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  1. Hera Klit

    Abstieg ohne Aufstieg

    Abstieg ohne Aufstieg Wir hatten drei teure Firmenwagen geleast. Wir waren unsere eigenen Bosse, in unserer drei Mann Firma. Keiner hatte uns was zu sagen. Die Bank hatte uns Kredit gewährt. Wir hatten die Macht und waren total bekloppt. Der Verkäufer lud uns noch in eine Bar ein. Er mit dem guten Deal in der Tasche, und wir mit dem Grundstein für unseren Untergang. Noch glaubten wir an unseren Erfolg. Aber drei derartige Leasingverträge lasten schwer, besonders bei stagnierender Auftragslage. Wir soffen wie die Löcher an diesem Abend, ohne viel zu vertragen. Als der Verkäufer ging, entwickelten wir noch die Idee, die Kaiserstraße unsicher zu machen. Männer, mit schnellen Autos, wollen auch schnelle Nummern. Die Nutten verdienten gut an uns. Ich gab meiner den kompletten Inhalt meines Portemonnaies. 300 Deutsche Mark. Mehr hatte ich zum Glück nicht dabei. Sie machte mich startklar, aber jedes Mal, wenn ich drauf wollte, ging meiner runter. Ich war einfach zu voll. An ihr lags nicht, sie war 1A Material. Erstaunlich gut, für die dreckige Meile. Anstand hatte sie auch, sie rackerte für ihr Geld. Handarbeit, made in Germany. Dann holte sie noch Sekt und wir stießen an. Super Frau, ich weiß noch genau wie sie aussah. Heute malträtiert mich die Moral, deswegen esse ich nicht mal Fleisch, geschweige denn, dass ich es kaufe.
  2. Als Deutscher konnte ich mit diesem Feiertag nur wenig anfangen. Angesichts der Jahreszeit in die dieser Tag fiel, musste es sich wohl um eine Art marketingwertgesteigertes Erntedankfest handeln, wie ich es im Kleinen auch aus meiner Heimat kannte, aber ich wollte das später nachgoogeln. Mir blieb nämlich keine rechte Zeit ausschweifend darüber nachzudenken, denn ich war mit einer ellenlangen Einkaufsliste in einen dieser amerikanischen Konsumtempel geschickt worden, in denen einem alles größer und beeindruckender erscheint, als das, was man von zuhause gewohnt ist. Mit meiner Aufgabe kam ich nur langsam voran, denn ich musste mich mühsam durch die breiten von Menschen und Einkaufswägen versperrten Gassen des Supermarktes quälen. Im Laden herrschte eine leicht gereizte Stimmung, die mich an die hektischen Tage der oft von Eile und Umtrieb bestimmten Vorweihnachtszeit erinnerte. Alle wollten ihren Einkauf wohl schnellstmöglich hinter sich bringen, um mehr Zeit für die eigentlichen Feier-Vorbereitungen zu gewinnen, welche hauptsächlich in der Zubereitung einer reichhaltigen Festtafel zu bestehen schienen. Meine daraus resultierende Einkaufsodysee, mutete mir hinter den Gittern meines Einkaufswagens zeitweise wie eine Strafe an, zu der mich meine familiären Verpflichtungen verurteilt hatten. Ich war mir fast sicher, dass es meinen amerikanischen Konsumgenossen ähnlich ging, denn ich erntete nur mürrische Blicke, wenn ich diesen bei meiner Einkaufsrallye immer wieder versehentlich an den Kaufkarren fuhr und mich mit einem gequälten "sorry" zu entschuldigen versuchte. Nachdem ich endlich den untersten Artikel auf meiner Einkaufsliste streichen durfte, gelang ich zuletzt an die Kasse. Dort wartete eine neue Herausforderung in Form einer Schlange, die mir, obwohl ich keinen Biss zu befürchten hatte, trotzdem Angst machte. Als ich ich schließlich am Band vor der Kasse ankam, hatte ich nur noch eine Frau vor mir deren Waren gerade von der Kassiererin zügig durchgescannt wurden. Plötzlich schien jedoch eine kleine Diskussion zwischen der Kundin und der Kassiererin zu entbrennen. Es ging wohl darum, dass man heute einen Truthahn umsonst bekam, wenn man über einen bestimmten Kaufbetrag hinaus shoppte. Die dunkelhäutige Dame musste sich offensichtlich bei ihrem Einkauf verrechnet haben. Deshalb begann sie nun hastig und wahllos die vor der Kasse ausgestellten Kaugummis und Süßwaren aufs Band zu legen. Als das nicht reichte fing sie an, ungefragt meine Artikel, die ich bereits auf dem Kassenband platziert hatte, der Kassiererin zu reichen. Ich war darüber verärgert und empfand dies als recht unverschämt. Insbesondere weil sich hinter mir schon wieder eine lange Warteschlange gebildet hatte und ich daher jetzt nicht mehr so einfach kurz aus der Reihe tanzen konnte, um die so konfiszierten Waren zu ersetzen. Aber was sollte ich machen, andere Länder, andere Sitten, dachte ich mir und ließ die Frau gewähren, indem ich nur meine Mundwinkel verzog. Nachdem sie ihr Kaufsoll erreicht hatte, um ihren Gratis-Vogel zu bekommen, machte sie sich an das Begleichen ihrer Waren, bevor sie die