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Arturo

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  1. Für die Ewigkeit respektive bis zur Psycho­kalypse now sei hier festgehalten, dass auch die Politiker­kasten der marktkonformen Demokratien im Ange­sicht der unentrinn­baren Fakti­zität dieses gut gemeinten Weltuntergangs bereits worthülsen­ge­schwängerte Beweg­lichkeit signalisieren, um die Rahmen­bedingungen zur Gründung einer Unter­suchungs­kommission zur Strukturierung für eine nach­haltige Tendenz­wende des Reset-Kapitalismus ergebnisoffen, zeitnah und alternativ­los zu disku­tieren. Wir leben in einer Neo-feudalen Verlautbarungswelt der Image-Berater, der Kogni­tions-Forscher und ihrer Anpreisungssprache, kontaminiert mit Bedeutungs­losigkeit. Die Betroffenheits­industrie und ihre Designprodukt­entwick­lungsabteilungen be­schmie­ren Sprache mit Leuchtfarbe und verwandeln das Leben in Müll. Es gibt so viele tückische Be­griffe, die die Menschen in scheinbarer Sicherheit wiegen, glauben sie doch zu wissen, wovon sie reden. Aber die Begriffe sind hohl, Worthülsen, die sie nach Gutdünken mit ihren Weltbildern füllen. Tatsächlich sind heute in einer twitteristischen Welt, die immer stär­ker aus Fake und immer weniger aus Fakt be­steht, sehr viele Begriffe - auch mit einem humanistischen Basta - toxisch. Sprache ist oft ein Instrument, die Positionen der herrschenden Meinungsführer zu mani­festieren, ein Instrument für einen elitären Herrschaftszirkel. Sprach­regelungen, Medien­linguistik und diskursive Benimm­regeln haben Regierungen schon immer als ihre Aufgabe angesehen. Politiker wissen, dass man mit Sprache eine Wirkung erzielen kann, Erregung, Übelkeit, Angst, Kopf­kribbeln. Die Parteipolitiker produ­zieren dermaßen viel klima­schädlichen CO2-Ausstoß in ihren Sprechblasen, dass auch hier eine CO2-Be­prei­sung lohnen würde. In den Parla­menten ist auch eine Entschwafe­lungs­anlage gegen Leer­form­alde­hyd mit Lügoxyden­filter längst überfällig. Verlaut­barungsdünnsäure und saure Reden ver­giften die Umwelt. Der Blick hinter die Worte der sprachlichen Tricks von Politikern mit ihrer Bläh­sprache ist nötig für ihr Verständnis. Wenn man die verschleiernde Amtssprache von An­sprüchen und Leistungen der führenden Nebelmaschinisten einmal in konkrete Lebens­situationen umsetzt, zeigt sich, welch asozialer Geist sich der selbst er­nannten Eliten bemächtigt hat. Die Volksvertreter leben gegen die Zu­mutungen der Realität im weitgehend abgedichteten Politkosmos in einem anderen Klima. Sie atmen eine andere Luft, sie sprechen eine andere Sprache, sie denken anders als das Volk und antworten immer mehr oder weniger gekonnt auf Fragen, die keiner gestellt hat. Die Politiker mit ihren einschläfernden Attitüden, Phra­sen und ihren immer gleichklingenden trai­nierten Sätzen, die als Fertiggerichte serviert wer­den - diese zitierfähige Fertigbauteilsprache ist es, was mich so wahnsinnig langweilt, den Politi­ker aber schützt. Was sie an moralischem Werten behaupten, ist nur Zierrat, sind Accessoires für ihre politische Rolle. Dafür beherrschen sie die Kunst des Weg­sehens, Wegdenkens und Wegfühlens sehr gut. Gefühle belasten und bremsen das Wachstum der selektiven Recht­sstaatlichkeit. Gebildete Menschen, die das System in Frage stellen, gefährden den Pro­duktions­prozess. Die Gesundheit gefährdet die deutsche Industrie. „Sprachreform und Modifikation des Personenstandsgesetzes sind unabdingbar zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.