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Karlo

Empfohlene Beiträge

Die guten Gedichte
längst schon geschrieben,
die guten Dichter sind lange tot.
Du schreibst oft nur Gedichte
heraus aus deinem Jammertal.
Am Besten nichts mehr schreiben,
das weißt du selber wohl, 
das alles längst  geschrieben,
die guten Dichter lange tot.

 

© avalo


Überarbeitet: von avalo
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Hallo avalo,

 

da spricht ein lauter Zweifel aus den Versen.. Zwangsläufig werden sich die Gedanken in den verschiedenen Epochen wiederholen, ähnlich wie Modetrends alls Jubeljahre wiederkehren. Nun, dennoch ist keine Zeit die gleiche. Es ist deprimierend darüber nachzudenken, dass bereits alles gesagt sein könnte. Alles geschrieben, alles gelebt. Bei so vielen Menschen werden auch welche darunter sein, die sich einem künstlerisch angleichen. Immer komplizierter wird es, nicht als "Nachahmer" irgendeines großen Künstlers zu gelten.

Was ist noch eigen?

 

Nun, viele guten Dichter sind längst tot. Tja, es haben ja auch schon so viele gelebt, die Vergangenheit zählt viel mehr Dichter als wir in dieser Gegenwart. Schätzungsweise!!!

Aber ist das so wichtig? Es gibt großartige Gegenwartsdichter/innen. Ist deren Wort nichts mehr Wert, weil ein anderer zuvor es schon gebrauchte?

 

Ich glaube es geht letztlich viel darum, welchen Wert man selbst seinen Gedichten zuschreibt, welche Bedeutung das Schreiben für einen hat.

LI erinnmert LD hier, dass dessen Gedichte aus einer "Jammernot" rühren. Vielleicht ist das langfristig nicht das Wahre. Aber wenn es für LD heilsam ist - könnte es dann verkehrt sein? Schlecht? Wäre Schweigen und ein leeres Blatt die bessere Alternative?

Ich würde sagen Nö :whistling: sonst müsste ich ja auch das Schreiben einstellen...

 

Aber deine Verse regen zum Nachdenken an, es ist gut hin und wieder zu reflektieren, wie man den eigenen Worten gegenüber steht. Und denen anderer. Man kann sie über- und unterschätzen...

Da Schreiben für mich nie vergebens ist, und Gedichte nicht an Wert verlieren, hoffe ich nur, dass LI oder LD die Krise des Zweifelns überwindet. Die alten Dichter hätten die Ehre wohl zu schätzen gewusst, aber sicher nicht gewollt, dass um ihretwillen nichts Neues mehr geschrieben würde..

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hallo Avalo, wie er der Zufall will, habe ich gestern folgendes geschrieben: 

 

Brotlose Kunst

 

Der Dichter, der postum geehrt,

war seiner Zeit scheinbar voraus.

Drückt er sich in der heut´gen Zeit

mit Worten missverständlich aus?

 

Die Kunst, meist brotloses Bestreben,

die Zeit, sich spiegelnd zu beschreiben.

Der Künstler kann nicht davon leben,

doch wird er in den Werken bleiben.

 

Das Beste ist doch längst geschrieben.

Was hat ein Poet noch beizutragen?

Gut, dass wir uns treu geblieben,

wird man dann später von uns sagen.

 

Lieben Gruß Darkjuls

 


Überarbeitet: von Darkjuls

ergänzt
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vor 8 Stunden schrieb avalo:

Was mir auffällt sind die Themen, die oft die negativen Dinge beschreiben. Verluste, Ängste, Depressionen, es sind Themen die eigentlich mich nicht weiterführen und befriedigen, weil dieses habe ich meist schon  in der Biotonne entsorgt.

Hallo avalo,

vergiss bitte nicht, das viele Schreiber nicht schreiben, um uns Leser weiterzubringen, sonders um ihren Leidensdruck zu verringern oder einfach ihre Gedanken fließen zu lassen. Wer denkt denn hier beim Schreiben wirklich an eine Karriere als Schriftsteller? 
Ich mag deinen Text, hätte ihn aber unter Satire passender empfunden. Sehr gerne gelesen!

 

Grüßend Freiform

 

 

 

 

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vor 24 Minuten schrieb avalo:

Ja, verstehe dich schon, aber wir haben auch einige hier, die schon Bücher veröffentlicht haben.

Das ist heutzutage kein Maßstab mehr, avalo. Jeder kann heutzutage Bücher veröffentlichen! 
Aber damit Geld zu verdienen oder sogar davon zu leben, ist eine ganze andere Hausnummer. Die allermeisten schaffen es mit ihren Büchern noch nicht einmal die Unkosten reinzuholen.

 

Grüßend Freiform

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Mag sein,

der Goethe, der Borchert und der Hesse ,

sie haben zu ihrer Zeit das ihrige gesagt und damit die Menchen erreicht.

 

Und

wir sagen zu unserer Zeit das unsrige

und erreichen damit die Menschen.

 

Es gibt immer Menschen, die meckern an Sonnenauf- und untergangsfotos herum,

weil das ja nix Neues wäre, ja das Sentiment aus Jahrtausenden wiederholen würde.

Ich finde jeden Sonnenuntergang gigantisch und jeden Aufgang davon ebenso.

 

Jedes Gedicht, das mich berührt ist ein kleines Wunder.

