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Oilenspiegel

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Über Oilenspiegel

  • Geburtstag 21.02.1965

Autorenleben

  • Wohnort
    In keiner Stadt, sondern auf dem Lande. Du weißt schon - im Sommer der schwere Duft reifer Getreidefelder, nachts reihum anschlagende Hunde, Ahnen, die in Hollunderbüschen leben, viel zu schnell durchdonnernde LKWs, immer die gleichen Gesichter in der Kneipe, allgemeine Aufregung wegen eines Antifa-Aufklebers an der Bushaltestelle und Riesenkulturschock, als plötzlich ein Afrikaner am Osterfeuer steht ...
  • Lieblings Autoren / Dichter
    ja, viele
    Bettina von Arnim
    Alice Walker
    Louise Erdrich
    Christine Lavant
    Toni Morrison
    T. C. Boyle
    Pablo Neruda
    Peter Härtling
    ...
    und viele, viele Kochbuchdichter*innen

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  1. Danke dir, Carlos. Ich wünsche, ich bekomme bald wieder Gelegenheit für solche Sachen. Habe seit Jahren nur Skizzen geschrieben. Könnte also langsam mal Herbst werden. Hab einen guten Tag! 🦉
  2. Hätte sein können ... aber ich - mit einem adligen Hund!? Vielleicht noch rasserein mit tausendjährigem Stammbaum? Unvorstellbar. 🦉
  3. 😆 Absicht? Missverständnis? Egal, wunderbar! Danke für den herrlichen Moment, Uschi! Nein, der Hund hieß Pablo. Ich meine schon den Schauspieler, den alten Schweden.
  4. Oilenspiegel

    Herbstgedanken

    Durch die herbstbraunen Äcker streifen Den Hund laufen lassen An einem Traktorreifen vorbei Bunte Fetzen von allerhand Irgendwas liegen verstreut Und jemand, vielleicht ein Traktorist, Leerte seinen Autoaschenbecher am Wegrand, bei den Pappeln Vor mir eilt Max von Sydow in den Nebel Flieht mit energischen Schritten Wie ein Stift übers Autogramm Als müsse er mir diesen Zustand unterschreiben (aus 2009)
  5. Oilenspiegel

