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Crazy Power Chicks in Love


Arturo

Empfohlene Beiträge

Verrückte starke Hühner in Liebe

       Geschichtsrevisionistische Moves       

 

Inspired by Amadea

 

 

Neulich mittendrin am Rande der Weltgeschichte

beim Fest der Heiligen-Drei-Deutschigkeit,

auf der Suche nach einer neuen Inkarnations-Investitions-Option

jenseits der von kom­merziellen Interessen gesteuerten Emotionalisierung,

mach­ten sich mein LI

gemeinsam mit meinem SI (Sexuelles Ich),

meinem AI (Au­tistisches Ich),

meinem KI (Kreatives Ich)

und meinem UI (Unbe­wusstes Ich)

auf den Weg durch ein anders dimensioniertes Zeitsystem

in ein Eldorado tiefenanalytischer Betrachtungs­weisen

jenseits aller ego­istischen Selbstbezogenheit.

 

Schon nach weni­gen sozio­logischen Betrachtungen

auf der Wendeltreppe der wissenschaftlichen Stu­dien,

die direkt in meinem Schlaf­zimmer begannen,

kam der erste Schock!

Ein Augen­blick, durch den die Ewigkeit herein schaute.

Plötzlich, in Vorahnung des hoffnungslos Unausweich­lichen,

wurde auf der Wendel­treppe histo­risches Gefälle

zwischen einst und jetzt sicht­bar.

Neben psychologischen Mutmaßungen

spürte ich hautnah die sich quälende

und krümmende deut­sche Krise

und atmete den Duft von L'Oreal-Haar­lo­tion,

begleitet von einer geschichts­müden Melo­die,

die sich infektiös in die Gehör­gänge schraub­te.

 

Da war sie plötzlich alter­nativ­los zu sehen, die splitternackte Angie Bundes­mutti mit gut sicht­barer, rasierter Vulva, mit der hängenden Merkel-Flunsch einer appetitlosen Steinschildkröte - und zwar mit ihrer dunklen Seite! Nackt bis auf die schweren DDR Volks­armee­stiefel und Sturm­haube schaute die An­führerin der freien Welt drein, als sei sie persönlich von der German Disease befallen und eröffnete einen hinlänglich verführerischen Ausblick auf die Hölle. Eine monu­men­ten­haft da­stehende Frau, die ihre Maße nicht kann­te und uns das, was sie unter Erotik verstand, entgegen schlonzte. Oder war es das, was mein SI darunter ver­stand?

 

Brain­less kannten wir ja von ihr, aber Topless? Boah ey, sie hatte echt dicke Dinger! Doch wer will denn so was sehen? Im Öffentlich-Rechtlichen wäre solche Ge­schichts­­porno­grafie keine Op­tion, auch wenn die von der Politik jeden Tag durch­ge­fickt wer­den. Politik ist nun mal Schwei­ne­vulgär und weckt nur die aller­niedrigsten Instinkte in meinen Persön­lichkeiten. Während ihre, wie Zeppeline auf­geblasenen Riesentitten wie Fangzähne vorsprangen, versuchte sie sich über mei­nen Volks­körper zu werfen. Ich fühlte mich hilflos wie ein Kind und versteckte in anti­imperialistischer Überzeugung meinen Schwanz jenseits von psychologischen Mutmaßungen und Endzeitangst.

 

Schon hörte ich ihren stinkenden Weltatem bedrohlich an meinem Ohr. Mit Geruchs­partikeln regelrecht überschüttet, bekam ich Atembeklemmungen und versuchte mit verzerrtem Gesicht die Luft anzuhalten. Da schrie die Seel’ mit der großen, unruhi­gen Masse des Schamgefühls im Schoß, nach über­irdischer Gerech­tigkeit. Also sollten wir genau ab­klopfen, wie sehr die Simi­larität trägt, und keine Bezüge zu Ciceros Moralphilosphie herstellen, hörte ich mein AI durch die verrot­teten Partien meines Bewusstseins denken.

