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  1. Moskauer Nacht Nachts, wenn die Theater geschlossen, Restaurants und Nachtklubs meist zu, zwolf Schläge der Uhr vom Spasski-Turm des Kremls im Dunkel verhallen und nur wenig Autolichter durch die Straßen geistern, zieht ein schier endloser Zug von Toten auf den Kremlmauern vorüber. Tränen aus leeren Augenhöhlen regnen auf die Steine. Schneefall verdeckt die Spuren. In goldenen Sälen hinter dicken Wänden befiehlt einer seinen Generälen: Morden und nochmals Morden im Feindesland an allen Orten. Rubelschecks und Orden gibt’s und Wodka hinterher gegen Kälte, die immer mehr von draußen nach drinnen und von innen nach außen dringt. Jener, der gnadenloses Morden befiehlt, Millionen eine bessere Zukunft stiehlt, liebt die Macht wie besessen. Doch angewidert wendet sich diese ab. In ihrem Blick das Fadenkreuz mit seinem Gesicht, den Finger am Abzug, sobald Fortuna ihren Daumen senkt. Niemals wird der Auftritt der Toten klaglos hinter einem Vorhang der Geschichte enden. Gemordete laden Nacht für Nacht die Last ihrer Klagen Lebenden und Nachkommenden auf Schultern und Rücken, bevor der Tag mit neuem Morden beginnt.
  2. Wandel im Herbst Stürme reißen bunte Blätter von den Zweigen. Wirbelnd tanzt das Blattwerk einen Reigen, bevor es sich zu Humus wandelt. Bäume winden sich, schmucklos, kahl, peitschen mit ihren Ästen einen ergrauten Himmel. Mit ihrem Kampf zerfallen Sommerfreuden in Weiß, in Gelb, vor allem in Rot in einem Augenblick, da ihnen Kälte und Erstarrung droht. Liegen nicht in der Spanne zwischen dem Aufstieg der Sonne, ihrem Zenit und Niedrigstand Zeiten des Blühens, Reifens und Erntens? Enthalten sie nicht jedesmal die Möglichkeit für uns, den Zwiespalt zwischen Schönem und Hässlichen, zwischen Hassen und Lieben zu erfahren? Wachsen wir nicht in vielen Jahren in stetem Wandel weiter, schreiten voran auf einem Weg zu uns, der hinter, der vor uns, der noch in der Zukunft liegt, der uns die Chance gibt, Übles zu verzeihen, um zuversichtlich neu zu beginnen? Gleich einem Baum, dem in kalter Zeit die Hoffnung vielfach knospet, um im Frühjahr aufzubrechen?
  3. Zwischenbilanz Wer senkte einst vor deinem ersten Schrei dir Lebensglut ins Herz, damit du wärmst, erhitzest, entflammst, verzehrst, was dir das Dasein bietet? Bisweilen fragst du dich, warum du in deinem Leben mit Unverstand vieles verbrannt, aber auch, warum du einen andren Menschen gewonnen, den du nach vielen Jahren immer noch lächelnd umarmen kannst. Vielleicht könntest du so manches überdenken, Entscheidendes anders lenken, mehr Sonnenstrahlen aus Liebe empfangen, auch verschenken. Getrost könntest du irgendwann aus diesem Leben scheiden, wenn Geist und Seele nicht mehr in ihrer Wohnung bleiben und sie zurück zu ihrem Ursprung finden.
  4. Carolus

    Nach unruhiger Nacht...

