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Lieblings Autoren / Dichter

  1. Perry

    randgedanken

    randgedanken wann wird es zeit einen gang runterzuschalten erst wenn die tankanzeige auf rot steht der gegenwind heftiger wird es langsamer anzugehen heißt auch mehr am weg zu sehen wollen wir mit den kräften haushalten damit sie möglichst lange reichen oder alles bei einem rauschenden fest hingeben um nach einem grandiosen galadiner endgültig dahinzusinken vielleicht sollten wir das kommende nicht zu wichtig nehmen besteht doch die vermutung dass es dem jetzt wenig ähnelt nehmen wir deshalb jeden neuen tag an wie ein geschenk
  2. Joshua Coan

    Feuerblumen

    Die Funken meiner Leidenschaft Haben Feuer aus meinem Herzen entfacht Die Gier aus ihrem Schlummer geweckt Wild durch deinen Wald die Zunge leckt Alles wird hier angesteckt Alles verbrennt zu Asche mit Lust So brauchen manche Knospen Damit sie platzen Einen Waldbrand Um zu wachsen Das sind die ersten Blüten Die aus der Asche entstehen Lebendig rot und wunderschön Viel Spaß beim Rupfen... 🐓
  3. Thomas Dahmen

    Schwarze Romantik

    Die Gräuel in der Ödnis (14. April 2020) Schwarzer und erstickender Rauch dringt aus Feuerungen in die entlegene Landschaft. Eine ausgebrannte Oberförsterei ist geheimnisumwoben und wird gemieden. Ein Trauerzug bewegt sich langsam durch eine dämmergraue Schlucht. Ein Giftmörder sucht blauen Eisenhut an einer lichten Stelle im Auwald. In einem Feldgehölz liegen die Trümmer einer Hinrichtungsstätte. Rostiger Stacheldraht umfriedet einen alten Bestattungsplatz. An abgeschiedenen Gehöften werden Herumtreiber von Hunden vergrämt. Heftiger Wind treibt beißenden Staub durch einen einstigen Steinbruch. In der Dunkelheit lodern Irrlichter aus dem sumpfigen Talgrund. Im Spätherbst werden auf der Feldflur Strohmieten in Brand gesetzt. Aus abendlichen Gewittern schlagen Blitze in freistehende Sühnekreuze ein. Bewaffnete Männer rudern in Mondnächten stromauf zwischen Treibeis. Wilderer spannen bei Frostwetter Abzugseisen auf Holzrückewegen. Niederwild verendet in Drahtschlingen auf ausgetretenen Wechseln. In einer zerfallenen Klosteranlage werden vergiftete Lockmittel ausgelegt. Bei Sturm und Regen werden befahrene Fuchsbauten begast. In einer früheren Zisterne werden junge Katzen in Jutesäcken ertränkt. Im untiefen Wasser einer vormaligen Kiesabgrabung schlagen Kinder Ringelnattern tot. Blutbefleckte Jäger durchstreifen im kalten Nebel eine Fichtendickung. Verstörung und Entsetzen überwiegen in dem Weiler und der Umgegend. Thomas Dahmen
  4. Claudi

    Oma kommt

    Oma kommt zu Besuch. Putzen ist angesagt. Mutterseelenallein steh ich im Trümmerfeld: Wäsche türmt sich am Boden Zwischen Akten, Geschirr und Müll. Voller Beutel im Staubsauger und kein Ersatz! Männe muss sich ins Bett legen: Ein Schnupfen droht. Siegessicher und hämisch Grinst der innere Schweinehund. Fünf Minuten vor zwölf - immer noch Chaos pur Rings umher, so ein Mist! Oma ruft an: Mein Schatz, Heute bin ich verhindert, Kann erst morgen. Ich liebe sie!
  5. Claudi

    Hüll dich in Schweigen

    Traumgetüncht im rosigen Ton des Lächelns Schleicht bei Nacht das Grauen ins Kinderzimmer. Stickig wirds und kalt, wenn die Stimme flüstert. Hüll dich in Schweigen. Nachtgebet: Erlöse mich von dem Bösen. Schlaf, Prinzessin, Teddy bewacht dich, träum schön; Schau nicht in die Kammer der Hirngespinste. Hüll dich in Schweigen. Vor dem Fenster bauschen sich Tüllgardinen. Leute gehn vorbei: Ein gepflegter Rasen, Rüschenkleidchen, säuberlich auf der Leine, Hüllt sich in Schweigen. alte S3: Vor dem Fenster bauschen sich Schamgardinen. Leute gehn vorüber: gepflegter Rasen, Rüschenkleidchen säuberlich auf der Leine. Lügengebäude.
  6. Es herrscht ein Gleichgewicht zwischen unseren Herzen Und deine Nähe ist heißer als tausend große Kerzen Das Leben ist wie ein Gemälde aus mehreren Fetzen Doch für dein Lächeln gehe ich über jegliche Grenzen Jährlich wird mir verdeutlicht an deinem Geburtstag, er wird mit den Jahren immer älter dein süßer Herzschlag Jedoch bin ich mir nicht sicher ob es dir bewusst war: ich bin der Erste, der nicht versteinert wurde als er dich ansah Ich vermisse unser´ gemeinsames Kuscheln, ich kriege Heimweh Denn ohne dich ist mein Alltag bitter und schwarz wie der Kaffee Und wenn du mich irgendwann alleine mit Tränen siehst Dann nur weil ich weiß, dass ich dich für immer lieb´ Es ist sicherlich möglich, dass ich täglich Depris schieb´ Mit dir bin ich keiner mehr, der jemals wieder flieht. Du bist jemand der über den Tellerrand hinaus sieht Und Lebewesen mit in den langersehnten Frieden zieht.
  7. Mahibul

