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  1. Carlolus

    Der Tag versickert

    Der Tag versickert in den Wipfeln, ein letztes Sonnenband als Gnadenfrist. Schon dunkeln Schatten tiefer am Waldrand. Stumpf verwittert Grünes im Wiesengrund. Erste Lichter in Häusern. Straßenlampen laden zum Stelldichein. Über den Asphalt tanzen Autos mit glühenden Augen. Nein! Danke! Keine Nachrichten, keine Mails, keine Telephonate! Nur noch Ruhe, Stille, Einsamkeit. Jetzt Teil des Dunklen werden, schweigen wie die Nacht, die ihren schwarzen Mantel über alles legt und im Schlaf die wunde Seele tröstet.
  2. Oilenspiegel

    9/11

    Vorrede (wie ich sie bei einer Lesung voranstellen würde) In den letzten zwei Wochen lief ja viel Erinnerung durch Radio und Fernsehen und www, auf Deutschlandfunk Kultur beispielsweise kamen immer wieder Menschen zu Wort, um zu berichten, wie sie den Moment der Anschläge auf das WorldTradeCenter (u.a.) erlebt haben, was sie taten, dachten, Ängste wurden beschrieben, ... Ich muss bekennen, dass ich nicht zu den einfach nur furchtbar betroffenen Menschen gehörte. Meine ostdeutsche, auch realsozialistische Denkprägung rief neben der em- pathiebedingten Betroffenheit über alle Opfer dieser ekelhaftenTerroranschläge auch Gedanken hervor, die sich vielleicht in dem Satz bündeln lassen: Aber endlich trifft es auch die (US-)Amerikaner mal! Womit ich aber eben nicht die individuell Betroffenen meinte, sondern dieses "Volk", das sich für unverletzbar, unfehlbar, in vielem "über Allem stehend" versteht, als nicht anzweifelbare Weltmacht eben. Ich glaube, dass ich bei Weitem nicht der einzige bin, dem es so geht. Allerdings habe ich bei den diesjährigen Erinnerungen keine Stimme mehr vernommen, die auch solche nichtstromlinienhaften Gedanken geäußert hätte. Es war mir alles viel zu gefühlsdus(s)elig. Und da habe ich mich an einen Text erinnert, den ich eine Weile nach den Anschlägen schrieb, als man in den USA nämlich überlegte, was an Stelle der zerstörten WTC-Türme entstehen solle. Ein Vorschlag war, ein Gebäude zu errichten, das nicht zerstört werden könne ... eine babylonische Idee, wie ich finde. Doch nun das Gedicht: Am Abgrund von „ground zero“ Mister Amerika, du behauptest nun, alle sogenannten Terroristen zu suchen, willst jeden Menschen dieser Erde zu deinem Verbündeten oder Feind erklären, versuchst, deine Machtgeilheit hinter pseudoreligiösem Geschwafel und Lügen über Freiheit und Demokratie zu verstecken, und willst als Fazit aus dem Grauen deines Septembertags das sicherste Megagebäude errichten, unzerstörbar sogar – zur Krönung des „American way of ...“ Aber! Solange nur ein hungerndes, ein vom Krieg verstümmeltes, ein durch Armut chancenlos bleibendes, ein von heilbaren Krankheiten verzehrtes, ein durch Analphabetismus unterdrücktes, ein von modrigem Wasser vergiftetes, ein mit sinnentleerten Trickfilmen verblödetes, ein von Drogen getötetes Kind von dir erschaffen und dann vergessen wird, werde ich keine Träne auf Ground Zero vergießen.
  3. Oilenspiegel

    ein Wintergedicht

    Wintermorgen Noch eine Hose und zwei Pullover. Noch drei Scheite Holz und eine Umarmung des Ofens. Noch ein heißer Kaffee, so französisch wie die E-Mails, die ich nicht lesen kann. Und unter zwei Metern Milchschaum schmilzt der Schnee. (aus 2013)
  4. Der Alte mit dem Akkordeon saß auf einer Kiste, spielte - das Instrument gewohnt zwischen den Händen - leisen Musette vor gläsernen Wänden. Passanten schoben wie scheu sich vorbei. Unrasierte, Gutsituierte, Auf- und Abgeblühte, müßig wie getrieben, einige mit Groschenmitleid. Mit lächelnder Miene blieb eine Alte stehen, verlor wiegend sich in Wellen von hellen und dunklen Klängen aus längst versunkenen Tagen. Vielleicht im Frühling ersten Glücks mit Blütenduft und Bienensummen, mit heiterem Mädchenlachen. Der Alte sieht ihr zu. Unverhofft begegnen sich zwei Augenblicke. Sekundenlang im Lächeln gebannt, erschrickt sie - läuft hastig davon. Hinter den Runzeln hat er ein Mädchengesicht wahr genommen. Aufseufzend spielte er den Walzer hauchzart verklingend … zu Ende.
  5. Oilenspiegel