“ Weil es das oberste Gebot von Politik und Justiz ist, Formfehler zu vermeiden, werden Heerscharen von PR- und anderen Beratern beauftragt, mittels semantischer Win­kelzüge verbale Nebelkerzen zu zünden, Neben­kriegsschauplätze zu erfinden, um von der Wahrheit abzu­lenken. Die BlutBildTerrorpostille und Wortver­schwur­belungen schaf­fen zugleich die Realitäten, die sie darstellen. Luzide eindeutige Aussagen gehören zur Tages­ord­nung der Berufspolitiker. Sprechblasen gehören zum Wahlkampf wie die Blasmusik zum Trachtenfest. Um Wahlen zu gewinnen, formulieren die politischen Parteien immer Wischiwaschi-Forderungen, die durch tausend Kompromisse entstanden sind, der eine große Masse von Menschen, die Mehrheit der durchschnittlichen Bundeskonsumbürger eben, zustimmen können. Wahlprogramme sind der dernière cri der Fiktion. Der Bundestagswahlkampf als Realityshow. Die gnaden­lose Windschlüpfrigkeit der Berufs­politiker mit ihren erprobten Text­bau­steinreden, Worthülsen und Propa­gandamüll, zeichnet sich durch Zahlen­chine­sisch und einschläferndem Blabla aus. Mit einfachen Mitteln einfache Sachen so einfach darstellen, dass einfache Menschen es einfach nicht mehr verstehen … wegmerkeln … „Es wäre nicht falsch, davon aus­zugehen, wenn man annehmen würde, dass dieses Gespräch noch in dieser Legislaturperiode stattfinden könnte.“ Mit dem Vortragen ihrer leeren Phrasen mit viel sagen­der Betonung können sie Konsum kritisieren und glorifizieren, in alle Richtungen nach Bedarf solidarisieren und verurteilen und sich durch jedes brisante Thema phraseln. Weltanschauungen sind flexible Vokabelmi­schungen, denen der Makel schmieriger Speku­lanten­fonds anhaftet. Kanzlerette Merkel sagt: „Die EU ist keine Sozialunion“, und mit dem nächsten Satz beschwört sie „Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft“. InnenHorstMinister­ See­hofer wird zum Wortkünstler kakophoner Sprachvarianten, wenn es darum geht, Flüchtlinge abzuwehren … Die Profipolitiker, die Weiter-So-Macher, manipulativen Strippenzieher, pol­ternden Choleriker, Einpeitscher und Durchregierer sind jederzeit in der Lage, EinsA-Wahlniederlagen in spektakuläre Siege um zu lügen. Das weltgeschicht­liche Defizit wird durch Partei­chine­sisch, Small­talk, Jäger­latein und Verlautba­rungs­dünn­säure in das freie Recht auf die eigene Täu­schung umge­wandelt. Die Unvor­herseh­barkeit und Unkontrollierbarkeit der Zukunft, die Dialektik von Sinn und Wahnsinn der Moderne wird zur Erzählung von der Ratio­nalisierung und funktionalen Differen­zierung der Welt verharmlost. So manche Politiker haben auch Mundfeuerwaffen, klirren mit bewaffneten Zun­gen, manche hören sich wie Maschinengewehrsalven an, andere wie Knallfrösche … Worthülsen werden zu Kampfbegriffen: Eine system­konforme Bewusstseinserkrankung nicht tatgeneigter Personen gebiert Wörter wie bedrohungs­gerechte Risiko­ver­meidungs­organisation, Kopier­terrorismus, Unrechtsstaat, Ermittlungs­gene­ral­klausel, Glaub­würdigkeitslücke, Krea­tivmörder, Banken­rettungsmilliarden, Privati­sierungs­orgie, sozial ver­träg­liches Früh­ableben, Sarra­zynismus, Eskapis­musan­gebote, quotierte Frauenparkplätze, Vulgärfeminismus, Öko­schwuchteln, Vor­zeige­aktivistin, Euro-Eman­zen, Mit­sprache­bürger. Ankündigungs­minister lamentieren mit postlafon­tain­eschen Wurm­fortsätzen: Ausgegrenzte Konfliktfelder, entschei­dungs­reife Altfälle, Qualifi­zierungs­offensiven, saisonbereinigt, angedachte Eck­pfeiler, kollektives Einzel­­inte­resse, mit der Zielsetzung zurück­gehen, Uploadfilter, Linksteuer … Ich sehne mich nach klaren Worten, die die Dinge beim Namen nennen, sagen was Sache ist, meinen, was man redet.
  2. Arturo