    Farben

    Blau, Blau ist die Welt Blau ist alles ohne dich Grau, Grau Ist das Leben kalt ist mein Herz und vermisse ich dich Rot, Rot Sind die Augen Weine ich schweigend Blind seh ich dich Grün, Grün Ist die Fantasie Sie verspricht den Himmel Dort finde ich dich Schwarz, Schwarz Sind die Nächte So dunkel wie ich kenne Vergehen hoffnungslos Weiß, Weiß Da wartet ein Morgen So hell wie die Sonne Kommt erwartungsvoll
  8. Kurt Knecht

    Wolken

    Wolken, die den Bergen gleichen, zeichnen über alten Eichen; ein bizarres, schönes Bild, ihr Anblick; stimmt mich weich und mild. Wellen, die haushoch sich türmen, aufgebaut von Sommerstürmen; die so ungestüm und wild, ihr Anblick; alles Milde killt. Winde, die Orkanen gleichen, fegen durch die alten Eichen; reißen alles Milde nieder, ihr Anblick; fährt mir in die Glieder. Wunder, die dem Zauber gleichen, halten fest die alten Eichen; die da stehen fest und dicht, ihr Anblick; gibt mir Zuversicht.
  9. ajay

    Hurt

    Ich tat mir heute weh nur um zu wissen ob ich des fühlens noch mächtig bin Ich tat mir heute weh. Was wurde nur aus mir, ich habe eine lüge geträumt. Ich bin bis heute nie echt gewesen und doch weiß ich was echt ist denn ich tat mir heute weh Nimm mir alles denn ich habe nichts Ich sitze in einem cafe und tu mir weh Im radio Hurt von Johnny cash Ich weiß was echt ist denn ich tat mir heute weh Vielleicht kann ja der ein oder andere eine eigeninterpretation des Songs hier Posten? LG Jassir
  10. Claudi

    Knallfrösche

    Wenn oben im Dachstübchen Rosinen und Senfkörner vergnügt Karussell fahren, entsteht ein Gedicht. Da hüpfen die Versfüße mitunter wie Knallfrösche, denn brave Musik machen, das wollen sie nicht.
  11. Darkjuls

    In den Rechten beschnitten

    Komm meine Kleine, es ist soweit nun mach schön deine Beine breit ein kurzer Schmerz, den heilt die Zeit genäht wird dann, was übrig bleibt Die Klinge ritzt, ich starr wie Stein dir hilft kein Flehen oder Schrein es wird zu deinem Besten sein wir fügen uns ins Schicksal ein Die ist versorgt, die das überlebt dem Mann Unreines widerstrebt diene dem Herrn, so gut es geht beweine nicht deine Sexualität Wir sind unsrer Tradition verpflichtet nur ein Außenstehender, der richtet Chancen auf eine Ehe wären vernichtet hätten wir auf´s Beschneiden verzichtet Kopf hoch Kleines, es ist an der Zeit!
  12. Vagabund

    Reigen

    Der Schmerz lindert mit der Träne, die Hoffnung funkt und glüht, im Feuer zeigen sich die sehnlichsten Träume, nach all der Zeit der darbe, streut der Hirte Sterne in die Wunde, gemausert vom Kamel zum Kinde, sprudelt aus allen Poren die reinste Freude, es kristallisiert sich etwas aus dem Lichte, Himmel, Himmel, es ist die umschlungene Liebe.
  13. Létranger

    Du

    Bist doch der Welt nur ein Spiegel, in dem sie sich schaut, und gefällt ihr nicht - das Gesicht, das sie sieht, schlägt sie ihn wütend entzwei.
  14. Oilenspiegel

    Teil einer...

