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Die Tortur der Umwandlung


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Die Tortur der Umwandlung

 

Er wuchs einst auf, als eine "Sie",

eine Pflanze und das war die

Kartoffel, will man ihren Namen kennen.

 

Der Bauer übernahm die Vaterschaft,

denn dessen Samen hatte es gebracht,

um den Ursprung mal zu nennen.

 

So wuchs er schön und wunderbar,

zu Hause, was für ihn der Boden war,

zwischen vielen Pflanzenschwestern auf.

 

Er wurde faustgroß, braun und rund,

in stattlicher Kartoffelkund'

bis dann die Ernte nahm ihren Lauf.

 

Dann wurde er noch selektiert,

er selber wusste nicht wofür,

er lag als "Sie" zwischen vielen...

 

...großen, ebenbürtigen Kartoffeln,

die auch auf ein gutes Schicksal hoffen,

dann nahm man ihn und mocht`ihn wiegen.

 

Es gab dann ein Bad im Wasser,

das wurd' gesalzen und er war nasser,

das Wasser selbst war kochendheiss,...

 

...er musste es hinnehmen fürwahr

bis seine Haut ganz wellig war,

und er noch "Sie", wie man wohl weiß,...

 

 

...nun als Pellkartoffel zu seh'n,

für ihn war das nun nicht grad' schön,

denn häutete man ihn alsbald.

 

Dann gabs die Geschlechtsumwandlung,

diese tat sich im Zerstampfen und Mischen kund,

mit Eigelb und Speisestärke für den Zusammenhalt.

 

Dann wurd' er heftig durchgeknetet,

als schöner Teig, den man wohl anbetet,

zum Fertigstellen einer kugelförmigen Speise,...

 

...er wurd' dazu auch noch gerollt,

zu einer Kugel, die letztlich gewollt

ist und man in einer Tennisballgröße anpreise.

 

Als Teigkugel ward er nun schön rund,

und es war die zweite Geschlechtsumwandlung,

sie, die Kugel, die er nun war,...

 

...die stopfte man mit Brotwürfeln,

die dazu auch noch geröstet sind,-

das fand er äußerst sonderbar.

 

Dann warf man ihn wieder ins Wasser,

das kochte, er wurd' dann auch noch blasser,

bei fünfzehn Minuten ziehen ist das klar.

 

Damit wurde er gänzliche zum Mann,

der, durch die Tortur traurig, oben schwamm,

und letztendlich der Trauerkloß nur war.

 

Und die Moral von der Geschicht':

Wenn man(n) praktisch weiß noch nicht,

wie man gute Klöße macht,

schaut man mal im Kochbuch nach,

und schreibt dazu ein Kloßgedicht,

das ja vielleicht am Ende traurig ist,

jedoch zum Schluss gibt gute Kund,

die nicht beschrieben war,

doch schmeckts dem Mund,

von dem, der wunderbar

als Koch beim zubereiten war.

 

R. Trefflich am 17. März 2021


Überarbeitet: von Ralf T.
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Am 17.3.2021 um 22:50 schrieb candyraver:

Sehr witzig und zeigt super, das echt alles mögliche als Inspiration zum Schreiben herhalten kann. Die Reime lesen sich sehr schön.

 

Liebe Candy,

ein Dankeschön

mag ich dir hier nun

für deinen Beitrag geben,

und auch sehr richtig,

tatsächlich gibt alles,

was uns umgibt,

eine Inspiration,

die manchmal gut

im Reime liegt

und sich dann

auch lesen lässt,

und wenn's gefällt

zu guter Letzt,

dann ist's für den

der's schreibt sehr schön,

wie für den Leser dann

wohl auch zudem,

und so wird's

nun immer

so weiter

geh'n😉

 

LG Ralf

 

Am 17.3.2021 um 23:06 schrieb Gina:

mir ist das Wasser im Mund zusammengelaufen, du beschreibst das Rezept....und wo sind die Knödel zum Kosten?

Spaß beiseite, wieder ein tolles Gedicht, gerne gelesen.

 

Gin, du Gute,

ich bin untröstlich

wie der Trauerkloß

in meinem Gedicht,

doch den konnte

ich dir nicht geben,

also zum verkosten

meine ich, mal eben,

denn dann wär' mein

Gedicht  daneben,

man könnte es dann

auch gar nicht lesen,

denn ohne den Kloß

würd's das nicht geben,

und deinen Beitrag

wohl auch nicht,

wie das Wasser,

das dir ja im Mund

zusammengelaufen ist,

das alles wäre gar nicht da,

doch es war nur Spaß,

denn ist wohl  klar,

das es noch gut

zu lesen ist

und mein

Beitrag

hier,...der Dank an  dich.

 

LG Ralf

Am 18.3.2021 um 11:05 schrieb Melda-Sabine Fischer:

Wunderbar, welch herrlicher Einfall, lieber @Ralf T.. Habe direkt im Kochbuch nachgeschlagen, aber unter "T" wie Transgender-Kartoffelgerichte stand leider nichts 😁

 

Liebe Melda,

auch dir hier Dank,

und ich muss gesteh'n,

ich googlete mir das

Rezept erst heran,

noch ehe ich dann

mit dem Gedicht

so fing an,

der Anfang

war sehr leicht,

der ließ mich nicht mehr los,

denn den Ursprung gab

mir der Trauerkloß,

und irgendwie

musste der

ja dann

auch

mal eben,

eine Moral

sowie tiefen

Sinn hergeben,

wie es im Leben

schließlich auch ist,

und das es dir gefällt,

na, das erfreut mich.

 

LG Ralf

 

Vielen Dank noch fürs lesen und liken:

@Lina @Gina @candyraver @Melda-Sabine Fischer

 

 

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