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12 Jahre hab ich gewartet


Gast

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Denk ich an Monika die Kleine,

wünsch ich immer sie wär meine

 

Denn ihr Gesicht, das strahlt und funkelt

bis hinein ins letzte Detail

holt mich immer aus dem Dunkel,

wenn ich im Kopf ihr Bild beleih

 

12 Jahre ist das jetzt schon her,

dass ich sie erstmals mochte sehr

 

Seitdem seh ich ihr schönes Haar,

das früher mal leicht rötlich war

und leicht bräunlich,

seitdem schwelg ich, seitdem träum ich

 

12 Jahre sind schon verstrichen

und nichts von dem ist gewichen

 

Ich wollt wirklich, sie wär meine

diese hübsche, diese feine!

 

Aber ich weiß: sie sieht mich nicht

sie kennt mich nicht - mir bleibt allein dieses Gedicht.

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Hallöchen Amaru!

 

Mir gefällt die Leichtigkeit in dem doch eher schwermütigen Thema, an ein paar Ecken könntest du feilen ("dass ich sie erstmals mochte sehr" - ist einfach ne falsche Syntax oder "holt mich immer aus dem Dunkel", was sich metrisch nicht so sauber einfügt), doch im Ganzen ist das erfrischend anders

 

Letzendlich gilt: Wer nicht wagt, gewinnt nicht :wink:

 

 

LG Torsul!

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Hallo Torsul,

 

danke für dein Feedback. Es scheint ja dann doch nicht ganz schlecht zu sein, was ich geschrieben habe. Aber bei Gedichten kann man ja ohnehin nicht von gut oder schlecht sprechen, oder?

 

Deine beiden Beispiele für solche Stellen, an denen ich noch pfeilen könnte, finde ich ehrlich gesagt recht einleuchtend. (Obwohl ich nicht weiß, was "metrisch" bedeutet; Uns Syntax bezeichnet doch den Satzbau, richtig?) Wenn also Syntax Satzbau bedeutet, dann könnte ich vielleicht anstatt "dass ich sie erstmals mochte sehr" schreiben...ja was eigentlich? Hättest du vielleicht einen Vorschlag? Das wäre super, denn ich plane, das Gedicht für die Frau, an die es gerichtet ist, sichtbar zu machen. Und das wage ich einfach mal, denn sonst kann ich ja perse nicht gewinnen :-)

 

 

Schöne Grüße

Amaru

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Hallo Amaru,

 

gut oder schlecht vermeide ich, meiner Meinung nach sind das alles nur verschiedene Vorlieben und eine Frage der Perspektive. Manch einer findet vielleicht, dass dein Gedicht hier neben einigen meiner Werke, an denen ich sehr lange saß, schlecht aussieht aber mein Geschriebsel wiederrum neben Sachen von Heine stümperhaft wirkt. Ein anderer wäre vielleicht der Meinung, dass Heines Werke langweilig und doof sind, findet dafür deine gut usw (ich bin übrigens großer Heine Fan spacer.png ) :wink:

Ich versuche möglichst objektive Kritik zu geben und nie ausschließlich negative (ausschließlich positive mach ich selten, aber es kommt vor), da mMn jedes Werk auch positive Seiten hat (und wenn mir gar nichts nettes einfällt halte ich auch mal die Klappe spacer.png ). Genauso mache ich immer deutlich, dass jedes Statement von mir auch nur meine bescheidene Meinung ist. Und damit fahre ich bisher ganz gut denke ich.

 

Syntax ist der Satzbau als Teil der Grammatik.

"12 Jahre ist das jetzt schon her, dass ich sie erstmals mochte sehr " ist ja kein Satz, denn du normalerweise so sagen würdes. Die Syntax ist hier nicht richtig (oder verdreht). Korrekter hieße es vielleicht "12 Jahre ist es jetzt schon her, dass ich sie zum erstenmal sehr mochte". In Gedichten verwendet man schonmal eine etwas andere Sprache, aber es ist schöner, wenn es natürlich Klingt. Grundsätzlich gelten auch in Gedichten alle Regeln der deutschen Grammatik (oder in welcher Sprache auch immer du dichten magst).

