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Empfohlene Beiträge

Liebe Liara,

 

definitiv hast du recht, wenn es um die zeitgenössischen grammatischen Regeln geht: Das Dativobjektpronomen steht immer hinter dem Akkusativobjektpronomen. Ich meine aber, dass ich in älteren Texten schon gesehen habe, dass diese Reihenfolge vertauscht war, bin mir aber jetzt weder sicher, ob dies regelkonform bzw. zumindest gebräuchlich war oder der Autor einen Fehler machte, noch ab wann die heutige Reihenfolge als feste Regel festgelegt wurde. Habe eben versucht, ein bisschen was zu dem Thema zu googeln, aber ich finde leider nichts. :achselzucken:

 

Wäre schön, wenn es eine Internetseite zur historischen Entwicklung von Grammatikregeln gäbe. Ich schaue noch ein wenig weiter, aber wenn ich nichts diesbezüglich finde, sollte ich wohl auf Nummer sicher gehen und mich an die heutige Regel halten.

 

Danke für den Hinweis und freut mich, dass dir die Lektüre weiterhin zusagt.:smile:

 

LG

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19. Februar 1856

 

Quer über die Dünen zu reiten, macht nicht nur Emil enorme Mühe. Es ist kaum ein Fortkommen, als vielmehr ein Versuch, nicht auf der Stelle zu bleiben. Unter seinen Hufen rieselt der Sand, dass es mir erscheint, wir befänden uns in einer Sanduhr und hätten keine Chance als hinabzusinken. So werden wir Vogel niemals abfangen können, wenn es nicht gar ein Geist ist, dem wir nacheilen. Ich habe beschlossen, ab übermorgen entlang der Dünen nach Süden oder Norden zu reiten, falls bis dahin kein Ende in Sicht ist, in der Hoffnung, bald wieder in eine Ebene zu gelangen.

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20. Februar 1856

 

Als wir heute auf dem letzten Dünenkamm des Tages ankamen - ich hatte gehofft, in weiter Ferne ein Ende dieser gleichförmigen Schattenmuster zu erblicken - und der Wind mir noch heftiger entgegenwehte als sonst, da stieß ich einen Schrei in die endlose Einsamkeit hinaus. Noch immer eine Düne nach der anderen! Bald scheint mir der Gedanke an ein Ende dieses fürchterlichen Meeres absurd. Ich weiß noch nicht, nach welcher Richtung mir der Sinn sein soll. Fast glaube ich, es gibt keine Richtung mehr.

 

Gehe ich nach Norden, um Vogel dann weiter westlich einzuholen? Vogel? Irgendeinem Fremden nachzueilen? Ist es dafür nicht schon zu spät? Ach, diese unzähligen Dünen haben mein Gefühl gebrochen, wie weit ich gekommen sein mag. Vielleicht sollte ich nach Süden reiten, um ostwärts wieder zurück auf den Weg zu gelangen. Irgendwo im Südosten müsste sich jedoch eine Oase befinden. Wer weiß, ob meine Vorräte sonst ausreichen? Oder einfach wieder zurückreiten? Ich weiß immerhin, woher ich kam. Doch es schüttelt mich bei dem Gedanken, diese Tortur hinter mich gebracht zu haben, um sie erneut anzugehen. Andererseits könnte der schnellste Weg zu einer Handelsstraße südlich der Dünen nach Westen führen, allerdings nur, wenn ich genügend weit vorangekommen bin. Ach, gleich welchen Weg ich einschlage, es ist der falsche. Als hätte die Wüste alle Vorhaben begraben!

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25. Februar 1856

 

Gestern bin ich den Dünen entkommen und mit einem Mal war die Wüste viel schweigsamer. Beinahe als hielte sie den Atem an ob einer ernsten Vorahnung. Die vollkommene Offenheit der Landschaft finde ich in mir wieder, da ich allmählich nicht mehr weiß, wohin ich gehen soll... und zu welchem Zweck... und wie weit noch. Den ganzen Tag, beinahe ohne Pause reite ich durch den Sand und habe dennoch das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Alles sieht gleich aus. Die Anstrengungen im Dünenmeer haben mich dazu verleitet, mehr zu trinken, als ich es mir zugestanden hatte. Von nun an werde ich mich sehr mäßigen müssen. Ich kann nur hoffen, dass ich bald auf einen Handelsweg treffe und Menschen anfinde. Hoffnung ist das Glück der Unglückseligen. Morgen lasse ich Emil entscheiden, wohin unsere Reise geht.

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1. März 1856

 

Überall nur Sand... So langsam werden meine Wasservorräte knapp und ich muss sie mir noch sorgsamer einteilen. Mehl habe ich noch genügend und darum muss ich mir zumindest keine Sorgen machen - an Trockenheit mangelt es hier wahrlich nicht. Wenn ich nicht bald wieder zurück auf den Weg finde, habe ich keine Hoffnung mehr für mich. Dies könnten also einige meiner letzten Worte sein. Ich wünschte mir immer, meine letzten Worte wären bedeutsam und weise. Von nichts anderem weiß ich allerdings zu reden als von Angst und Durst.

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4. März 1856

 

Immerzu ist mein Mund trocken und meine Kehle verengt sich. So stolz ich bin, meinem Körper nicht nachzugeben und mir das Trinken nach knappem Bemessen einzuteilen, so sehr ist mir zum Weinen angesichts des zynischen Dankes, dass ich zusehen kann, wie meine Wasservorräte weiter schwinden. Dann überkommt mich ein irrer Impuls: "Ach, sei es drum! Wenn mir das Wasser zu Neige geht, ist niemandem geholfen, mich weiter zu quälen und meinen Tod bloß hinauszuzögern."

 

Doch da ich in nichts anderes Vertrauen haben kann als in Emils Intuition, will ich wenigstens mit völliger Hingabe vertrauen. Er wird seinen Weg schon finden und wenn es für mich zu spät sein sollte, so kann ich ihm dies zumindest nicht anlasten. Diesem Vertrauen zum Ausdrucke will ich mich zusammenraffen. Lippen, hört auf zu klagen! Es ist mir gleich, dass ihr trocken seid. Immerhin erkenne ich darin eine Besserung unserer Lage, dass wir nun gröberen, körnigeren Sand unter den Füßen haben.

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