restlichen, noch an der Kasse verbliebenen Sachen in ihren Wagen packte. Die Artikel, die sie sich von meinem Einkauf genommen hatte, ließ sie aber auf dem Band zurück. Da sie hierfür bereits mit ihrem Geld bezahlt hatte, wollte ich ihr den entsprechenden Betrag erstatten. Sie lehnte dies unter der Begründung ab, dass es sich bei Thanksgiving um ein Fest des Dankens und des Gebens handelt und das sie jetzt eben nur zurückgäbe. So verabschiedete sie sich lächelnd mit einem "Happy Thanksgiving". Ich bedankte mich und begab mich, nachdem ich meine Besorgungen erledigt hatte, auf den Heimweg. Es war Abend geworden, als ich mit dem Auto von der unscheinbaren Forest Avenue links in den Victory Boulevard bog. Vor mir breitete sich nun die Skyline vom Manhattan in ihrem feierlicher Lichterglanz aus. Das imposante Bild stand in scharfem Kontrast zu den vom Sturm zerfetzten Häusern die ich noch am Morgen in der Strandgegend von Staten Island gesehen hatte. Der Hurrikan Sandy hatte dort vor einer Woche eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und viele der Bewohner Staten Islands waren sich bis vor kurzem noch nicht sicher gewesen, ob sie überhaupt Strom zum Backen ihres Truthahns haben würden. Vor diesem Hintergrund erschien die kleine Geste dieser mir unbekannten Frau in einem sehr edlen Licht. Mit ihrem herzlichen Handeln hatte sie mir nicht nur den Sinn eines amerikanischen Feiertages erklärt. Sie hatte mich auch einmal mehr gelehrt, dass uns die Räder der Gesellschaft selbst in schweren Zeiten gemeinsam vorwärts bringen können, wenn sie vom Zweitaktmotor des Gebens und des Nehmens angetrieben werden.
  3. Darkjuls

    Finn

    Finn Da liegst du und dein Atem geht ruhig. Durch meine Hand spüren wir Nähe. Ich erinnere mich noch an den Tag und das Gefühl, als du zu uns kamst. Wer hat wohl damals wen gerettet? Wir haben viel voneinander gelernt und standen uns immer zur Seite. Da liegst du nun.
  4. „Meine Welt“ Willkommen in meiner – kleinen Welt, es gibt keine Macht – und auch kein Geld, Die Arbeit zählt – nur sekundär, die Gesellschaft ist – familienfair. Auch Eltern können – Glück gestalten, weil Firmen – Kinderhorte halten. Willkommen in meiner – kleinen Welt, jeder fühlt sich fit – so wie ein Held. Krank sein ist – nur noch Phantasie, Liebe als universelle – Pandemie. Das Wasser ist sauber, – die Luft ist frisch, nur Bionahrung – auf jedem Tisch. Die Tiere werden – fair gehalten, mit uns gern – den Tag gestalten. Willkommen in meiner – kleinen Welt, frei jeder seinen – Himmel wählt. Religion nicht mehr – zu Trennung führt, über Gemeinsamkeiten – man diskutiert. Der gleiche Gott – mit anderem Namen, gleiches Symbol – Toleranz als Rahmen. Willkommen in meiner – kleinen Welt, wo das Miteinander – wirklich zählt. Die Gemüter frei – von braunem Dunst, Hautfarbe steht – für kreative Kunst, Der Schwarze mit – dem Weißen spielt und dabei nicht – auf Grenzen schielt, Jeder in einem – Boot nun sitzt, als Waffe nur – mit Wasser spritzt. Frieden und auch – Gelassenheit, Mutter Erde sich – daran erfreut. Willkommen in meiner – kleinen Welt, jeden Wunsch direkt – bei Gott bestellt. Der Wahrheit dies – noch nicht entspricht, die Hoffnung jedoch – entzünd’ das Licht. Noch lebt diese Welt – nur in meinem Geist, als Funke der Hoffnung – die Erde bereist. Diesen Traum nehm ich – in den Alltag mit, naiv vielleicht – doch wach und fit. Es ist nicht nur wichtig – was man denkt, das Gefühl auch unsere – Zukunft lenkt. Der Wunsch ganz klar – visualisiert, zielgerichtet – meinen Fokus führt. Willkommen in meiner – kleinen Welt, den Blick nach innen, – auf das was zählt.
  5. Ich bin jetzt Dein Freund, doch kennen wir uns nicht, zu reden haben wir versäumt, von Angesicht zu Angesicht. Sollten wir uns mal treffen, dann grüße mich gern, ach, Du sammelst nur Freunde, war das des Pudels Kern? Ich hätt‘ gern was echtes, nicht einfach nur so, etwas gutes, gerechtes, auch gern mit Niveau. Lass uns mal telefonieren, Deine Stimme mal hören, Ja, lass uns das ausprobieren, Stimmen sollen ja betören. Besser lass uns besuchen und ein Risiko eingehen, gern mit Kaffee und Kuchen, lass uns einfach mal sehen. Den ersten Schritt mache ich nun und lade Dich hiermit ein, etwas schöne Zeit zu „vertun“, zweisam ein Verein. Im November 2022 für alle digitalen Freunde
  6. Seite an Seite hielt man Schild an Schild. Mit Schriften dieser Welt bestückt forderten sie ein ihr Glück. Fast jeder Informierte als die Uni sich Formierte gegen Uniformierte in Formation. Man formatierte die Information und schuf Raum, ... für einen Traum.
