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Das erste Mal...


Karlo

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Zu meinem sechszehnten Geburtstag bekam ich einen Fotoapparat. Den nächsten Tag nach der Arbeit ging ich in den nahe gelegenen Wald. Mein Traum war es alles was in der Natur kreucht und fleucht mit der Linse festzuhalten. Wie gesagt so war mein Plan. Im Wald angekommen verließ ich den Weg und pirschte mich durchs Unterholz. Leider war diese Mühe umsonst, weil die trockenen Zweige unter meinen Füßen alles frühzeitig  verscheuchte. Also beschloss ich wieder auf den Weg zurück zukehren.

Was ich ich als erstes sah als ich aus dem Unterholz trat, war eine Frau auf einer Bank sitzend. Ich grüßte sie und sie erwiderte mit einem Lächeln. Sie fragte was ich so allein im Wald mache, ich zeigte auf meinen Fotoapparat und meinte Tiere vor die Linse zubekommen. Sehr interessant, wenn du magst kannst du dich neben mich setzen und erzählen. Das tat ich sehr gern und seit ich neben ihr saß, wurde mir irgendwie anders. Ich beobachtete sie beim Gespräch von der Seite und als erstes fielen mir ihre langen dunklen Haare auf. Sie blickte mich an mit großen blauen Augen und ihre Lippen bewegten sich, aber ich hörte weniger als ich fühlte. Sie war eine ganze Ecke älter als ich, schätzte so um die Dreißig. Im laufe des Plauderns verriet sie mir , das sie 36 wäre. Ja, so viel Freundlichkeit hätte ich nicht erwartet. Sie zog mich in ihren Bann und ich wurde mutiger. Ich schaute auf ihren Ausschnitt zwischen ihre Brüste und als sie die Beine übereinander schlug öffnete sich ihr Rock und ich sah ihre schönen Beine ihre nackte Haut. Zum ersten Mal in meinem Leben versuchte ich einer Frau ein Kompliment zu machen und sagte sie sind eine schöne Frau. Sie lachte und sagte meinst du denn nicht das ich viel zu alt für dich bin? Nein überhaupt nicht, sie gefallen mir und sind wunderschön. Vielleicht eine dreiviertel Stunde ging das Gespräch hin und her, bis sie sagte sie habe einen Garten, gleich am Waldesrand, ich könnte mir ein paar Kirschen pflücken und mit nach Hause nehmen. Ja, das wäre sehr schön sagte ich voller Begeisterung , wir machen uns auf den Weg. Als wir am Garten ankamen, sah ich einen langen Kiesweg der an einer Laube endete. Links und rechts waren Blumenbeete eine Rasenfläche und am Rand Kirsch und Apfelbäume. Sie holte aus der Laube einen Eimer und brachte eine kleine Leiter mit. Ich fing an die Kirschen zu pflücken nach wohl zehn Minuten fragte sie  hast du genug dann komm in die Laube wir trinken ein Glas Wasser. 

Als sich wieder unsere Blicke trafen , streichelte ich ihren Arm, sie lächelte und meine Hand fühlte ihre Brust. Sie kam mir näher gab mir einen Kuss, das erste Mal fühlte ich die Zunge einer Frau und es war schön und ich öffnete ihre Bluse um ihre Brüste zu küssen. Alles dieses erregte mich sehr.

Sie fragte mich ob ich schon Erfahrung gemacht hätte mit einer Frau,  ich verneinte und es schien ihr nichts auszumachen, eher im Gegenteil. Wir zogen uns aus und wir standen voreinander, zum ersten Mal fühlte ich nackte weibliche Haut so nah. Wenn ich an damals denke, sehe ich noch ganz nah vor meinem Gesicht ihre Brüste als sie sich auf mich setzte. Ich will euch nicht alles erzählen, aber nach den dritten oder vierten Mal, machten wir uns auf den Heimweg. Dabei zeigte sie mir wo sie wohnt und wir verabredeten uns für den nächsten Tag um Vier direkt im Garten.

Am nächsten Tag pflückte ich wieder erst Kirschen, aber dann in der Laube fragte sie mich ob ich gern Gedichte mag, denn sie wolle mir vorher ein oder zwei vorlesen. Ich weiß heute nicht mehr ob es ihre eigenen waren oder nicht. Ja ich habe viel gelernt von dieser Frau und irgendwann fing ich an selbst zu dichten und bei jedem Liebesgedicht spüre ich noch ihre nackte Haut und feuchten Küsse, den Geschmack reifer Kirschen und den Duft von ihr. Das war im Rückblick meine erste "Erleuchtung", das die Frauen wunderbare Wesen sind. Später kamen noch andere dazu, aber diese zeigten sich auf einer anderen Ebene, öffneten sich aber auch ganz im Herzen.