    Vom fliegen im Wind

    Drachen sind wunderbar majestätische, mächtige und mythische Geschöpfe. Im Fernsehen wurde Onkel Armin Laschet von Kindern gefragt: „Wie würdest du heißen, wenn du ein Drache wärst?“ Laschets lasche Antwort: „Keine Ahnung.“ Das ist doch ein guter Name für ihn, finde ich.
  3. Arturo

    PASSAGE

    Liebe Melda-Sabine, ich finde es immer spannend, was andere aus meinen Texten heraushören oder hineinlesen. Auch deine Lesart ist sehr interessant, du hast es schlicht auf eine haushaltsübliche Ver­packungseinheit runter gebrochen. Doch deine Interpretation meines Haikus war gar nicht das, worüber ich geschrieben habe. Und dein Beitrag, lieber Carlos, war wiederum eine Reaktion auf Melda-Sabines Beitrag, also nicht auf mein Haiku. Es geht in meinem Text nicht um Einsamkeit, Sinnlosigkeit, Leerlauf oder Frustration. Eigentlich mag ich meine Texte nicht erklären, die tiefsten Dinge können eh weder gefragt noch beantwortet werden. Doch weil ihr so nett zu mir seid, versuch ich`s mal. Das ist aber wie bei einem Witz, wenn man ihn erklärt, funktioniert er nicht mehr. Und meine Erklärung klingt auch ziemlich geistesgestört. Haikus sind keine Kinderreime auch wenn sie manchmal auf den ersten Blick in drei harmlosen Halbsätzen daherkommen. Im Text geht es um die Leere in der Mitte, wo alles miteinander verbunden ist. Es geht um Meta­phy­sisches, Philosophisches, Spirituelles, um Paradoxien, um Unzuläng­lichkeiten der Sprache, auch der Wahr­nehmung. Erste Zeile: Nichts geschieht Das Nichts ist vorhanden, obwohl es gar nicht da ist, obwohl es gar nicht existiert, geschieht es, obwohl es das Nichts gar nicht gibt. Es ist einfach da, man sieht es nicht, man hört es nicht, es riecht nicht, schmeckt nicht. Dieses Paradox habe ich in der ersten Zeile benannt. Das Nichts ist mehr als nur ein Wort für etwas nicht Vorhandenes. Man könnte das Nichts auch den leeren Raum nennen, der es ermöglicht, das Dinge darin existieren. Es hat aber nichts mit Globalisierung, Kommunikation oder Depression zu tun. In der zweiten Zeile ich bin erfüllt von Leere geht es ebenfalls um das Paradox, eine Leere, also ein Nichts, das einen Raum ausfüllt. Diese Leere hat nichts mit Sinnlosigkeit zu tun. Die Leere ist nicht gut oder böse, weder traurig noch lustig, völlig ohne Bewertung, sie ist einfach nur da, pure Existenz. In der Leere liegt die Fülle aller Mög­lichkeiten. Denn das Leben ist ja kein Entweder-Oder, sondern die Integration scheinbarer Gegensätze. Unser gesamtes Leben funktioniert durch die Dialektik der Gegensätze, es gewinnt seinen Reichtum und Schönheit aus dem Spiel dieser Gegensätze. Die dritte Zeile allein sind wir alle ist ebenfalls ein Paradox. Ich bin allein, alle anderen Menschen sind es auch, den­noch ist jeder Einzelne allein, allein für sich und man teilt sich das Alleinsein mit allen anderen, die ebenfalls allein sind. Wir kommen allein auf die Welt und verlassen sie auch wieder allein. Wenn alle erkennen würden, dass alle allein sind, wären wir Eins, wären wir eine riesige Einheit, wo alle Pola­ritäten aufhören, wo sich alle Paradoxe lösen und alle Widersprüche enden. Ich gehöre dem Ganzen an und das Ganze gehört zu mir. Die Ganzheit des Ich bin nichts/Ich bin alles. Das Eine in Allem und das All im Einen und beide sind niemals zu trennen, sie gehören alle der Leere an.
  4. Arturo

