Zum Inhalt springen

Im Grabenkrieg, im Stahlgewitter I


Empfohlene Beiträge

Hi du (:,

das find ich gut hier.

 

Im Grabenkrieg, im Stahlgewitter I

ein sehr trockener alles sagender titel,

den den leser gleich an den krieg denken lässt, an weltkriege

und deutschlands vergangenheit.

 

Ich sitze zwischen flüsternden Schatten hier,

die Leiber schon ersetzen, kein Licht, kein Licht,

denn Ideale seh` ich nicht, der

Kummer war das, was die Welt versprach, ach,

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxXx

XxXxXxXxXx/XxxXxxXxXx

gefällt mir, beim lesen,

nur das "ach" am ende wirkt sehr angehängt,

für mich war die strophe schon nach dem versprach zuende.

"denn Ideale seh` ich nicht" ist gut

 

was weiß ich noch vom goldenen Augenblick,

der meinen Mut erquickte mit Lebenslust,

wenn Staub mein Aug`betrübt und Sagen

jener Gefallenen längst verhallen.

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxXx

XxxXxxXxXx

auch wieder einen schönen klang durch die binnenreime.

 

Oh Tod, wie du die Wangen berührst, wo einst

der Frühling weilte, reglos verharrt mein Herz

im Dreck des Schützengrabens, da der

Donner die Angst wird mit Qual bekämpfen.

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxXx

XxxXxxXxXx

hier fehln sie mir, und auch die satzstellung am ende

ist nicht optimal

Ich stürme mit begrabenen Träumen vor

und fessle letzte Hoffnung ans Bajonett.

Agonie skizziert begiert das Antlitz

blasser: das Vaterland ist mein Schatten.

xXxXxXxxXxX

xXxXxXxxXxX

xXxXxxXxXx

XxxXxxXxXx/XxxXxXxxXx

schöner widerspruch in Z1/2

den schluss halt ich für sehr gelungen.

das etwas ungewöhliche metrum, ist auch nicht schlecht.

nur die 2 unbetonten silben in Z1/2, ließen mich immer etwas holpern und stolpern.

dass das gesamte gedicht nur von binnenreimen getragen wird, find ich eine schöne idee.

schön hat mir gefallen, mein lob

lg

Onkie

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

  • Antworten 2
  • Erstellt
  • Letzter Kommentar

aktivste Mitglieder in diesem Thema

aktivste Mitglieder in diesem Thema

Liebe Anna!

 

Da du mich auf dieses kleine, schöne und trollfreie Forum aufmerksam gemacht hast, widme ich dir selbstverständlich meinen ersten Beitrag hier, und dieses Gedicht hat mich besonders angezogen

 

Onkie hat ja schon eine ausführliche metrische Analyse geliefert. Die Odenstrophen sind in der Tat nicht leicht zu schreiben, ich sitze auch mehr oder weniger erfolgreich gerade über einigen. Das Knifflige sind hier (meiner Meinung nach) die Einsilbler, weil man sie eben nur abhängig von den umgebenden Silben einordnen kann. In S1V4 hast du sogar vier davon hintereinander, da ist der Leserin / dem Leser nicht mehr wirklich klar, wie du sie gerne betont haben möchtest (siehe Onkies Analyse) – nur für die Odenstrophen mit diesem sehr strengen Schema ist das leider wichtig. In S2 und S3 V4 hingegen ist es dir perfekt gelungen, das Metrum eindeutig zu machen :wink:

 

Ein Gedicht aus alkäischen Odenstrophen fällt mir übrigens gerade ein: „An die Parzen“ von Hölderlin – falls du mal eine alkäische Ode lesen möchtest.

 

Ich sitze zwischen flüsternden Schatten hier,

die Leiber schon ersetzen, kein Licht, kein Licht,

denn Ideale seh` ich nicht, der

Kummer war das, was die Welt versprach, ach,

Besonders gut gefällt mir hier die Dopplung von „kein Licht“, da sie eindrücklich betont, wie düster sich die Situation darstellt. Mir persönlich gefällt das kritisierte „ach“ sehr gut – durch das Komma, das du am Ende der Strophe gesetzt hast (wohlgemerkt kein Punkt!), kann man es entweder sinngemäß noch zur ersten Strophe oder aber auch schon zur zweiten lesen. Es stellt für mich einen sehr guten Verknüpfungspunkt der beiden Strophen dar.

 

was weiß ich noch vom goldenen Augenblick,

der meinen Mut erquickte mit Lebenslust,

wenn Staub mein Aug`betrübt und Sagen

jener Gefallenen längst verhallen.

Auch ich lobe die Reime / Assonanzen hier, sie tragen ruhig durch die Strophe, sehr schön!

 

Oh Tod, wie du die Wangen berührst, wo einst

der Frühling weilte, reglos verharrt mein Herz

im Dreck des Schützengrabens, da der

Donner die Angst wird mit Qual bekämpfen.

Ich liebe Apostrophen und Personifikationen! Interessant ist es, dass du den gefürchteten Begleiter hier so „persönlich“ ansprichst – und ihm ein so sanftes Verbum wie „berühren“ zuordnest. Allgemein empfinde ich die Sprache des Gedichtes als sehr sanft und ruhig, was einen großen Kontrast zum eigentlichen Thema steht – und dem Ganzen einen sehr schwermütigen Touch gibt. Der letzte Vers mag syntaktisch nicht so ideal sein... aber auch inhaltlich ist er mir nicht ganz klar. (Warum bekämpft der Donner steht m.E. für die Geräuschkulisse beim Kampf, oder? die Angst?)