    Teil einer längeren Prosaarbeit, wird vielleicht mal ein Roman für Jugendliche und alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten Das zweite Kapitel heißt Jetzt geht’s lo-hos! und beschreibt den Geburtsprozess eines beinahe einzigartigen Projekts in der ostdeutschen Provinz Gemeinderatssitzung in Zöckern. Stolz saßen sie da, die Abgeordneten, in ihren Anzügen von der Stange, ihren Kostümen von Otto, Neckermann und Quelle. Gerade lehnten sich die Wortführer der einzelnen Fraktionen selbstgefällig zurück, denn sie hatten fast eine Stunde erbittert um das eine oder andere Komma in der neuen Abwassersatzung debattiert. Den meisten gefiel der so erstrittene Wortlaut, besonders die Akademiker unter den Herren und Damen des Rates legten großen Wert auf eine saubere Sprache in dem, wofür sie ihre Hände heben sollten. Während der Präsidiumsvorsitzende Mitscherlich, FDP, zum nächsten Tagesordnungspunkt, dem Antrag der Verwaltung auf Schließung einer Kindertagesstätte, überleitete, beugte sich eine Mitarbeiterin des Bürgermeisters zu jenem hinab, und flüsterte ihm etwas zu. Sie wirkte ein wenig aufgeregt, und der Herr Bürgermeister Petzold, SPD, erstarrte im Zeitlupentempo von eben noch lächelnd hinüber in eine seltsam verzerrte Grimasse. Als erstes wurde neben ihm Baudezernent Krause darauf aufmerksam. Als Parteifreunde, und durch die hohe Verantwortung eng aneinander gebundene Menschen, duzten sie sich. „Was ist denn los, Günter?“, fragte Krause seinen Dienstherren besorgt. „Moment, ich muss mich erst mal wieder fangen“, stammelte der Bürgermeister. Dann schaltete er sein Mikrofon ein und bat um Unterbrechung der Sitzung, bevor das nächste Thema diskutiert würde. Aufregung nun auch bei den anderen Anwesenden, weil zwei Polizisten in Uniform leise den Saal betreten hatten. Petzold nickte ihnen zu, um dann ans Rednerpult zu treten. „Ähm, ja, also, ich möchte Sie, meine verehrten Damen und Herren um eine kurze Unterbrechung unserer Sitzung bitten, weil es in der Stadt einen kleinen Zwischenfall gab oder, äh, gibt, um den ich mich spontan kümmern muss. Ich bitte die Herren der Polizei, die sicher deswegen hier sind“, jene nickten bestätigend, „und die Vorsitzenden der Fraktionen zu einer kleinen Unterredung in mein Arbeitszimmer. Ich unterbreche die Sitzung also aus aktuellem Anlass für zehn Minuten, oder sagen wir, eine viertel Stunde. Da müssen Sie ihre Zigaretten nicht so hastig runter schlucken.“ Verhaltene Heiterkeit im Saal. Der Fraktionsvorsitzende der oppositionellen CDU stand gespielt erregt auf und fragte laut: „Ja will uns denn niemand sagen, was überhaupt los ist? Das dürfte doch wohl von allgemeinem Interesse sein, wenn in unserer Stadt etwas passiert ist!“ Petzold machte beschwichtigende Handbewegungen. „Bitte, Herr Meißner, kommen Sie in mein Büro. Ich muss mir doch selbst erst einmal ein genaueres Bild machen! Danke. Vielen Dank!“ Meißner hatte seinen Auftritt, der gegebenenfalls, wenn es denn ein so nennenswerter Vorfall wäre, vom Redakteur der „Landstimme“, welcher hoch konzentriert dem Geschehen folgte, geschildert würde. Die „Landstimme“ vergaß nie, die Äußerungen der CDU gebührend zu würdigen. Das konnte langsam aber sicher ein Umdenken bei den Wählern zur Folge haben. Schließlich waren im nächsten Jahr wieder Kommunalwahlen, und ein Trend der Unzufriedenheit mit der Politik der regierenden SPD/FDP war in der Stadt deutlich zu spüren. Da durfte man keinen Moment versäumen, auf sich und die eigenen Fähigkeiten aufmerksam zu machen. Nachdem sich die Polizisten und die Fraktionsvorsitzenden der SPD, der CDU, der FDP, der PDS und des Neuen Forums im Arbeitszimmer des Bürgermeisters versammelt hatten, dankte der ihnen für ihr Verständnis und stellte die Situation dar: „Wie mir soeben von Frau Sänger mitgeteilt wurde, ist das Gebäude der ehemaligen Polyklinik von Jugendlichen aufgebrochen und besetzt worden.“, wobei er das Wort „besetzt“ unsicher, wie einen fremdsprachigen Ausdruck, von dessen Anwendung er selbst nicht ganz überzeugt war, aussprach. „Mehr weiß ich im Moment noch nicht, darum möchte ich nun Herrn Kowalski, den Leiter unseres Polizeireviers, Sie werden ihn ja kennen, um eine Lagebeschreibung bitten. Ja, Herr Kowalski, dann stellen Sie uns doch mal die Lage dar. Ach und Frau Sänger, würden Sie uns bitte Kaffee reichen?“ „Ist schon unterwegs!“, klang es, wie gewohnt, aus dem Hintergrund. Klappernd, mit einem Tablett voller Kaffee, wackelte sie herein und begann geschickt, ohne zu stören, alles auf dem Tisch zu verteilen. Kowalski räusperte sich einmal kräftig. „Ja, ich danke Ihnen allen zuerst mal, dass Sie sich gleich Zeit genommen haben. Aber die besondere Situation, wie auch die Gesamtlage erfordert unser aller Aufmerksamkeit.“ Er schien einen Moment über seinen verunglückten Satz nachzudenken, dann fuhr er fort: „Gegen siebzehn Uhr zwanzig ist bei Ihrer Frau Sänger“, wobei er den Bürgermeister ansah, „ein Anruf von einer unbekannten Person eingegangen, die mit wenigen Worten mitteilte, dass ein „Kommando Drachen gegen Rechts“ die ehemalige Polyklinik in der Johann-Sebastian-Bach-Straße besetzt habe, um dort ein „Freizeit- und Wohnzentrum für linke Jugendliche“ zu errichten, wenn ich es recht verstanden habe.“ Auch Kowalski übte sich unsicher in dem noch fremden Sprachgebrauch. Lauter Begriffe, die er zwar schon mal gehört, von denen er jedoch nicht glaubte hatte, jemals mit ihnen unmittelbar in Berührung zu kommen. Wobei solche Zustände in letzter Zeit immer näher auch ans verschlafene Zöckern gerückt waren. Leipzig, Halle, Magdeburg, Dessau – überall wurde neuerdings „besetzt“. Und überall mussten Führungskräfte wie er die Übersicht behalten, damit derartige Situationen nicht eskalierten, wie im berüchtigten Berlin-Kreuzberg und inzwischen auch längst im Prenzelberg. Wenn man das alles im Herbst `89 schon geahnt hätte, vielleicht wären die Leute dann nicht so euphorisch für ihr zu vereinigendes Deutschland auf die Straßen gegangen? Das sprach er natürlich nicht aus, aber es ging ihm durch den Kopf, während er versuchte, den Anwesenden die Situation ruhig zu schildern: „Wir wissen noch nicht, wie viele dieser jungen Leute sich im Moment in der Polyklinik verschanzt halten, aber ein paar bekannte Gesichter konnten wir bereits ausmachen. Unsere Kräfte halten sich auf meine Anweisung hin zurück, bis wir uns hier auf ein weiteres Vorgehen geeinigt haben. Natürlich habe ich auch mit Magdeburg Rücksprache genommen, jedoch freie Hand erhalten, solange alles in vernünftigen Bahnen verläuft. - Herr Bürgermeister, ...