    Technikgeschichte

    Ein Traum von einem ... Das spiegelt nicht die Sonne in Metallicteilchen. Das nennt sich ehrlich dunkelblau. Das macht nicht elektronisch leise „klick!“, das rummst gehörig, wenn die Tür zuschlägt. Das jault gehässig in den Ohren, du startest mit Gefühl und angespannten Muskeln. Das ebnet längst nicht wolkengleich die Löcher aus, die du bei sechzig nicht umschiffen kannst. Das säuselt nicht aus zwölf versteckten Boxen. Das brummt und trommelt selber mit. Das gaukelt nicht totale Sicherheit. Das zeigt dir deine Endlichkeit. Das heißt nicht Wagen. Es ist nur AutoMobil. (aus 2010)
  6. Carlolus

    Ansichten einer Aster

    Ansichten einer Aster Meine Heimat ist die Erde, In ihrem Schoß bin ich zu Haus. Dort gründen meine Wurzeln, dort keime, werde, wachse, blühe ich, bilde Samen und Früchte. Im späten Herbst, wenn meine Zeit abgelaufen, welke ich, kehre kraftlos in meine Heimat zurück, wie es Gesetz und Bestimmung meines Lebens verlangen. Menschen müssen Gesetz und Bestimmung ihres Lebens erst mühsam erkennen. Ihre Fehler dabei können tödlich sein - auch für uns Pflanzen!
  7. Carlolus

    Teilweise romantisch

    Teilweise romantisch Tief verschleiert tritt am frühen Morgen die Schöne des Tages in Erscheinung, als wolle sie zuerst das Blaue prüfen, das ihr der Himmel versprochen. Doch als die Freundin sich mit strahlend warmen Lächeln nähert, wird ihr so seltsam warm ums Herz. Mit sanfter Hand zieht sie den Schleier fort und lässt ihr Kleid bewundern, darauf taufrische Perlen in bunten Farben glitzern. Ohren durchbohrend fegt ein Krankenwagen, über die Bundesstraße, gefolgt von Polizei mit Warnsignalen.
  8. Das Ende des Sozialismus? Wenn die Idee ein Teppich wär, aus Fäden in schillernden Farben und festen Knoten gewoben, so hätten wir die Kraft zu fliegen. Statt dessen – kriechen wir. Wenn die Idee ein Teppich wär, aus bunten Flicken fest vernäht, vielleicht wie eine Decke dünn gewetzt, so bliebe uns der Antrieb, etwas Neues zu erschaffen. Statt dessen – schneuzen wir nur trotzig rein. Wenn die Idee ein Tuch wär, brüchig zwar in seinen Falten, aber kräftig noch am Rand, könnten wir den Kindern zeigen, was uns Halt gibt, stark zu sein. Statt dessen laufen wir wie Bettler, jeder geht in seinem Lumpen und reckt noch stolz die schwache Brust. Weißt du noch? Wir wollten fliegen, wollten ein für alle male siegen und einfach nur als Menschen leben. Nun schaff ich kaum, das Tuch vom Boden aufzuheben. (2012) Der Titel des Textes ist ein Arbeitstitel. Der Begriff Sozialismus trifft nicht wirklich ganz, was ich meine. Mir geht es eigentlich um diese ganze "linke" Strömung der Geschichte, die zu Freiheit, Gleichheit, solidarischem Dasein strebt. Doch dafür einen Begriff zu finden, ...
  9. Carlolus