 

Es geht ums Los­lassen, kommandierte ich meinen, in Panik geratenen Kopf. Aber was loslassen? ALLES ist gut, was zur Aufhebung der Trennung führt! Was glaubt die Merke­line eigentlich, wer sie ist? Mit ihrem brüllenden Desinteresse an den Anliegen von Menschen als auch der lebendigen Welt um sie herum. Hat die SMS-Kanzlerin über­haupt Gefühle? Falls ja - wäre es echt cool, die Men­schen, von denen so gern gere­det wird, hin und wieder daran teilhaben zu las­sen. Deutsches Inte­resse heißt, immer auch die ande­ren mitzu­denken. Und Men­schen interessieren sich immer vor allem für das, was sie nichts angeht. Etwa das Gefühl zwischen den Beinen, wenn man in Deutschland auf Tinder ist. Doch wer fickt denn so was? Muttis mit Macht sind doch gleich doppelt unvögel­bar. Der gute alte Herrgott sollte gelegentlich mehr brauch­bares christlich-demo­kratisches Fick­material für den Fleisch­markt fabrizieren, nöhlte mein, als ele­ganter Auslassungsapo­stroph bekanntes SI im orthografischen Wahn. In Merkels Fall allerdings ging es schon lange nicht mehr um Nähe, sondern nur noch um die Dis­tanz. Und zwar auf höchster Ebene.

Bang Boom Bim­bes!

Doch als mein LI sich in dunkler, dumpfer Hilflosigkeit noch leidenschaftlich, intensiv und analytisch mit dem dunklen Arche­typus des verdrängten Mutterkomplexes ab­quälte, um die Krise zu überwinden, geschah vor meinen Augen eine kosmologisch dubiose Offenbarung: Ein volles, fast wildes Licht goss sich über die nackte Welt­politikerin aus und sie schiss, gemächlich, mit scheinbar vernünftiger Miene, wie man es von ihr kennt, die schönen Grand Dames Carla Bruni, Marilyn Monroe, Melania Trump und Grace Kelly aus ihrem breit gesessenem Gesäß! Ein Schauder der Furcht überlief mich, trieb einen Pfahl des Schocks in mein weichstes Inneres, traf im ur­sprünglichen Sinne meine Existenz und bohrte sich in meinen Eingeweiden fest. Reflexartig presste mein UI beide Hände auf die Au­gen, es flackerten Schwarz Rot Goldene Flammen auf, während es zu spüren meinte, wie sich der Gestank von Lügen verbreitete. Die Schmerz­grenze von Merkel war und ist Mer­kel und nicht die Wirkungs­adä­quate Sekundär­mi­gration. Andere Lebewesendarsteller raunten: Die Mensch­heit steht bis zum Hals in der Scheiße  und kann sich des­halb nicht mehr rie­chen.

 

„Ich brauch‘ keine Erotik! Jetzt nicht mehr! Ich habe Macht!“, brüllte das Merkel völlig unstaatstragend mit glitzernd leuchtenden Glubschaugen, die mich heraus­fordernd an­starrten. „Schon als ich damals in der siebten Klasse während des Physik­unterrichts das gesamte Josef Stalin Gym­nasium in die Luft sprengte, hat mich auch keiner ernst genommen, selbst mit Ernst Thälmann-Medaille war da nix zu machen. Als ich an meinem Vierzigsten Geburtstag dann vollbreit meinen ersten Ge­schlechts­akt absolvierte, legte der Genosse ein Handtuch über mein Gesicht, sonst kriegt er keinen hoch, sagte er. Hat aber nix gebracht, meine Möse war zuge­wachsen, ich hab ihn dann aber geheiratet, damit er nicht mehr abhauen kann … Lieber in die Geschichte eingehen als an der Geschichte eingehen, hatte mir auch mein Bimbes-Kohl später im­mer gesagt, doch als er mir dann mit seinem Mein-Mädchen-Scheiß auf die Eierstöcke ging, war Sense! Der Rest ist Geschichte! Ich bin Machtverliebt und habe das sechzehn Jahre lang gelebt,

ihr Bundesre­gierungs­mitundohneglieder und Schnabeltassen!“

 