“ Es folgte eine kleine Denkpause. „Um ehrlich zu sein, möchte ich kein unnötiges Risiko für meine Leute eingehen. Sie sind mit diesen Dingen zum Glück noch nicht konfrontiert worden, aber ich habe die Gesichter der älteren Kollegen gesehen, als wir uns bei einer Weiterbildung Videoaufzeichnungen der Geschehnisse Mainzer Straße und Rostock-Lichtenhagen ansahen. Ich sag’s Ihnen hier ganz offen: Den Alten, die anständig durch all die DDR-Jahre ihren Dienst gemacht haben, will ich einfach nicht mehr zumuten, sich mit den Chaoten der neuen Zeit herum zu machen. Mit den kleinen Hühnerdieben werden wir immer noch fertig. Auch was echte Kriminalität betrifft, sind wir bereit alles zu tun, was in unseren Kräften steht. Und da brauchen wir uns nicht hinter den Kollegen aus den alten Bundesländern verstecken. Aber die Köpfe für etwas hinhalten, was andere eingebrockt haben, sollten jüngere, die mit dieser neuen Gesellschaft besser klar kommen.“ „Also in den Sand stecken, die Köpfe, habe ich Sie da richtig verstanden?“, fragte Meißner, der bis dahin gesenkten Blicks mit einem Kugelschreiber zwischen den Fingern herumgespielt hatte, in unerwarteter Schärfe. Alles zuckte zusammen, außer Kowalski, der offenbar mit solchen Reaktionen gerechnet hatte. Er fuhr fort: „Herr Bürgermeister Petzold, lieber Herr Meißner, ich schlage Ihnen vor, die Jugendlichen erst mal in dem Haus zu dulden. Schlagen Sie ihnen eine vertragliche Regelung vor, die ihnen im Moment entgegen kommt, die aber jederzeit gelöst werden kann. Allem natürlich vorausgesetzt, dass die Stadt noch die Hand auf dem Haus hat.“ „Ja, ja“, stammelte der Bürgermeister. „Ich kann Sie ja verstehen, aber wie stellen Sie sich das denn vor, diese Chaoten zu dulden? Schätzen Sie denn die Situation so gefährlich ein, dass Sie gar nichts tun können?“ „Nein, sicher nicht. Wir würden, vorausgesetzt es käme eine Einheit der Bereitschaftspolizei aus Magdeburg hinzu, das Gebäude schon räumen können. Doch zu welchem Preis, ist unklar. Und da meine ich nicht einmal so sehr eventuell zu erwartende Blessuren auf beiden Seiten. Schauen Sie, gerade jetzt, in diesen noch recht unruhigen Zeiten, nur vier Jahre nach der großen Wende, muss auch die Polizei darauf achten, ihren Ruf als demokratische Einrichtung des Staates nicht zu gefährden. Und würden bei so einer Aktion Jugendliche, wenn möglich sogar Minderjährige, zu Schaden kommen, könnte das zu neuerlichen Vertrauensverlusten in der Bevölkerung führen. Ob die Politik davon unbeschadet bliebe, wage ich zu bezweifeln“, schloss er, dabei reihum in die Gesichter der Runde schauend. „Aber gerade weil die Demokratie ein so hohes und schützenswertes Gut ist, sollten wir diesen extremistischen Auswüchsen doch von Anfang an mit der ganzen Härte des Gesetzes entgegen treten, meinen Sie nicht?“, unternahm Meißner einen zweiten Versuch, wobei auch er alle intensiv anschaute, besonders Frau Gerling, die PDS-Vertreterin. ,Egal, was die jetzt weiter diskutieren, ich kann der „Landstimme“ ruhigen Gewissens darstellen, dass ich mich im Sinne der Bürger für eine deutliche Klärung des Vorfalls eingesetzt habe‘, dachte Meißner zufrieden. In den folgenden kurzen Moment allgemeiner Ratlosigkeit fragte der über siebzigjährige Abgeordnete Dommel von der FDP: „Was sind denn das jetzt für welche? Sind das de Rechten oder de Linken? Was haben die denn da vor mit dem schönen Haus?“ Ruckartig gingen die Köpfe in Richtung Tischplatte. Nur die Gerling verdrehte ungeniert genervt die Augen, während alle anderen sich mehr oder weniger das Lachen verkniffen. Aber Kowalski hatte sich schnell wieder in der Gewalt. „Die Gruppe, die dort am Werk ist, ist eindeutig dem linken Lager zuzuordnen. Schwerere Delikte sind dabei von den hier Ansässigen bislang nicht bekannt geworden. Nur das leidige Problem der Schmierereien, Ruhestörung und ähnliches.“ „Schlimm genug, diese Graffittischmiererei. Auch das sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen!“, freute sich Meißner, dem so unverhofft noch mal ein Ball zugespielt worden war, laut. „Sicher, ich wollte auch nur deutlich machen, dass wir es nicht mit hartgesottenen Gewalttätern und Linksterroristen zu tun haben, sondern mit Jugendlichen, die wohl etwas über die Stränge schlagen und vielleicht nächste Woche schon einsehen, dass so ein Haus ganz schön viel Arbeit macht. Da haben wir mit der politischen Gegenseite, den Rechten, viel mehr Probleme.“ „Sie meinen die RechtsEXTREMEN!“, giftete Meißner über den Tisch. „Wir wollen doch nicht, dass da eine Nähe zu meiner Partei hergestellt wird.“ „Nein“, seufzte Kowalski etwas genervt. „Entschuldigen Sie bitte.“ Frau Sängers blond umrahmtes Gesicht erschien wieder im Türspalt. „Wenn ich Sie an die Zeit erinnern darf? Es sind schon zwanzig Minuten herum.“ Dabei verzog sie das Gesicht zu dieser Grimasse, die heißen soll: Ich kann ja verstehen, dass Sie Wichtiges zu besprechen haben, aber da warten noch andere... Der Bürgermeister fasste sich kurz. „Wenn also niemand mehr einen wichtigen, der Sache dienenden Gedanken hinzuzufügen hat, würde ich so verfahren, wie Herr Kowalski vorgeschlagen hat.“ Zögerlich zustimmendes Nicken. Nur Meißner hampelte mit dem ganzen Oberkörper, als wollte er sagen: Na eigentlich bin ich ja nicht dafür, aber wenn es denn sein muss. Statt dessen murmelte er: „Ja bitte, aber ich habe Sie gewarnt!“ Alle erhoben sich und verließen den kleinen Beratungsraum, nur der Bürgermeister besprach noch kurz das weitere Vorgehen mit den beiden Polizisten, bevor auch er wieder zum Ratssaal schritt. Kowalski wollte indes umgehend wieder zur Polyklinik zurückkehren und dort warten, bis der Bürgermeister nach Ende der Ratssitzung dazukäme. Beim Eintreten in den Ratssaal sah Bürgermeister Petzold, dass Meißner sich in einer Ecke mit dem Redakteur der „Landstimme“ unterhielt. Was das zu bedeuten hatte, war Petzold klar. Meißner im Wahlkampf. Wie immer eigentlich. Liefe irgend etwas schief in dieser Besetzungsgeschichte, würde er ein ganz großes Politikum für sich daraus machen. Verläuft alles undramatisch und ruhig, macht er es auch, nur mit anderen Betonungen. Petzold seufzte still vor sich hin, als er sich wieder setzte. „Mensch Günter, wie ist es denn gelaufen?