    Nach unruhiger Nacht… durchbricht an diesem Nebeltag die Morgensonne nirgends der Wolken graue Schicht. Ein kaltes Licht, das er nicht mag, streut, kaum dem eigenen Vergessen entronnen, erneut Gedankenfetzen in seinen zerzausten Verstand. Gelähmt steht er am Fenster, suchend wie ein Ertrinkender nach festem Stand, sieht Nässe von den Bäumen tropfen, starrt gedankenverloren einen Haufen angehäufter Blätter an, bis plötzlich dann ein Morgenwunder alles ändert: Sie tritt mit leichten Schritten ein, lächelt, strahlt ihn an, dass er nicht anders kann, als sie mit beiden Armen zu umfassen. Seelenwärme fließt in ihn hinein. Geflohen sind die Sorgengeister. Wie könnt es anders sein? Auf einmal ist er seines Tages Herr und Meister. An diesem Morgen im November bedarf er nicht der Sonne Licht. Voll Lust auf Leben überhäufst er sein strahlendes Wunder mit vielen Küssen.
  5. Klagen? Tanzen? Retten? In Nord und Süd, in Ost und West wortgleich leuchten Menetekel auf: „Zu träg! Zu spät! Zu spät! Zu träg!“ Immer schriller nimmt das Unheil einen unwägbaren Lauf. In den verflossenen Jahren schontet ihr das Klima nie. Drum lasst alle Hoffnung fahren, nichts Gutes verspricht sie. Ihr, die ihr der Schöpfung den Krieg erklärt, sie ausgebeutet und mißhandelt habt, glaubt ihr, sie wird euch verschonen, wenn ihr euch nicht ändert? Apokalyptische Reiter, schneller als die Sieger bei Formel 1, verwüsten Länder mit Wasser und Feuer. Da stehen keine Archen bereit, wenn sie den Spiegel der Meere in neue Höhen peitschen. Wie solchen Verwüstungen entgehen, wenn gleichzeitig neue Kriege entstehen? Klagen, tanzen, retten, was noch zu erhalten ist. Was sonst? Umkehren hilft vielleicht noch, die wunde Seele unsrer Welt in einer letzten Gnadenfrist zu heilen. Schuldig sind stets die anderen. Die aber sind wir!
  6. Carolus

    Ein Blatt rührt mich

    Ein Blatt rührt mich, ich weiß nicht wie, mit roten Adern an, in dessen Mitte noch das Gelb vom Sommer, umflammt von Feuerzungen, die unaufhaltsam es zu Moderasche brennen. Wärme fühl ich in Gedanken an erlosch`ne Feuer, an Sommerkleider, Hitze, bloße Haut, an helle Nächte und Erwachen in Aurora sanften Farben. Ein wildes Widerstreben treibt mich an, nicht wie Aschenmoder zu verenden, treibt mich weiter, im Sommer gesammeltes Holz für neues Glühen zu verwenden. Die frostig winterliche Welt mich niemals lang in ihren Armen hält, eher schon mein Sommerengel, der auch in kalten Stunden mich zu seiner wärmsten Daunendecke wählt.
  7. Carolus

    Frühling im Herbst

    Frühling im Herbst Was hat den Damm aus Mustern und Gewohntem allmählich so zermürbt, dass er dem Druck der Sehnsucht nicht mehr standgehalten? Was überflutet mich mit Wellen ungeahnter Zartheit, entzieht mir Boden unter meinen Füßen, treibt mich in einem Strom von unsagbarem Fühlen in eine andre Welt? Als ob mein Körper eine Feder wär, die vor dem sanften Wind durch`s Land von Seligen hin gleitet, wo kein Gedanke mich bedrückt, kein Leiden schmerzt, wo Stille Gegenwärtiges der Seele näher bringt. Des Herbstes bunte Vielfalt, die Nebelschwaden, ein Blinzeln der Sonne dringen auf mich ein, füllen zeitlos den Augenblick mit unfassbarem Glück. Ich spüre, wie der Atem jener Welt bis in die letzte Zelle dringt. Bin außer mir, weiß nicht, wie mir zumute. Den Frühling im Herbst hat die Gute mit ihren Küssen zum Blühen gebracht.
  8. Carolus

    Einmal noch...

    Einmal noch… Anklänge einer Abschiedssymphonie über nebelfeuchten Sommerträumen. Töne herbstlich süßer Melancholie perlen vom Tau benetzen Bäumen. Von Tag zu Tag mehrt sich das dunkle Moll des Wandels. Doch einmal noch bäumt sich die bunte Welt der Farbenklänge auf in einem einzig letzten Jubelschrei, bevor ein Sturmwind höhnt: Vorbei! Vorbei! Wer möchte nicht in solcher Zeit mit Kranichen nach Süden ziehen, ehe des Herbstes letzte Harmonien vom Wind verweht und welk zur Erde fliehen, wo sie vielleicht noch Hoffnung finden im Nähren neuer Lieder?
  9. Carolus

    Abgestumpft?