Ihre Stimme klang zwar in sich selbst zurückgeworfen und verloren. Doch es schien, als vermutete mein LI irgendeine verborgene Bedeutung in ihren Worten, aber, gepresst von einer Empfindung des Komischen, als unterschiede sie sich nur um Haaresbreite von der des Entsetzens, lachte mein UI kurz auf, als ich die eben­falls pudelnackten Damen da so ausgekackt auf der Wendeltreppe sah, die sich gerade im Art Black Mirror-Schlammcatchen übten. Doch kaum hatte meine zersplitterte Persönlichkeit in dieser mit einer Ewigkeit bedeckten Schöp­fungsminute der Welt, kurz hin gelacht, mutierte die Wendeltreppe, von einer Hallu­zination erfasst, zu einer Hängebrücke und wir fielen noch tiefer in einen traumvollen Taumel im Traum und die Damen warfen albern arrogante Blicke auf meine von einer unbestimmten Angst getriebenen Egos. Mit diesen Differenzen beanspruchten sie jedenfalls ihre Identität und die Traumsphäre dehnte sich noch weiter aus.

 

Und während die Welt so ist, wie ich bin, und die Menschendarsteller sich an der Schwelle ihrer Auslöschung befinden, jauchzte mittendrin in alldem Melania von Trumpistan: „Geil! Keine Macht ohne Intelligenz! Dank der Von Gutenberg-Plagiatsfuckultät habe ich jetzt endlich meinen ersten eigenen echt Original Plagiats-Fake-Ratgeber am Start WIE ANGEL ICH MIR EINEN MILLIAR­DÄR? … Nächste Woche um Drei bringen wir für H&M eine neue Variante der Kaisers neue Kleider raus, die heiße EVA-KOSTUM-Kollektion, völlig Textilfrei …“ Wie sieht das Unsichtbare aus? … „Und bevor Donny in drei Jahren wieder neuer Pepsodent von US-Königreich wird, hat er mir versprochen, bekommt er eine komplett neue Haar-Gehirn-Synthese operiert, dann machen wir aus dem ganzen Land eine digitale Disneylandnation … und by the Way der kollektiven Wirklichkeits­ver­weigerung: Umweltschutz braucht keine Sau, wir haben eh bald keine mehr! Die kolossale Sehnsucht der Menschen, auszusterben, werden wir erledigen, das ist eine bahnbrechende Idee! Wir bedienen da einen Mega-Markt! Im Zweifel sind das alles nur Kostenfaktoren.“ Merkwürdig, wovon Frauen sich immer beeindrucken lassen. Ich fand auch, sie lebte ihre Miststückteile hier zu egoistisch als parfümiertes Parlando aus.

 

Eine 14äugige blinde Fliege flatterte als asketische Sonnenanbeterin in einem Abend­kleid aus einer Kreditkarte vorbei und ich erfuhr, von einer unendlich dunklen Erregung befallen, erneut eine atem­be­klemmende Herzbeschleunigung. Viel­leicht war diese Wendeltreppen-Hänge­brücke ja mehr als nur mei­ne private Echo­kammer, son­dern auch ein melan­cholisch-mecha­nischer Mutter­leib, darauf pro­gram­miert, mei­nen Körper wieder aufzu­nehmen und an meinen Geburtsort zurück zu­bringen. Oder ist da viel milde, weichge­zeich­nete, retro­spektive Ver­klä­rung im Spiel?

 

„Das von Men­schen gemachte Wunder der Wieder­vereini­gung war ja ein kompli­ziertes Manöver für mich, auch weil ich Defilier­technisch etwas unter­versorgt war“, nöhlte jetzt wieder die Bundesmutti, die mit mir eine gewisse Vorliebe fürs elliptische Erzählen teilte. „Ich erinnere mich noch an den Abend des Mauer­falls, den ich in einer Sau­na am Prenzlauer Berg verbrachte. Als David Hasselhoff, der ja schon zuvor als Seawatch-Aktivist die Volksmusik von jeglichem Intelligenz-Inhalt-Ballast befreit hatte, den antiimperialistischen Schutzwall niedersang, da spürte ich in der Sauna bereits die soziale Kälte, der Sozia­lismus hin­terließ ja eher glühende als blü­hende Land­schaften.