 

Ich stürme mit begrabenen Träumen vor

und fessle letzte Hoffnung ans Bajonett.

Agonie skizziert begiert das Antlitz

blasser: das Vaterland ist mein Schatten.

Besonders gut gefällt mir hier Vers 3, aber auch Vers 4 als Schluss ist sehr gekonnt gewählt, da du hier wieder vom Schatten sprichst, der bereits in S 1 vorgekommen ist und sich der Kreislauf wieder schließt.

 

Alles in allem haben mich deine Odenstrophen sehr überzeugt! Freue mich schon auf viele anregende und konstruktive Gespräche auf dichter-forum.de :wink:

 

Liebste Grüße,

Kari

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

liebes Kügelchen,

 

Mir scheint es so, als hätte ich in meiner kurzen Abwesenheit einiges verpasst. :roll: Dein Gedicht gefällt mir außerordentlich gut - ich musste an den Film "Im Westen nichts neues" denken. Die Thematik ist wohl der erste Weltkrieg und ich finde diese Umsetzung sehr gelungen, besonders die düstere Stimmung gefällt mir. :roll:

Ich sitze zwischen flüsternden Schatten hier,

die Leiber schon ersetzen, kein Licht, kein Licht,

denn Ideale seh` ich nicht, der

Kummer war das, was die Welt versprach, ach,

Die erste Strophe erscheint mir wie ein Bericht eines Soldaten, der seine anfängliche patriotische Euphorie bereits verloren hat angesichts der Schrecken des Krieges um ihn herum. Er sitzt im düsteren Schützengraben zwischen seinen Kameraden und hat wie sie schon die Hoffnung verloren - Mir gefällt die Doppelung kein Licht, kein Licht. flüsternde Schatten, die Leiber schon ersetzen - ich musste an die Redewendung: "Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst" denken. Die Soldaten fühlen sich verlassen und sehen keine Ideale mehr wie Patriotismus und Heldenhaftigkeit, sondern sehen nur noch den Kummer und die zerstörung.

was weiß ich noch vom goldenen Augenblick,

der meinen Mut erquickte mit Lebenslust,

wenn Staub mein Aug`betrübt und Sagen

jener Gefallenen längst verhallen.

was die Welt versprach - Im Heimatland die Propaganda von wegen heldenhaft in den Krieg ziehen und seinem glorreichen Vaterland dienen, für das Vaterland sterben ist nichts als eine Lüge (wenn Sagen jener Gefallenen längst verhallen - Die Heldengeschichten spielen keine rolle mehr, denn in dieser schrecklichen Schlacht gibt es keine Helden) - in Wahrheit müssen die Soldaten in jedem Moment um ihr Leben bangen unter Artilleriebeschuss und Giftgasangriffen. Sie sind nichts weiter als Kriegsmaterial für ihr Land.

Oh Tod, wie du die Wangen berührst, wo einst

der Frühling weilte, reglos verharrt mein Herz

im Dreck des Schützengrabens, da der

Donner die Angst wird mit Qual bekämpfen.

Wo einst der Frühling weilte - Die Soldaten wurden aus ihrer Jugend gerissen und mussten in den Krieg ziehen, wo der Tod auf ihnen wartete. Nun sitzen sie im dreckigen Schützengraben voller Angst, vom ständigen Donnern der Artillerie gequält. Der letzte Vers erscheint mir etwas unbeholfen formuliert - einen Vorschlag zur Verbesserung habe ich jetzt zwar nicht, aber sonst gefällt mir die deine Sprache ja gut und ich habe auch sonst nichts zu bemängeln.(lächel)

Ich stürme mit begrabenen Träumen vor

und fessle letzte Hoffnung ans Bajonett.

Agonie skizziert begiert das Antlitz

blasser: das Vaterland ist mein Schatten.

Nur die ständige Gefahr besiegt die Angst für kurze Momente, in denen er seinen letzten Mut und Hoffnung aufbringt und nach vorne stürmt. Besonders gut gefällt mir die Formulierung "begrabene Träume" - Die jugendträume der Soldaten, die zwar (noch) nicht zerstört sind, aber unmöglich erfüllt werden können, bevor sie nicht aus dieser Hölle entkommen können. Das Vaterland ist ihr Verhängnis, da es sie in diese fast aussichtslose Situation geschickt hat, sein fluch folgt ihnen auf Schritt und Tritt (wie ein Schatten).

 

:roll:

Das waren meine Gedanken beim Lesen deines Gedichtes. Ich finde, du hast dich selbst übertroffen - Sprache, Stimmung und Bilder sind einfach toll. Ich habe es gerne gelesen, kommentiert, und natürlich auch gelobt.(zwinker)

Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Teile. :roll:

 

@Kari - schön, dass du hier bist, das freut mich. So langsam scheint sich das Forum hier ja richtig gut zu entwickeln. :roll:

 

liebe Grüße

flamme

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Du möchtest dich an der Unterhaltung beteiligen?

Du kannst direkt mit in die Diskussion einsteigen und einen Beitrag schreiben. Anschließend kannst du ein eigenes Autoren-Konto erstellen. Wenn du schon ein Autoren-Konto hast, Logge dich ein um mit deinem Konto an der Diskussion teilzunehmen.

Gast
Schreibe hier deinen Kommentar ...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.


×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Community-Regeln
Datenschutzerklärung
Nutzungsbedingungen
Wir haben Cookies auf deinem Gerät platziert, um die Bedienung dieser Website zu verbessern. Du kannst deine Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass du damit einverstanden bist.