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Durch den Wald


Joshua Coan

Empfohlene Beiträge

 

Kopfüber steht der Wald am Himmel

So steig ich auf, in diesen Traum

Draußen, da ruft mich das Leben

Bei den Wölfen werd ich´s finden

 

Ich geh die Wölfe suchen

Auf den Hängen, beobachten mich

Lautlos verschwinden sie im Nebel

Im Schatten der Tannen

Verschwinde auch ich

 

Ich bin, wo ich sollte sein

Der Geist dringt tiefer

In Ursprünglichkeit ein

Bin nie einsam, nur allein

Aber nun dort, wo ich sollte sein

 

Unter Menschen bin ich grausam

Unter Tieren bin ich ich

Im Dickicht wo die Pfade sich verlieren

Kann ich meinen Weg verlassen

Ganz auf mich gestellt

Leben ist das einzige was zählt

 

Edelgrüner Tannenduft

Ohne Rauch und kühl die Luft

Nieselregen flüsternd fällt

Ich schließe die Augen

Friedvolle Welt

Mein Fall aus den Zwängen

Mein Aufstieg auf den Hängen

Ich werd die Wölfe finden

 

Doch ach je...

Es bleibt nur ein Traum

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Hallo Joashua,

 

das Gedicht ist auf jeden Fall einer meiner Favoriten hier im Forum. Sehr lebendig und sehr nachempfindbar durch die wohlgewählten Worte.

 

Manche Träume sollen aber wohl einfach Träume bleiben... allerdings findet man nicht selten auch in der Realität das, was man im Traum gesucht hat. Es offenbart sich einem nur nicht immer sofort.

 

LG Cheti 

 

 

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Dein Gedicht ist absolut in sich stimmig. Normalerweise höre ich beim Lesen von so guten Gedichten eine passende Stimme, die es liest. Die monologhafte Stimmung hier erzeugt aber eine Art lauten Gedanken ohne Schall, das finde ich bemerkenswert. Besonders an der Stelle "Bin nie einsam, nur allein" musste ich an die wahre Bedeutung von "allein" im Sinne von "alles ist eins" denken. Schön eingefangen, gerne mitgereist. Bis zum nächsten Waldausflug,

VLG Peter und der Wolf

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Hallo zusammen! 

Schön das ihr diesem "alten" Gedicht von mir etwas abgewinnen könnt. Ich habe es aus meinem Archiv genommen, abgestaubt und gedacht, vielleicht gefällt es, kommen ja Wölfe drin vor. 🙃

Aber Spaß beiseite. Es entspringt teilweise einem Traum von mir, bei dem ich einen Nadelwald im Nebel am Himmel oben gesehen hab. Die Wölfe die im Nebel verschwinden, da hab ich die Idee aus einer Doku wo ein Naturfotograf zusieht, wie sie oben auf den Hügeln in den Wald laufen. Und das Gefühl das vermittelt werden soll, dass stammt aus meinen eigenen Erfahrungen bei meinen Wanderungen. Und zur damaligen Zeit, auch innigem Sehnen all diesem Blödsinn der Gesellschaft den Rücken zu kehren und fernab in der Natur zu leben. So ganz denke ich heute nicht mehr. Die Wölfe suchen bedeutet hier für mich, eine Rückkehr in die menschliche Natur.

 

vor einer Stunde schrieb Ponorist:

"Bin nie einsam, nur allein"

Ich will ehrlich sein. Bis jetzt war ich immer alleine unterwegs. Auf allen Wanderwegen. Und immer war da dieses Gefühl der Einsamkeit und schmerzenden Leere präsent. "Ach wäre doch nur .... hier! Warum muss ich das alleine tun!" Und dann all die anderen Wanderer, meistens Pärchen... muss ich mehr sagen? Zwar habe ich die Reisen stets genossen und mich frei und lebendig gefühlt... nur eben immer mit einem bitteren Beigeschmack. Der Satz: "Bin nie einsam, nur allein" war damals eher Wunschdenken. 

Heute ist es anders. Ich weiß nicht ob das von alleine mit dem älter werden kommt, oder sonst wie... Heute kann ich von mir behaupten, mit mir selbst in bester Gesellschaft zu sein. Ich brauche auch keine Ablenkungen mehr, wenn es mal nichts zu tun gibt, außer dazusitzen und in die Ferne zu schauen, oder Bäume anzustarren... was gibt es schöneres!

Ich bin sehr dankbar dafür, viele Verlustängste nicht mehr spüren zu müssen. Und glücklich das Gefühl verlernt zu haben, sich dem gesellschaftlichen Zwang fügen zu müssen, wie z.B. mit aller Gewalt einen Lebenspartner finden und lieber dauernd Streiten als allein... ne ne, muss nich sein! Kommt alles irgendwann zu seiner Zeit. Oder eben nicht. 

 

 

Vielen Dank für die Kommentar und Likes!

LG Euer Waldschrat.  

 

PS: Es kommt noch eine Art Fortsetzung dazu... das LI hat im nächsten Gedicht die Wölfe gefunden. Werde ich Morgen veröffentlichen. 


Überarbeitet: von Joshua Coan
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