 

Der Sozialismus wäre aber ohne der sozialen Alk-Droge schon viel früher implo­diert, denn alle Menschen sehnen sich nach körperlicher, emo­tionaler und seelischer Wieder­vereinigung mit dem anderen Pol“, resümierte Mutti jetzt völlig asynchron zur voraus­gegangenen Handlung und Gurkenlieferung um Mitternacht. An dessen fina­ler Endlö­sung nun wahr­scheinlich rechts vom gesunden Menschen­ver­stand endlich die Über­nah­me des dekadent vor sich hin faulenden Westens mit sei­nen regel­ba­sierten inter­natio­nalen Handels­syste­men durch den aske­tisch mar­schier­enden Osten steht, dachte mein KI ver­zerrt im Rekon­textu­ali­sierungs-Modus.

 

Von Spiegel­bil­dern um­stellt, stand dieser Ich-Mensch, also ich, schizo­affek­tiv in der Zeit-Welt meiner Wendeltreppe rum und gab den Augen einen strengen Ausdruck, als wolle ich etwas sagen. Doch was will ich eigentlich?

Den End­sieg der West­liche­werte-Menschen­recht­ler?

 

Gejagt von einem idiotischen Durcheinander in andere Kontiguitätsrelationen, fiel uns die Grand Dame Carla Bruni mit einer widerlich durchdringenden Stimme in die Gedanken: „Ich hab gerade für meinen Zwerg Sarky ne goldene Fußfessel besorgt, wenn er seinen Hausarrest antreten muss wegen irgend so einer Korrumsionssache … Naja, Geschichte kann nur ver­stehen, wer sie verstanden hat oder wer daran teil­genommen hat oder sie gelesen hat oder so … Macht fragt nicht. Fragen macht nichts … Und als Dabbeljuh uns nach 9/11 als Grand Nation einlud, Afghanistan zurück in die Steinzeit zu bom­ben, ich kann dir sagen, da war die Freude groß, da mitballern zu dürfen. Man glaubt ja gar nicht, wie schwer es kleine Menschen wie mein Sarkyzwerg im Leben haben, was für Selbstbe­hauptungs­kämpfe die durch­stehen müssen. Deshalb sind diese Klein­wüchsigen natürlich auch alle Macht- und Karrieregeil, um allen zu beweisen, dass sie was drauf haben, obwohl sie klein sind. Napoleon, Franco, Tumb Cruise, Prince, Osho, Peta Muffay, in stoischer Selbst­herrschung …

 

Mein Sarky hat sich in­zwischen seinen Eumel chirurgisch vergrößern lassen, denn es kommt eben doch auf die Größe an, nur Französisch ist auf die Dauer nicht sehr prickelnd, echt! Männer brauchen außerdem noch ein paar Generationen, bis sie raffen, dass es nicht nur auf die Länge sondern auch auf die Breite ankommt, gib der Evolution eine Chance. Um offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren, können wir jetzt jedenfalls gemeinsam eine neue Coverversion von Je t’aime moi non plus rausbringen, die nicht als Pfui gilt, er stöhnt jetzt einfach besser …

Dystopie zum Mitwippen für Wohlfühlapologeten

Ich verstehe allerdings nicht, was gegen lila Dildos in Retro-Game-Show-Optik einzu­wenden ist, lila ist doch ´ne hoch­dynamische Farbe, lustvoll kreischend …“

 