  7. Herbert Kaiser

    Rapunzel

    Rapunzel Rapunzel ritt ich nachts besuchen Draußen wütete ein Sturm Von weitem hörte ich sie fluchen Sie war eingesperrt im Turm. „Rapunzel lass dein Haar herunter“, rief ich laut zu ihr. Am Lichtschein sah ich sie war munter „Ich komm alleine wegen dir.“ Vom kleinen Fenster ganz hoch droben, winkte sie mir freudig zu „Ich kletter an deinem Haar nach oben, diese Nacht kennt kein Tabu.“ „Mein kühner Freier lass dir sagen, lang schon kam keiner mehr geritten. Da war ich gänzlich am Verzagen - und hab die Haare mir geschnitten.“ © Herbert Kaiser
  8. Das Geld ist da was soll ich sagen, bedient Euch ohne noch zu fragen; Ihr habt doch lang und breit erzählt, der Geldgeber hat Euch gewählt. Der Geldgeber sind schlichtweg wir, wir öffnen Euch so jede Tür; das haben immer wir doch stets getan, das fing schon vor dem Wilhelm an. Denn was dort galt, soll heute gelten, Ihr meint dazwischen liegen Welten; doch irrt Ihr da, so mancher schilt, das was da war, noch heute gilt. Das mutet zwar nostalgisch an, doch irgendwann hat jedermann; mit angestimmt, in Alt, Sopran, wir woll‘n den Kaiser wieder ham.
  9. Dionysos von Enno

    Zaubertrick

    Schau nur dieser Hand entlang sie kann tanzen zu Deinem Gesang , - springen im Takte Deiner Lippen wippen wie Deine schönen Brüste wippen Diese Hand klettert an deinem Ohr entlang denn sie kann sich an Deine Muschel kuscheln Sie kann sogar so tun als wär sie bang Dir alle Locken zu durchwuscheln Diese Hand fährt über Deine Hand als wären beide bloß dasselbe Band Ein Anfang der in einem Anfang endet Und wenn die Hand ganz nebenbei die Karte neben Deinem Weinglas wendet und sich auf deine Lippen legt pssst warte etwas, warte ist es die Engelskarte
  10. Sucht das Licht Voll drauf um sieben am Frühstückstisch Helter Skelter auf LSD, Engelstränen im Morgenkaffee Panikattacken beim kacken, dann Euphorie Löffel für Löffel Weisheit schlürfen Brechreiz unterdrücken Lachen statt würgen Halt still, er will dich lieben! Gehorche unseren entfesselten Trieben Gruppensex ungewaschen haarig wild wie im Urwald die Affen Mit Liebe im Magen und frei vom Kapital in den leeren Taschen Nüchtern trocken war Gestern Eine große Ejakulation doch der Orgasmus hält an Ein wenig Chaos gegen Langeweile Gegen die Uniform, gegen die Norm San Francisco und Saigon Jesus und Hitler in einer Person Hakenkreuz und Peace an der Wand Liebe für alle Waffen im Schrank Total in der Liebe, total im Rassenkrieg Unser Charlie hat uns furchtbar lieb Das Tal des Todes überwunden In seinen Gedanken zueinander gefunden Wabernd in einer Lavalampe Ohne das die Sohlen blasen leiden Auf der Matte durch den Kosmos reisen Opiat deprivat und es mit den Göttern treiben Wir gähnen und wir stöhnen Mit Messern zwischen den Zähnen Aus Schmerzen werden Freudentränen Der Van fährt vor das Haus Die Beatles im Radio, ich schalte es aus Schwarz und still die Nacht Doch drinnen jemand freudig lacht Unser Charlie hat es gut gemeint Und er selbst keine Träne geweint So sind auch wir mit uns im reinen Sollen sie bluten diese Schweine! 🐵
  11. Mein Herz ich will dich fragen, sag hörst du es denn nicht? Mein Herz kannst du mir sagen, was pochend du mir sprichst? Mein Herz ich will dir glauben, nur noch dies eine mal. Ein letztes mal vertrauen, selbst wenn es wär banal! Mein Herz ich will erhoffen, dass Sehnsucht mir erfüllt. So viel an Wünschen offen, so stark was man noch fühlt. Mein Herz nur eine Frage, verlang ich denn zuviel? Wenn ich mich jetzt noch wage, wie weit wohl noch zum Ziel? © Uschi R. Herzensklang2.mp4
  12. salzwege das schaukelpferd steht in der ecke die zu lang gewordenen beine der reiter gehen längst eigene wege kommen höchstens an weihnachten vorbei mein kalender sind blisterkärtchen aus denen ich morgens den tag drücke und die ich entsorge damit mir wenigstens der blaue engel zulächelt sowie das abendliche zeremoniell bei dem ich den schalen geschmack des tages mit mundwasser ausspüle im traum saures gegen süßes tausche salzwege.mp4
  13. Betrachtung! Im Spiegelbild such ich verzweifelt nach der Würde, dem aufrecht gehen gestrig schöner Eleganz, jeder Augenblick wird täglich mir zur Hürde und suche händeringend nach der Akzeptanz, mich anzunehmen, mich zu arrangieren, mit diesem Bild verformter Kreatur. Dessen Anblick mir, wie Ligatur, Herz und Seele fassonieren.