 

(C) Karlo 


Überarbeitet: von Karlo
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Good morning Karlo,

deine Erzählung ist das Erste, was ich heute lese.

Sehr gut geschrieben, elegant, diskret und respektvoll. 

Ohne zuviel preiszugeben. 

Ohne dein Geburtstagsgeschenk wäre  wahrscheinlich das alles nur ein Traum geblieben.

Da du durch diese Begegnung auch noch Bekanntschaft mit der Lyrik aus erster Hand machtest, würde ich sagen, dass diese Frau Erato, die Muse der Liebesdichtung, war.

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Hallo Carlos, wie du es sagst, so wird es entstanden sein, meine Liebe zur Dichtung.

Bin damals nicht lange genug zur Schule gegangen, wollte Seemann  werden und die Welt sehen.

Leider ist dadurch ein Mangel der Fähigkeit der Grammatik und Satzstellung beim Schreiben die Folge.

Lieben Gruß Karlo

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Lieber @Karlo!

Dafür kann es wohl nur ein "wow" geben. Obwohl es für mich etwas unwirklich rüberkommt, weil ich mir so eine Leichtigkeit des Seins selbst nicht vorstellen kann. Die Umstände, das Näherkommen, das sich Berühren und berühren lassen, obwohl man sich nicht kennt - die Sorglosigkeit des Umgangs mit der körperlichen Liebe - von Null auf Hundert. Es ist einem Märchen gleich, das aber von dir sehr schön und wie Carlos schon sagte, sehr pietätvoll geschrieben worden ist. Es wirkt auf mich wie ein besonderer Traum, der sich in die Realität geschummelt hat. Wäre das menschliche Miteinander doch so einfach. Oder ist sie es?

Wenn dem tatsächlich so gewesen ist, dann zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht.

LG Sonja

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Liebe Sonja,

so war es gewesen, ich sah auch damals schon älter aus, mit 15 Jahren kam ich leicht in Filme die ab 18 Jahre zugelassen.

Vielen Dank uns auch dir einen schönen Tag!

Liebe Grüße Karlo

 

 

Hallo Kurt,

ja, diese Zeit war auch voller neuer Eindrücke.

Übrigens der Kopf bleibt immer jung, nur der Körper geht seine eigenen Wege im Alter.

Lieben Gruß Karlo


Überarbeitet: von Karlo
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Emotional, sinnlich, schön geschrieben.
Beim Lesen habe ich an das Lied von Peter Maffy gedacht,
„Ich war sechzehn und sie Einunddreißig, Und über Liebe wusste ich nicht viel,
Sie wusste alles, Und sie ließ mich spüren. Ich war kein Kind mehr. Und es war Sommer!“
Ich habe mitbekommen, als 16-jährige, wie eine Diskothekenbesitzern (33 Jahre alt bildhübsch) meinem damals 17-jährigen Sandkasten nur freund hin u wieder Zettelchen zusteckte. Kurze Zeit später sind sie dann verschwunden. Und wurden an den Abend nicht mehr gesehen!
Auf jeden Fall verbindest Du mit dieses ja auch bedeutungsvolle erste Mal im Leben, eine sehr schöne Erinnerung.
Das freut mich sehr für Dich Karlo.
HG Josina

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Hallo Josina,

manchmal sprühen Funken und es entsteht ein Feuer daraus und man löscht es gemeinsam.

Ich denke an das Lied von Dalida-Er war gerade 18 Jahr.

LG  Karlo

 

 

 

Hallo anais,

es tut immer gut wenn einen die Muse küsst, sie löst eventuelle Blockarden.

Und wieder Leckerlis für deine Schönen und den Stolzen gereicht.

Lieben Gruß Karlo

 

 

 

 

 

 

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Sehr sinnlich und wunderschön geschrieben - in der Tat. Ich musste unwillkürlich an das Lied von DALIDA denken "Er war gerade 18 Jahr". Auch ein wunderschöner Song (obwohl der Protagonist schon 18 und nicht 16 war). Trotzdem, irgendwie hat mich Deine Schilderung, lieber @Karlo, auch an diesen Song erinnert. Danke dafür.

 

Liebe Grüße Melda-Sabine


Überarbeitet: von Melda-Sabine Fischer
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Liebe anais,

die Schöne auf dem oberen Bild schaut nicht ganz so zufrieden, hätte wohl gern mehr gehabt  und unten die Schöne weiß sich sehr gut zu zeigen, hat wohl den Pascha im Blick, den Schwerenöter. Danke für die schönen Fotos.

Lieben Gruß Karlo

 

 

Liebe Melda,

vielen Dank für deinen Kommentar, ich könnte den ganzen Tag von  lieben Frauen schreiben, aber noch besser wäre die ganze Nacht eine im Arm zu halten und Dummheiten machen.😀

Lieben Gruß Karlo

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