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Farbschatten - für Rosiel


Ensimismado

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Farbschatten – für Rosiel

 

Wir flüsterten, denn Krach vertreibt nur Zwischentöne. Die Nacht würde nichts ändern, denn Schatten reichen auch in den neuen Tag, erklärte ich dir gerade. Nach kurzem Zögern lächeltest du ermattet, und meintest, dass Schattenbauten Licht brauchen um zu existieren, sonst zerfallen sie.

 

Ein wenig Farbe schenkte ich trostlosen Sätzen und ließ sie gleichsam weiterhallen. Grün mischte ich in die Harfensaiten, um dir Fernweh zu spielen. Nach einiger Zeit brach ein Schwall Orange durch die Tiefe und lockerte vermeintliche Trauer auf, sprießend wuchs nun Rot aus den fruchtbaren Farbpaletten.

 

Gründe braucht es nicht immer, wollte ich dir zeigen, in dem ich dir Lila zum Weinen anbot. Deinen Kopf an meine Schulter lehnend verstandest du, obwohl dir noch immer Rahmen die Sicht einengten.

 

Grenzen verschobst du nur, doch vorsichtig ließ ich sie verschwimmen und du sahst nun, dass auch unter Schwarz wieder Weiß hervorkommen kann.

 

Zärtlich fragtest du nun, ob Blau nur am Horizont eine Linie bilden kann, und wusstest jetzt selber, dass auch tanzend sich die Fäden verweben können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Weshalb ich ihn auch hier nochmal veröffentliche? Wohl weil es der Text ist, den ich heute stärker unterschreiben würde als gestern.

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  • 3 Wochen später...

Verzeiht mir, dass ich so lange auf eine Antwort warten ließ.

 

@Angel, das Lob freut mich sehr, gerade dieser Text liegt mir ziemlich am Herzen und soll das Gefühl möglichst auch dem Leser bescheren. Sehr schön, dass dies scheinbar geklappt hat.

 

 

Tag Kugel,

 

gestern habe ich über Irland fabuliert, und ob ich dabei nicht eigentlich meinte, dass hier eben kein Grün wächst, oder man selbst dem lilanen Flieder anmerkt, dass Lila leider doch auch Schwarz enthält - einerlei. Innehalten sagst du, und stattdessen springen meine Gedanken mal wieder, der ewige Kreislauf, der mich trotz allem verwirrt. Verraten kann ich dir viel, über Nostalgie, über Blumen die ihr blühen abstreiten, oder über Wein, der erst dann schal schmeckt, wenn ich ihn trinken möchte.

Vermischen sollte ich ihn mit Wasser, doch Salz trübt den Ekel, denn auch der muss rein sein. Weshalb, möchtest du fragen. Ich könnte nicht anders als bitter zu lachen und Freiheit zu rufen. Nur würde das Wort verhallen, wie alles, wenn die Nähe in der Ferne ist, und die Ferne in der Nähe.

Würde ich Senkblei haben, ich sollte ausloten, ob meine Lunge endlich ist, und würde letztlich nur merken, dass es zu leicht ist und die Antwort so auf der Hand liegt. Zudrücken würde ich, selbst Blei kann zersplittern, wenn die Hand zu kalt ist um zu wärmen.

Wie damals.

 

Und irgendwann hab ich es vielleicht auch gelernt, aber ich mache mir auch seit ewigen Zeiten vor, dass ich ihren Namen nicht mehr nenne, wenn ich mich schlafen lege. Es geht alles vorbei.

Irgendwann.

 

War das die Antwort die du hören wolltest? Sicher nicht. Und ich muss gestehen, ich log, als ich behauptete ich könnte dir etwas erzählen. Das beinhaltet Antworten. Und letztlich kann ich nur Fragen.

 

Tut mir Leid,

Flo

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