    Abgestumpft? Sprengkraft bewegender Worte verpufft in lebensfernem Raum. Die Wirkung, die sie erreichen sollen, berührt die Empfänger kaum. Wen? Was ändern noch unendlich viele Bilder von Tausenden, die von Hungersnot und Krieg entstellt, dahingerafft, die voller Schmerz gezwungen aus ihrer Heimat mit letzter Habe zu gehen, nicht wissen, ob sie durch Almosen oder Hungerlohn den nächsten Tag überstehen? So lange ein Mensch dem anderen als Wolf im Lammfell erscheint, ihn in die Irre führt, belügt, keine Mitleidsträne weint, wenn wehrlos der am Boden liegt, dauert die Verwüstung von innerer und äuß`rer Welt noch weiter an, bis die Zerstörung dann mitleidslosen Raffern in die Augen fällt. Die Last von so viel Seelenleid erschwert den Gang durch eine düst`re Zeit, macht hilflos, ratlos - hoffend noch im Stillen, dass Licht am Horizont für möglichst viele bereit. Bald wird es kälter. Mit Freunden möchte ich, wandernd durch herbstlich bunte Wälder, mich am Spiel von Licht und Farben freuen und frische Energie nach Hause tragen.
  10. Abschiedskonzert belaubter Bäume Über märchenhafte Sommerträume ranken sich die lichten Melodien einer Abschiedssymphonie. Meine Gänsehaut dabei vergess`ich nie. Ein Chor von Engelsstimmen mischt Rot vom Mohn mit Gelb von Ahornblättern. Halme schaukeln im Rhythmus des Windes. Sein Harfensolo lässt mich selig lauschen. Schon fließt im letzten Satz das Moll des Wandels ein. Doch einmal noch rafft sich die Welt der Farbenklänge auf zu einem einzig hellen Jubelschrei. Ach, könnte ich einmal dabei, begleitet von den Tönen meiner Lieblingsfarben, in solcher Zeit von meinen Nächsten gehen! Den Abschied fänd ich schmerzlich grausam, doch wunderschön, bevor die letzten Töne des Oktobers nach der Kadenz verweh`n und welk zur Erde gleitend niedergehn.
  11. Nicht unantastbar scheint die Würde von Menschen im Schatten bürgerlichen Wohlstands, definiert und festgelegt durch einen minimalen Arbeitslohn. Ein reiner Hohn für alle, die von der Peitsche der Inflation, Mieterhöhung, Lebensmittelpreisen, Arbeitslast und Hektik getrieben, im stillen fluchen und die Fäuste ballen. Das sind doch Menschen, denkt man. Arbeiten, essen, schlafen, lieben wie wir, doch viele fühlen sich hier nicht zu Hause, haben sich innerlich längst abgewandt, leben in ihrem Viertel, träumen von besserem Leben und dickem Lottogeld, bauen weiter an ihrer beschränkten Welt, hoffen, dass diese nicht durch Krieg und Krisen demnächst zusammenfällt. Einstmals: „Alle sollen besser leben!“ „Wohlstand für alle!“ - Jetzt: Alles eine Illusion? Alles "reiner Hohn" für viele?
  12. Carolus

    Allmählicher Abschied

    Allmählicher Abschied Das Jahr gealtert ist, die Ernte in den Scheunen. Auf kahlen Feldern sammeln Krähen ihre Nahrung. Noch einmal leuchtet mir der Blätter Gold im Schein der letzten Sonnenstunden auf, um in des Herbstes Feuer allmählich zu verglimmen, als würde eine Hand die Licht- und Farbenspiele dimmen. Wenn viele Herbste in der Erinnerung verdichtet mit Erntefrüchten, mit windzerzausten Bäumen, mit klappernden Fensterläden, und streunendem Blattgewelk, wenn gelichtet des Sommers Glück und Träume, sobald die Kälte vor der Tür, zwingt dich die Jahreszeit in Innenräume.. Dort wird dir langsam klar: Kein Sommer, kein Herbst kehrt je zurück.
  13. Carolus

    Jene...

