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Sturmherz


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Sturmherz

 

 

Dich zeugte einst ein starker Wind an den Gestaden,

oh Sturmherz, wellensanftes Brüderchen der Gischt.

Noch eh der erste Blitz in deinem Blick verlischt,

entfliehst du schon mit Donnerhall in Dunstkaskaden.

 

Du bist mit zentnerschwerer Einsamkeit beladen,

die sich mit übergroßer Seensucht vermischt.

Auch wenn dich stets die Leichtigkeit der Luft erfrischt,

kannst du doch nie der Leere Niederschlag entsagen.

 

Dein Weg führt dich vom Meer zum Himmel und zurück,

voll Hoffnung suchst du stets nach and’ren Heimatlosen,

verfällst jedoch der steten Trauer, Stück für Stück.

 

Seit jeher willst du einsam durch Äonen tosen,

doch insgeheim erfüllt es dich mit höchstem Glück,

wenn Regentropfen zärtlich deine Schuppen kosen.

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aktivste Mitglieder in diesem Thema

das hier ist stark.

 

ich finde die geistige und verklärte ebene (die zerrissenheit und schwere innehält) - auch im hinblick auf die wortwahl- paar sich sehr gut mit einem novum an sprachlicher Elegantz. die Gefahr, so weis ich aus eigener Erfahrung, dass solche Thematik oft zu pathetisch wirkt, hier aber wirklich ein Genuss. Bravo

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  • 3 Wochen später...

Hallo wildharcal,

 

man könnte fast meinen, dass dieses Gedicht perfekt ist - über Sprache und Wortwahl brauch man da sicher nicht lange diskutieren. Du hast die Kaskaden (die hatte ich am Anfang bei dem Thema schon erwartet), du hast den Wind, die Gestaden, den Sturm sowieso, die Gischt, und und und.... Hier liegt für mich trotz spürbarer Sprachgewalt das Problem: Reicht es wirklich, zu einem Thema alle schönen Wörtchen herauszukramen und sie aneinanderzureihen, selbst wenn sie dann einen bestimmten Inhalt recht eindrucksvoll und kunstvoll wiedergeben? Ich persönlich hätte mir mehr "Überraschungen" gewünscht, weiß aber auch gerade nicht genau, ob dies das richtige Wort dafür ist. Ich hoffe, du weißt was ich meine - es fällt mir schwer, das auszudrücken, denn im Grunde mag ich ja dieses Gedicht. Um es mal anders auszudrücken: Ein paar mehr Ecken und Kanten könnten diesem Gedicht nicht schaden, das ist zumindest meine Ansicht.

Und noch was: V2 ist mir persönlich viel zu theatralisch durch das "oh" und dann geht er durch "wellensanftes Brüderchen" sehr in Richtung Kitsch - ist aber vielleicht Ansichtssache.

 

Dennoch ein gelungenes Gedicht. Es beschreibt wohl eine bestimmte Art von Persönlichkeit unter dem Deckmantel der Mythologie. Eine recht "schwierige" Persönlichkeit: Rastlos, wild und anscheinend immer auf der Suche, ohne Heimat und meistens sehr einsam. Dennoch harte Schale, weicher Kern: "doch insgeheim erfüllt es dich mit höchstem Glück, / wenn Regentropfen zärtlich deine Schuppen kosen." :roll:

gern gelesen.

liebe Grüße

flamme

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