 

Die Metrik wird auch Verslehre genannt und umfasst die rythmischen Elemente eines Textes (in der Regel spielt sie nur bei Gedichten oder Liedtexten eine Rolle). Im Grunde geht es um die Sprachmelodie, die beim Lesen eines Textes durch unterschiedliche Betonung der Wörter erzeugt wird. Wichtig dafür sind unter anderen die Verslänge (wieviel Silben hat ein Vers, also eine Zeile), das Reimschema und die Betonung (Auftakt? Jambus oder andere Formen?). Es ist ein wenig schwierig sich da reinzufummeln aber mit ein wenig Übung geht es und viele Leute haben auch ein natürliches Gefühl für den Sprachrythmus (andere nicht, so wie manche nicht im Takt klatschen können :wink: ).

Mir persönlich hilft im Zweifel das altbekannte Wörterklatschen, wenn es um die Silbenverteilung geht (oder ich zähle sie gern an den Fingern ab :mrgreen: ) und bei der Betonung dirigiere ich vor mich hin (z.B. "Verslänge" wäre in Silben "Vers-Län-Ge, wobei die fetten Silben betont sind, also Finger Hoch, Finger runter, Finger hoch 8-) ). Wir haben hier einen ganz guten Leitfaden zur Betonung, wenn dich das interessiert: 

(es gibt wie gesagt auch Leute, die das ganz automatisch beim Schreiben hinkriegen, während andere eben alles bewusst einbauen).

 

So nun aber zum Groben, ich analysiere dein Werk jetzt nicht streng durch nach Metrik und Reimschema, wenn du in den teschnischen Aspkten nicht so drinsteckst, bringt dir das einfach nicht so arg viel und kostet mich nur sinnlos Zeit. Ich mach einfach mal die "Brüche" im Lesefluss deutlich, die mir auffallen und eben den Satzbau, weil das einem zuerst auffällt und schon den meisten Einfluss hat:

 

Denk ich an Monika die Kleine,

wünsch ich immer sie wär meine

Theoretisch müsste ein Komma nach Monika, ansonsten passt es. Vielleicht ein "wünscht" statt "wünsch", das klingt etwas rustikaler

 

Denn ihr Gesicht, das strahlt und funkelt

bis hinein ins letzte Detail

holt mich immer aus dem Dunkel,

wenn ich im Kopf ihr Bild beleih

Wieso hier der Absatz? Inhaltlich knüpft diese Strophe an die erste an, die könnten also dem Verständniss nach auch zusammen. Vers II bricht das Schema durch die Verslänge und eckt auch in der Metrik an, den würde ich streichen und ersetzen. Das einzige was mir einfällt wäre mit Veränderung von Vers I verbunden: "In ihrem Antlitz strahlt und funkelt, voll Anmut noch jedes Detail" Metrisch auch nicht ganz perfekt, aber glatter geht es nicht wirklich. Detail ist schwierig einzubinden.

"Immer" klingt so einfach, dafür fällt dir doch sicher eine schönere Umschreibung ein :wink:

 

12 Jahre ist das jetzt schon her,

dass ich sie erstmals mochte sehr

Zur Syntax hier hab ich ja schon was gesagt, Alternativen wären: "12 Jahre ist es jetzt schon her, da mochte ich sie erstmals sehr" oder ähnliches.

Seitdem seh ich ihr schönes Haar,

das früher mal leicht rötlich war

und leicht bräunlich,

seitdem schwelg ich, seitdem träum ich

Hier gilt wieder das Selbe wie bei Strophe 2, wieso nicht an die vorherigen 2 Zeilen anhängen?

"Früher mal" könnte etwas eleganter "einstmals" oder so werden. "Schön" ist wieder recht häufig benutzt, dabei kennt die deutsche Sprache doch so schöne Adjektive und Vergleiche :wink: "Seitdem träum ich" würde sich mMn als extra Vers besser machen, wobei es auch so geht. Seitdem wiederholt sich oft, aber mit der richtigen Betonung ließt sich das ganz gut, dafür würde ich einen Punkt hinter bräunlich setzen (um eine längere Lesepuse zu erzwingen).