  14. Vom alten Mann Was bleibt mir von ihm dem Betagten an Gesagtem und nicht Gesagtem ein Splitter von einem Kern der nicht mehr ist nicht nah nicht fern ein Wort ein Stern Waschen Wenden Sich-Winden Wachen Lachen Sich- Schinden Dienen Trösten Verbinden Heraufbeschwören den älteren Mann wie ich ihn kannte klug und belesen der zum Dank auch mal lächeln kann wenn ich erzähle was er mir gewesen ist ein Vater mit Witz und Charme Grübchen in den Wangen mich im Arm das Streicheln der Hände weich und warm wie er die Straße hinunter ging und für seinen Schwung ein Lob einfing ein wenig klein ein wenig krumm flink und schnell die Augen blau die Haare hell schlicht gekleidet mit braunem Hut und immer freundlich immer gut doch such ich im Rückblick sein Geschick seh ich Lücken keine Brücken zum jungen Mann von damals unnahbar und düster dann und wann heute streichele ich seine blaue Hand er nickt dreht sich zur Wand damit ich geh weiß er es nicht das tut mir weh
  15. Glanzfrei Nur wer die Schatten mit vollen Zügen genossen hat, verbrennt sich nimmer am Glanze des Lichts. ... .. . ... .. .
  16. Carlos

    Wahre Liebe

    Selten gelingt es eine Frau so zu lieben Aus dem Jenseits sie im Supermarkt beobachten wie sie trödelt schon wieder vor einem Regal stehen bleibt überlegt zögert weiter geht in einem einsamen Gang
  17. Hell und Dunkel Mit Hell und Dunkel, möcht ich meinen Prüft der liebe Gott die Seinen Ob sie standfest oder wanken Und sei es nur in den Gedanken. Er prüft mich ständig, jeden Tag Ob ich Stärke zeigen mag Denn die Versuchung liegt auf Lauer Und sei es nur für kurze Dauer. Eine schöne Frau, ein schneller Gewinn Ob ich da wohl standhaft bin? Die Verlockung legt die Köder aus Lockt das Herz zum Spiel heraus. Bin ein Sünder vor dem Herrn Das gestehe ich euch gern Die Tugend schmeckt auf Dauer schal Verschieb sie auf das nächste Mal. © Herbert Kaiser
  18. Heimweg bei Zwischenzeit: Abends, im gelben Licht der alten Laterne, denk ich an dich, während aus der süßen Ferne der Morgen über diese Stadt einbricht. Ich laufe trunken durch die Straßen, werd getragen, zu uns beiden. Die Erinnerung als wir hier saßen und uns aus dem weiten Sternenhimmel Geschichten vorlasen.
  19. Des Menschen Suche nach nem Sinn nach Antwort für sein Leben ist denk ich einfach in ihm drin, halt immenent gegeben, ich schreib ja selbst von Zeit zu Zeit wo fern der Dimensionen das weltgelöst Metaphernkleid zerfließt in Abstraktionen vom Was und Wann und Wo und Wie das Als im Dann ja Dort halt So dann eigentlich auch wieder Nie ein Irgendwas im Nirgendwo das wiederum mal ganz konkret nicht mehr als ein Abstraktum bleibt doch nun als Nichts durch Alles weht und stürmend durch den Geiste treibt, getragen von dem eignen Wind dann ruhend in sich selber liegt ganz selig als beschenkt sich find und wogend durch sein Meer sich wiegt, Juwelen aus der Tiefe greift und durch die eignen Wellen rollt, wo wogend das Geheimnis reift, das es, so wie der Donner grollt, bekannt gemacht in der Gestalt der Woge, die sich selbst ergründ, die das Geheimnis kraft Gewalt der Stürme donnernd laut verkünd, sich selbst im Wellengang ans Land anstürmt, dass in der Gischt es schäumt und ruhend dort im Seelensand Geheimnisse des Meeres träumt. - Das Gedicht ist als Antwort für einen Freund entstanden, da die zweite Hälfte inhaltlich klar aus einem Gedicht von Rumi stammt, würde ich diese Strophe gerne anfügen, alternativ ist sie in diesem Faden als erste lyrische Erwähnung Rumis zu lesen.