“, fragte Krause ihn. „Worum es geht, haben ja nun schon alle erfahren. Und, was machen wir?“ „Kowalski hat eine Art Duldung vorgeschlagen. Ich hab ihm zugestimmt. Am besten, du kommst nachher mit hin, dann bist du im Bilde. Warum warst’n eigentlich nicht mit bei mir drin?“ „Hast mich doch nicht dazu aufgefordert“, antwortete Krause und grinste. Krause hatte die unverhoffte Pause genutzt, um ein wenig mit den Damen der Fraktionen zu schäkern. Dafür konnte er gern auf eine Runde mit Meißner verzichten. Zu Beginn der Fortsetzung erörterte Petzold, dass er zum Schluss in nichtöffentlicher Aussprache ein paar Worte zum außergewöhnlichen Geschehen sagen würde. Den Rest der Sitzung musste er wieder konzentriert begleiten. Wo es ging, kürzte er die Diskussionen ab. Immer wieder schlichen sich Überlegungen in seine Gedanken, was und vor allem wie er mit den Jugendlichen reden wolle. Das war so ein Tag, wie er sich den Alltag als Bürgermeister nicht wünschte. Manchmal gab es zwar den ganzen Tag über unangenehme Überraschungen, aber selten so verzwickte. Er hatte das Gefühl, sich auf völlig neues Terrain wagen zu müssen. Seine Souveränität geriet ins Schwanken. Nachdem er die Gemeinderäte kurz und knapp offiziell über die Besetzung und die Ergebnisse der Unterredung in seinem Arbeitszimmer informiert hatte, ohne sich dabei auf eine lange Diskussion einzulassen, die er am ehesten von Meißner befürchtete, begab er sich klammen Herzens in Begleitung Krauses zum Ort des Geschehens. Schon von Weitem leuchteten ihnen bunt bemalte Bettlaken, rote und sogar eine DDR-Fahne entgegen. „Wir teilen nur neu auf!“ stand auf einem der Transparente. Die Polizisten standen in kleinen Gruppen auf der dem besetzten Haus gegenüberliegenden Straßenseite. Einige rauchten, andere betrachteten sehr interessiert ihre Schuhspitzen, nur wenige sahen hinüber, was dort wohl weiter passieren würde. Als Petzold und Krause die Wagentüren öffneten, waren beide überrascht von der Geräuschkulisse. Eigentlich war alles still, bis auf den schrillen Klang eines Megaphons, über welches jemand einen Text verlas. Kowalski kam ihnen raschen Schritts entgegen. „Die haben richtig Humor, verlesen gerade alte Flugblätter aus der Wendezeit, vom Neuen Forum und so“, berichtet Kowalski spürbar entspannter, als er es noch vor ein paar Stunden war. „Wollen uns wohl den Spiegel vorhalten mit den alten Forderungen nach Freiheit, vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten aller und all diese Dinge von damals.“ „So, so. Vom Neuen Forum“, sagte Krause. War er in diesem Augenblick vielleicht sogar etwas berührt? Schließlich ist auch er ein paar Wochen in diesem Neuen Forum aktiv gewesen, damals, als nichts mehr zu befürchten war. Aber das wusste man ja nicht. Hätte ja auch wieder anders rum kommen können. Und wenn die Leute damals mit den großen Spannungen klargekommen sind, werden wir doch auch mit den paar Spinnern dort drüben fertig, dachte er, um sich des Grunds seines Hierseins wieder bewusst zu werden. Er blickte zu Petzold hinüber, welcher wohl auch in Gedanken versunken war. Doch plötzlich sagte Petzold: „Na, dann werden wir wohl mal.“ Alle nickten einander ermutigend zu und überquerten zu viert die Straße. Der meist schweigende zweite Polizist hatte sich wieder dazugesellt. Drüben sah es aus, als hätte man die Verhandlungspartner schon erwartet. Die Tür, eben noch verschlossen, wurde unter einem bis draußen zu hörenden lauten Gerammel geöffnet. Die vier stiegen die wenigen Stufen hinauf und betraten, Selbstsicherheit vortäuschend, forsch das Gebäude. Ein paar verwegen aussehende junge Kerle standen Spalier. Dem in normaler Lautstärke ausgesprochenen „Guten Tag!“ des Bürgermeisters und seiner Begleiter kamen Murmelgrüße zurück. „Kommen Sie rein“, wurden sie aus der Mitte des großzügigen Entrees aufgefordert, als sie bereits drin waren. Dort saß eine gute Handvoll weiterer junger Leute, darunter auch ein Mädchen, um einen großen, aus Brettern und Balkenenden zusammengezimmerten Tisch. Einer der Jugendlichen stand kurz auf, um die vier auf die freien Stühle zu verweisen, wo sie offenbar sitzen sollten, mit den Rücken zum Eingang. Etwas widerwillig nahmen sie Platz, verstohlen die Gesichter in der Runde musternd. Die rechte Hand Kowalskis holte umgehend, nach dem er sich gesetzt hatte, einen Schreibblock und einen Stift aus den Uniformtaschen, worauf einer der Jugendlichen direkt fragte, was er denn aufschreiben wolle. Protokoll, das sei so üblich, antwortete der Gefragte kurz und knapp. Doch Kowalski machte eine beschwichtigende Geste, die seinem Kollegen bedeutete, erst mal keine Aufzeichnungen zu machen. Also verschwand das Schreibzeug wieder. „Tja, meine Herren“, fing Petzold an, worauf einige kicherten und die junge Frau am Tisch angrienten. Petzold überging den kleinen Fauxpas und kam mit den Worten: „Nun sind wir hier, würden Sie uns also bitte erklären, was das alles soll?“ zum Thema. Vielleicht etwas zu aggressiv, aber irgendwie musste er ja schließlich anfangen. Nun sahen alle jungen Leute auf einen in ihrer Gruppe, der wohl der Wortführer sein sollte. Der fing auch gleich mit seinem einstudierten Text an: „Nachdem es in den letzten Monaten immer häufiger zu Übergriffen von Faschos, also, äh, Neonazis, gegen linke Jugendliche gekommen ist, haben wir uns als Kollektiv entschlossen, die alte Polyklinik zu besetzen. Wir werden hier ein offenes Jugendzentrum mit Schwerpunkt für linke Jugendliche einrichten, um den hier lebenden Jugendlichen eine kulturelle Alternative zu den immer weiter um sich greifenden Nazicliquen zu bieten. Wir werden das Haus nicht freiwillig verlassen, falls Sie vor haben, uns wieder los zu werden. Aber wir sind bereit über eine symbolische Miete mit Ihnen zu verhandeln.