    Rote Äpfel

    Ganz großes Kino!
  6. Sehr schön beschrieben. Genau so ist es an vielen Tagen. Gefällt mir sehr.
  7. Vielleicht erleben wir es alle noch, dass die geltende Deutung solchen Zauberwerks durch eine andere ersetzt wird. Es würde manches nachvollziehbarer und glaub-würdiger machen. Und dem katholischen Glauben aus dem Mittelalter in die Gegenwart verhelfen. Ach so, ganz vergessen: Schön gedichtet!
  8. "Gebraucht" man die Liebe? Braunaug', lass die Reime sein, dann falln dir bessre Worte ein. Das Gereime und Geschiebe von Silben an ein' passend' Ort macht aus den wichtigsten Gedanken manchmal ein schrecklich Gruselwort- ungetüm. Und in Gossensprache, nicht mit Schwanenfeder geschrieben: He Braunauge, lass die Reime erst mal sein, dann fallen dir bessere Worte ein. Das Gereime und Geschiebe von Silben an eine vermeintlich passende Stelle macht aus den wichtigsten Gedanken manchmal Lyrikschwurbelei, der das Wichtigste zu fehlen scheint. Denke ich jedenfalls immer, wenn ich das Gefühl habe, dass da ewas nicht stimmt. Trotzdem. Angekommen ist bei mir schon, dass da ein verletztes Lyrisches Ich seinen Liebes-Glücks-Anspruch vorerst in die Ecke geschmissen hat. Das scheint mir das Wichtigste, der Kern. Enttäuschung, Wut. Eine Momentaufnahme. Wir sind immer interessiert, wie es weitergeht. Ob sich dieses LI wieder auf die sonnige Seite der Straße traut. Oder das genussvolle allein Kochen und Essen für sich entdeckt. Oder Phantasiebücher zu phantasieren beginnt. Ja, wir sind gespannt. Willkommen, Braunauge! 🦉
  9. Eben. Offen lassen. Wird mir immer wieder empfohlen. Ich bin viel zu altertümlich pädagogisch manchmal oft. 🧐
  10. Danke, Carlos. Mh, die ist wahr. Nicht so wortwörtlich in jede Kleinigkeit hinein, aber - - - tja. Deine Texte sind auch oft / immer sehr nah an der Wirklichkeit. Und trotzdem wunderbar ver-dichtet.
  11. Ja, das Ende ... Da ich seit vielen Jahren nicht mehr literarisch "arbeite", sondern allenfalls Skizzen hinschmiere, um wenigstens etwas von meinen Gedanken zu sammeln, die später mal "etwas" werden könnten, ist vieles fragmentarisch. In dem Fall hier glaube ich, dass es sogar noch bis in den unvermeidlichen Telefonsex weiterging, aber entweder irre ich oder der Teil liegt irgendwo abgetrennt vom noch Hirn-gesteuerten Textteil. Ich mag Fragmente, Kaputtes, Rost, Scherben, angefressenes Holz. Die Ästhetik des Verfalls ist mein Schlüssel zu allem, was mir weh tut. Wie so ein Telefonat. Ich freue mich, wenn es auch anderen gefällt, was ich so rumspinne. Danke! 🦉
  12. Telenovelle Einer liebte eine schöne Frau. Sie hörten miteinander Musik. Gingen in Theater. Nahmen Anteil am Leben da draußen. Liebten das Verinnerlichen. Küssten sich auch ein mal. Waren verwirrt. Spürten die Lust. Wurden kein Paar. „Vielleicht im Alter, irgendwann, wenn es uns dann nocht gibt“, sagten sie. Und litten an dem, was fehlte. Das Leben trennte sie schließlich. Schied sie zu Erinnerungen voneinander. Bis eines Tages das Telefon schrillte. „Ja?“, sagt die vertraute Stimme, „wer is'n da?“ Kurze Stille. „Leg nicht auf“, krächzt er. Pause. „Du bist das?“ „Ja.“ Kinderstimmen toben im Hintergrund. „Warte mal. Ich zieh mich mal in eine ruhige Ecke zurück. Hier ist Kindergeburtstag.“ „Sorry“, krächzt er. „Nee, schon okay, kannste ja nicht wissen. Meine Tochter wollte schon längst da sein, den Haufen übernehmen, warte mal - “ Er hört sie laut und resolut die Kinder informieren, wie sie sich in den nächsten Minuten zu verhalten hätten. Dann wird eine Tür laut ge- schlossen. „Hallo, biste noch dran?“ „Ja“, krächzt er. „Na dann! Wie hast du meine Nummer gefunden? Warum hast du sie gewählt?“ „Ja, äh“, krächzt er. „Also - “ Pause. „Also deine Stimme klingt noch wie früher“, kämpft er sich einen ganzen Satz über die trockene Zunge. Sie lauscht, will sagen: deine nicht gerade, du krächzt so! Sagt stattdessen: „Das höre ich öfter mal. Neulich erst hat mich ein Cousin angerufen, kennste vielleicht noch, den …, weißt du?