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Was ist .. ein Geburtstag?


Mischa

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Geburtstag

Ein Geburtstag ist ein großes Problem, vor allem, wenn er gefeiert wurde, die Feier ausnahmsweise gut war (was so gut wie nie vorkommt), und man nicht mitfeiern konnte. In der Regel endet eine Geburtstagsfeier mit Feuerwehr- und Ambulanz-Einsätzen, Scheidungen, und anschließender Dekontaminierung des jetzt unbesiedelbaren Geländes.

Schon die Sursullaa in den Carlmücken-Steppen feierten vor vielen 1000 Jahren den Tag der Geburt. Dies ist durch Höhlenmalereien von Gelagen und Rauschgetränken streng wissenschaftlich bezeugt. Um Lustige Menschen streng zu bestrafen, lehnen fundamentalistische Glaubensgemeinschaften fröhliche Feste und Geburtstagsfeiern ab. Wer dennoch dagegen verstößt, erhält Streit in der Familie und eine Geschlechtskrankheit.

Da, wie uns die Geschichte lehrt, der Geburtstag von Freunden und Verwandten dazu benutzt wurde, sich sinnlos zu betrinken und sich gegenseitig zu verprügeln auf Kosten des ihn habenden Gastgebers, ist man im allgemeinen davon abgerückt und veranstaltet ihn nur noch alle 25 Jahre in eigens dafür angemieteten Räumlichkeiten (stillgelegte Atombunker beispielsweise) des Anstandes wegen, der sich inzwischen angesammelt hat. Man spricht hierbei vom bronzenem, silbernem und goldenen Geburtstag, selten von diamantnem.

Sofern sie nicht demokratisch gewählt sind, haben auch Staatsoberhäupter Geburtstag.

Im ersten Schuljahr bekommt man am Geburtstag keine Hausaufgaben, im zweiten Schuljahr frägt man nach, ob es keine Hausaufgaben gäbe und wird dann öffentlich ausgelacht. Je älter der Mensch, desto unanständiger die Frage nach seinem Alter, auch deshalb wird der Geburtstag im Laufe eines Lebens erst privat, - dann intim in aller Stille, und später streng geheimgehalten. Auf diese Weise sind Geburtstage immer mehr in Vergessenheit geraten und werden nur noch verschämt, doch tapfer von konspirativen Alkoholkranken gefeiert, die sich dafür krankschreiben lassen müssen zu Lasten des Arbeitgebers, der Volksgesundheit und des Steuerzahlers.

(zitiert aus: Meyers Lexikon für Kultur- und Gesellschaftshygiäne, Bd. 4, Seiten 142-143. München 1983)

 

1997

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