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◡ ◡ — —, ◡ ◡ — —
— ◡ ◡ —, ◡ ◡ — —
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Wenn die Nacht geht und der Tag kommt,
Licht sich verströmt und die Welt weckt,
Und die Wortmacht weckt:

Ist der Mensch still und das Tier schweigt.
Stumm ist der Frosch, als des Worts Macht
Ihm ins Maul einfährt

Und den Wohllaut in sein Hirn gießt.
Frosch wird das Wort, und der Frosch Wort,
Und sein Ruf hallt: Quak!

 

 

 

 

 

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Hi Ferdi,

 

über deine allmorgendliche  Aufwachschöpfungsgeschichte musst ich herzhaft lachen, aber nur weil ich die Froschsprache nicht verstehe. 

Ich gebs mal ins Übersetzungsprogramm ein: ahh, es heißt : Croak ...grml.. hab nur ein kirgisisches Übersetzungsprogramm.

 

Ok, also mir hast du da ein schönes Beispiel gegeben, dass 3 Hebungen aneinander nicht aufeinanderprallen, sondern einen Wohlklang erzeugen.

Bei der mittleren Strophe beton ich (noch) anders, da bildet sich automatisch ein Trochäus beim lesen, nur beim ixen komme ich da auch auf 3 Hebungen.... doofe Rhythmusautomatik.

Danke für den obenstehenden Hinweis auf das Metrum.

 

Liebe Grüße

Sali

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Am 12.1.2022 um 09:00 schrieb SalSeda:

Ok, also mir hast du da ein schönes Beispiel gegeben, dass 3 Hebungen aneinander nicht aufeinanderprallen,

@SalSeda

 

Moin. Ok, 2 Hebungen keine 3. tschüß.

 

@ferdi

 

Am 12.1.2022 um 00:15 schrieb ferdi:

Licht sich verströmt und die Welt weckt,

hier bin ich bei:

X x xX x x X X

ups, das ist dasselbe, sehe ich grad.

 

Und wie heißt diese Metrik?. Das zwei betonte sich die Hand geben?  Wobei, sie sind meistens gleich stark betont. Rundstahl, Rotkraut, Blaumeise, würde ich die erste Silbe nur betonen. Hängt das damit zusammen das deine Hebungen Einsilber sind?

 

Naja, bis später.

 

Bin nochmal da das: "Und sein Ruf hallt: Quak"

Hatte ich überflogen. Ich denke das "Ruf" ist mittelstark. 

Vielleicht:

Und sein Quak hallt: Quak

aber nur ein leiser Vorschlag.

@SalSeda

 

hast recht. 

 

 

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Hallo Ferdi,

 

zu deiner Anmerkung im Antikenfaden: Nein, für mich auf keinen Fall zu spinnert! Die Verse sind toll! Ich glaube, ich hätte nicht mal das Silbenbild lesen müssen. Ganz nach meinem Geschmack! 

 

Muss ich jetzt zugeben, dass Inhalte mir ziemlich Banane sind, wenn meine Ohren so verwöhnt werden? Na wenn schon, es ist mir nicht peinlich.

 

LG Claudi

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Hallo Ferdi,

 

ich finde es auch nicht spinnert. Du hast hier eine feine Möglichkeit gefunden, die heute ungewohnten Versfüße zu "aktivieren".

 

Und ungwohnt bleiben sie ja nicht unbedingt.

 

Was mir hier (mal wieder) sehr gefällt, ist, dass sich die augesuchte Thematik ganz wunderbar in die metrische Form schmiegt, praktisch mit ihr verschmilzt. Es klingt in der Betrachtung der  Froschwelt ganz natürlich und es ist witzig und  überraschend, in deinen Versen  der Entstehung (angelehnt an die biblische Interpretation) des "Quak' s" nachgehen zu können. 

 

Quak, Quarks, Quantensprünge ...

 

O.k. Bevor ich nun albern werde, hüpfe ich mal weiter. Bin praktisch auf dem Sprung ... 

 

LG,

Mi

 

 

 

 

 

LG,

Mi

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@horstgrosse2

großer Horst, ich finde in den jeweils 3. Versen die letzten 3 Silben sind betont: Wort Macht weckt / Maul ein fährt / Ruf hallt Quak

wobei ja immer eine Pause drin ist, vielleicht liegts ja daran, dass es fließt?

Auch so wie ich Ferdis Schrift lese, müsste es so sein.

Ferdi Ich hoff ich hab mich jetzt nicht blamiert.

 

Mi: ja die Qua- Wörter klangen bei mir auch an

LG

S

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Hallo,

 

ich danke sehr für eure Beschäftigung mit diesem wunderlichen Textlein!

 

Salseda, mehrere "schwere" Silben hintereinander sind eine Erscheinung, gegen die sich das Deutsche eher sträubt, als dass es sie ermöglichte. Von daher ist es meist besser, man wählt eine Silbenanordnung, die die "Gleichschwere" ermöglicht (statt: sie zweifelsfrei erzwingt) und schreibt dann darüber, dass man es gerne so verstanden und vorgetragten hätte?!

 

Zu deinem Austausch mit Horst: Je besser man schwere Silben gegeneinander abgrenzen kann ("Pause"), desto weniger haben sie Einfluss aufeinander und desto leichter kann man sie als gleichwertig vortragen (keine Silbe wird von einer anderen "gedrückt").

 

"Herzhaft lachen": Das ist eine sehr angemessene Reaktion, glaube ich ...

