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Gibt es einen Tierhimmel?

 

Vor zwölf Jahren verstarben meine Eltern innerhalb von drei Monaten. Ich war traurig. Sie waren lange krank und ich hatte sie alleine gepflegt. Mir fiel die Trennung schwer. Ich war 52 Jahre.

Der polnische Priester, der die Beerdigungen leitete, lud mich zu einem Bibelkurs ein, um mich zu trösten. Wir lasen Paulus. Es interessierte mich wenig. Das, was ich nebenher noch hörte, war viel interessanter.

Der Priester erzählte, dass ihn ein neunjähriger Schüler im Religionsunterricht fragte: „Kommen Tiere in den Himmel?“ Der Priester als Religionspädagoge sagte: „Ich war verlegen und wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich habe ihm gesagt, Tiere kämen in den Tierhimmel.“ Woraufhin der Schüler wissen wollte, ob Kälber und Schafe in den Tierhimmel gelangen und wo der Friedhof der Tiere sei. Menschen kommen zuerst auf den Friedhof. Sie werden dort zwischengelagert und später kommen sie in den Himmel.

Der Pfarrer empfahl dem Jungen, mit seinen Eltern darüber zu reden. Es wäre logisch zu erwähnen, dass es Hundefriedhöfe gibt. Ich war mit 9 Jahren noch nicht reif genug, dass ich darüber nachgedacht hätte. Da hatte ich andere Gedanken, und wenn, habe ich das nicht gefragt, sondern ich hatte für mich eine Erklärung.

Der Junge widerlegte die Antwort des Priesters: „Tiere sind zum Essen da. Ihr Friedhof ist im Magen von uns Menschen oder anderen Tieren. Wie kann ein Tier in den Himmel kommen, wenn wir es vorher essen?“

Darüber habe ich nachgedacht. Wenn Tiere nicht in den Himmel kommen, wie kann ein Mensch dorthin gelangen? Die Frage hatte sich für mich nicht gestellt, weil ich erzogen wurde, dass Gott ein Glaube ist und ich nicht gläubig sein muss, um ein anständiger Mensch zu sein. Das kann man ohne zu glauben, hat mir meine Oma gelernt.

Wir sind alle gleich. Wir atmen, wir brauchen Sauerstoff zum Leben. Wir haben Gefühle und Schmerzen. Wir essen und trinken, wir leben, wir gebären. Wir werden krank und sterben. Warum sollten Menschen in den Himmel kommen und Tiere nicht? Diese Frage stellte sich für mich nicht, weil für mich die Antwort von Anfang an klar war und mir keine Märchen erzählt wurden.

Tiere werden geboren, um geschlachtet zu werden, damit die Menschen was zum Essen haben. Baby-Lämmer, Baby-Ziegen, Kälber, Fohlen, Esel, Schweinchen, Hühner, Hasen, Fische und das Wild. Nach dem Tod meiner Eltern aß ich ein ganzes Jahr lang kein Fleisch mehr. Die vegetarische Pampe schmeckte mir nicht. Es ging mir dann übel, dass ich anfing, Fleisch zu essen. Bei jedem Stückchen Fleisch denke ich daran, dass ein Tier sein Leben lassen musste. Ich muss weinen, wenn ich daran denke, wie schlecht die Tiere behandelt werden. Die Tiere sind unsere kostbarsten Fleischlieferanten. Wie geht der Mensch mit ihnen um? Bei jedem Huhn, das ich im Supermarkt kaufe und daheim zerlege, sehe ich mehrere gebrochene Knochen und eine Einblutung und eine rötliche Entzündung rund um die Bruchstelle herum. Das tut mir weh.

Ich würde kein einziges Tier schlachten. Meine Haustiere behandle ich wie meine Kinder, mit Liebe und Respekt. Ich bereite meinen Tieren den Himmel auf Erden.

Gott ist ein Glaube. Der Himmel ist ein Teil davon.

 

© Kastanienblüte

 

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Bon jour Kastanienblüte, 

es gab eine Zeit, wo die Menschen Menschen gegessen haben.

Es gab ein Stamm im heutigen Paraguay, wo Gefangene aus einem anderen Stamm gehalten wurden. Sie konnten sich frei herum bewegen und bekamen reichlich zu essen, konnten auch mit jeder Frau schlafen, wenn sie Lust dazu hatten.

Einmal im Jahr gab es ein großes Fest, wo auch viel getanzt und getrunken wurde. Dann, irgendwann, hat man die Kinder und Jugendlichen aufgefordert, die Gefangenen zu töten, was sie auch, mit Stöcken, gemacht haben. Das war ein jährliches Ritual.

Ich glaube, die Gläubigen können ohne Reue Tiere essen, weil sie davon ausgehen, dass diese keine Seele haben.

Eben denke ich an die Chinesen, die Hunde essen. Die kann man auf öffentlichen Märkte kaufen.

Andere Kulturen.

Wir werden es nie wissen.

Und belle journee 

🐥

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Hallo Kastaniebblüte,

 

ich denke auch, dass Tiere in den Himmel kommen. Bevor mein Sherekhan starb, sechs Wochen vorher, träumte mir, er sei in einer wunderschönen Landschaft, lichtdurchflutet und mit anderen Tieren zusammen und allen ging es gut.Sechs Wochen später stellte der Tierarzt einen bösartigen Tumor im Maul fest und er musste eingeschläfert werden...

 

Liebe Grüsse

anais

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