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  1. Kein Wintermärchen November wars, als es gewaltig schneite. Gesprenstig pfiff der Sturm um Häuserecken. Der Junior hockte warm an Vaters Seite und hörte Märchen. Vater sprach von Recken, Gestalten, riesigdunkle Monsterschatten. Da krachte es! An Scheiben schlugen Äste. Der Knabe sah sie lauern unter Matten und kroch verängstigt unter Vaters Weste. Die Mutter sah ihr Kindchen voller Ängste. Ermahnte gleich den Ehemann aufs Strengste. Verscheuchte Böses aus der warmen Stube. „Ein Märchen war es nur, mein armer Bube.“ Ans Kindeswohl da sollt der Alte denken, Ein Märchen sollte Kindern Freude schenken. © Ilona Pagel
  2. Ostseemoewe

    Ein Kater auf Abwegen

    Ein Kater auf Abwegen Ach, Kater, geh nicht fremd! Verlor'ne Liebesmüh! Du glaubst, ich ließe mir ein Nebenweib gefallen? Hab ich zu meinem Schutz nicht extra scharfe Krallen? Gesehen hab ich dich beim Flirten heute früh! Du spieltest Kavalier und schnurrtest liebestoll als wärst du diesem Ding schon ganz und gar verfallen, umtanztest schmeichelnd sie durch Kammer, Flur und Hallen. Welch schändlicher Betrug! Ich brenne noch vor Groll. Dein Treueschwur an mich hat nur drei Tage Dauer? Na warte, Katerlein! Komm du mir bloß nachhaus! Und streite ja nichts ab, sonst werd' ich richtig sauer und spiele auch mit dir - doch tödlich: Katz' und Maus! Dann lege ich mich auch für sie noch auf die Lauer und kratz' dem frechen Ding die Schmachtblickaugen aus! © Ilona Pagel
  3. VIII - Der dunkle Teil des Ganzen Die Wünsche tröpfeln, wie aus einer Wunde. Du nimmst nicht weniger als alles hier. Gib ihnen keinen kleinen Teil von dir, am Ende geht doch alles eh zugrunde. Doch einer dort hat wohl den Tag bestohlen und eine ganze Stunde sich verschafft. Erschlag ihn! Bis der Schädel offen klafft. Zerreiß‘ ihn! Brich! Du kannst dir alles holen. Und wenn du über allen and’ren stehst, ist’s dir gegeben, dass sie knien sollen. Genieße sie, wie einen roten Wein, nimm einen, bis du dann zum nächsten gehst. Und dann vergeh‘! Es gibt nichts mehr zu wollen. Mit Blut besiegelt und so soll es sein. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  4. XIII - Der Kugelträger Und diese Kräfte können alles tragen, vom einen, den die Erde ausersann. Nur er vermag, was niemand anders kann, wenn andere nicht wagen, es zu wagen. Er wird nicht stürzen, lass den Boden beben: Die Füße stehen fest auf jedem Grund. Auf seinen Schultern ruht das Himmelsrund, und wenn es wankt, wird er’s noch höher heben. Ein Bein hält alles fest als Fundament. Es wurzelt tief hinab in Erdenreichen. Ein zweites ist die Rüstung, ehern wie Granit. Und eins ist Leben, das kein Ende kennt. Es wächst, um höchste Höhen zu erreichen. Da weichen Wolken wie ein müdes Lid. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  5. Als mir, die lang im Schlafe war gefangen, des Lebens Licht auf einmal sich ergoss, und Liebessaft durch meine Adern floss, erregte mich ein sehnliches Verlangen. Ja, du warst da, ich sah in Diamanten, die glitzerten im Frühlingssonnenschein. Die Haut, so honiggolden und so rein, verlangte ich zu spüren, und die Kanten, durch sanfte Gesten sorgsam abzurunden, zu schleifen zu dem schönen Edelstein, den ich in deinen Augen glaubt‘ gefunden. Doch ist nicht alles Gold, was glänzt und funkelt, denn du gingst fort und ließest mich allein. Nun bleibt ein Schatten, der das Licht verdunkelt. © Diana Tauhwetter 2021