  20. Dionysos von Enno

    Pubertät

    Ihr Leib war warm geworden Die Becher glühen im Schrank Die Rosenteller dorren Das ganze Zimmer wankt Und auf der Couch die Puppen sie rutschen in den Herd Brave Grinse-Gruppen die nun das Licht verzehrt Im Käfig schreit der Beo reißt sich die Federn aus Ich bin der Beo, Beo Die Welt ist bloß ein Haus Das Haus mit seinen Wänden wie -ismen seine Flächen Die schon unter den Händen der Brütenden zerbrechen Sie blickt in eine Leere die ist im All zerflossen Die formt sich so als wäre ihr Auge bloß geschlossen
  21. Die Dunkelheit trauert, die Götzenverliebtheit lauert einfach dahingleiten und langsam verblassen die grauen Zäune allein stehen lassen die ineinander verflochten dich einsperren hoffen Hoffen, aus fremden Gründen eingeschlossen zwischen Türmen, Trümmern und Kaputtkümmern Märtyrermädchen ufern aus wo Brüder und selbsternannte Glaubenshüter die verteufelte Sinneslust allmächtig fürchten die sich Gott zu sein erlaubt obliterate my fate! schlachtet ihr heiß geliebtes Gebet wie Erebus erschaut, nur blind vertraut... geh, lästern ihre leeren Becher am Rande die bunten Ringe, die geknickten Saughalme self embrace will by my unfortunate fate right at you, ein toter Schmetterling auf ihrem ungeküssten Mund © j.w.waldeck 2021
  22. Stare fliegen in den Süden Gedankenwege streiten sich um Richtungen. Stolpernd werde ich fortgetragen, nachdenklich gestoppt. Ich wünschte mir, dass ich alle Steine schmelzen und bleichen könnte. Doch mein Mikroskop-Denken legt alle Ziele unter dichten Nebel. In welchen Wassern badet meine Seele, frag’ ich vorsichtig, mich selbst. Die Logik der Dinge schmilzt wie Butter, auch in ruhigen Welten. Doch krümelweise muss es weitergehen. Ich ziehe den Zipfel eines warmen Atemzugs aus dem Archiv vergangener Begebenheiten. Nun, irgendwie setzt sich die Unruhe des Zeitenrades wieder in Bewegung. Und irgendein Lied füllt mich plötzlich aus, hebt mich auf und klärt die Sicht. Die Welt ist Berg und Tal, dürftig und üppig. Doch dort, wo ich gehe, wird dieses Land erst entdeckt. Beschreiben kann ich es nicht, zu bunt, zu ruhig. ... .. .
  23. Darkjuls

    Ein Abschied auf Zeit

    Ein Abschied auf Zeit lässt Hoffnung zu. Wir sind wie Gefangene. Insassen, die Angst vor der Entlassung haben, vor dem, was sie erwartet. Ich lass dich gehen, um dich nicht zu verlieren. Flieg Vogel, flieg, denn nur in Freiheit kannst du genesen, zu dir finden und vielleicht zurück zu mir. Du verlierst die Angst, dich neu zu binden, und ist es nur ein Traum gewesen, dann danke ich für die Zeit mit dir. Bild by Pixabay
  24. Tante Nelly Der Vater meines besten Freundes Danny war Marketingchef eines Unternehmens, das einmal jährlich eine Motivationsveranstaltung für Verkäuferinnen veranstaltete. Im Jahr 1965, wir waren gerade 20 Jahre alt, fand diese Veranstaltung ausgerechnet in München statt. München, setzten wir als junge Burschen mit Schwabing gleich. Schwabing war schon damals ein Ort der „Seligen“ für alle, die sich ausgelassen und voller Lebensfreude amüsieren wollten. Als Danny von der Veranstaltung hörte, sah er die einmalige Chance, kostenlos nach München zu kommen und bat mich, doch mitzukommen. Sein Vater sei leichter zu überzeugen, uns beide mitzunehmen, da er mich, was sicherlich stimmte, für weniger abenteuerlustig und „gefährdet“ hielt als seinen Sohn. Ich hatte den Ruf, wegen meiner überlegten Art, mäßigenden Einfluss auf seinen Sohn zu nehmen. Danny neigte, weil er sich in der „Sandwichposition“ zwischen zwei attraktiven Schwestern befand, dazu, sich durch irgendwelche „krausen“ Aktionen hervorzutun und gelegentlich über die Stränge zu schlagen. Wir waren ein für diesen Altersbereich typisches Freundespaar, er blond, groß, immer auf der Suche nach dem großen Abenteuer (meist Frauen), ich eher zurückhaltend und untersetzt, aber sportlich, der Typ guter Kumpel und Frauen Versteher. Ich konnte immer gut mit Frauen, da mein Vater im Krieg gefallen war, und ich fast ausschließlich mit Frauen groß geworden war. Dass sie mehr von mir wollen könnten, hatte ich zwar schon erfahren, hatte das aber eher dem Zufall als der Wirkung meiner Person zugerechnet. Um sich mit weltmännischen Flair zu umgeben, lernte Danny ganze Buchpassagen romantischer Dichter auswendig. Er fand es toll, Mädchen in intellektuelle Gespräche zu verwickeln, in denen er mit seiner Überlegenheit glänzen konnte. Er dachte, sie würde das beeindrucken und vielleicht in romantische Stimmung versetzen, was aber nicht geschah. Sie hatten wohl andere Vorstellungen von der richtigen Annäherung. Die Eroberungen, die er sich so sehr wünschte, fanden nicht statt. Natürlich waren wir aus Sicht der Mädchen, die uns interessierten, einfach nur zu jung. Aus