    Jene im Schatten des Gemeinwesens sind Menschen wie wir: arbeiten, schlafen essen, vergnügen, fühlen sich unter der Herrschaft mächtiger Gruppen und Einzelner ungenügend wahrgenommen. Nicht wenige verbergen im Kampf um Arbeitsplatz und Niedriglohn, von Wut und Hass getrieben, die geballte Faust. Ihre Menschenwürde scheint jederzeit verhandelbar, sobald gewinnbringend der Nutzen. Längst haben die Prekären sich abgewandt, da ein besseres Leben, außer „Brot und Spielen“, an ihnen fast ohne Spuren vorübergegangen, bauen sich ein Zuhause im Schatteni, leben weiter in eingeschränktem Umfeld, hoffen, dass ihre Welt in absehbarer Zeit keinesfalls zusammenfällt. Der Betrachter grübelt, ob Wohlstand oder nur Konsum jemals für alle gedacht, indes die Mehrheit weiterhin eine profitable Moral und Werte wie Eigentum, das „verpflichtet“, hochhält wie Bilder von Heiligen bei Prozessionen.
  14. Carolus

    Ungläubige Nachbarn

    Ungläubige Nachbarn In edler Anmut blüht auf zur Winterzeit ein Rosenstock, trotzt Kälte, Frost und Leid, haucht des Morgenrotes hoffnungsvolle Farben über feuchte Nebelschleier. Nachbarn staunten, nannten sein Erblühen, Wunder, Zauberei, fragten den Gärtner, wie Derartiges möglich sei. Lächelnd antwortete der: „Morgens schenk ich ihr Wasser voller Zärtlichkeit, am Abend eine wärmende Decke, trage sie in meine Häuslichkeit. Ihr süßer Duft schwebt durch alle Zimmer. In lieblich lockenden Tönen erklingt ihr Liebeslied.“ Ungläubig schüttelten die Nachbarn ihre Köpfe, fragten sich,…
  15. Annäherung an einen Unbekannten In Wirklichkeit sah ich ihn nie, nur das Ergebnis seines Wirkens. Unsichtbar und stumm begleitet er mich täglich Schritt für Schritt zur Arbeit, wie zur freien Zeit, zu fröhlich heitren Runden, zu manchem Jammertal voll Leid in einsam dunklen Stunden. Wenn ich im Traum ein Mal in großer Not, ahn ich, er ist mir nah, dann höre ich ihn flüstern: „Du bist nicht tot, ich bin noch da.“ Den unsichtbaren Unbekannten stellten vor Jahrhunderten die Alten sich als Knochenmann mit Sense, als Schnitter mit der Sichel vor, wie er den Tanz der Toten, vom Kaiser angefangen, zu Papst und Fürst bis zu den Bettlern und, Vaganten mit leichten Schritt anführt. Wahrscheinlich ist er heutzutage Geschäftsmann mit noblem Laptop, darin die Daten jedes einzelnen aus Fortunas Rechenzentrum. Das Schicksal eines jeden lässt ihn kalt. Das Abschiedsnehmen vom Leben sei Sache seines Kandidaten. Er sei Vollzugsbeamter nur. (Man sagt, beim Ableben seiner Kunden würden deren Daten automatisch gelöscht. Bei Prominenten soll es länger dauern.)
  16. Carolus

    Der Wehmut Ton...