“ Er zögerte einen Moment, dann schob er eine Mark über den Tisch, dem Bürgermeister vor die Hände. Der war erstaunt. Was sollte er dazu sagen? Die kurze Rede des jungen Mannes, wenn auch wie vom Stichwortzettel abgelesen, war deutlich und ließ kaum Verhandlungsspielraum. Sie wollen drin bleiben, basta. Alles was sie anbieten, ist die Bereitschaft, eine symbolische Miete zu zahlen. Und dann dieses Markstück! Was soll das? Wollen die mich verarschen?, dachte Petzold. Er musste versuchen, das Rad noch mal ein Stück zurück zu drehen. „Ich kann es gut verstehen, dass ihr – dass Sie...“ „Wir können uns gern duzen!“, alberte einer mit Punkerfrisur dazwischen. „...dass Sie mit Ihrer Interessengruppe gern einen Platz hätten, wo Sie sich regelmäßig treffen können und so weiter. Ich frage mich nur, weshalb Sie nicht die bereits bestehenden Möglichkeiten nutzen?“ „Nee, ins Schwimmbad gehen wir nicht, da sitzen die Glatzen. Wie oft wir da schon Dresche angeboten bekommen haben!“ „Und in den Kirchenkindergarten erst recht nicht. Die wollen da mit Jugendlichen basteln und kochen, stellt euch das mal vor!“ „Wir brauchen ein eigenes Zentrum!“ So redeten jetzt mehrere bunt durcheinander. Krause, der sich in der Freizeitwelt der Stadt besser auskannte, wohl wegen seinen eigenen Kindern, erklärte Petzold leise die Begriffe. Im Freibad gab es einen noch genutzten ehemaligen FDJ-Club, eine notdürftig ausgebaute Holzbaracke. Sie war schon seit kurz nach der Wende als Treffpunkt von Skinheads berüchtigt. So trauten sich inzwischen kaum noch normale Besucher ins Freibad, weil dort meistens auch die Glatzköpfe rumhingen und Stunk suchten. Der „Kirchenkindergarten“ war ein Kinder- und Jugendfreizeittreff des Diakonischen Werks, wo wirklich kaum Arbeit für Jugendliche stattfand. Niemand ging dort noch hin, wenn er älter als zwölf war. Natürlich kannte Petzold die einzelnen Einrichtungen, nur die umgangssprachlichen Bezeichnungen dafür und die Befindlichkeiten waren ihm fremd. Er dankte Krause für die Erläuterungen. Wie weiter? „Sie hören es, Herr Petzold. Hier sind alle entschlossen, die Sache richtig anzupacken, und aus der alten Polyklinik eine wichtige kulturelle Bereicherung für unsere Stadt zu machen. Wir wollen Konzerte veranstalten, einen ständigen Treffpunkt mit Getränkeausschank und Zeitungen schaffen und was sonst noch so gut wäre. Davon haben doch auch Sie was, wenn die Stadt dadurch attraktiver wird!“ Komm mir nicht so, Bürschchen, dachte Petzold. Von wegen was Tolles für Zöckern, und dann nichts als Scherereien und Ärger. Nee, nee. Laut sagte er: „Leute, ihr wisst doch noch nicht ein mal, wem das Haus gehört. Laut meinen Informationen sind das völlig ungeklärte Besitzverhältnisse. Wir können euch doch nicht etwas vermieten, verkaufen oder sonstwie miteinander einig werden, wenn der Stadt das Haus nicht gehört!“ Damit hatten die Besetzer offenbar gerechnet. „Dann stellen wir einen Investitionsvorrangantrag!“, sagte der Wortführer und die anderen strahlten, zufrieden über ihren großen Coup, den sie damit gelandet hatten. „Oh Gott!“, entfuhr es Petzold. „Ihr ahnt ja nicht einmal, was das bedeutet. Das gibt einen Verwaltungskrieg! Das kann ich euch jetzt schon sagen, dass ihr das nicht durchsteht. Schließlich kostet das ja auch Geld. Geld, das ihr sicher nicht habt. Und ob die Stadt das befürworten würde, steht völlig dahin.“ „In anderen Städten läuft es genau so!“, rief wieder einer dazwischen. „Egal. Da werde ich euch keinerlei Hoffnungen machen. Fest steht, dass das, was ihr hier macht, den Bruch gleich mehrerer Gesetze bedeutet. Ihr habt das Gebäude aufgebrochen, widerrechtlich in Beschlag genommen und – wollt euch nun auf Dauer festsetzen. Das geht nicht.“ Krause merkte, dass sein Chef nicht weiter wusste. Darum schlug er vor, sich für ein paar Minuten getrennt zu beraten. „Wir sehen zwar nicht ein, wozu wir uns noch lange weiter unterhalten sollen, aber wenn Sie wollen, bitte.“ Damit stand der Wortführer der Besetzer auf und gab den Leuten an der Tür ein Zeichen, diese wieder zu öffnen, damit die Gäste raus könnten. „Fünf Minuten, mehr nicht, okay?“, bat Petzold im Hinausgehen. „Ja, ja. Bis gleich dann.“ Petzold weitete draußen zuallererst die Krawatte, die er dummerweise immer noch um hatte. In diese Unterredung passte sie am allerwenigsten. Zu allem sprang jetzt auch noch der von der Landstimme vor dem Haus auf ihn zu, ein herbeigerufener Fotograf machte aus seinem Schatten heraus Fotos von der Szenerie, und es dauerte ein paar Worte lang, die beiden abzuschütteln und auf Distanz zu halten. „Herr Kowalski, was machen wir denn nun mit den Personalien der Typen? Wir haben bis jetzt nichts in der Hand“, fragte der Adjutantentyp seinen Vorgesetzten. „Ach Schmidt, die laufen uns doch nicht weg. Wenn es nachher zu einer einvernehmlichen Einigung kommt, dann haben wir die Sache erst mal vom Tisch. Warum sollen wir eine dicke Akte anlegen, solange gar nichts Ernstes passiert ist?“ „Nichts Ernstes? Ihre Ruhe möchte ich haben, Chef. Wenn ich da an den Meißner denke – der wird das nicht so locker sehen.“ „Schmidt! Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Das müssen Sie noch lernen“, sagte Kowalski darauf freundlich zu seinem Untergebenen. Und damit war für ihn diese Diskussion erschöpft. „Die erwähnen ja ziemlich oft die Anderen“, sprach Petzold Kowalski fragend an. „Na, bis Halle, Leipzig, Dessau und so weiter ist jeweils kaum eine Stunde Fahrzeit. Und die Szene ist regional und überregional gut vernetzt, wie wir wissen. Doch vielleicht sollten Sie wirklich mal mit Dessau Kontakt aufnehmen, kann ja nicht schaden zu hören, wie andere mit so einem Problem umgehen.“ „Ja, das werde ich morgen wohl machen. Aber jetzt?“ Man einigte sich schnell darauf, eine Duldung bis auf Weiteres, ohne jegliche vertragliche Absprache für sieben Tage anzubieten, um in einer Woche zu genaueren Absprachen zu kommen. Als dies den Besetzern drinnen mitgeteilt wurde, hoffte Petzold insgeheim, dass in einer Woche schon keiner mehr in der Polyklinik anzutreffen wäre. Aber er ahnte auch, dass das eine trügerische Hoffnung war. Die wussten irgendwie sehr gut, was sie wollten, auch wenn es verrückt klang und so gar nicht in die Zeit zu passen schien. ,Unser Kollektiv‘, mh. So was hatte Petzold schon gefühlte hundert Jahre nicht mehr gehört. (...)
  15. TomM

