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    • An der Quelle schläft der Wind
      Müd vom Sonnenwandern
      Well um Welle ewig rinnt
      Träumend zu den andern
      In den Wäldern steht die Nacht
      Spähend nach dem Säumer
      Von der Quelle lockt sie sacht
      Sich hervor den Träumer
      Und er taumelt - ruhesatt
      Über Gras und Ähre...
      Streift das erste gelbe Blatt
      In der Abschiedsschwere
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    • Leben mit Sozialphobie
       
       
       
      Zitternd saß sie in der Ecke des Badezimmers. Ihr Herz raste, es hämmerte schmerzhaft in ihrer Brust. Ihr Atem ging keuchend, sie hyperventilierte. Ihr Gesicht war kreidebleich, ihre kalten Finger fest ineinandergehakt. Immer wieder wimmerte sie leise, dazwischen flüsterte sie:
      "Das geht vorüber, es wird gleich vorbei sein, das geht vorüber, es wird gleich vorbei sein."
      Es ging immer vorüber. Aber warum musste es heute passieren? Warum musste es jetzt passieren?Sie wusste es ja.
       
      Sie würde sich wieder selbst überwinden müssen, würde etwas tun müssen, was sie nicht wollte, was aber notwendig war.Sie musste einkaufen gehen. Musste den Schutz ihrer Wohnung verlassen und sich nach draußen begeben. Unter andere Menschen.
      Die Wohnung verlassen. Durch das Treppenhaus gehen, das Haus verlassen, die Straße entlang gehen bis zum Supermarkt, den Supermarkt betreten, alle Sachen, die sie brauchte, in den Einkaufswagen legen und sich an der Kasse anstellen, bis sie an der Reihe war. Die Waren aufs Band legen, bezahlen, in den mitgebrachten Rucksack packen und nach Hause gehen. Die Straße entlang bis zum Haus, durch das Treppenhaus, bis sie endlich wieder im sicheren Schutz ihrer Wohnung sein würde. Und bis dahin? Menschen. Andere Menschen. Fremde Menschen. Bekannte Menschen. Menschen. Und Angst. Todesangst. Vor all diesen Menschen.
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    • Vom GROSSARTI-GEN ERKENNTNISAPPARAT*
      (*Zitat: Prof. Harald Lesch - Danke für die In-spi(n)-ration!)

      Der Homo, der sich sapienst,
      wie ICH nicht weiß und Du verkennst,
      der gerne von ERKENNTNIS spricht,
      mit GROSSem Hirn, aus seiner Sicht,
       
      das ARTIG die Synapsen putzt,
      als APPARAT das Weltall nutzt;
      nun, dieser Mensch, der dachte sich:
      Die Arten sterben ohne MICH?
       
      So geht das nicht, in MEINER Welt!
      Er fand ERKENNTNIS, REICH das Geld,
      den Quark, der singulär regiert,
      das hat auch die Natur kapiert.
       
      Jetzt rottet Mensch so vor sich hin.
      Ja, selbstverständlich macht das Sinn,
      wenn alles ins Nirwana sinkt
      und der Planet zum Himmel stinkt,
       
      weil's IHM, alleine, göttlich frommt,
      wenn ICH an erster Stelle kommt!
      Hinfort mit Hund und Katz und Maus,
      dann stirbt er sich noch selber aus,
       
      beweist betont ANTHROPOZÄhN,
      so, wie er's will, so muss es gehn,
      ganz einfach, weil er's kann, na und,
      das langt kausal doch hin als Grund!
       
       
       
      (P.S.: Ja, die Krümmung einiger Betonungen ist relativ absichtlich so im Raum, es lag nicht daran, dass ich keine Zeit hatte. Aber eine Masse sati(e)rischen Spaß und das wirkt immer, jederzeit und überall, dagegen kann man nichts machen - Humor hat zu viel Kraft. Cogito, ergo krumm: Alles nicht so schwer nehmen!)
       
       
      (P.P.S.: Ist ein bisschen sehr viel - 'Physik drin', fürchte ich. Aber damit habe ich mich, rein aus Interesse, seit einiger Zeit beschäftigt, was zu diesem Gedicht führte. Anthropozän - das 'Zeitalter des Menschen' zeigt seine 'Zähne'. Sarkasmus und Ironie sind gute 'Waffen' gegen Depressionen ... )
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    • Wahrlich schon der erste Blick
      verriet wie nah die Zwei sich standen
      Schicksal lenkte ihr Geschick
      sodass sie zueinander fanden
      Herr Weide war dem Wasser angetan
      und hing darüber tief geneigt
      Frau Pappel hatte einen and'ren Plan
      ihr Blick hat Richtung Licht gezeigt.
       