    Der Wehmut Ton vibriert in bunt gefärbten Blättern. Niemals sind sie des Sommers Lohn, so wenig wie die Angst vor herbstlich schlimmen Wettern. Siehst du das Abgelebte nur und nicht des Herbstes Korb, gefüllt mit Frucht, betrügst du dich, als hättest du im Leben nie versucht, einmal mit vollen Händen dazustehen. Wenn Melancholisches wie Tau von welken Blättern tropft, ein Nebelgrau sich über alles legt, erinnert dies an Ende und Zerbrechlichkeit. Den andern Teil, den steten Wandel, vergiss in deiner Trauer nicht. In wechselvoller Zeit. kennt er allein Beständigkeit.
  17. Wir - zu leicht befunden? Noch vor Jahren konnten viele sich mit einer "Leichtigkeit des Seins“ vergnügen. Spaß war angesagt. Keinesfalls wollten sie sich selbst betrügen, dachten nicht im Traum, dass diese Party kaum einmal zu Ende. Über Nacht kam eine radikale "Zeitenwende". Mit aller Schwere lastet nun die Weltmisere auf vielen Schultern. Aufschub konnten einige sich erkaufen, um vor den Folgen noch davonzulaufen. . Doch jeder weiß, dass Gletscher in jenen fetten Zeiten schmolzen, damals, als Armut durch Events und Pizza verdeckt, als die Großen sich im Erfolgslicht sonnten. In den Medien wird jetzt allgemein auf Hoffnung und Natur gemacht, trotz Horrormeldung Tag wie Nacht Viele fluchen, andre suchen und suchen… Was bleibt uns sonst, uns Wankelmütigen, Treibgut in steigender Flut einer vergifteten Zeit?
  18. Aufbruch zur großen Reise Wer bist du, Wächter jener Tür, vor der ich lang gewartet? Wer gab den Auftrag dir, mich endlich einzulassen? Eintretend in einen unbekannten Raum, gewahr ich kühles Dunkel statt Licht und Wärme. Mir ist, als ob im Traum ich ängstlich einen Gang erspüre, mich sachte vorwärts taste. Weiß nicht, wohin er führt. Vielleicht zu Kammern meiner Seele? Eventuell könnte ich dort auf Lebensfreuden aus hoher Zeit, auf Schmerzen auch aus bittt`ren Tagen treffen, die ich gedankenlos einst abgelegt. Weiter tappend ahne ich: Dies wird die einzig wahre Erkundungsfahrt in meinem Leben, denn diese Mal stehen keine Urwälder am Amazonas oder Orinoko auf dem Plan, noch Wüsten in Lateinamerika oder Inseln im Pazifik. Dies Abenteuer führt letzten Endes mich nach innen, zur letzten großen Unbekannten, zu meiner Seele.
  19. Carolus

    Verflixte Zwischenzeit

    Verflixte Zwischenzeit Wind, wirfst mir das erste Herbstblatt vor die Füße. Gebleicht, verblasst das Grün der einen Hälfte, aufflammend das Rot der anderen. Noch hast du, Herbst, die Fluren nicht in Besitz genommen, doch schon sind erste Boten angekommen. Bedrückt von unerfüllten Wünschen schleicht dieser Sommer sich davon, In seiner Hitze schmolzen ungezählte Träume. Selbst Bäume ließen ihre Blätter hin zur Erde hängen, als wollten sie uns sagen. was uns als Nächstes sollte plagen. Viel Brot verdorrt ist auf den Feldern, den Flüssen fehlt`s an Wasser, in den Wäldern sterben Wurzeln ab. Soll ich mich grämen, trauern? Vielleicht in Asche gehen? Der Herbst in meinem Leben ist eine solche Jahreszeit noch lange nicht. In vielen Herbsten haben Gaben sich verdichtet im Gemüt, so dass statt Klagen danke sagen sinnvoll scheint, auch wenn die Außenwelt die selbstverschuldete Misere mit Hingebung bejammert, sogar beweint!
  20. Carolus

    In diesem Gotteshaus...

    In diesem Gotteshaus… gibt`s keine Bänke mit Polstern, mit Büchern für Gebet und Singen, auch keinen roten Teppich zum Altar. Durch Blätterfenster dringen des Morgenlichtes sanfte Strahlen, ein Vogelruf statt Glockenklingen schwingt hoch sich in den Äther, wo vorher Stille war. Dort formen junge Buchen ein Spalier, die älteren bilden Schutz und Schirm, der Lärm und Staub der Welt abhält von dir.. Wo einst das Allerheiligste mit dem Altar, liegt jetzt ein weiter Schrein vor deinen Augen, ein Hort voll unschätzbarer Wunder. Dort, Wanderer, tritt ein voll Dankbarkeit und Zuversicht. Tauch unter bis zum Grund in dieses größ`re Gotteshaus. Danach erhebe dich als Mensch, der staunt, sich freut, geheilt, an Leib und Seele.
  21. Carolus

    Brombeerranke

    Brombeerranke, drei filigrane Spitzen suchen ihren Weg zum Wachsen, tasten sich behutsam im unbekannten Raum umher, ob irgendwo ein Halt zu finden wär`. Drei Blättchen, frühlingszart und fein, folgen ihnen auf deinem Rücken, strecken sich in vollem Entzücken dem Sonnenlicht entgegen, bereits bewehrt mit Dornen, mit Zacken, winzig klein. Drei weitere, ausgewachsen, folgen ihnen. So pflanzt sich, Ranke, deine Lebensader fort, möcht sich verzweigen, möcht blühen, süße sommerliche Früchte tragen, bevor an Herbstes Tagen des Feuers wilde Farben deine Blätter ganz erfassen und sie am Ende ihres Kampfes die Reste von erloschner Schönheit hin zur Erde sinken lassen. Brombeerranke! Wie nahe bist du mir!
  22. Carolus