    Hinfälliger Sommer

    Hinfälliger Sommer Trotzig kämpft im Garten die letzte Sonnenblume gegen kalte Nächte, unterstützt von dunkelroten Malvenblüten. Erste Winde schweifen suchend am Rain von Feld und Wiesen lang, necken welke Blätter, animieren sie zu kurzem Reigen. Gräser nicken beifällig. Längst haben Spinnenfischer ihre Netze ausgebreitet. Unermüdlich schwirren Mücken durch ihren einen Tag. Jetzt scheint jene Zeit gekommen, die durch Wandel sanftes Fallen, stilles Wiederkehren möglich macht. Schon signalisieren Blätter in Zwischentönen Wehmut und Abschied, von Gelb und Rot, von Braun bis Schwarz. Fester umhüllen Baumknospen ihre Hoffnungen auf Frühling. Sobald die Sonnenstrahlen Erinnerungen an einen ausgefallenen Sommer und seine Kühle wecken, werde ich ihnen Tür und Fenster öffnen.
  10. Carlolus

    Unterwegs

    Unterwegs Wandernd durch Zeiten voller Wechsel. Flüchtig die Erinnerungen an Kinderjahre, als Blumen, Bäume, Bach,. Katze und Hund meine Freunde. Die gleiche Sonne damals über den Ruinen der Stadt. Blicke in verrauchte Fensterhöhlen. Überall Trümmer, Staub und Sand. Zerlumpt zog das Leben weiter. Hunger im Magen, Hoffnung im Beutel, schaufelte Äußeres vom Kriege weg, im Glauben an ein profitables Aufwärts. Lange das Brot der frühen Jahre gekaut. Fleisch einst kostbar wie Reliquien. Auf dem Weg zum eigenen Heil stets bedroht vom Schlagabtausch der Mächtigen. Hoffen! Glauben! Lieben! Was wiegen Worte, wenn hinter ihnen keine erlebte Wirklichkeit? Rom, Jerusalem, Mekka - Ziele meiner Wanderung? Der letzte Ort, wo sich des Lebens Rätsel löst, liegt tief in mir. Hin und wieder spür ich dankbar Hilfe von den Unsichtbaren. Sie zu benennen, brächte mich auf meinem Weg keinen Schritt weiter.
  11. Carlolus

    Nächtlicher Zauber

    Nächtlicher Zauber Keines Menschen Seele weit und breit. Ringsum Dunkel, Waldesruhe, Stille, nur noch Ein-sam-keit. Mondbeglänzte Lichtung. Hinter einem Vorhang stummer Riesen tauchen wie aus alten Sagen Trolle, Gnomen, Elfen auf. Necken, foppen sich tapsen, purzeln, tanzen, wirbeln durcheinander, bis ermattet sie ins taubenetzte Gras hin sinken. Keines Menschen Aug und Ohr hat jemals sie belauscht, wenn spät nach Mitternacht sie wandern heim in ihre Sagen. Tagsüber schlafen sie in Büchern,, bis sie ein fröhlich Wiedersehen auf mondbeglänzte Lichtung lockt, beäugt von überraschten Fledermäusen.
  12. Darkjuls

    Getragen

    Im Meer des Lebens treibe ich steht mir das Wasser bis zum Hals werde ich doch getragen durch dich Die Liebe schenkt mir diese Kraft auch wenn sie tausend Leiden schafft ich empfinde sie - von Dankbarkeit erfüllt Bild by Pixabay
  13. Vor dem Schulstart Ein Fenster der Küche die ganze Nacht offen. Kühl ist's geworden dabei. Die Kinder freun sich übers lodernde Feuer. Das erste nach der Sommerzeit. 🦉
  14. Carlolus

    Unglaublich, dieser Herbst!

    Unglaublich, dieser Herbst! Mir scheint, als ob des Frühlings Frische, des Sommers reifes Gold, des Herbstes süße Früchte sich in diesen Sonnentagen ein letztes Mal zu einem Freudenfest vereinten, geschmückt mit allen Farben, als ob der Rosen rote Blütenblätter das funkelnde Rubin des Weins noch überbieten wollten, bevor sie sanft und still zu Boden glitten, als ob der Himmel Mitgefühl mit den geplagten Erdenkindern hätte und alle ihre Wünsche wie Bitten in seinem schönsten Blau erfüllen könnte. Froh treibe ich am Waldsaum lang, nehm Abschied von den letzten Blumen, bevor die ersten Stürme die Blätter von den Bäumen reißen und Kälte mich zum Ofen drängt.
  15. Oilenspiegel