      Am Stamm waren sie tief verbunden
      auch tranken sie vom gleichen Saft
      der heilte ihrer beider Wunden
      und schenkte ihnen Lebenskraft.
       
      Irgendwann in diesen Tagen
      hörte man Frau Pappel sagen:
      Ein Sturm zieht auf, ein großer gar
      von Ferne naht die Schreckensmar
      und drüben wanken die Geschwister
      oh welch ein Krachen und Geknister
      Herr Weide, halte mich gut fest
      ich fürchte, dass die Kraft nachlässt
      und ohne Ende tost und braust
      der Wind, ganz gleich wohin du schaust.
       
      Herr Weide aber seufzte schwer
      er ahnte wohl, dass Schlimmes naht
      im Sturm half keine Gegenwehr
      nur hoffen, dass ihr Halt sie wahrt.
       
      Fest hielten sie des andern Holz
      ihr Anblick barg noch jenen Stolz
      mit dem sie vieles überstanden
      und ihrer beider Art verbanden
      doch dort wo sie verwachsen waren
      ach seit so vielen Baumesjahren
      war nun ein tiefer Spalt zu sehen
      der Sturm will nicht vorüber gehen
      noch mühen sie sich festzuhalten
      zu trotzen den Naturgewalten
      sie schöpfen dafür alle Kraft
      aus dem Bande ihrer Freundschaft.
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    • Ein letztes Gespräch mit Gott
       
       
      Da stand ich. Mir gegenüber Gott, oder wie auch immer man das Wesen nennen mag. Überraschenderweise sah er ganz anders aus, als in meiner kindlichen Vorstellung. Traurigerweise handelte es sich jedoch unverkennbar um ein männliches Wesen- schade, dachte ich mir. Ich war in meinem irdischen Leben nicht religiös gewesen. Ihn schien das nicht zu interessieren- auch gut, dachte ich mir.
      Willst du die Antwort auf deine Frage, fragte mich der gesichtslose Mann. Stirnrunzelnd sah ich ihn an. Willst du sie nun haben? Ich konnte nicht antworten, zu sureal und sinnfrei erschien mir eine Antwort. Nunja, eine Antwort ist nicht nötig, bestätigte mich der körperlose Mann. Ich sehe dich in allem, was dich ausmacht und weiß um alles, was einmal war, was ist und was sein wird.
      Verwunderung umhüllte mich wie eine warme Decke und gerade als meine Lippen Worte formen wollten, verflüchtigte sich dieser faserlose Mann. Zurück blieb ein feiner Nebel, der mir jede Sicht nahm. Tastend wollte ich mich nach vorne bewegen als meine Fingerspitzen plötzlich auf auf Widerstand stießen. Ich kniff meine Augen zusammen um die Umrisse besser ausmachen zu können. Was ich schließlich erkannte, ließ mich erstarren. Ich stand vor einer Leinwand meiner Lebenserinnerungen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und trat einen weiteren Schritt auf das Gemälde zu. Im Zeitraffer sah ich geliebte Gesichter lang Vergessener, längst Verstorbener und flüchtig Bekannter. Noch einen Schritt nach vorne. Unbekannte Gesichter fügten sich ein, die jedoch ein Gefühl der Nähe auslösten. Zitternd hob sich meine Hand und meine Finger berührten dieses verstörende, bewegte Bild. Szenen eines mir nicht bewussten und doch so vertrauten Lebens wechselten immer schneller die Besetzung.
      Anhalten sagte mein Mund, weiter sagte mein Herz. Ich wollte es sehen, musste es sehen, dieses gelebte und erträumte Leben. Doch die Farben verschmolzen zu Seen, für meine Augen unerkennbar.
      Dann war es dunkel. Kein Licht, kein Schimmer, nur Schwärze.
       
      Ja, sagte die Stimme.
       
      Ja zu was?! Schrie ich stumm.
       
      Ja. Alles Geschehene war nicht für oder gegen dich, es war wegen dir.
       
      Ich verstehe nicht, was soll mir das alles sagen?
       
      Schau genau hin.
       
      Was soll ich in dieser Dunkelheit denn erkennen? Es gibt kein Licht!
       
      Dann ändere die Blickrichtung.
       
      Verzweiflung und endlose Wut durchflossen jede Zelle, ich ballte die Fäuste, schloss die Augen-
      und sah es.
       
      Das Gesicht in der Mitte des Sees aus Farben. Glückseligkeit brachte es zu einem Strahlen, welches heller als jede Sonne war. Schlagartig wurde mir bewusst, dass jeder Farbpartikel sich in voller Absicht zu diesem Strahlen anordnete. Kein Klecks, egal wie klein, war aus Zufall an seiner Stelle.
       
      Beim letzten Hauch des Lebens in mir erkannte ich dort mein Gesicht, als meine Seele vor Glück zerbarst.
       
       
       
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