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Stilmittel


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Stilmittel

 

 

Ein Werk der Dichtung ist nicht alleine vom Inhalt, sondern insbesondere von der Form her zu erschließen. Zur Kunst der Interpretation wie natürlich der des Schreibens gehört deshalb das Wissen um die wichtigsten Ausdrucksmittel (Stilmittel).

 

Die Metapher enthält im Gegensatz zum eindeutigen Begriff („Fluss“, „Rede“, „Abend“) eine bildliche, übertragene Bedeutung („Abendrot“, „Redefluss“). Unsere Sprache ist reich an solchen einfachen Metaphern. Immer enthalten sie einen Widerspruch in sich; ist der Redefluss eine Rede, ein Fluss? Die Metapher führt uns durch ihren Widerspruch über die Welt der eindeutigen Begriffe hinaus zu tieferer, reicherer Einsicht. Ältere Metaphern sind schon so in unseren alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen, das sie häufig gar nicht mehr bewusst werden. Doch sind sie in der Dichtung ebenso wertvoll wie neuere, d.h. ungewöhnliche. Wenn Brentano in seinem „Abendständchen“) sagt: Golden wehn die Töne nieder; wie es süß zum Herzen spricht; durch die Nacht ... blickt zu mir der Töne Licht – so nehmen wir die Dissonanz kaum wahr. Celans Metapher „schwarze Milch“ ist sogar besonders ungewöhnlich, fast erschreckend.

 

Das Bild ist weiter als die Metapher. Es umfasst oft eine ganze Strophe oder eine Passage eines Prosatextes. Auch das Bild führt uns zu tieferem Erleben, es ist unmittelbarer und eindringlicher als die rein feststellende Sprache. Es entstammt der Gefühlswelt und ist nicht ganz mit dem Verstande „auflösbar“. Auch darin liegt sein Reiz.

Viele Bilder sind Vergleiche. Sie vereinen Gemeinsames aus verschiedenen Bereichen, wodurch sie das Nacherleben besonders eindringlich gestalten.

Bildcharakter hat auch das Symbol. Seine Eigenart liegt in seiner starken Ausstrahlungskraft auf tiefere und Nebenbereiche. Einmal in einem Zusammenhang genannt, lässt es diesen vielfach durchdringen. Schichten aufdecken, die durch bloßes Feststellen nicht erreichbar wären.

 

Chiffren sind zu verschlüsselten Zeichen verstellte Symbole. Sie sind fast aller modernen Lyrik eigen. Können die Symbole meist noch aus dem Zusammenhang des Textes allgemeinverständlich gedeutet werden, so ist das mit den Chiffren nicht immer möglich. Oft gelingt ein „Lösen“ der rätselhaften Worte erst nach mühevollem Dechiffrieren, oder eine Lösung ist objektiv nicht möglich, denn in eine Chiffre können unterschiedliche Sinngehalte hineingelegt werden.

 

Figuren. Aus der Menge der schriftstellerischen Möglichkeiten seien nur einige Figuren genannt:

 

Wortstellung. Die deutsche Sprache kennt keine zwingend vorgeschriebene Folge von Satzteilen. So wird der Dichter je nach Absicht die Folge ändern. Jede Änderung der Stellung bewirkt andere Bedeutung; so ist ein Satz einmal mehr gefühlsbetont, einmal nüchtern, hebt einmal hervor, wirkt zurückhaltend, maßlos, maßvoll usw.

Beispiel: „Er hat nichts erreicht“ – „Nichts hat er erreicht“ – „Erreicht hat er nichts“.

 

Übertreibung. Sie soll eine Steigerung des Ausdrucks bewirken, und zwar durch eindringliche Wiederholung oder stark gefühlsbetonte Wörter.

 

Untertreibung soll durch Milderung des Ausdrucks etwas verschleiern, was eigentlich gesagt werden soll. Beispiel: „Er war nicht wenig erstaunt“ – sehr

 

Beschönigung umschreibt Negatives auf mildernde Weise.

Beispiel: „entschlafen“ für „sterben“

 

Aussparung von Unwichtigem, wodurch die Wirkung des Gesagten verstärkt wird.

 

Rhetorische Frage ist nur scheinbare Frage, deren Beantwortung nicht erwartet wird. Sie dient der Steigerung, soll Spannung erzeugen und den Angesprochenen zum Mitdenken veranlassen.

 

Allegorie: Dies ist die bildliche Umschreibung eines Begriffs, Vorgangs oder Zustandes. Meist wird diese durch Personifikation (z. B. Liebe als Amor oder Tod als Sensenmann,) gebildet.

 

Des weiteren: Den metaphorischen Vergleich, der von der Metapher zu unterscheiden ist. Beispiel für den metaphorischen Vergleich: Dein Haar gleicht der Sonne und als Metapher: Du bist meine Sonne.

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