Zum Inhalt springen

an einen fährmann


schwarzer lavendel

Empfohlene Beiträge

 

in den ohren das
rauschen des flußes
stehe ich vor dir
sohn
          der nacht
bin
auch ich tochter

 

setze mich über

 

hier mein kupfer
leg ich’s dir
in die hand

 

           bitte
weise mich nicht
zurück an den tag

 

und bin ich zu rosig dir
so lass mich die 100 jahre
unter den schatten weilen

 

deren verzweiflung
ich nun
nicht mehr teile

  • Gefällt mir 6
  • Danke 1
  • wow... 1
  • Schön 1
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Hallo @schwarzer lavendel - Wenn es so weit ist,  dass wir das Geld für den Fährmann locker machen müssen,  haben wir ein Leben hinter uns. Leid,  Glück,  Trauer,  Freude - alle Empfindungen werden über Bord geworfen.  Ruhe kehrt ein.  

Sehr schön von dir beschrieben,  in kurzen Sequenzen,  mit dem Bewusstsein, gerne der Umkehr zu trotzen, losgelöst von allem irdischen.  

LG Sonja

  • Danke 1
  • in Love 1
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 7 Stunden schrieb Joshua Coan:

Hallo Schwarzer Lavendel,

 

die Übergänge von Leid und Erlösung sind fließend oder sollte ich sagen Bitterschön?

Sehr gerne mitgefahren über den Seelenfluss auf deiner Fahrt. 

 

LG JC 

hi joshua,

danke. bitterschön oder bittersüß.

und es wirft das licht auf das davor 😔.

liebe grüße

charlotte

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 5 Stunden schrieb Sonja Pistracher:

Hallo @schwarzer lavendel - Wenn es so weit ist,  dass wir das Geld für den Fährmann locker machen müssen,  haben wir ein Leben hinter uns. Leid,  Glück,  Trauer,  Freude - alle Empfindungen werden über Bord geworfen.  Ruhe kehrt ein.  

Sehr schön von dir beschrieben,  in kurzen Sequenzen,  mit dem Bewusstsein, gerne der Umkehr zu trotzen, losgelöst von allem irdischen.  

LG Sonja

liebe @Sonja Pistracher vielen dank für deine einfühlsamen worte.

hier ist das leben aber nicht vorbei, sondern müde geworden. noch bin ich rosig -

zu rosig für den alten fährmann (an seiner antwort arbeite ich).

es ist die sehnsucht nach der flucht aus allem.

liebe grüße

charlotte

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Hallo schwarzer lavendel,

 

welch wunderbare Zeilen. Haben mich total gefesselt. Habe mich rein menschlich gefragt, wie Charon seine Tätigkeit betrachtet.

 

Stak zwischen den Welten,

bin müde und leer;

hab keinen Bezug,

zur Ewigkeit mehr.

 

Bin bar aller Hoffnung;

und hüll mich in Schweigen,

bin nicht in der Lage;

Gefühle zu zeigen.

 

Wie sollte ich auch,

muss es täglich erleben;

dass sie nur kommen,

um mir Kupfer zu geben.

 

Kein wärmendes Lächeln,

kein tröstendes Wort;

so stake ich weiter,

und bring sie hinfort.

  • Gefällt mir 3
  • Danke 1
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 34 Minuten schrieb Carlos:

Hallo Charlotte,

dein Gedicht hört sich an wie einer Priesterins Gebet an den fahrenden Mond.

Sehr schön.

danke, lieber carlos.

sie ist aber eine priesterin ihres eigenen weggangs. und nun wird sie mit der antwort des fährmanns leben müssen -

die sie noch nicht kennt. die ihr aber nicht gefallen wird 😔.

liebe grüße

charlotte

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 1 Stunde schrieb Kurt Knecht:

Hallo schwarzer lavendel,

 

welch wunderbare Zeilen. Haben mich total gefesselt. Habe mich rein menschlich gefragt, wie Charon seine Tätigkeit betrachtet.

 

Stak zwischen den Welten,

bin müde und leer;

hab keinen Bezug,

zur Ewigkeit mehr.

 

Bin bar aller Hoffnung;

und hüll mich in Schweigen,

bin nicht in der Lage;

Gefühle zu zeigen.

 

Wie sollte ich auch,

muss es täglich erleben;

dass sie nur kommen,

um mir Kupfer zu geben.