heutiger Sicht versuchte Danny wahrscheinlich nur seinem sehr erfolgreichen Vater zu imponieren, der sich von den drei Frauen, in seinem Haus nur zu gerne “umgarnen“ ließ und Danny aus seiner Sicht zu wenig beachtete. Die Chance nach München zu fahren setzte in uns spätpubertäre Phantasien frei: Wir beide inmitten hübscher Mädchen, die nur darauf warteten, mit uns eine tolle Nacht zu verbringen. Ich war allerdings nicht sicher, ob uns das gelingen würde, ließ mich aber gerne von Danny mitreißen. Wie alle jungen Männer war auch ich auf der Suche nach meiner Identität. Dannys Bereitschaft mich an seinen Aktivitäten zu beteiligen, brachte mich zumindest in die Situation, mich einmal auszuprobieren. Offiziell, das war die Version für Dannys Eltern, wollten wir natürlich nur die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt, u.a. das „Deutsche Museum“ besuchen. Inoffiziell hatten wir natürlich die ca.80 Mitarbeiterinnen, so zwischen 18 und 25 Jahre alt, im Auge, die nach München geladen waren. Darunter müsste es doch für uns geeignetes „Material“ geben. Vielleicht bestand ja die Möglichkeit, sich irgendwie in das Meeting einzuschleichen und zwei von den Mädels für einen nächtlichen Bummel durch Schwabing zu gewinnen. Nach langen Diskussionen im Elternhaus, seine Mutter sollte auch mitfahren, stimmten die Dannys Eltern am Ende zu, uns mitzunehmen. Wir müssten dann allerdings selbst sehen, wo wir unterkommen könnten. Danny kam auf den Gedanken, seine Lieblingstante Nelly, die in Freising, einem Vorort Münchens, wohnte, zu fragen, ob sie bereit wäre, uns für 2 Nächte aufzunehmen. Da Tante Nelly aber an den Tagen des Vertriebsmeetings verreist war, bot sie uns an, den Zweitschlüssel für ihr Haus zur Verfügung zu stellen. Sie habe nichts dagegen, wenn wir im Gästezimmer übernachten wollten, sie werde alles Notwendige vorbereiten. Und sie schickte Danny dann auch den Schlüssel zu, wodurch wir sicher sein konnten, eine Unterkunft in München zu haben. Super, das ließ sich doch gut an und alle waren es zufrieden. In München angekommen, schlug Danny unerwartet vor, wir könnten ja die erste Nacht im Auto schlafen. Es sei doch sehr umständlich, vom Münchener Hauptbahnhof aus nach Freising zu fahren. Es sei nur von Vorteil, wenn wir möglichst früh unterwegs wären, um die Stadt zu erkunden. Insgeheim hatte er wohl erwartet, dass sein Vater uns ein Zimmer in seinem Hotel buchen würde. Vielleicht wäre es ihm ja peinlich, seinen Sohn im Wagen auf dem Hotelparkplatz schlafen zu lassen. Der aber reagierte so, als wäre das das Selbstverständlichste von der Welt und antwortete nur: „Ihr seid ja erwachsen genug, um selbst zu entscheiden, was gut für Euch ist. Ihr wisst, dass Mutter und ich noch einiges für mein Meeting vorbereiten müssen. Deshalb können wir uns nicht um Euch kümmern. Bringt mir den Wagenschlüssel morgen so gegen 19 Uhr, wenn das Meeting vorbei ist, ins Hotel. Dann könnt ihr, als zukünftige Studenten, mal einen Eindruck davon bekommen wie es in einem tollen Hotel zugeht und in welchem Rahmen man eine solche Veranstaltung aufzieht, damit sie erfolgreich ist.“ Was seine Eigen PR anging, war er seinem Sohn nicht ganz unähnlich. Er gefiel sich auch in der Rolle, uneinholbar erfolgreich zu sein. Also verbrachten wir die Nacht im Geschäftswagen, der in einer ruhigen Ecke des großen Hotelparkplatzes abgestellt war. Weil es im Auto nachts doch recht kühl war und wir kein Aufsehen erregen wollten, standen wir am nächsten Tag morgens schon früh auf und gingen zum nahegelegen Hauptbahnhof, wo wir wenigstens „Katzenwäsche“ halten konnten. Mit der Aussicht auf das abendliche Treffen im Hotel waren wir unserem eigentlichen Ziel schon etwas nähergekommen. An den Namen des Hotels kann ich heute nicht mehr erinnern, aber es war nicht sehr weit vom Bahnhof und dem großen Ziel unserer Sehnsüchte, von Schwabing, entfernt. Glückliche Fügung. Den Tag nutzten wir dann, um im Zentrum der Stadt, also den Einkaufsstraßen rund um den Karlsplatz, den Marienplatz, und die Frauenkirche herumzutrödeln. Mit jeder Stunde, die bis zum Abend verging, wuchs die Spannung und Vorfreude auf ein möglicherweise zu erwartendes Abenteuer. Wir hatten uns einen Plan von Schwabing besorgt und uns, wohlig in der Sonne auf einer Bank sitzend, angesehen, welche der Lokalitäten denn für einen Besuch geeignet seien: Möglichst da, wo die Studenten und nicht die Touristen waren. Es sollte ja was los sein, das war wichtig. Nachdem wir uns am späten Nachmittag mit einem Imbiss und einem Bier gestärkt hatten, schlenderten wir zurück zum Hotel, um den Schlüssel abzugeben. Die Atmosphäre und das Flair der Hoteleingangshalle allein, machte Eindruck. Später würden wir uns das auch leisten können. Davon gingen