  6. I - Der Mondkönig Da war ein schwarzer Schlund, der Leere spie. Sie bog sich unter eigenen Gewichten. Und tausend Sterne wurden zu Geschichten vom ersten Licht und seiner Poesie. Und eine Kralle schrieb sich glühend ein: Sie zeichnet Strich um Strich auf dunklem Grunde, die Wünsche tröpfeln, wie aus einer Wunde. Mit Blut besiegelt und so soll es sein: Was halb nur ist, soll hier zusammenschlagen. Schon eine Glut macht einen Unterschied, wenn alle sich um diese eine drehen. Und diese Kräfte können alles tragen. Da weichen Wolken wie ein müdes Lid: Das gold’ne Auge sieht sein Werk entstehen. Dali Lama | August 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  7. XIV - Die Farbenschmiede Da weichen Wolken wie ein müdes Lid, sie tun sich auf wie eine graue Narbe. Und aus der Narbe fließt das Grau in Farbe, es kommt heraus, wie man es erstmals sieht. So voll die Farben und sie bleiben immer: Das Rot, ganz tief im eig‘nen Fleisch und Blut. Der warme Schein aus einer Herzensglut und auf der Haut ein gleißend gelber Schimmer. Ein grüner Pfad voll Leben zu den Füßen und frei von Zweifeln, ist der Himmel blau. Der Flieder in der Hand, ein zartes Flehen, von Zweien, die zum ersten Mal sich grüßen. Doch alles wird, die Farben wirken. Schau: Das gold’ne Auge sieht sein Werk entstehen. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  8. XV - Der See unter dem Mond Das gold’ne Auge sieht sein Werk entstehen, wie alles endlich ganz und richtig wird. Doch wenn sein Blick einmal nach unten irrt, dann hat es eines immer übersehen: Da ist ein dunkler See, der kaum sich regt. Er geht so tief, noch tiefer als das Wasser. Und spiegelt sich der Mond, erscheint er blasser, verzerrt noch, wenn das Wasser Wellen schlägt. Und für den See ist all das nicht vorbei. Denn wie ein Spiegel zeigt er jede Schwäche. Und alles war ihm immer nah. Er schrie, doch war er still. Da brach der See entzwei. Und übrig blieb die dunkle Oberfläche: Da war ein schwarzer Schlund, der Leere spie. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  9. X - Das Wegekreuz Was halb nur ist, soll hier zusammenschlagen, zwei Wege, doch auf welchem wirst du wandern? Auf einem fremd und einsam auf dem andern, daneben wartet dunkles Unbehagen. Das Wegekreuz zerrt dich zu beiden Seiten, womit es dich dazwischen stehen lässt. Und eine Eiseskälte hält dich fest, entstiegen aus den tiefsten Winterzeiten. In diesem kalten Griff ist jeder Schritt ein Sichverkehren und ein Endloswinden, bis es dich abseits von den Wegen zieht. Das Dunkle bringt ganz eig’ne Wege mit, nun gilt’s, sie ohne Wegekreuz zu finden. Schon eine Glut macht einen Unterschied. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  10. IV - Der Feuermacher Und tausend Sterne wurden zu Geschichten, die er auf diese Höhlenwände schrieb. Er war ein Fremder, der kein Fremder blieb, und wusste seinen Willen zu verrichten. Bald wurden leere Wände seine Wände. Bald schlug er Holz nach seinem Maß. Er zimmerte die Bank, auf der er saß, und nahm den Tag in seine rauen Hände. Und jeder Ecke gab er seinen Schliff. Bald war nichts mehr zu machen, zu versprechen, nur noch ein Feuer für die Harmonie. Und als er sich zwei kleine Steine griff, da war ein Flüstern zwischen ihren Flächen vom ersten Licht und seiner Poesie. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  11. XII - Die Weberin Wenn alle sich um diese eine drehen, auf ihrem gold’nen Thron im Gleichgewicht, dann scheint sie wie die Sonne und ihr Licht aus nichts als reiner Wärme zu bestehen. Und noch im tiefsten Chaos sitzt sie weiter ganz einfach da und ist ein Ruheort. Sie webt ein Himmelszelt von hier nach dort. Das Garn ist aus ihr selbst: Ein Faden heiter, besonnen einer und der letzte milde. So spannt sie sich noch um die ganze Welt und knüpft an Nächte Enden aus den Tagen. Aus ihrem Garn sieht mancher gar Gebilde, als Zier dort angebracht am Himmelszelt, und diese Kräfte können alles tragen. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  12. V - Das Pendel Vom ersten Licht und seiner Poesie bis hin zur letzten Unaussprechlichkeit: Das Pendel schwang schon eine Ewigkeit, umkreiste Sandkorn und auch Galaxie. Da schwang das Pendel eng um einen Kern, kam näher und auch ihr wart euch so nah. Bis dann der Kern zerbarst und nicht mehr war. Die Splitter stoben fort und war’n dir fern. Und auch der Ewigrunde gab sich auf. Das Pendel schwang dahin und her im Wahn. Was sich so nah war, soll‘s nie wieder sein. Die nächste Ewigkeit nahm ihren Lauf. Das Pendel schwang erneut auf weiter Bahn und eine Kralle schrieb sich glühend ein. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO _______________________ Ursprüngliche Version: V - Das Pendel Vom ersten Licht und seiner Poesie bis hin zur letzten Unaussprechlichkeit: Das Pendel schwang schon eine Ewigkeit, umkreiste Sandkorn und auch Galaxie. Da schwang das Pendel eng um einen Kern, dem du so nah und noch viel näher warst. Bis ihr zu nah wart und der Kern zerbarst. Die Splitter stoben fort und war’n dir fern. Und auch der Ewigrunde gab sich auf. Das Pendel schwang dahin und her im Wahn. Was sich so nah war, soll‘s nie wieder sein. Die nächste Ewigkeit nahm ihren Lauf. Das Pendel schwang erneut auf weiter Bahn und eine Kralle schrieb sich glühend ein.
  13. XI - Der Hüter des ersten Leuchtens Schon eine Glut macht einen Unterschied, wo sonst nur Schatten deine Freunde sind. Behalt sie nah, und fern vom Winterwind, wer weiß, wohin sie dich gestärkt dann zieht. Und halt sie fest bei jedem deiner Schritte, gibt deiner Glut nur etwas länger Zeit. Und wenn ihr euch dann einst am nächsten seid, dann glüht ihr beide hell um eine Mitte. Nenn’s erster Stern, nenn’s aufgeflammt zum Besten, und als Begleiter geht ihr Hand in Hand, sollt bis zur letzten Glut noch weitergehen. Es endet, wie’s begann, in einer festen Umarmung mit der Glut, die Hoffnung fand, wenn alle sich um diese eine drehen. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  14. IX - Die ewige Umarmung Mit Blut besiegelt und so soll es sein: Da ist ein Wunsch, den du noch nicht gesprochen, noch nicht erdacht hast, hinter deinen Knochen. Da steckt er scharf und tief im kleinsten Klein. Kaum merklich wächst er in dir weiter an. Was würde wohl von dir noch übrigbleiben, sobald der Wunsch versucht, herauszutreiben, wenn er schon jetzt so in dir brennen kann? Und irgendwann wird dieser Wunsch dich spalten. Dann wird ein halbes Wesen auf die Suche geh’n, sein Herz der and‘ren Hälfte zuzutragen. Was jetzt nicht ist, wird sich nicht ewig halten, dann werdet ihr euch umeinander dreh’n. Was halb nur ist, soll hier zusammen schlagen. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  15. VII - Der Sternzug Sie zeichnet Strich um Strich auf dunklem Grunde ein gold’ner Funke aus, und eine Reise. Wo Staub und Nebel war’n, ist eine Schneise, und an den Enden sind zwei halbe Runde. Was halb nur ist, will zueinanderstreben, so kreisen auch um dich die Hälften weiter. Und deine Schneise ist dir endlos breiter, um dir das alles und noch mehr zu geben. Und diese Hälften, Sterne, lassen hoffen, wie sie zu Bildern sich zusammenballen: Ein Wandel bringt auch deine Sternenstunde. Halt deine Arme für die Sterne offen und sieh nur, wie sie dir entgegenfallen. Die Wünsche tröpfeln, wie aus einer Wunde. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  16. VI - Rauch und Asche Und eine Kralle schrieb sich glühend ein in Haut und Fleisch und so viel Raum dazwischen. Der erste Strich war still, dann kam ein Zischen, der zweite Strich drang tief in Mark und Bein. Und sie, die willentlich den Schmerz ertrug, ließ für den dritten ihren Willen ziehen, und für den vierten Strich die Kraft, zu fliehen, kein Atem mehr, nur Rauch in jedem Zug. Und keine Stimme mehr, kein Gegenhalten: Der fünfte Strich zieht sich von selbst, so heiß, sie brennt, und Asche steigt aus ihrem Munde. Und noch mehr kann sie mit der Hand nicht halten. Der sechste wird ihr letzter Strich, sie weiß: Sie zeichnet Strich um Strich auf dunklem Grunde. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  17. Besuch. Der Krieg kriecht durch die kleinste Fensterritze. Auch unterm Türblatt schlüpft er durch und schleicht Sich dahin, wo ich gerne mit mir sitze. Er hat mir sogar seine Hand gereicht! Sie sind so kalt, die bleichen Fingerknochen. Mich hat’s geschaudert. Ich bin sehr erschrocken. Ich sollte mir was Warmes, Gutes kochen. Vielleicht tut’s eine zweite Lage Socken. Er spricht nicht, hört nicht, sitzt nur knöchern da. Ihn wegzuschicken, das gelingt nicht. Taub Und stumm schaut er mich an, ist furchtbar nah. Ich hab ihn nicht gerufen, mit Verlaub! Ich sehe ihn mir an. So ein Skelett Wär schöner anzusehn, wär es komplett.
  18. III - Die Dagewesene Sie bog sich unter eigenen Gewichten, denn lange Zeit war sie für sich allein. Ein kleiner Keim spross unter einem Stein: Sie nahm dich an sich, um dich aufzurichten. Doch diese Arme hielten viele Winter, und außer Kälte hatte sie nicht mehr. Da welktest du dahin, es war so schwer: Sie nahm ihr Herz und stellte dich dahinter. Aus ihren Fingern wuchs ein Wermutstrauch, der tausend gelbe Köpfe aufwärts streckte - als würd‘ sie dir ein Himmelszelt errichten. Sie ließ dich wachsen und so wuchs sie auch: Kein Winter, der sie nochmal niederstreckte. Und tausend Sterne wurden zu Geschichten. Dali Lama | September 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  19. II – Der Fortgebliebene Da war ein schwarzer Schlund, der Leere spie, und finst’re Tropfen rannen in die Ecken. Auf einer Linie spieltest du Verstecken und hinter dieser suchte er dich nie. Als dann die ganze Leere draußen war, da ist der schwarze Schlund von selbst verschwunden. Du hattest nur noch eine Spur gefunden: Er ging, du folgtest, doch du kamst nie nah. Und weit weg hörtest du ihn Leere speien. Doch mit der Zeit war sie dir Stille nur und aufs Verstecken konntest du verzichten. Du konntest dich vom schwarzen Schlund befreien. Und so wie er verblasste bald die Spur. Sie bog sich unter eigenen Gewichten. Dali Lama | August 2022 Bild generiert mit künstlicher Intelligenz von Dream by WOMBO
  20. Was wär ich ohne dich, du mein geliebtes Fleisch? Du bist so rosig, zart und reizend anzuseh’n. Und dieser süße Duft macht mich verrückt, ich nähm‘ dich ganz allein. Doch sieh: Wir haben Gäste. Husch, Freund Publikum, ihr müsst nicht länger warten, nascht! Friss, Made Nimmersatt, dich reichlich fett und schön. Lass, feine Fliege, uns dich herzhaft schmatzen hör‘n. Gebt ein Konzert zum Schmaus und knuspert, knirscht und zischt. All mein Empfinden ist indes ein Selbstgespräch. Kein Laut könnt sagen, was mein Schweigen sagen kann. Die Gier in schwarzen Augen wird dir nicht gerecht. All meine Freude über dich, mein Fleisch, bleibt stumm. So lange, bis du ganz und gar verschwunden bist. Und ich? Ich bleib unendlich, Tod und Schöpfer, der ich bin. _________ © 2020
  21. Dali Lama

    Was wäre denn, ...?