Auch ich hätte jetzt mit lauter Stimme die ungeheuerlichsten Unverschämtheiten herausschleudern können, doch Angie Bundesmutti kam mir zuvor und ich brauchte diese impertinente Freiheit nicht anwenden: „Ich fand es putzig, mir einen Neger als Callboy zu halten, und indem dieser Barack Osama mit seiner Stasi mein Handy abhören ließ, bewies das nur, dass er eifersüchtig war und gab mir zudem das Gefühl, wichtig zu sein. Wir hatten im Osten ja nix, auch keine Neger, die ham einfach nicht kapiert, dass unser Sozialismus gar keiner war, diese Hottentotten dachten, alles gehöre allen, so ein Quark!! …. Jetzt ham wir endlich die Freiheit, die die Industrie braucht, der Neoliberalismus hat seine Interpretation von Freiheit durch­gesetzt, jeder hat jetzt die Freiheit der Wahl zwi­schen dem einen Handy-Hersteller oder der anderen Automarke. Auch der Druck aufs Gaspedal bedeutet ja Freiheit für das total überwachte Menschenmaterial“, verkündete ihre völlig empfindungslose neutrale Stimme und ich überdeckte mein Schamgefühl mit immer neuen Schändlichkeiten.

 

„Wir sind so frei, Kohlendioxid in die Atmosphäre zu pumpen, Millionen von Tier- und Pflanzenarten auszurotten, überall Müll zu verteilen und im globalen Stil die Physik und Chemie des Planeten zu verändern … Dass diese Stolling Bones allerdings ein Lied mit meinem Namen ANGIE gemacht haben, war ziemlich unsolidarisch, die hätten ruhig mal die Chronologie der Geschichte abwarten können … Aber dass deren Linksaußen John Lemon dann von soner Yoko Fidschi abge­schossen wurde, war echt Quatsch, der war doch gar kein Republikflüchtling, wo eine, den Waffen­einsatz unterstützende Praxis vonnöten war … Aus dem hätte echt was werden können. Naja, so kam die Kombo jedenfalls wieder in die Schlager­parade, für den Umsatz wars also gut.“ Dabei lächelte sie nicht, sie gab sich noch nicht einmal den Anschein eines Wohlwollens. Es fehlte faktisch jeder menschliche Ausdruck.

 

Von einer undifferenzierten Mixtur aus Gefühlen und dem Gift des überhellen Kame­ra-Lichts befallen, brannten diffuse Reflexe in den Einge­weiden, da hörte ich Grace Kelly mit einer sanften klebrigen Stimme: „Ich hab den Cock von Hitch wirklich nur zwei, drei Mal in den Mund genommen. Dafür hatte er mir die Hauptrolle in DIE VÖGLER versprochen. Doch dann kam ja der Graf von Monte Christo und da hab ich nicht lange gefackelt und ihn vom Fleck weg geheiratet. Von heute auf Morgen war ich ne echte Prinzessin, nicht so eine HERZ UND BOWLE wie die Hepburn, neee. Okay, dieser Pregory Geck war ganz schnuckelich, den würde ich auch nicht vom Stoßbett wegkannten. Jedenfalls hatten wir nicht dieses Bling-bling wie in deinem Tower-Palast, Melania, wo nichts echt ist, alles nur Blattgold auf Styropor. Eure glit­zernden Kronleuchter sind doch nur Industrieware, der Marmor klebt auf Sperrholz. Das ist nicht Pomp und Monarchie, sondern Puff und Pimp. Eine Welt voller Pathos, Kitsch und Fakes und profanem Lookismus. Ich aber durfte in seinem Oscar­verdächtigen Königreich sogar besoffen in meinem schnellen Auto über die Klippen fahren, das waren die ersten Schritte auf den Abhang hinab in die Gemeinheit und den entsprechenden Zahnstatus und Sexappeal, Gang und Gesten, die Bewegungen hatte ich schon in Hollywood drauf.

 

Kam vor dem Geschlecht nicht sogar noch die Fotogenität? Auch die Befindlichkeiten des Volks waren echt putzig, wenn sie nach entsprechender Bezahlung immer Fähnchenschwenkend am Straßenrand rum­standen, als hätten sie nix zu tun.“ Die Assoziationen sind universell und die Realität ist eine mannigfache. Wir wissen nicht, ob die Zeiteinheiten von Dramaland und Karmaland identisch sind.