    mehr als eine Ahnung

    Reisetagebuch, irgendwann, mittendrin. Mein Körper wird fallen, meine Stimme brechen. Das Lachen wird mir vergehn und der Atem verwehn. Meine Augen werden verlöschen, die Worte verklingen. Das Blut bleibt mir stehn und ich werde gehn. Alle Tränen werden trocknen in den Falten der erstarrenden Haut. Mein Haar wird nicht mehr wachsen. Und die ganzen Faxen? Kein Gedanke wird sich mehr drehn. Und die Uhr schlägt acht oder neun oder zehn ... (aus 2012)
  16. Rosinante bockt und Don Quichotte ist bockig Carlos gewidmet Alles Reden des Volks umsonst – den Blick stur nach vorn gerichtet sehen sie Vergangenes: weite grüne Weiden im Sonnenglanz und holde Weibsbilder, die nur gerettet sein wollen vor Teufel, Tod und Ehemann von richtigen Männern – bärtige Rittersleut, die minnen können. 🦉
  17. Carlolus

    Einladung zur Lust

    Einladung zur Lust Dich, Lust rufe ich an. Öffne deine Himmel. Jede Pore fülle mit Verlangen. Undenkbar weit dehne, wölbe Haut und Glieder. Erschließe Landschaften der spielenden Fantasie. Ihr Augen verschlingt Formen Glück verheißenden Seins. Ihr Hände bereitet ein Lager unbegrenzter Zärtlichkeiten. Lasse, du Lust, die wunderlichen Blumen jenseits des Vergänglichen erblühen. Heiße sie, betörende Düfte seligen Daseins verbreiten. Dankbar tauche ich ein in jenen Fluss, darin das Wasser des Wandels mich hin treibt zum Ufer. Neu geboren taumle ich in eine andre Welt.
  18. Oilenspiegel

    ein Wintergedicht

    Ein Winter wie vor Zeiten war’s, ein wochenlanges Frostgeklirr auf schneebedeckten Weiten. Dem einen schön, mit Holzscheittanzmusik vom Ofen, dem andern nur - im Angesicht von schneebehäuften Straßen - ein elend Graus. Jetzt treibt’s uns alle aus den Häusern raus, wir zählen die Minuten, die jeder Tag nach hinten wächst und nach vorne auch. Schaun in die Gärten, ob das Bluten der Kirschbäume beginnen will und sind enttäuscht, wenn nicht einmal ein Schneeblümchen sich zeigt. Der weite lustvoll ausschreitende Schritt wird jählings unterbrochen, der Stiefel will nicht weiter mit, steckt fest im nassen, fetten Lehm. Und alle Äcker saufen ab, die Wasser woll'n nicht fließen. Pflanzt kälteresistenten Reis! Hier kann er freudig sprießen. (März 2008)
  19. Carlolus

    Bilder im Herbst

    Bilder im Herbst Blätter eigenen Lebens, einst beschrieben, verwirkt, vergilbt, verwelkt. Doch gelesen die Schrift. Deren Bilder bewahrt im Erinnern. Schmerzlich und schön sie zu betrachten.
  20. Carlolus

    Liebe

    Liebe hat Hand und Fuß und obendrein ein weites Herz. Im Frühling kommt sie lächelnd leichten Schrittes einher, hat den Nächsten und sich im Blick, bietet ihm Leib und Seele. Atmen und wachsen ohne Fesseln will sie, entfalten, was in ihr keimt, in Schönheit erblühen und Früchte tragen, die auch ihre Freunde nähren. Wandelbar und einzigartig ist sie, selbst wenn sie im späten Herbst gebückt daherkommt. Jedem bietet sie lebenslang Gelegenheit, den Durst nach Glück zu stillen aus Quellen jenseits unsrer Möglichkeiten.
  21. Carlolus