    Was wäre denn, wenn du und ich ... Ich meine: Ist es vorstellbar, dass wir nicht mehr sind? Du – Gott, bist du schön – mit mir? Denk nur daran, wie wäre das für dich? Reib' deine Augen und schon siehst du mich. Oh, wäre es doch nur so leicht mit dir. Sonst rieb' ich meine Lippen blutig hier. Treib deinen Kuss in meine Haut und stich! Und Schmerz verrät, wie wertvoll all das wär'. Nimm dir mein Herz, trag's in den Händen. Denk nur daran, wie sehr dies Herz dich liebt. Was wäre denn, wenn es dich wirklich gibt? Ich glaube noch, dass wir uns fänden, reib' meine Augen wund, mein Herz schlägt schwer. _________ © 2019
  22. Auf Dornen gebettet. Sonett in Amphibrachien Du gingst durch die Rosen, an Dornen die Träume, An Strümpfen die Kletten, sie klangen wie Ketten; Du kamst an die Tür, und es öffneten Räume Die Fenster ins Dunkle: Da war nichts zu retten, Da gab es kein Leben, da waren nur Tote, Da fehlten die Wände, es wohnte kein Hoffen In all diesen Schluchten; es glühte die rote, Die frühere Sonne, auch sie war getroffen, Wie ihr ging’s dem Mond; wo nur waren die Kinder, Die gestern noch spielten, wo waren die Katzen, Die Hunde, die Hasen! Es nahm sie der Schinder; Er hat die Gesichter von Schändern, die Fratzen Von Mördern und folgt deiner Spur durch den Garten: Er kann, dich zu töten, schon kaum mehr erwarten.
  23. Keine kleine Nachtmusik In seiner Linken hält er die Granate, In seiner Rechten schwingt ein Schießgewehr. Sein linkes Auge, blau einst, gibt’s nicht mehr. Was braucht der Mensch für eine Bachkantate? Zehn ganze Finger. Das sind die Geräte, Die G?tt, der Herr, dem Menschen wachsen ließ, Als er noch träumte, nackt, im Paradies. Jetzt haut er sich Granaten in die Gräte Und auch woanders hin, in Bauch und Brust. Das Oratorium singt in ihm in Nächten, Wenn nichts als Angst ihn frisst und Frust, Dass er Kollegen tötet in Gefechten, Die andere befahln aus Machtsuchtlust – Sein Fuß im Takt beim Lob für den Gerechten. Gewidmet allen Künstlern, die jetzt in der Ukraine für die Freiheit der Kunst und für ihr Land kämpfen.
  24. Walther

    Carpe diem.

    Carpe diem. - Sonett in Amphibrachien - Die Blätter verdecken die Blicke ins Helle, Und Blüten verbergen sich hinter dem Grünen. So spielen gern Frühling und Sommer auf Bühnen, Die sich mit verwandeln. Und ganz auf die Schnelle Verfangen sich beinah in Schwüngen – wie kühnen! – Die Kinder der Meisen: Sie schießen ins Grelle Und streifen die Sonne. Im Boden die Delle – Dort steht eine Schale: Sie lieben Tribünen, Beim Waschen, beim Naschen, die Amseln, beim Haschen. Ich stehe am Fenster, bedenke die Wunder, Vergrabe die Hände knietief in den Taschen. Was soll all das Streben? Warum all der Plunder? Bedenke das Ende: Die Zeit geht viel rascher, Und all der Besitz brennt auch bloß wie Zunder.
  25. Betörte Toren Der „Wind of Change“ zerbrach schon oft die Mauern. Er trug sie fort, um anderswo zu bauen, Von deren Zinnen heute Menschen schauen, Die auf den Feind und auf den Angriff lauern. Die Mauern in den Köpfen überdauern. Sie dienen dazu, Altes zu vertäuen, Das Gestrige als neu zu wiederkäuen Und ängstlich als Gefangene zu kauern. Der Mantel der Geschichte kann nicht kleiden. Man kann ihn allenfalls beschwören. Wen er berührt, den sollten nur beneiden, Die wahr und nicht wahr auseinander hören: Es werden nicht nur jene furchtbar leiden, Die falsche Predigten zur Tat betören.
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