 

12 Jahre sind schon verstrichen

und nichts von dem ist gewichen

Wie wärs mit "12 Jahre sind indess verstrichen". Muss man nicht ändern, aber wäre wieder etwas weg vom alltäglichen Sprachgebrauch.

Ich wollt wirklich, sie wär meine

diese hübsche, diese feine!

 

Aber ich weiß: sie sieht mich nicht

sie kennt mich nicht - mir bleibt allein dieses Gedicht.

Mal ganz unten drunter, weil du hier gleich 2 "unnützte" Absätze drin hast (s.o.). Ein zwei Wortänderungen, der Metrik halber, und ein wenig Verse umgestellt ergibt sich:

 

12 Jahre sind indess verstrichen

und nichts von all dem ist gewichen.

Ich wollte wirklich: Sie wär die meine

diese hübsche, diese Feine!

Doch ich weiß: sie sieht mich nicht

so bleibt mir nur dieses Gedicht.

 

 

 

Wenn ich das alles nochmal zusammenwerfe und ein wenig rumschnippel:

 

Zitat
Denk ich an Monika, die Kleine,

wünscht ich immer sie wär meine.

In ihrem Antlitz Glanz und Funkel,

voll Anmut scheint jedes Detail

befreit mich rasch aus jedem Dunkel,

wenn ich im Kopf ihr Bild beleih

 

12 Jahre ist es jetzt schon her,

da mochte ich sie erstmals sehr.

Seitdem seh ich ihr schönes Haar,

das einstmals noch leicht rötlich war

und leicht bräunlich.

Seitdem schwelg ich,

seitdem träum ich

 

12 Jahre sind indess verstrichen

und nichts von all dem ist gewichen.

Ich wollte wirklich: Sie wär die meine

diese hübsche, diese Feine!

Doch ich weiß: sie sieht mich nicht

so bleibt mir nur dieses Gedicht.

 

 

Ich hoffe meine Ideen inspirieren dich ein wenig, vieleicht hast du ja noch ein paar schöne Ideen, um es abzurunden (oder ganz andere Vorschläge). Wenn ich mal nicht weiter komme helfen mir auch 2 Websites weiter, vielleicht findest du ja da auch mal was

Ansonsten einfach immer am Ball bleiben! spacer.png

 

LG Torsul

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Hi Torsul,

 

super Nachricht, danke. Ich habe sie gelesen und einiges dazu gelernt. Dennoch werde ich sie gleich nochmal lesen, um mir einiges davon einzuprägen. Ja, so klingt das Gedicht, finde ich, schon ziemlich gut. Und ich werde bestimmt in Zukunft auf die Metrik achten, und bei dem Syntax werde ich davon abkommen, eine von der korrekten deutschen Grammatik abweichende Form zu wählen (soweit es geht). Ich denke, dass man auch durch Übung besser werden kann. Ich bin mal gespannt, was von deinen Texten zu lesen. Das mache ich auch gleich mal.

 

Übrigens, ich bin auch eine Fan von Heine. Ich finde "Nachtgedanken" ausgezeichnet, und auch "mein Herz" ("mein Herz, mein Herz ist traurig, doch lustig leuchtet der Mai, ich stehe gelehnt an der Linde, hoch auf der alten Bastei....") gefällt mir sehr.

 

Danke nochmal für deine audführliche Auseinandersetzung mit meinem Text und die tolle Nachricht.

 

Bis bald,

Amaru

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Hui,

 

freut mich, wenn dir das so weitergeholfen hat Wobei mir im Nachhinein einige Fehler in meinem Text auffallen, aber ich bin gerade zu faul das nochmal zu drehen, an meiner Rechtschreibung solltest du dir also vielleicht doch kein Beispiel nehmen :lol:

Meine letzten Werke sind "Ignopathie" (in der Schattenwelt) und "Wildfang" bei (Gesellschaftliches), Meinungen jeder Art sind immer gern gesehen =D Ruhig auch wenn irgendwas nicht gefällt oder einleuchtet

 

LG Torsul

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