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Versunken im Garten


Kerstin Mayer

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Versunken im Garten

 

Der Garten steht in voller Pracht,
wie herrlich all die Blumen blühn.
Ganz sanft ist die Natur erwacht,
die Wiesen stehn in sattem Grün.

Der Sommer wird zum Farbenmeer,
die Rose zeigt ihr schönstes Rot.
Mein Herz vor Einsamkeit so schwer,
der Vater schon so lange tot.

Nun sitz ich hier auf meiner Bank,
und schaue weit zum Himmel rauf.
Ich bin vor Sehnsucht schon ganz krank,
das Leben nimmt still seinen Lauf.

Der Baum steht da, so stark und groß,
der Liebste hier, und doch weit weg.
Die Steine sind bedeckt vom Moos,
auf meiner Seel‘ ein dunkler Fleck.

Die Sonne scheint so warm und mild,
ich spür die Kälte in mir drin.
Ich fühl mich hilflos wie ein Kind,
weiß lang schon nicht mehr, wer ich bin.


© Kerstin Mayer 2021

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Hallo Kerstin,

fast in jeder Strophe spürt man (Mensch) den Widerspruch zwischen einer saisonal prächtigen Natur und einem trüben lyrischen Ich.

Warum? 

Es wird uns nicht verraten.

Nicht einmal die Nähe des Liebsten kann die Stimmung aufheitern. Wobei man ( Mensch) als Lesender Mensch sich fragt, ob etwas mit der Kommunikation nicht, oder nicht mehr stimmt.

Dabei vergessen wir Menschen oft, dass, solange wir gesund sind, dankbar und ja, glücklich sein sollten gerade deswegen, weil wir uns guter Gesundheit erfreuen.

Erst in dem Moment, wo ein Arzt bei uns einen Krebs entdeckt fangen wir an, das Geschenk, was das Leben ist, zu verstehen.

Let the sun shine in. 

 

🐥

 

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Hallo Carlos,

ja, dieser Widerspruch zwischen der schönen Natur und der traurigen Stimmung des Lyrischen Ichs

ist so gewollt.

Dieser Widerspruch soll die Zerrissenheit des Lyrischen Ichs ausdrücken.

Warum?

Es geht um Einsamkeit, um das Ende einer Liebe. Deshalb ist der Liebste zwar da,

aber irgendwie auch weit weg. Und das Lyrische Ich realisiert das gerade dort in

der Schönheit der Natur des Gartens.

Genau diese Stimmung wollte ich mit dem Gedicht ausdrücken.

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vor 16 Stunden schrieb Kerstin Mayer:

Mein Herz vor Einsamkeit so schwer,
der Vater schon so lange tot.

 

Moin liebe Kerstin,

dieser Vers führte mich zuerst etwas in die Irre.

Später dann der Vers

der Liebste hier und doch weit weg. 

Ich war mir nicht mehr sicher, ob das LI noch um den Verlust des Vaters oder nun, weil der Liebste nicht bei Ihr sein konnte, trauerte.

Dein Gedicht hat mir sehr gefallen!

LG Josina  

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Hallo Josina,

ich hatte eigentlich nicht beabsichtigt den Leser in die Irre zu führen.

Mit diesem Vers wollte ich die tiefe Einsamkeit des Lyrischen Ichs verdeutlichen.

Es sitzt alleine im Garten, hat den Liebsten verloren, und denkt an den Tod des Vaters.

Rundherum blüht die Natur, und das Lyrische Ich fühlt sich allein und verloren.

 

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