wir aus. Dannys Vater, den wir durch den Empfang ausrufen ließen, empfing uns ganz gelöst. Die Veranstaltung hatte wohl hervorragend geklappt. Er zeigte uns stolz die Meeting Räumlichkeiten und führte uns dann in ein Seitenrestaurant. Dort saßen die Frauen und Mädchen bestens gelaunt, alle im “Business Outfit“ an runden Tischen mit jeweils 10 Personen. Sie waren gut drauf und bereits beim Essen. Nachdem Dannys Vater uns mit ein paar netten Worten eingeführt hatte, durften wir auch am Essen teilnehmen. Ein paar Mitarbeiterinnen waren nämlich, aus welchen Gründen auch immer, nicht angereist. Wir fanden schnell Kontakt, denn die jungen Frauen, die schon einen Aperitif und ein oder zwei Gläser Wein intus hatten, fanden unsere Anwesenheit eine „gelungene Abwechslung“. So hatten wir beim Essen ausreichend Gelegenheit, uns mit ihnen am runden Tisch bekannt zu machen. Die jungen „Damen“, die noch nicht alle volljährig (damals noch 21 Jahre) waren, sollten nach dem Essen mit dem Bus abgeholt und in ein naheliegendes anderes Hotel verbracht werden sollten. Die aber hatten, wie wir erfreut feststellten, noch keine Lust ins Bett zu gehen. Das Zauberwort Schwabing verfehlte seine Wirkung nicht. Da Dannys Vater sich um die ganze Corona kümmern musste, fiel es im Durcheinander, der sich in den Bus drängenden Frauen nicht auf, dass wir und zwei der Mädels sich heimlich davonmachten. Danny hatte Anna, eine ganz gutaussehende, schlanke Blonde, für sich gewinnen können, deren kleine, etwas füllige Freundin Pat sich mit mir einig wurde. Es wurde eine lange Nacht, in der wir von einer Bar in die andere zogen, uns in unterschiedlichen Tanzschuppen ausgelassen amüsierten und dem Alkohol reichlich zusprachen, der uns in jeder Lokalität angeboten wurde. Die Stimmung war für uns Kleinstadt Jungen wirklich überwältigend, so musste das wahre Leben sein: Überall singende, feiernde und tanzende junge Menschen, die sich gegenseitig zuprosteten, in die Arme fielen, sich umarmten und küssten und einfach Spaß miteinander hatten. Da wir beide einiges Geld aus Ferienjobs angespart hatten, konnten wir die Mädels problemlos einladen. Mit einem Wort, so gegen 3 Uhr morgens, waren wir alle ganz schön angetrunken, bildeten Arm in Arm liegend eine schwankende Reihe und waren ziemlich „aufgekratzt“ und albern. Als die beiden Frauen auf die Toilette verschwanden, um sich etwas frisch zu machen, erzählte Danny mir, seine Partnerin Anna habe ihn eingeladen, mit ihr aufs Hotelzimmer zu kommen. Wie weit ich denn mit Pat gekommen sei? Um ganz ehrlich zu sein, ich fand Pat zwar ganz nett für diesen Abend, aber mehr auch nicht. Weitere Ambitionen hatte ich nicht und wollte lieber alleine schlafen. Danny, der ganz versessen darauf war, sein Abenteuer zu Ende zu bringen, gab mir den Schlüssel zum Haus seiner Tante Nelly und schrieb auf einen Bierdeckel die Adresse des Hauses, in dem sie wohnte. Es war, soweit ich mich erinnere: Freising, Erdinger Straße 47. Da ich seinen Plänen nicht im Wege stehen wollte, verabredeten wir uns für 12 Uhr mittags am Deutschen Museum. Als die Frauen von der Toilette wiederkamen, sagte ich meiner Partnerin, dass ich nach dieser schönen und „ausgelassenen“ Nacht jetzt lieber nach Hause fahren würde. Danny würde sie und Anna sicher zum Hotel begleiten. Pat war einverstanden, ihr ging es wohl ähnlich wie mir. Wir verabschiedeten uns freundschaftlich mit einer Umarmung, dann gingen wir auseinander. Ich war froh, auf dem Weg zum Hauptbahnhof, in der Kühle der Nacht, den Kopf wieder etwas frei zu bekommen. Den Bahnsteig für die S-Bahn nach Freising fand ich auf Anhieb. Nach 5 Minuten erschien auch ein Zug. Im kuschelig warmen Abteil döste ich einfach vor mich hin. Die Fahrt sollte etwa 25 Minuten dauern und ich musste mich zusammenreißen, um nicht gleich im Zug einzuschlafen. In Freising angekommen, suchte ich mir ein Taxi und gab dem Fahrer die Adresse an: „Zu wem wollen Sie denn,“ fragte er mich ganz freundlich, „ich kenne die meisten Leute hier. Ganz schön spät dran für einen Besuch. Sie sind aber nicht von hier, oder?“ „Ja, klar, das stimmt schon,“ sagte ich belustigt, „aber Tante Nelly ist nicht zuhause, da reicht es, wenn ich einen Schlüssel habe. Jetzt nur noch ins Bett und dann schlafen.“ „Scheint mir auch so“, nickte er bestätigend. Dachte wahrscheinlich, was ist das denn für ein komischer Typ. Mir dämmerte es jetzt erst so richtig, dass ich noch nicht mal Tante Nellys vollen Namen wusste. Bei dem Gedanken daran, musste ich in mich hineinkichern, wirklich zu lustig. Nach etwa 10 Minuten Fahrt erreichten wir das Haus Nr. 47 eindeutig kein Wohnhaus, aber eine Kohlehandlung. „Hm, wirklich unerklärlich,“ sagte ich, “dann hat sich mein Freund wohl in der Hausnummer vertan. Kann aber nicht schwer sein, die richtige Tür zu finden. Ich hab ja den Schlüssel“. Gegenüber war nämlich eine Reihe kleiner Häuser mit Vorgarten. „Einen Namen haben Sie nicht?