    Ein Nachmittag im Spätsommer

    Ein Nachmittag im Spätsommer Lustlos schlendert der Wind am Waldrain entlang. Letzte Wiesenblumen nicken verschlafen. Mit leichter Hand streut er Sommerasche umher. Im Nachmittagsmeer fischen zuckende Spinnennetze. Mücken beschwören tanzend ihren einzigen Tag, unbewusst, dass kein Morgen. Die Zeit ist nah, da Blätter Farben sammeln für den Abschiedsschrei, denn angefacht sind die Feuer, darin sie verglühen. Am bleiernen Himmel hasten Jäger. Den Tod tragen sie am Leibe, stürzen herab, fauchen Seelenängste, wollen Wild zur Strecke bringen, steigen auf. Ihre Spuren verrinnen gegen Osten. Tief ducke ich mich, suche Schutz unter dem Blätterdach einer Buche. Ein Gejagter bin auch ich in einer Zeit, die aus den Fugen.
  23. Carolus

    Was für ein Sommer!

    Was für ein Sommer!? Fliehend vor des Sommers Hitze, such ich jenen kühlen Wiesengrund, wo ich gern zur Abendstunde sitze unter einem Dach von Buchenblättern, wo ein Bach mit hellem Plätschern talwärts die Gedanken leitet, die mir tags so manche Lust verleidet. Endlich angekommen, öffnet Stille meine Ohren. Ab und zu ein Käfer summt, eine Taube gurrt verloren in der Ferne. Doch mit einem Male fühle ich, als ob Gewachsenes ringsum stumm sein Leid beklagt und auf ein Ende wartet, denn wo einst ein muntres Bachgemurmel, winselt, wimmert, seufzt es aus dem Rinnsal zwischen seichten Wasserpfützen. Dennoch werd ich immer wieder hin zu jenem Talgrund gehen, selbst wenn Tränen dann in meinen Augen stehen. hoffend auf ein Wunder, dort ein sprudelnd Bächlein wiederzusehen.
  24. Nachtgedanken Blickst Wanderer, du hoch zum Sternenzelt, trifft das Auge auf eine unfassbare Welt. Du fühlst dich seltsam angezogen, wie durch einen Zauber mit jenem Licht verwoben. Du spürst, solange Sterne dich zwischen Firmament und Erde in der Balance halten, solange Mond und Sonne das Licht einschalten für Tag und Nacht in deinem Leben, bist zeitlos du im Raum geborgen. So eingebunden in die Zeit, kannst du Gestirne, wie du magst, wahrnehmen. Vielleicht finden Geist und Seele, sobald dein Lebenslicht erloschen, zurück in jene unfassbare Welt, aus der sie einst zu dir gekommen. Wer aber weiß das schon, wenn du nach oben blickst in jene unfassbare Welt und denkst: Auch ich bin Teil von einem großen Ganzen?!
  25. Herzenserguss einer Überlebenden Wie heftig pochte doch mein Blütenherz, als Wärme, Licht und Zärtlichkeit in meine Blätterhaut eindrangen, als die Gefiederten ringsum mit mir das Hohe Lied der Liebe sangen. O, süße Zeit des innigsten Begehrens, du gingst im Flug dahin. Aus unbekannten Tiefen konnte ich genügend Energien ziehn, um meine Lebenskraft vor Kälte, und Gebrechen zu beschützen. Reifen sollten meine Früchte, gestärkt und tauglich werden Für ein Überleben in den Stürmen ihrer Zeit. Indessen tobt mit seinem Flammenschwert ein menschgemachter Dämon über`s Land. Wo er zugeschlagen, ist vieles restlos abgebrannt! Auch ich bin Opfer solcher Not. Mir bleibt viel Bitterkeit, ein Häufchen Asche als Erinnerung. Noch bin ich nicht tot. Meine Wurzeln tief im Boden erreicht sein Feuer nicht! Asche ist Dünger für einen Neuanfang, wenn meine Zeit gekommen.
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