“ „Nh, nh“, verneint er. „Melden sich seit zwei Jahren Leute bei mir, von denen ich seit Ewigkeiten nichts gehört habe. Verflossene, alte Kolle- ginnen, Verwandte. Seit ich den Laden habe, steh ich ja über- all drin, da finden die meinen Namen und rufen an. Bin scheinbar tierisch wichtig. Dir auch?“ Das war sie. Direkt, ein wenig burschikos, Wind aus den Segeln nehmend, das Ruder ergreifend. „Du, warte mal, ich muss noch mal zu den Kindern rüber. Bin gleich wieder da.“ Er hört einen Schlag. Wohl das Telefon auf einer harten Unterlage. Eine Minute Stille, zwei. Es knackt wieder. „So. Bin zurück. - Ja, rufen alle an. Jetzt du. Ich weiß nicht. Ist das gut? Soll ich fragen, wie es dir geht? Du willst be- stimmt wissen, was ich so mache, ob ich noch künstlerisch aktiv bin, ob ich einen Mann habe, verheiratet bin, gar po- litisch aktiv – und all das, nicht wahr?“ „Na ja. Mh, vielleicht. Solche Sachen, ja. - Und wie du riechst.“ Mist, zu direkt, denkt er. „Wie ich rieche? Das fragt nicht jeder. Ja – im Moment nach Stresshormon 5, Eau de Schweiß.“ Sie schweigen wieder ein paar Sekunden. „Du“, sagt sie dann. Ruf heute Abend noch mal an. Aber nicht vor zehn. Mein Karlinchen ist immer noch nicht hier und ich die Kinder können nicht ewig allein bleiben. Heute Abend, nach zehn, ja? - Du? Ich freue mich drauf!“ „Okay. Bis dann“, sagt er. Erst nach dem Auflegen wird ihm sein Zittern bewusst. Alles zittert. Schauer durchfahren seinen Körper. „He, du hast mich warten lassen! Ich sitze hier wie eine Fünf- zehnjährige und starre auf das Telefon!“ „Du hast gesagt ,nicht vor zehn', da hielt ich viertel nach genau für richtig.“ Stille. „Es ist genau richtig. Danke, dass du mich nicht sitzen gelassen hast. Dann würde ich nämlich in spätestens einer halben Stunde heulen.“ „Meinetwegen?“ „Deinetwegen? Ach Quatsch! Oder – natürlich deinetwegen. Auch wir verlieren uns, sehen uns über dreißig Jahre nicht, hö- ren nichts voneinander, riechen uns nicht ...“ Er lacht leise. „Immer noch Stresshormon 5?“ „Nein! Was denkst du von mir? War 'ne schwere Entscheidung zwischen Springtime und Indian Summer.“ „Und?“ „Ehrlich? Hab Indian Summer genommen. Passt auch mehr zu dem Kleid, das ich gerade trage.“ „Du trägst Kleider? Das ist die erste Veränderung, die ich höre.“ „Na ja, ist noch ein Probelauf. Aber dieses hier hat mir meine beste Freundin geschenkt. Sie will, dass ich etwas femininer in Erscheinung trete. Ich eigentlich auch. Hat sich lange keiner mehr nach mir umgedreht. Dabei ist fast alles noch dran an mir, und straff! Meine Tochter ist jedenfalls immer neidisch, wenn sie mich aus der Dusche kommen sieht. Sie sagt es nicht, aber ich sehe ihren Blick. Alte Hexe!, denkt sie, Wie macht die das nur?! Aber ich verrate ihr meine Geheimnisse nicht.“ Er hört zu und kann es kaum fassen. Sie redet wie damals. Offen, berührend nah, bildhaft. Nein, körperlich. „Beschreib mir das Kleid“, bittet er sie. „Das Kleid? Ja, das ist ein ganz besonderes. Ich glaube, es ist afrikanisch. Ethnomuster. Braun-gelb-orange-Töne. Ein ganz einfacher Schnitt. Wirkt am Körper aber ganz raffiniert. Steht mir gut. Ich trag es aber nur zuhause. Moment - “ Er hört seltsame Geräusche. Eine Art Zischen, dann ein Klap- pern. „Habs ausgezogen. Ich wusste nicht mehr, wie ich bequem sitzen oder liegen kann in dem Ding. Jetzt ist es besser.“ + + + düdeldüdeldüdelsummsummsumm + + + Mist! Immer diese Kliffhänger!!!
  13. Na jaaa - auch Eckpfeiler müssen geplant werden, also "angedacht", bevor man sie errichtet. Und bevor es eine Kathedrale wird, kommt auch noch eine Andacht daher. Köstlich. Gern genossen. Genosse Oilenspiegel wünscht einen angenehmen Abend! 🦉
  14. Ja, gefällt mir, wenn ich auch nicht allen Gedankenbildern folgen kann.
  15. Stark. Ein schönes Gedicht ohne Wölfe drin. Das macht mich froh. 🦉
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