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selbstverständnisse


schwarzer lavendel

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        dichterin

sing uns von

      der liebe

      den feuern der heimat

      dem sturzflug der vögel

von der klirrenden schönheit

des eises sing uns

dein lied

 

ihr täuscht euch

ich sammle nur die späne auf   

  der linde

  die ihr gefällt habt

 

 

für jan skácel

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Grüß dich Charlotte,

die Dichterin bist du. In der zweiten Strophe antwortest du auf die Aufforderung, ein Lied zu singen. 

Ich frage mich, was du mit der gefällten Linde meinst. Ein schönes Bild voller Symbolik. 

 

2018 ist bei Wallstein Verlag ein Buch mit Lyrik und Prosa von deinem Dichter, mit dem Titel "Für alle, die im Herzen barfuß sind" erschienen. Ich habe mir in meiner Buchhandlung ein Exemplar bestellt.

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lieber carlos, das ist der satz!

darüber bin ich zum dichten gekommen.

liebe ich sehr.

 

zur linde - und ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn die erklären, die gedichtet haben - aber sie wollen, dass ich besinge, was sie selbst zerstört haben.

liebe grüße

charlotte

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Liebe Charlotte,

gefällt mir sehr gut, diese Gegenüberstellung.

Und im Klirren des Eises, das bald verklungen sein wird, schwingt für mich der Wunsch und die Sehnsucht nach wieder Heilwerdenwollen.

 

Deine Zeilen haben mir ein paar Reime entlockt:

 

Ach sing mir von Hoffnung mit tröstenden Worten
von sprießendem Grün an gestorbenen Orten
Ich sing dir ein Lied von Schuld und Vergeben
doch gibt es kein Wunder, kein sprießendes Leben
Ach sing mir vom Glauben auf heilende Wunden
von frischen Oasen und leidlosen Stunden
Ich sing dir ein Lied von Zerstörung und Leiden
vom Jammern und Klagen, verlorenen Zeiten
Dann schweige du Sänger, dein grausiges Unken
zerstört mir den keimenden Hoffnungsfunken
Ich singe mit Tränen und zitternden Lippen
denn siehe wir stehen auf brüchigen Klippen

 

 

Liebe Grüße

Sali

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Guten Morgen Charlotte,

 

ich kann gut nachvollziehen, was du in dem Gedicht aussagen willst.

 

Viele Menschen wollen sich nicht mit dem Dichter mittels seines Gedichtes „unterhalten“. Es reicht ihnen völlig unterhalten zu werden. Solche Menschen haben auch Lieblingslieder die sie laut mitsingen wenn sie im Radio laufen. Allerdings sind die Lieder in englisch. Sie können aber kein englisch. Das bedeutet wohl, - das ihnen das Lied ihres Lieblingsliedes egal ist, solange sie träumen dürfen was sie wollen.

 

Und von dem was sie gelegentlich doch verstehen beziehen sie keinerlei Aussagen auf sich und setzen sich nicht mit dem gesagten auseinander...

 

… - und zappen weg wenn es ihnen nicht bunt und seicht genug ist. Andernfalls sagen sie „Schön“ und zappen auch weiter...

 

Ich wurde schon mal gefragt, warum ich nicht publikumsgefälliger schreiben würde.

 

Ich hätte gerne geantwortet...

 

...wenn sich mein protestierendes Lachen nicht in einem Hals zu einem harten Klos zusammengeballt hätte...

 

...so blieb mir nichts anderes übrig als die Fragestellerin so lange stumm anzublicken, bis sie davon satt war und ging.

 

Liebe Grüße vom Gaukel,

 

der sich deinem Rat und einer Anregung folgend dem nächst Jan zuwenden wird.

 

P S Ich bin im Sommer viel und gerne barfuß unterwegs.

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vor 1 Stunde schrieb Gaukelwort:

Ich wurde schon mal gefragt, warum ich nicht publikumsgefälliger schreiben würde.

 

Ich hätte gerne geantwortet...

 

...wenn sich mein protestierendes Lachen nicht in einem Hals zu einem harten Klos zusammengeballt hätte...

 

...so blieb mir nichts anderes übrig als die Fragestellerin so lange stumm anzublicken, bis sie davon satt war und ging.

lieber gaukel,

können wir das nicht auch schon als gedicht nehmen.

noch mal kurz mit der feile drüber und dann ab ins forum.

mir gefällt es.

 

und jan wirst du hoffentlich und wahrscheinlich sehr mögen

liebe grüße

charlotte

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Hallo Charlotte,

 

Am 25.11.2021 um 08:03 schrieb schwarzer lavendel:

ihr täuscht euch

ich sammle nur die späne auf   

  der linde

  die ihr gefällt habt

 

Mich interessieren ja Gedichte, die die Welt in ihrer "realen" Gestörtheit  und Zerstörung beschreiben, und die darin noch Schönheit finden, viel mehr,

als die idealisierten Gesänge von der Schönheit der Natur. Schließlich  war Natur immer schon auch zerstörerisch, erschreckend, überwältigend, kalt - was ja teilweise  auch in den gewählten Bildern anklingt.

 

Auch die moderne Entfremdung und Zerstörung ist spannend.

 

Die Trennung und vorwurfsvolle Abkopplung des LI von der Zerstörung und Gestörtheit der Welt, die Aufspaltung in empfindsames LI und rohe Welt,  ist hier sehr glaubhaft dargestellt.

 

Ich beantworte sie mit Mitgefühl, nicht mit Zustimmung.

 

LG Lé.

 

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vor 3 Stunden schrieb Létranger:

Schließlich  war Natur immer schon auch zerstörerisch, erschreckend, überwältigend, kalt - was ja teilweise  auch in den gewählten Bildern anklingt.

 

Auch die moderne Entfremdung und Zerstörung ist spannend.

 

Die Trennung und vorwurfsvolle Abkopplung des LI von der Zerstörung und Gestörtheit der Welt, die Aufspaltung in empfindsames LI und rohe Welt,  ist hier sehr glaubhaft dargestellt.

lieber Lé.,

wobei es mir ja aber nicht um die natur geht.

und welt in dem sinne, als sie etwas hoch artifizielles ist.

die dichterin kann das nicht heil machen. sie kann nur die 

reste verwahren. benjamin spricht vom lumpensammeln.

und ich bin nicht fürs biedermeier zuständig.

so vielleicht.

 

danke fürs formale lob 😉. du weisst, dass mir das bedeutet.

liebe grüße

charlotte

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vor 2 Stunden schrieb gummibaum:

Wie gut, liebe schwarzer lavendel, 

wenn die Dichterin die Aufgabe übernimmt, die Opfer der Siegreichen auszugraben. Schön von dir geschrieben.  ("Sing" rinnert mich an den ersten Vers der Ilias.)

 

Sehr gern gelesen.

Grüße von gummibaum 

hallo gummibaum,

vielen dank. und danke für den verweis auf die ilias.

genau das hätte skácel sehr gut gefallen.

liebe grüße

charlotte

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