“ setzte der Taxifahrer nach, „soll ich vielleicht warten?“ „Nee,“ sagte ich, „als Namen habe ich nur Tante Nelly. Das reicht. Machen Sie sich mal keine Sorgen, ich find mich schon zurecht.“ Dann zahlte ich das Taxi. Es drehte um und fuhr davon. Es war jetzt so kurz vor fünf Uhr morgens Ich machte mich, etwas unsicher auf den Beinen, umgehend an die Arbeit, öffnete nacheinander die Törchen der Vorgärten zu den Häuser auf der anderen Seite. Einige quietschten natürlich, was mich aber nicht besonders störte, ich hatte ja den Schlüssel. Ich ging also durch die Vorgärten, steckte den Schlüssel vorsichtig ins Schlüsselloch der jeweiligen Haustür und versuchte sie zu öffnen. Aber der Schlüssel wollte einfach nicht passen. Nach der achten oder neunten Tür gab ich kopfschüttelnd auf. Merkwürdig, wirklich merkwürdig, nicht zu verstehen. Was nun? sagte ich zu mir selbst, Danny der Blödmann…! Dass die Adresse auf dem Bierdeckel nicht stimmen sollte, wollte mir einfach nicht in den Kopf. Nach einigen Minuten machte ich mich, immer noch zögerlich, zu Fuß auf den Weg zurück zur S - Bahnstation. Im Münchener Hauptbahnhof hatte ich gesehen gab es ein Porno Kino, das rund um die Uhr geöffnet war. Da könnte ich für 5 DM Eintritt sicher noch Unterschlupf und Schlaf finden. Penner, das wusste ich, taten das ja auch manchmal. Schließlich hatte ich, bis zum mittäglichen Treffen mit Danny, noch gut 6 Stunden zu überbrücken. So ein Mist und das mir. War wohl Schicksal. Als ich so kurz nach 6 Uhr mit der Bahn wieder am Hauptbahnhof eintraf, buchte ich mir eine Kinokarte und setzte mich ganz hinten in einen der bequemen Sessel. Dort war es dann auch ziemlich dunkel. Erstaunlich, dachte ich, der Verkäufer hatte mich nicht mal nach meinem Ausweis gefragt. Ich war zu müde, um mich auf einen der Pornofilme zu konzentrieren, die hier rund um die Uhr liefen. Mir war einfach alles egal. Glücklicherweise konnte ich bis halb 11 Uhr ganz ungestört vor mich hin schlafen, dann machte ich mich auf, wusch mich in den öffentlichen Sanitärräumen und kaufte mir im Bahnhofs Bistro Brötchen und Café. Danach ging es mir schon wieder ganz gut. So gestärkt fuhr ich mit der U-Bahn zum deutschen Museum, wo ich kurz vor 12 Uhr ankam. Danny wartete schon auf mich und kam sofort auf mich zugestürzt. „Tut mir wirklich leid, rief er, „ich muss heute Nacht schon ganz schön betrunken gewesen sein“. „Da sagste was ,“ gab ich zurück. „Du hast mich ganz schön ins Messer laufen lassen , du Penner. Eine Tante Nelly gab es in Freising jedenfalls nicht.“ Danny war ganz klein geworden: „Das ist mir auf dem Weg hierher auch schreckhaft eingefallen. Habe wirklich nicht mehr daran gedacht, echt nicht, dass meine Tante zwischenzeitlich umgezogen ist. Das ist unverzeihlich, aber wie ich sehe, hast Du es ja überlebt.“ „Wer dich als Freund hat, braucht keine Feinde mehr. Du hättest wirklich einen Tritt in Deinen verlängerten Rücken verdient, eigentlich müsste ich Dir die Freundschaft aufkündigen.“ gab ich zurück. „War denn wenigstens Deine Nacht erfolgreich, so dass sich mein Einsatz gelohnt hat?“ „Glaube nicht,“ sagte Danny,“ bin heute Nacht nur noch eingeschlafen und so gegen 6 Uhr hat mich das Weib einfach rausgeschmissen. Hat wohl gefürchtet, dass mein Vater mitkriegt, dass sie sich hat freiwillig abschleppen lassen. Danach war auch ich nur noch ruhelos in der Stadt unterwegs. Bin mal gespannt, ob noch was nachkommt. Glaube mein Vater wird ganz schön sauer sein, weil ich mich in seine beruflichen Angelegenheiten eingemischt habe. Er hat ja die Verantwortung für die Mädels. Das wird er sicher überhaupt nicht gut finden. Da kriege ich noch was zu hören.“ Und so kam es auch. Vor der gemeinsamen Rückfahrt am Tag darauf, bekam er eine heftige Strafpredigt von seinem Vater. Ich war natürlich dabei. Wir standen beide wie begossene Pudel da. Danny beichtete, was geschehen war. Die Geschichte mit der falschen Adresse von Tante Nelly löste, als ich sie erzählte, allerdings bei ihm und Dannys Mutter ziemliche Heiterkeit aus. Das entspannte die Situation. „Und Du Tom,“ sagte Dannys Vater, „ich weiß schon, dass Du Danny nur sehr schlecht von seinem Vorhaben hättest abbringen können. Wenn einer mal auf der Pirsch ist, lässt er sich nur schwer von der Fährte abbringen. Dafür hast Du Dich aus einer unerwarteten Situation erstaunlich clever befreien können. Stelle mir vor, was passiert wäre, wenn einer der Hausbesitzer die Polizei gerufen hätte. Nicht auszudenken.“ © Thomas W. Bubeck “Buntes Leben“ 22
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