    Wölfin verrissen

    Viele weibliche Figuren der Mythologie wurden im Laufe des uralten sexuell konnotierten Menschelns in buchhalte­rischer Verrechnungsprosa als Rand­figuren männlicher Heldengeschichten abgestellt und einige schrieben sich `n Wolf
  5. Kern der Schönheit ist die vollständige Abwesenheit von Sinn und Zweck auch dieses Kommentars
  6. Die Verständnisverknappung ist die Ruhebank auf der Wanderung der Gedanken.
  7. Arturo

    PASSAGE

    Nichts geschieht, ich bin erfüllt von Leere, allein sind wir alle …
  8. Er war völlig unauffällig hat immer nett gegrüßt man hat ihm nie was angesehen sagten die Nachbarn nach seiner Verhaftung
  9. Arturo

    Ansichten einer Aster

    Die immer wiederkehrende Neuschöpfung der Urelemente der Natur ein Schauspiel unaufhörlich sich wandelnder Formen in einem fließenden Zusammenspiel des ewigen Zyklus‘ von Tod und Geburt ☯️
  10. Moscheen, Kirchen und Synagogen sind keine Häuser Gottes, sondern Denkmäler seiner Abwesenheit. Das Hauptproblem ist nicht, welche der Religionen die wahre ist und was für eine Beziehung sie zueinander haben, sondern wie man die Schäden beseitigen kann, die sie in der Welt angerichtet haben und noch immer anrichten. In dieser Welt, in der fast alle traditionellen Orientierungsinstanzen fragwürdig geworden sind, gibt es nur eine Hoffnung, wenn die Führungseliten es wagen würden, einige ihrer grundlegenden Vorstellungen über das Wesen des Menschen und der Gesellschaft neu zu überdenken.
  11. Arturo

    Was ist Kunst?

    Herrlich, Amadea, ich lach mich dekontextualisierend schlapp. Explizit die Catch-up Beuys gefallen mir tierisch. Ich weiß, dass es noch exakt 42,542423 Definitionen gibt. Als einer, der Kunst (Art) nicht zufällig im Namen führt, also Kunst pur ist und kein Künstler, habe ich die Definitionshoheit jedoch gerne den PlatzhirschInnen überlassen. Dass Textilien aus Wörtern beststehen, ist für mich als paraphrasierenden furor poeticus eh klar. Steht hinter der schönen Kunst-Natur, dem Kunst-Rasen, der Kunststoffkleidung mit ihren Spiege­lungen und Ähnlichkeiten die Grenze des menschlichen, dessen Abgrund? Und deine individuelle-persönliche-Privat-Auslassungs-Kunst, der Blanc nach dem Bindestrich, Kunst-_Anhängerin, Kunst-_Fasern, KunstStoff-_Hosen, Kunst-_Rasen, Kunst-_Blumen ist sicher die Leerstelle, die nicht zu beruhigen, sondern eine offen zu haltende Aufgabe der Kunst ist. Oder ist es die faux-introspektive Kunstpause? Da! Da! Soeben hat ein Weggewordener die Welt zum Kunstwerk erklärt!
  12. Arturo

    Wohin

    Nur wenn der Apfelbaum den Apfel abwirft, kann er neue Äpfel wachsen lassen ...
  13. Arturo

    Frühe Gedanken

    Mami, Mami, warum fällen denn die Männer alle Bäume? Damit die Autos schneller fahren können, mein Kind. Wo wollen die denn alle hin, Mami? Ins Grüne …
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