 

Beste Grüße

 

Ichdichteab&zu

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vor 13 Stunden schrieb avalo:

Was mir auffällt sind die Themen, die oft die negativen Dinge beschreiben. Verluste, Ängste, Depressionen, es sind Themen die eigentlich mich nicht weiterführen und befriedigen, weil dieses habe ich meist schon  in der Biotonne entsorgt.

Hallo avalo, hier möchte ich mich eigentlich Freiforms Worten anschließen.

 

Am Ende schreibst du

vor 13 Stunden schrieb avalo:

denn oft ist Schreiben heilsam und gut für den Schreiber.

Und das empfinde ich als enorm wichtige Kraft.

 

Wenn ich mir im Schreiben einen Maßstab auferlege, der an den Bedürfnissen der Welt gemessen wäre, wirklich, ja, dann könnte ich den Stift gleich ruhen lassen!

Ich glaube allerdings auch nicht, dass schriftstellerischer Erfolg, sollte er irgendwann kommen, mit diesem Ziel genährt werden könnte. Wer nur schreibt um Erfolg zu finden, findet vielleicht nicht mehr den Weg, die Worte aus sich selbst zu schöpfen.

Was spielt es für eine Rolle, ob ähnliche Gedanken, Ideen, Anstöße schon von Dichtern vor hundert oder tausend Jahren beschrieben wurden? Alles wiederholt sich. Aber es sind die Nuancen. Und nicht zuletzt sind die Künstler häufig eine Avantgarde, die willentlich oder unwillentlich Veränderung bewirkt.

 

Aus dem wundesten Punkt kann die größte Stärke geschöpft werden. Die Gefühle will auch der Kopf begreifbar wissen und das geschieht häufig übers Schreiben - ja, das ist heilsam. Aber nicht allein für den Schreiber, denn es inspiriert andere, es kann Augen öffnen, kann empfindsam machen, kann in so vielen Dingen wirken. All dies ist vergänglich. Nur die Gegenwart bleibt wirklich.

 

Ich verstehe aber deinen Punkt - der vielleicht auch etwas mit Wahrnehmung zu tun hat. Mir fallen nämlich ständig Themen auf, die endlos von der Liebe schreiben das wiederholt sich fort und fort.. Ist für mich unbefriedigend, führt nirgends hin und das seit Ewigkeiten. Nur mal so - unter "Herzensangelegenheiten" finden sich weit mehr Beiträge als unter "Schattenwelt". Aber das ist auch vollkommen egal. Denn ich irre so oder so!

Es gibt keinen Unterschied darin, ob jemand sein Herz aus innerer Verwundung heraus, oder aus einer rosa Wolken Umwebung heraus aufs Papier ergießt. Beides ist wichtig.. es füllt nur verschiedene Phasen des Lebens mal mehr mal weniger.

 

Die Welt verändert sich. Themen mögen ähnliche sein, auch neue kommen hinzu, andere verschwinden. Aber der Zeitgeist ändert sich unaufhörlich und mit ihnen die Worte, die Menschen für sich zu Papier bringen. Es sind nie die gleichen. In jedem von ihnen steckt neues Empfinden, neue Chancen, neue Ansichten usw..

 

So jedenfalls denke ich. Für mich kommt Dichtung nie zu spät - es widerspricht dem Sinn vom Wirken, der jedem Worte innewohnt.

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hallo zusammen,

 

Avalo, Du schreibst :

 

Ja, das ist richtig, aber von den großen Dichtern deren Gedichte sind zeitlos und werden auch noch in hundert Jahren gelesen.

 

Es gibt einen Spruch, den ich sehr mag.

Der heißt:

Tradition heisst nicht die Asche anzubeten, sondern die Flamme weiterzutragen.

 

Natürlich ist der Goethe Klasse (gewesen) und auch der Schiller, Novalis und wie sie alle heißen mögen.

Jedoch sind dies auch die aktuellen DichterInnen und manche derer, die in Foren dichten, sind herausragend.

 

Dazumal hatten eben nur manche Menschen die Möglichkeit zu dichten, was ihre pekuniäre Situation und ihre Fähigkeit überhaupt einen Stift zu bedienen und die Lettern richtig zu setzen anbelangte. Abgesehen von der freien Zeit, die Dichtung erfordert.

 

Dass deswegen ihre Errungenschaften auf ewig DIE Errungenschaften in Stein gemeißelt bleiben, ist einem Fortschreiten entgegen gesetzt.

 

Wenn Poesie - das sanfte und seelenvolle oder weniger sanfte und feurigere Wort beim Volk ankommen möchte, dann muss mensch vielleicht auch mal dieses Goethe-Brett vor dem Kopf wegsägen.

 

Mich erinnert es ein wenig an die psychosoziale Landschaft, wo immer noch Freud zitiert wird, obwohl der nun wahrlich durch viele aktuelle und sehr gute Psychologen überholt worden ist.

 

Lichtsammlerin, Du schreibst:

 

Wer nur schreibt um Erfolg zu finden, findet vielleicht nicht mehr den Weg, die Worte aus sich selbst zu schöpfen.

 

Des bin ich ganz gewiss.

Wenn ich mich darauf fokussiere, ob und wie meine Kunst beim potentiellen Käufer ankommt, dann werde ich ein Abziehbild meiner Selbst.

Schöpfung im tiefsten  Sinne kann nur aus dem eigenen Seelengrund kommen und nicht aus dem vermuteten Bedürfnis einer anonymen Heerschar an Konsumenten.

 

Meine 5 Cent zur Diskussion 🙂

 

Ichdichteab&zu

 

 

 


Überarbeitet: von Ichdichteab&zu
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