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PASSAGE


Arturo

Empfohlene Beiträge

In dieser Zeit der Globalisierung erfahren wir sofort was in der ganzen Welt geschieht. Irgendwie wissen wir alles.

Wir sind in Kontakt mit der ganzen Welt, virtuell.

Und verlieren immer mehr den Kontakt mit unserer realen, kleinen Welt. 

Auch wenn wir uns treffen, ist jeder, zum Teil mindestens, nicht wirklich da... 

Wir verlernen die Kunst der realen Kommunikation. Treffen uns, um ein neues Treffen zu planen. 

Wir wissen schon alles, niemand kann uns was erzählen. 

Nicht jeden Tag stirbt ein Bekannter. 

Das ist ja nicht zu toppen. Meistens müssen wir uns mit dem Bericht eines neuen Krebserkrankten begnügen.

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Liebe Melda-Sabine,

ich finde es immer spannend,

was andere aus meinen Texten heraushören

oder hineinlesen.

Auch deine Lesart ist sehr interessant, du hast es

schlicht auf eine haushaltsübliche Ver­packungseinheit runter gebrochen.

Doch deine Interpretation meines Haikus

war gar nicht das, worüber ich geschrieben habe.

 

Und dein Beitrag, lieber Carlos,

war wiederum eine Reaktion auf Melda-Sabines Beitrag,

also nicht auf mein Haiku.

Es geht in meinem Text nicht um Einsamkeit,

Sinnlosigkeit, Leerlauf oder Frustration.

 

Eigentlich mag ich meine Texte nicht erklären,

die tiefsten Dinge können eh weder gefragt

noch beantwortet werden.

Doch weil ihr so nett zu mir seid,

versuch ich`s mal.

Das ist aber wie bei einem Witz,

wenn man ihn erklärt, funktioniert er nicht mehr.

Und meine Erklärung klingt auch ziemlich geistesgestört.

 

Haikus sind keine Kinderreime

auch wenn sie manchmal auf den ersten Blick

in drei harmlosen Halbsätzen daherkommen.

 

Im Text geht es um die Leere in der Mitte,

wo alles miteinander verbunden ist.

Es geht um Meta­phy­sisches,

Philosophisches, Spirituelles, um Paradoxien,

um Unzuläng­lichkeiten der Sprache,

auch der Wahr­nehmung.

 

Erste Zeile:

Nichts geschieht

Das Nichts ist vorhanden,

obwohl es gar nicht da ist,

obwohl es gar nicht existiert, geschieht es,

obwohl es das Nichts gar nicht gibt.

Es ist einfach da, man sieht es nicht,

man hört es nicht, es riecht nicht, schmeckt nicht.

Dieses Paradox habe ich in der ersten Zeile benannt.

 

Das Nichts ist mehr als nur ein Wort für etwas nicht Vorhandenes.

Man könnte das Nichts auch den leeren Raum nennen,

der es ermöglicht, das Dinge darin existieren.

Es hat aber nichts mit Globalisierung,

Kommunikation oder Depression zu tun.

 

In der zweiten Zeile

ich bin erfüllt von Leere

geht es ebenfalls um das Paradox,

eine Leere, also ein Nichts, das einen Raum ausfüllt.

Diese Leere hat nichts mit Sinnlosigkeit zu tun.

Die Leere ist nicht gut oder böse,

weder traurig noch lustig, völlig ohne Bewertung,

sie ist einfach nur da, pure Existenz.

 

In der Leere liegt die Fülle aller Mög­lichkeiten.

Denn das Leben ist ja kein Entweder-Oder,

sondern die Integration scheinbarer Gegensätze.

Unser gesamtes Leben funktioniert durch die Dialektik der Gegensätze,

es gewinnt seinen Reichtum und Schönheit

aus dem Spiel dieser Gegensätze.

 

Die dritte Zeile

allein sind wir alle

ist ebenfalls ein Paradox.

Ich bin allein, alle anderen Menschen sind es auch,

den­noch ist jeder Einzelne allein, allein für sich

und man teilt sich das Alleinsein mit allen anderen,

die ebenfalls allein sind.

Wir kommen allein auf die Welt

und verlassen sie auch wieder allein.

 

Wenn alle erkennen würden,

dass alle allein sind,

wären wir Eins,

wären wir eine riesige Einheit,

wo alle Pola­ritäten aufhören,

wo sich alle Paradoxe lösen

und alle Widersprüche enden.

 

Ich gehöre dem Ganzen an

und das Ganze gehört zu mir.

Die Ganzheit des Ich bin nichts/Ich bin alles.

Das Eine in Allem und das All im Einen

und beide sind niemals zu trennen,

sie gehören alle der Leere an.

 

 

 

 

 

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