 

Und obwohl die Kanzlerrette sehr mit Deutsch­lands kaputtem Gefühls­haushalt und diver­sen Über­gangskrisen beschäftigt war, wusste sie, worauf es beim Duell im Western ankommt. Noch immer in den kom­mu­nistischen Ideen verwurzelt und fest glau­bend, dass auf der inner­deutschen Vernunftlinie alles mög­lich ist, wenn man einfach die kommu­nistischen Ideen anwendet. Ob­wohl die knallharte Macht­mutter es mit Visio­nen nicht so hat, dazu sind die Legislaturperioden zu kurz und der im eigenen Komfort erstickte deutsche Michel zu ein­fältig. Des­halb ließ sie an zivilisa­torischen Weiter­ent­wick­lun­gen auch nur das absolut Notwendige zu und schrieb es sich dann aber erfolg­reich selbst auf die Fahnen, etwa DIE KLIMAKANZLERIN!!

 

Sie hatte längst zu einer ganz eigenen Form des Haupt­haars gefun­den und seit nicht mehr über ihre Haare gelästert wird, fühlte sie sich wohler, außerdem hat sie ja nie­man­den mit vorge­haltener Waffe gezwungen, sie zu wählen. Es geht doch auch um mehr innere Demo­kratie. Ich war noch nie ein Freund kollektiver Gefühle und Be­haup­tungen, und die schwankende Hängebrücke steigerte in mir das Gefühl der Unsicherheit. Ich empfand Scham über mein im Fleisch verkörpertes schwanzis­tisches Ich, von einem Frösteln geschüttelt, so dass sich die Traumsphäre noch weiter ausdehnte und eine animalische Atmosphäre entstand.

 

In den Falten meines Bewusstseins hatten sich gewisse Risse gebildet. Da hörte ich die Hauptberufliche Erotikgöttin Marilyn, der eine entsetzliche Leere in den Augen stand, von einem unbegründbaren Bekenntnisdrang getrieben: „Mein JFK war aller­dings abschießungswürdig. Einer der seine Frau und seine Geliebte betrügt, dass gehört sich einfach nicht. Feminismus first! Und überhaupt war er ja auch Gründungsmitglied des Ozonlochs. Der verbrauchte in einer Woche so viel Haarspray für seine Toupets, wie ich an einem Tag! DIAMONDS ARE A GIRLS BEST FRIEND!“, um einen singenden, sorglosen Tonfall bemüht, doch ihre vor Erregung blitzenden Augen begannen sich zu verschleiern. „Männer sind Schweine und Frauen sind Dummchen, stimmt nämlich gar nicht, in Wahrheit ist es umgedreht …

 

Und als ich erfuhr, dass mein Henry in Wahrheit Arthur hieß, hab ich nie wieder ein Miller-Pils angerührt … Morphiumtabletten lösen sich eh in Whisky besser auf … “ Nachdem sie ihre Geschichte wie ein drolliges Bekenntnis heraus geplaudert hatte, hängte sie sogar noch ein kurzes unterdrücktes Lachen an und begann sich mit einer Unbeholfenheit an mich zu klammern, die für eine Erotikgöttin überraschend war und bei mir keinerlei irgendwie heftige Gefühle auslöste. Mein SI stieß nur ein tierhaftes Ächzen aus, es spürte außen an der Lende ein Büschel trockener Schamhaare, ein Gefühl des Ekels streifte uns und verflog wieder.

 

„Klar war es zu einer frag­würdigen Grenz­öff­nung ge­kom­men. Doch es war eben der kleinere, der bes­sere, der richtige, wun­der­bare Fehler. Ich machte also das Falsche richtig. Wenn auch recht­lich nicht ganz sauber. Mit Grenzöffnungen kannte ich mich nun mal aus. Der Satz Wir schaffen das war die Voraussetzung, es zu schaffen - und kein Ver­brechen.