 

Kein wärmendes Lächeln,

kein tröstendes Wort;

so stake ich weiter,

und bring sie hinfort.

lieber kurt, vielen dank.

aber das kannst du doch nicht hier dranhängen. 

das musst du doch für sich stellen.

wie schön. mein charon ist ein ganz anderer.

seine antwort arbeitet noch in mir.

 

vielen dank für den schönen text.

liebe grüße

charlotte

  • Gefällt mir 1
  • Danke 1
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Lieber schwarzer Lavendel,

 

ich wollte keine Deiner Zeilen aus den Kontext reißen, geschweige denn etwas  dazugeben, dass hat Dein wunderbares Gedicht in absolut keiner Weise nötig und ich bitte Dich herzlichst um Entschuldigung, sollte ich falsch rüber gekommen sein. Mir gefallen Deine Verse so gut, dass ich sie immer wieder lese. Also noch einmal Verzeihung, dass ich mich habe hinreißen lassen, jedoch haben Deine Zeilen etwas in mir ausgelöst, wenn ich darüber nachdenke, was es sein könnte, fällt mir nur der Schutzzauber der Schwestern ein. Danke dafür und auch Dir ein wunderschönes Valentins Wochenende. Kurt

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Am 13.2.2021 um 00:29 schrieb schwarzer lavendel:

 

in den ohren das
rauschen des flußes
stehe ich vor dir
sohn
          der nacht
bin
auch ich tochter

 

setze mich über

 

hier mein kupfer
leg ich’s dir
in die hand

 

           bitte
weise mich nicht
zurück an den tag

 

und bin ich zu rosig dir
so lass mich die 100 jahre
unter den schatten weilen

 

deren verzweiflung
ich nun
nicht mehr teile

 

Hallo Charlotte,

ein schönes Gedicht

Poesie in Sehnsucht,-

Zeilen harmonierender Worte...

...was einen anspricht,

wenn man versucht,

dem irdischen Wahnsinn,

den Rücken zu kehren,

doch wird man, ohnehin,

den alten Fährmann,

nie zu rosig beehren,

denn werden wir alle

irgendwann zu ihm gehen,

und wirklich, in jedem Falle,

interessiert ihn nicht die Hülle

sondern nur das Leben,

das er uns nimmt

als seinen Faustpfand,

für die Zeit ewiger Stille,

welche Gedanken bewegend

manchmal Sehnsucht erlangt,

die man versucht zu halten,

dann aber wieder loslässt,

und man klammert sich

dann an dem alten,

eigenen Leben fest,

man ist wohl nicht bereit

es jetzt schon aufzugeben,

für Kapitulation keine Zeit,...

...die ist noch nie dagewesen,

aber hierfür...sehr gern gelesen.

 

LG Ralf

 

 


Überarbeitet: von Ralf T.
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Charlotte,

 

das beleuchtet die Sage vom Charon in ganz neuer Sicht. Dieser Fährmann scheint nicht nach der Seele eines Verstorbenen zu gieren, vielleicht ist dies eher die ursprüngliche Vorstellung dieser Gestalt.

LI zeigt eine große Sehnsucht ans andere Ufer gebracht zu werden, eine Sehnsucht danach, nicht ins Leben zurückzukehren. Vielleicht steht das Leben noch auf der Kippe, eine Art Nahtoderfahrung? Der womöglich ein langer Kampf (vlt. Krankheitsbedingt?) voraus gegangen ist, jedenfalls scheint LI müde und sucht die Erlösung des Todes. Die Bilder sind wieder sehr eindrücklich.

 

Ein kleiner Rechtschreibhinweis:

Am 13.2.2021 um 00:29 schrieb schwarzer lavendel:

rauschen des flußes

* rauschen des flusses (das "ß" ist eine alte Rechtschreibung, wurde glaube ich ca. 2003 geändert)

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Du möchtest dich an der Unterhaltung beteiligen?

Du kannst direkt mit in die Diskussion einsteigen und einen Beitrag schreiben. Anschließend kannst du ein eigenes Autoren-Konto erstellen. Wenn du schon ein Autoren-Konto hast, Logge dich ein um mit deinem Konto an der Diskussion teilzunehmen.

Gast
Schreibe hier deinen Kommentar ...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Community-Regeln
Datenschutzerklärung
Nutzungsbedingungen
Wir haben Cookies auf deinem Gerät platziert, um die Bedienung dieser Website zu verbessern. Du kannst deine Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass du damit einverstanden bist.