    Sanfter Wandel

    Sanfter Wandel Fast unbemerkt wandelt der Sommert sich wie eine einzelne Wolke, verloren im Blau. Am Morgen im Spiegel weiteres Grau im Haar entdeckt. Innegehalten für einen Augenblick. Der Ahorn vor dem Fenster schon mit Blättern in Sonnenblumengelb, als wolle er zum Trost einen Hauch leiser Trauer überdecken. Vom Kirschbaum fallen Lanzenspitzen in Rot wie Reste sommerlicher Glut. Scharenweise schwirren Schwalben durch den Äther. Wer des Sommers Wärme auch im Herbst behält, dass selbst im Winter er nicht friert, den wird das Grau gehäufter Jahre nicht erschrecken, weil ihm des Lebens Farben auch im Dunkel leuchten.
  22. Oilenspiegel

    vor dem Umzug II

    Die Straße verändert sich. Im „besseren“ Teil des Viertels, wo es immer „gesittet“ zuging, höre ich jetzt öfter Grölen und Flaschen klirren in der Nacht, Scherben füllen die Gosse. Ich sitze, Beklemmungen registrierend, am Schreibtisch und überlege, wer diese jungen Kerle sind. Ihr Lärm kennt keine Rücksicht, ihr Lachen ist „unkultiviert“, sie parken ihre Autos „falsch herum“. Ich habe gern hier gewohnt, im Schatten der Kirche den Glocken gelauscht. Ich liebte die Bäume dort drüben. Bevor man sie fällte, ließ der Wind sie rauschen, nisteten Tauben in ihrem Geäst. An ihre Füße pissten Hunde und trunkene Männer. Die große Straße ganz vorn rauscht auch, aber anders. Ich werde gehen. Die Dinge in Kisten und großen Kartons. Die Ängste im Herzen, das Ziel noch im Kopf. (2009)
  23. Oilenspiegel

    schöner Wunsch

    Vielleicht vielleicht hab ich Glück und sterbe beim Schwimmen in meinem geliebten Fluss, der mich nach einem letzten Rudern der Arme aufnimmt in seinen stillen, glatten Lauf an einem sonnendurchfluteten Tag, um über seine bunten Kiesel hinweg mich ein paar Mäander weiter zu tragen, hin zu jenem anderen Fluß, dessen Ziel seit Ewigkeit des Meeres Wogen sind. Vielleicht, vielleicht kann ich, unentdeckt von Bootsleuten der dunklen Lastenkähne, von Paddlern in ihren blauen Booten, von Anglern und Spaziergängern auf Uferwegen, dahintreiben, bis mich die See empfängt. Dann mag ich zerfallen in ungezählte Einzelteile, wandernd durch die Gedärme von Fischen und Vögeln. Vielleicht, vielleicht schlüpft meine Seele unterwegs in die hundertfache Eiermasse einer Lachsfrau, um wiedergeboren zu werden im Fluss, an dem ich lebte. (2006)
  24. Judiths Poncho ... ... war eine Erscheinung im Köpenick der Achtziger, eine Liebeserklärung an das Anderssein, eine Ahnung, dass bald andere Moden aufziehen würden – Judiths Poncho, weißt du noch? « Judiths Poncho? Ja, klar! » Die Kälte Berliner November, ihr Nebel und Regen, verfingen sich in ihm, in seinen wollenen Fasern, und wurden in Sehnsucht verwandelt nach den kalten Winden der Anden. Im nassen Wolltuchgeruch dieses hässlichen Dings, das wie ein Sack manchmal hing, verbarg sich jedoch auch der Duft dieser Frau verschämt im grauen Gewebe, irritierte, provozierte kleine Dramen, dieser Poncho, weißt du noch? « Judiths Poncho? Na klar! » (September 2003)
  25. Oilenspiegel

    vor dem Umzug

    Eine der Visionen Stell dir vor Liebste, dass der Tag kommt, an dessen Morgen wir auf das Hupen der Fahrzeuge warten, an einem Morgen nach einer unruhigen Nacht, bei einem wie sonst auch gebrauten Tee, dem letzten hier, und irgendwann gegen neun klingeln die ersten Freunde, lachen, fragen, ob wir wirklich bereit sind, und dann kommen die Autos, deren Bäuche mit unseren Dingen gefüllt werden sollen – den Möbeln, den Kisten, Kartons, den Tüten und Beuteln und Säcken. Stell dir vor, dass wir all das dann hin zu jenem Haus bringen werden, das in unseren Händen, mit Hilfe von Freunden und Handwerkern und mit einem Riesenhunger nach Geld, gestillt an unseren von Hoffnung prallen Brüsten, sein Gesicht veränderte, bis es, belebt von unserer Fantasie, unser Bruder wurde – einer, der dazugehört, den man liebt und den man feiert, den man wärmt, um selbst gewärmt zu werden, und den man schmückt mit Farben und Perlen und Scherben und bunten Tüchern ... (etwa 2008-09)
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