehend oder liegend sich zum Fragezeichen biegend, lässig mit den Beinen baumelnd oder aus der Kneipe taumelnd: Rainer, der hat Sexappeal. Ein Pyjama wirkt bei Rainer wie ein Smoking vom Designer. Leder, Filz, Brokat und Tüll, Sakko oder Unterhose, ganz egal, in welcher Pose, Rainer stehen alle flotten maßgeschneiderten Klamotten ebenso wie die vom Müll. Rainers Nase, Mund und Brauen fesseln mich vom Morgengrauen bis die Sonne abends sinkt. Aber seine Augen funkeln, wenn es dämmert und im Dunkeln, noch ein paar Nuancen blauer, als es ein Juwel im Tower bei Beleuchtung fertig bringt. Keiner, aber auch nicht einer lacht melodischer als Rainer, wenn ihn einer amüsiert. Führt er seinen Mund zur Gabel, findet keiner es blamabel, wenn er Frikassee und Nudeln, die sein Oberhemd besudeln, mit ’nem Zwiebelring garniert. Ach, ich wünschte mir, der Rainer wäre hässlicher und kleiner und dafür nur halb so faul! Denn was nützen mir am Ende seine Pianistenhände, wenn sie mir beim Möbelrücken lediglich die Daumen drücken, und ich schwitze wie ein Gaul?
  8. Claudi

    Hyderabad

    Wenn Heide verreist, kann sie meilenweit laufen, um irgendwo irgendwas Geiles zu kaufen, das außer der Heide noch nirgendwer hat, doch leider: Kein Händler gibt Heide Rabatt. Im Urlaub in Hyderabad war das besser, da war sie mal scharf auf Kartoffelschälmesser und kriegte Rabatt für das ganze Paket. Jetzt denkt sie, dass das immer wieder so geht. Ich glaube, der Heiderabattwürdigfinder in Hyderabad war gebürtiger Inder, doch sollte sie einmal nach Pakistan fahren, da könnte die Heide genauso viel sparen.
  9.  
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