    Erstes Kurzgedicht...

    Erstes Kurzgedicht in höchst amüsanter Dichtung mit gefühlvollem Nachgeschmack. Hier mein erstes Kurzgedicht im Style eines Zungenbrechers: Stehen im Stillstand Stau stört nicht nur den im Stillstand stehenden Stau Stopper, sondern auch die im Stau stehenden Störe am steilen Steg. Ich würde gerne ihre Impressionen kennenlernen und hören, was Sie dazu sagen.
  16. Das Salz der Erinnerung Wie ich den Abend liebe! Er sammelt im Krug die Momente, schenkt uns später daraus die besten Stunden des Lebens, Fülle in leere Gläser: die frohen und traurigen Töne, Düfte aus fernen Ländern, Geschmack auf der Zunge von reifen Früchten, den Wind auf der Haut, und nie vergessen - die Küsse! Zärtlich flüstert die Nacht und knistern die glücklichen Stunden, Salz auf der Haut erinnert uns lang noch an rauschende Wellen, laue Gedanken, die nackten Füße umspült von den Fluten, Zeitensand an den Zehen von Nächten, die wir so liebten. Liebling, der Tag erwacht, ich kann es riechen und schmecken. Hörst du die hungrigen Küken? Sie rufen leis' aus den Nestern, seidigen Flaum auf den jungen Köpfchen. Ich spüre das Leben. Als könnte ich heute noch sehen. --------------------------------------------- Ein Gemeinschaftwerk von Létranger und Gewitterhexe
  17. Lina