Jeder hier ist das Volk," ver­kün­dete plötzlich die Ucker­mark­sche Trulla in kleinsten be­deutungs­differen­zieren­den Sprach­ein­hei­ten und schenkte mir ihr berühmtes se­dieren­des Lächeln. „Alle Kreaturen sind willkommen.“

Ein typischer, defi­nitiv weltmarkt­kompa­tibler Satz mit jeder Menge Inter­pre­tations­spielraum. Sofort schien mir der Satz eingängig und beein­druckte mich durch seine scheinbar prophe­tische Matrix. Verstärkt durch ihre schützende Hand über VW.

 

Klang es auch ein wenig zu knackig, wie der Grund­gesetz­schonende Slogan einer hippen Werbe­agen­tur, war das aber inhaltlich beruhigend und atmosphärisch anre­gend und man sah auch den großen Bedarf an neuen Gen­der­perspektiven für die Wirt­schaft inklusive die Ent­sorgung des intelli­genten Sonder­mülls. Dabei schaute sie mich an wie eine Gendergap-Komplizin, mir schien, als sähe ich einen Abglanz meiner Ge­fühle auf ihrem Gesicht und in diesem Moment fühlte ich, dass das Uni­versum noch nicht verloren war. Vielleicht hatte meine Mutter mich früher ein­mal als Kind so ange­schaut, aber in meinem be­wussten Leben als Erwachsener hatte ich noch nie so einen regard d’amour emp­fangen. Beinahe wäre ich ange­sichts dieser Augen­freund­schaft in die Identi­täts­falle getappt, denn Subjekti­vismus als eine Gegen­identi­täts­po­litik ist Irrsinn.

 

Allmählich verlor ich Widerstandslust und Abwehrvermögen, nachdem mir eben noch Schauder der Furcht übergelaufen waren. Ich sah das Ganze jetzt als ein Zeichen, dass mir zu­ge­spielt worden war, die Logik der Alter­nativ­losig­keit zu unterbrechen, denn Identität war ja ein Be­griff, der eine ziem­lich coole Leerstelle in meinem Leben markierte. Aber erst jetzt geschah es, dass ich das Wesen der Rauten­dame hinter der Persön­lichkeit empfand. Wir hatten uns vom Ort des bloßen Sexus auf ein höheres Level emporgeschwungen, was ich immer gehofft hatte. Ihr biolo­gischer Körper war jedenfalls ein anderer, als ihr politischer. Sie hatte einen natürlichen, biolo­gi­schen und sterb­lichen Körper. Und sie hatte einen über­natürlichen, politischen und un­sterblichen, der ihren Tod überdauert und vererbt wird. Der erste Kör­per war die Person der Politikerin, der ist nicht weder links noch rechts, sondern in vielen Posi­tionen beides zusammen. Der zweite war die Macht der Seele. Und nun war sie hier, bei mir, bereit mir die Führung zu überlassen, bereit sich noch weiter kennenzulernen, bereit alte Ängste in Freiheit zu verwandeln.

 

Das berührte mich tief und erschütterte mich zu­gleich. Wie hatte ich das solange übersehen kön­nen, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren. Denn auch Fukushima hatte sie richtig verstanden und Flücht­linge eine Weile aufgenommen. Wie hat­te ich mich als alternativlos-linksdrehender Mutti­has­ser so lange an ihrer äußeren Persön­lichkeit ge­rie­ben und abge­arbeitet? Morali­sierung und Be­kenntnis­zwang! Wenn die anderen Skat spielen, kannst du mit deiner Schachdame nicht gewinnen. Das ist die falsche Front. Besessene Staats­feind­lichkeit mit einem ausgewachsenen Antiintellek­tu­alis­mus gepaart, verengen die Möglich­keits­hori­zon­te und verursachen substan­zielle Schäden. Dieses Denken ist der Schutt­haufen aller uner­le­digten Hand­lungen der Vergangenheit, der gewal­tigen Über­reste vergan­gener Jahrhunderte als Zeu­gen früherer großer Vergangenheit über die krän­keln­de Gegenwart an einem Punkt. Tradition mit Krea­tivität verwechselnd. Denn es entsteht stets etwas Neues und Geschichte wiederholt sich nicht.