 

Horst, im "richtigen Leben" sprächen wir alle "Rundstahl" mit deutlich mehr Nachdruck auf der ersten Silbe aus. Aber das hier ist ja, wenn schon keine Kunst, so doch ein künstliches Sprechen: Dichtung ist keine Alltagssprache. Und da fragt sich dann:

 

– Sind sich die beiden mit einem "—" ausgewiesenen Silben ähnlich genug, dass man ihre behauptete Gleichartigkeit auch im Vortrag verwirklichen kann? Ich denke, das ginge bei "Rundstahl", und bei meinen Versen hoffentlich auch.

 

– Sind die beiden mit "◡" ausgewiesenen Silben erstens einander ähnlich genug, um als von gleicher Art erkannt zu werden, und zweitens ausreichend viel leichter als die beiden schweren Silben, so dass im Vortrag das "tataTAMTAM" des Versmaßes gestalt- und vernehmbar ist?! Der Vortrag kann dann auch gerne auf ein "tataTAMTAM" ausweichen, also auch die erste Silbe leicht betonen und die vierte etwas abschwächen; solange es nicht den "leichtleichtschwerschwer-Eindruck" zerstört. Aber ich glaube, man kann sogar ganz darauf verzichten!

 

Das Aufeinandertreffen zweier schwerer Silben findet sich in verschiedenen Versformen; "an sich" hat es keinen Namen, glaube ich.

 

Claudi, Form und Inhalt haben hier immerhin dadurch eine bedeutsame Verbindung, dass in Sede das "Antikisieren" immer dann auftritt, wenn die Frösche in den Blickpunkt geraten. Zum Beispiel in "Aus Prinz Klappstuhls Jugendtagen":

 

Mein Junge, du erstaunst ..." Er spricht nicht weiter,
Denn nun hat er im Wirrwarr jenes Loch
Bemerkt, fünf Meter lang, ein wenig breiter
Und tief, sehr tief, drin Klappstuhl steht und doch
Von Kopf bis Fuß zu sehn ist, denn: er steht auf
Des Torfroschs Haupt! Der Narr erbleicht und geht auf

Die Grube zu, und schaut hinein - ein Teil nur
Des Riesenfrosches sieht bereits das Licht,
Noch grün an manchen Stellen und ganz heil, nur
Zerfurcht und voller Risse. Doch nun bricht
Ein Stück der Lippe weg zu Klappstuhls Füßen,
Er wankt; und fällt; und muss den Leichtsinn büßen,

 

– Sobald Schmel den Torfrosch sieht und er genannt wird, gehen manche Reime in Richtung  "◡ — —" und das kleine Rubai, das "reiner Frosch" ist, klingt rein so, es ist ja eigentlich ein "— ◡  —, ◡ ◡ — — —":

 

Tief erschreckt durch des Torfroschs Schmerz,
Hingestreckt durch des Torfroschs Schmerz -
Narr, erwache! Zur Schwermut sei
Auferweckt durch des Torfroschs Schmerz ...

 

Miserabelle, dieser singuläre, einen Text beschließende Froschruf kommt ziemlich häufig vor, habe ich beim Durchsehen bemerkt ... Ich stelle gleich noch ein kleines Bruchstück ein, als Text nichts besonderes, im Zusammenhang aber vielleicht ganz erhellend.

 

Dionysos, wenn man ein wenig in die Stilmittelkiste greift, macht das einen Text für gewöhnlich zumindest nicht weniger überzeugend; ich denke, das lohnt sich also.

 

Gruß,

 

Ferdi

 

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Lieber ferdi,

 

du hast bereits vieles erklärt, da bleibt mir in Sachen 'Wohlklang' nicht mehr viel zu bemerken. Aber ich möchte auf jeden Fall eines sagen: Es ist sehr wohlklingend. Ein hüpfender, aber dennoch 'geschmeidig runder' Rhythmus, bei dem ich mit(hüpfen) muss. :classic_happy:

 

Und: Sind wir denn nicht alle ein bisschen spinnert? Ein bisschen versponnen? Ein bisschen Frosch? :classic_laugh:

 

Am 12.1.2022 um 00:15 schrieb ferdi:

Frosch wird das Wort, und der Frosch Wort,

 

Hier möchte ich gerne fragen, was die genaue Bezeichnung für dieses Stilmittel ist. Eine Repetito ist es ja nicht, auch keine Anapher; bei der Anadiplose, das weiß ich, müsste die Wiederholung im folgenden Vers sein ... Ich erwähnte ja bereits, dass mir noch viele Namen 'fehlen', auch wenn ich ein Stilmittel als solches durchaus meist bemerke. Und bedingt durch 'wird das' und 'der' als Veränderung kann ich leider nur sagen, dass ich mal wieder 'nicht weiß' ...

 

LG,

 

Anonyma

 

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Hallo Anonyma!

 

Was das für ein Stilmittel ist, darfst du mich nicht fragen – ich habe mich da nie um eine widerspruchsfreie Feinunterteilung bemüht ... "Repetitio" beanstandete ich nicht, weil ich das eher als einen Oberbegriff für alle möglichen Arten von Wiederholung auffasse. Ansonsten kann man "Epanalepse" sagen, das ist ja auch nicht überbestimmt?! Eigentlich brächte es aber eine Bezeichnung für die Konstruktion "A ist B und B ist A" – wer sich da berufen fühlt, schlage eine Bezeichnung vor!

 

Dass der der Versrythmus gefällt, freut mich sehr.

 

Gruß,

 

Ferdi

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