    Ein Stern für Dich

    Ich schaue nach oben und sehe im Dunkeln die Sterne funkeln sie erinnern mich an dich wie du geleuchtet hast für mich da warst aber nie wusstest was wirklich ist obwohl du nie musstest hast du mir vertraut nie weggeschaut wie die Sterne sehe ich dich aus der Ferne wenn ich den Nachthimmel betrachte ganz sachte Gedanken zu dir schicke während ich weiter blicke wird mir bewusst jetzt bin ich es die vertrauen muss.
  18. Létranger

    Blendwerk

    Manchmal siehst du hinaus, und genau in diesem Moment ist alles in Ordnung: Blau, die Farbe des Himmels - das Grün des Lebens - Gelb und Rot für flüchtiges Glück und die Liebe. Sieh wie erhaben sie ruht, die alte Buche, die Astern blühn, und alles glänzt alleine für dich in der Sonne. "Blendwerk" murmelt das Grau; es tänzelt leise heran und sammelt die Farben, und schlups, ab in den Sack mit dem Licht!
  19. Ich merke, es bedeutet große Stärke, dich auf Augenhöhe anzuschauen und sich nur wenige Menschen trauen, mehr als eine Münze fallen zu lassen, aber ich will nicht, dass Menschen in der Gesellschaft verblassen. Deswegen bin ich bereit für deine ganze Geschichte, deine Sorgen und Verzweiflungsberichte, ich will dir neuen Mut und Beine geben, zum wieder Aufstehen und eigenständigem Leben. Und dann denke ich mir oft, was kann ich kleiner junger Mensch, der selbst noch zu viel hofft, schon verändern in dieser großen Welt? Aber vielleicht reicht es ja schon und zählt, wenn ich dir zuhöre, denn nur wer zuhört, kann lernen.
  20. Claudi

    Löwenzahns Date

    Schätzchen, die Wuschelfrisur, die du trägst, ist unwiderstehlich sexy! Du zwinkerst mir zu, lachst in die Sonne und wippst keck auf dem knackigen Stängel, dass Klatschmohns Töchter erröten. Hast du noch Puste? Dann komm, hol dir die Wuschelfrisur, trage die Fallschirmflieger hinaus über Felder und Wiesen; nimm mich, lass mich vor Glück sterben, du windiger Kerl!
  21. Létranger

    A Star is born

    Über den Randstein stolpern und jäh hinunter aufs Pflaster krachen - Autsch! wie das schmerzt, und überall gaffende Smartphon(e)s. Zoooom, und schon steht es im Netz, wird zigmal repostet, geliked. Born is a Star, seht her, was ich kann, das könnt ihr nicht besser!
  22. Létranger

    Bedingungslos

    Hätt ich nie Tränen geweint, wie könnt ich Glück noch empfinden. Stürbe ich heut und hätte mein Herz im wirklichen Leben niemals klopfen gespürt, wäre ich nichts als ein Stein. Wenn ich dir sage, dass Du, nur Du mir alles bedeutest, bist du mir Atem und Licht, lebe und träum ich durch dich. Ein Gemeinschaftswerk von Gewitterhexe und L'étranger.
  23. . Heiapupeia verdammt, des Pfingstochs heilige Deutung Kennt nur ein wahrer Poet: Wohlklang ist sein Geschäft! Fietje Butenlänner
  24. Lina

    Herzschlag

    Kraft in den Muskeln spüren, mit jedem Treffer einen Gedanken verlieren, die Wut bekommt ein Ziel, nur ein Spiel? jeder Schlag auf den folgenden, ohne abzuwenden, mit den Fäusten in den Sack voll Sand, gut geschützt die Hand, vor jedem Schmerz, doch wo ist der Schutz für mein Herz?
  25. Claudi

    Endlich

    . Feiermorgen! Ein Tusch - und gegen den Strom auf dem Schnellweg heim: die Sahne vom Tag schlecken, bevor er verrinnt. .
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