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Die singende Waschmaschine


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Eines Tages rief eine Frau beim Kundendienst an : „Fräulein, meine Waschmaschine spricht , ich kann nicht mehr schlafen.“

„Ach je ! Wieso denn das ?“ fragte die Disponentin verwundert. „Wann spricht sie denn ?“

„Immer nachts um zwei Uhr“, sagte die Frau.

„Und worüber spricht sie ?“ wollte sie nun wissen.

„Ach, sie glauben mir wohl nicht“ rief die Anruferin verärgert.

„Entschuldigung ! So hab ich das nicht gemeint“, widersprach die Angegriffene am anderen Ende der Leitung und wandte sich ihrem Kollegen zu : „Also entweder nimmt die mich auf den Arm oder sie ist völlig durch den Wind“.

„Was regst du dich auf ? Freundlich abfertigen musst du sie Trotzdem“, grinste der junge Mann.

„Geben sie mir bitte ihren Namen und ihre Anschrift. Wir schicken ihnen morgen neun Uhr einen Mitarbeiter. Aber das wird teuer, sehr teuer“, warnte sie vorsichtshalber.

„Selbstverständlich zahle ich das. Mein Name ist Gloria Sandos, Wanseestraße Nummer 111“, und sie legte den Hörer unsanft auf die Gabel.

Bevor der Kundendienstmitarbeiter am nächsten morgen los fuhr,

hatte ihn die Disponentin gewarnt : „Die Frau ist eine undurchsichtige, scheinbar durchgeknallte Person. Also Vorsicht ! Aber du alter Charmeur machst das schon“, lachte sie.

Vor einer nahe am Wasser gebauten große Villa hielt er sein Auto schließlich an, stieg aus, schnappte sich seinen Werkzeugkoffer und läutete.

Nach einer Weile öffnete eine weißhaarige alte Dame. „Guten Morgen“, begrüßte sie ihn. „Ich habe sie erwartet“.

„Ich bin der schnelle Kundendienst“, stellte er sich irretiert grinsend vor. „Ich will ihre Waschmaschine einmal genau anschauen“.

„Ich weiß, kommen sie rein. Ich gehe vor“, sagte sie lächelnd. Sie betraten ein großräumiges Foyer mit hohen Fenstern und riesigen, dekorativen Pflanzen, die bis zur Stuckdecke reichten. Vier wuchtige Ledersessel waren um einen schweren, massiven Tisch gruppiert.

„Die Waschmaschine steht im Souterrain“, erinnerte sie den jungen Mann daran weshalb er hergekommen war und zeigte auf die schmale Tür, die hinunter führte. Dabei blickte sie ihn mit klaren Augen an. Er dachte, die Frau macht gar keinen durchgeknallten Eindruck.

„Vielleicht denken sie ich bin nicht mehr ganz dicht im Kopf“, sagte sie während sie hinab stiegen . „Meine Waschmaschine singt nämlich sogar“

„Ach ja ? So-so“ flüsterte er kaum hörbar. Er hätte ja fragen können, was singt sie denn ? Eine Arie oder vielleicht „Ein Männlein steht im Walde …? Aber das traute er sich nicht. Sie kamen in einen hellen, freundlichen Arbeitsraum. An der rechten Wand fiel ihm gleich diese sehr schöne Marmorkonsole mit ihren Vertiefungen für Seife, Schwämme und andere Wasch- bzw. Reinigungsmittel auf. Davor , auf einem kleinen Podest stand die sprechende und singende Waschmaschine.

Während der Kundendienstler gewisssenhaft sämtliche Funktionen der Maschine überprüfte, sagte die weißhaarige Frau, die ihm dabei zuschaute: „Wissen sie, wenn ich meinem Hausarzt sagen würde : Herr Doktor, meine vollelektronische Waschmaschine singt und spricht, ich glaube, er würde mich sofort einweisen. Und meine beiden Kinder warteten, vielleicht schon ungeduldig auf ihr Erbe“.

„Ich hab's ! Ich hab's !“ schrie plötzlich der junge Mann und hielt freudestrahlend einen Radiowecker in die Höhe. „ Das ist der Übeltäter, gute Frau. Der hatte sich in der Vertiefung der Marmorkonsole versteckt. Hier dieser Waschlappen deckte ihn zu und auf zwei Uhr war der Kleine eingestellt.

„Oh Gott ! Meine Nerven, stöhnte die kleine Frau. Den Streich hat mir sicherlich mein Enkelchen, dieser Lümmel, gespielt „Kommen sie wir trinken einen Starken Kaffee zusammen, aber davor brauche ich erst mal einen Dujardang.

 


Überarbeitet: von Lia Mößner
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Guten Morgen u Moin liebe Lia Mößner

Lese beim Frühstück diese lustige Geschichte. Sie macht mich gleich sehr neugierig. Bin sehr gespannt was wohl mit der alten Frau los ist. Steht die Waschmaschine vielleicht auf Fliesen und wandert, durch den Raum macht Geräusche, die sich wie sing, sang anhören. Doch meistens ist das dann doch eher ein rumpeln kein singen. Nun dieser schöner Schlussteil. Ich muss sehr darüber lachen. Deine Geschichte liebe Lia Mößner hat mir sehr viel Freude und Spaß gebracht. Danke!

HG Josina


Überarbeitet: von Josina
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