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Die liebenswerte Kräuterfee Amanda


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Die liebenswerte Kräuterfee Amanda

 

Die liebenswerte Kräuterfee Amanda 

zog schöne Kleider an in Braun und Grün,

man sah sie oft daheim in der Veranda

beim Kräutertrocknen, wenn die Sonne schien.

 

Am frühen Morgen war sie in den Wäldern

und suchte Pilze, Beeren oder  Zapfen,

zu Mittag schnitt sie Kräuter auf den Feldern,

bei Regen backte sie die Mäusekrapfen.

 

Amanda machte dazu ein Kompott

aus Birnen, Äpfeln oder Pflaumenmus.

Sie grüßte alle freundlich mit „Grüß Gott“,

und man erwiderte auch höflich ihren Gruß.

 

Besuchte jemand hungrig die Amanda,

fand er die Knuspermäuse auf dem Tisch,

sie zeigte jedem ihren Oleander,

und ihr gesundes Kräuterteegemisch.

 

Ihr tizianrotes Haar trug sie geflochten,

nur selten trug sie ihre Locken offen,

die in der Sonne seidig glänzen mochten,

sie wollte auf ein langes Leben hoffen.

 

Amanda wohnte lange nicht mehr hier,

man ahnte nicht, was wirklich da geschah,

leer stand seither das alte Haus von ihr,

und die Veranda, die idyllisch war.

 

Den Leuten der Umgebung fehlte sie,

ein Frösteln löste dort ihr Fortsein aus,

wo anders hin ging doch Amanda nie,

und unvergessen blieb ihr Mäuseschmaus.

 

Sie wurde in ein Altenheim gefahren,

in einer Nacht-und-Nebel-Aktion,

verstarb vielleicht mit 72 Jahren,

das war die reinste Spekulation.

 

Sie warteten noch lange auf Amanda, 

und hofften sehr auf eine Wiederkehr,

vertrocknet stand der schöne Oleander,

in der Veranda blühte er nicht mehr.

 

Man suchte auf dem Friedhof nach dem Grabe,

die Krähe saß auf einem immerzu,

man legte Blumen nieder auf dem Grase,

fand dort Amanda ihre letzte Ruh?

 

Die Krähen waren häufige Begleiter,

sie wanderten mit ihr und krähten wild,

bewachten sie, sowie Amandas Kräuter,

kann sein, dass eine Totenwache hielt.

 

Text und Foto: © Kastanienblüte

 

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Liebe Amanda von @Kastanienbluete - du bist mir ziemlich nah gekommen in diesen Zeilen, hast mir Erinnerung an meine Mutter zurückgebracht, bei der auch immer "Mäuse" auf dem Tisch gestanden sind. Auch das mit den Kräutern war so ähnlich. Wenn du nur das Kraut gegen Teilnahmslosigkeit erfunden hättest, dann hätte deine Geschichte, dein Leben nicht so enden müssen. In Kastanienblüte hast du eine wundervolle Erzählerin deiner Besonderheit gefunden. Ihr hast du zum Glück etwas ganz Besonderes zurückgelassen. Wenn du mir noch dein Rezept schicken könntest, dann wäre ich dir wohl ganz schnell noch um einiges näher.

Wünsche wohl zu ruhen und ein großes Danke an Kastanienblüte für diese wirklich äußerst gelungene sagenumwobene Erzählung von dir.

LG Sonja

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