 

Die uner­schütterliche Dauerwell-Weltkanzlerin war längst eine alle­gorische Figur der engels­gleichen Siegergöttin Viktoria, die jetzt in klassi­zistischem Gewand, barfuß im Deutsch­land­takt westwärts watschelnd, mit einem Hakenkreuz in der Beton­dauer­welle und einer Trocken­haubenillustrierte unter dem Arm, die Geschichte verließ. Eigentlich dachte ich, dieser Wahnsinn in meinem Hängebrücken-Wendeltreppen-Bett wäre nicht zu toppen, doch jetzt sah ich, dass sie auch eine weltberühmte No Name Handtasche von Fluutschi über den Unterarm hängen hatte und oben schaute klein wie ein gerupfter Hahn, mit einer seltsam, schwärzlichen, trockenen, schup­pigen Haut, das als Herr Sauer bekannte Shiba-Schoßhündchen mit einem unkom­plizierten trockenem Lachen heraus. Zweifellos befand er sich in einer fortdauernden Regression und verwandelte sich in eine Wasserratte, die sich in ihr Loch flüchten möchte, dann spähte er wie ein Wiesel aus der Handtasche hervor. Sauer war völlig nackt, über seinen Penis von der Größe einer Schmetterlingspuppe hatte Mutti ein Plastik­beutelchen gestülpt.

 

„Ich freu mich schon auf meinen Ruhestand, jetzt kann ich endlich das Klo putzen, da bin ich 16 Jahre nicht zu gekommen.“

 

„Mit Heine oder Karl May?“,

versuchte ich noch einen Running Gag Inspired by Amadea

als Randnotiz der Geschichte,

doch im symbo­lischen Move konjunktur­getrie­bener Poli­tik­schaf­fender

verzahnte sich der Zeit­geist mit dem Mutti­late­­ralismus.

Und im Gefolge schlichen die Nato-Strich­männchen ihr nach,

unter­wegs ins Nichts­sa­gende.

Wohl wis­send, dass es immer noch eine Nummer irrer geht.

 

Tanz den Mussolini!

Fick den Hitler!

Kill den Budd­ha!

Umarme die Apo­kalypse!

Vergöttere den Perückenmacher!

 

Ein hell aufflammender, silberweißer Punkt schwand rasch davon und verlöschte

. . .

 

 

 

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Lieber Arturo,

 

in deiner Betrachtungsweise muss der LeserIn deine Spielfiguren AI,SI KI UI zunächst einmal sauber trennen, um nicht in die Falle zu tappen, dass mit dem LI etwa ein Autor in reiner Selbstdarstellung gemeint sein könnte.

Wer oder was ist gestört?

Unter dem Strich gefällt mir die außergewöhnliche Perspektive, unser politisches Handeln und die Sicht auf die Dinge auf unsere Triebe herunterzubrechen. Ego-politisch spiegelt sich die freud`sche Genitalphase plötzlich in den kolossalen Wolkenkratzern und spritzigen Weltraumraketen wieder,  oder es wird von Muttis Vulva geträumt, die uns gerade einen Klopper gebiert, während das verstopfte Besitztstandsdenken einen Hinweis auf eine gestörte Analphase darstellen könnte, der die Armen im Regen stehen lässt, wenn es denn regnen würde.

In der realpolitischen Auseinandersetzung wäre es undenkbar,  solchen Gedankenansätzen ernsthaft nachzugehen,  während sie auf der Subebene und in der Ansprache der niederen Wählerinstinkte vermutlich immer maßgebend mitschwingen und allgegenwärtig sind. Die Trieb - und Instinktebene sollte gleichwohl für den Lyriker kein Problem sein. Eine seriöse Diskussion darüber ist mEa. deshalb nicht führbar, weil sie von höchst subjektiven Realitäten bestimmt wird. Es entspräche eher der Sprache und dem Gerangel von Affen und vielleicht sind wir manchmal viel näher dran, als wir glauben

 

gerne gelesen,

Amadea

 

 

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