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Empfehlungen aus der gesamten Community, von Autoren und Lesern handverlesen.

Die Erde lehrte dich zu stehen,
Geduldig wie ein Fels zu sehen,
Mit dem Geiste zu erkennen,
Wie viele dich vom Ziel noch trennen.
 
Im Wasser steht die Theorie
Von Taktik, List und Fantasie.
Alles Wissen der Gezeiten
Wird dich auf dem Weg geleiten.
 
Die Esse knackt, das Feuer kreischt,
Wenn Theorie der Praxis weicht.
Der Weg des Schwertes ist zu gehen,
Um auch die Flammen zu verstehen.
 
Das stete Flüstern tief im Wind
Dir heimlich ein Geheimnis spinnt.
So öffne weit dein Himmelszelt,
Empfang das Wissen jeder Welt.
 
Von schwacher Dunkelheit umhüllt
Die Leere jeden Winkel füllt.
Trau deinem Herz und sei spontan.
Der Weg des Kriegers geht voran.
 
 
Zu Ehren Miyamoto Musashis, dessen Lehren unvergessen sind...
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Teil I.
 
Du bist kein Stern, der nur für mich vom Himmel fiel
Du bist kein Engel, keine Lösung, kein Ventil
Du bist die Ketten, die den Dreiköpfigen bannen
Die mit vielen anderen Wundern einen Wolkenwolf ersannen.
 
Du bist das Blut im Rausch in jeder meiner Hand.
Du bist der Flöte Klang, du raubst mir den Verstand.
Du bist der Winkel tief im Heckenlabyrinth.
Du bist die Wut in mir, die Stürme und der Wind.
 
Wir sind fantastisch, wenn wir über Wolken jagen.
Wir sind das Licht, der Blitz, des tiefen Donners Klagen.
Wir sind der Schrei des Nebels, der Gezeiten Kind.
Wir sind wie Wölfe, wenn wir eng beisammen sind.
 
 
Teil II.
 
Ich bin das Chlorophyll in jedem Birkenblatt.
Ich bin die Sonnenglut, an Mondes Glanze statt.
Ich bin das Tintenblau auf farblosem Papier.
Ich bin in deiner Stirn und deiner Seele Gier.
 
Mein Name gleicht dem Heulen in der Nacht.
Mein Wesen liegt in deiner Stille Macht.
Mein Ruf halt über weiße Wolken schwer.
Mein Körper ist ein Sturm und niemals leer.
 
Gemeinsam gleichen wir dem Birkenhain.
Zusammen blendet uns der Sterne Schein.
Vereint sind wir wie Verse tief im Fleisch,
Überm Himmel nahezu den Wölfen gleich.
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Behutsam tritt der Morgen in die Nacht,
und aus der Dämmerung hebt sich der Wald,
ein Rabe krächzt, der neue Tag erwacht,
Konturen finden langsam einen Halt.
 
Die Eiche reckt sich knorrig in das Grau,
nah über ihr der volle Mond, schon bleich,
ein Fuchs schleicht heimlich noch in seinen Bau,
und dunkle Schatten fliehen in ihr Reich.
 
Lasierend steigt in dunstigem Gewand
ein Nebel in das sanft erweckte Bunt,
verwischt den Mond mit kunstgeübter Hand,
der still vergeht im blassen, blauen Grund.
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Gleich wie zehnfache Messer und Klingen
Schneiden Finger durch leeres Papier,
Lassen Feder und Tinte besingen,
Jene Schandmaid der Sieben: Die Gier.
 
Bei der Gnade der Schlange der Meere,
Bei dem Schöpfer von Eisen und Hut.
Überlass mir, was ich stolz begehre
Und zum Dank schenke ich dir mein Blut.
 
Der Tod gibt mir flammendes Leben,
Fremde Lungen gebieten den Hauch.
Lass den Quell in der Brust mir erbeben,
Weil ich deine Kraft zum Atmen brauch.
 
Gleich wie zehnfache Herzen und Hände
Treibt mich dein Glanz, deine Anmut voran,
Spaltet all jene zwängenden Wände,
Zieht mich in deinen magischen Bann.
 
 
 
Bin jederzeit erfreut über Fragen und Kritik.
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Jenseits des Alltags
 
Wenn das letzte bisschen Blau
farblos verschwommen,
der Blick versperrt
auf den tröstenden Himmel,
bleiern der Alltag erstarrt
in Moll und in Grau,
Straßen und Plätze entleert,
Leben, gebremst und erschwert,
auf dem Weg zurück
in die Fänge der Angst,
 
dann ertappe ich mich 
manches Mal beim Träumen,
nehme zwar alles um mich wahr
doch ohne Urteil, ohne Kommentar,
ohne an irgend etwas zu haften.
Unerwartet sehe ich mich am Strand
in unbekanntem Niemandsland.
 
Vor meinen Augen tiefblaue See.
Meine Sehnsüchte beginnen
wie Wilde zu tanzen, werden
zu Vögeln mit flirrendem Gefieder,
umkreisen mich wie eine Meute
hungriger Möwen, steigen hoch
und streben der Morgenröte entgegen.
Verwundert schaue ich ihnen hinterher,
bis sie am Horizont verschwunden.
 
Plötzlich fühle ich mich seltsam befreit,
allein und leer. Vor mir: spiegelglatt,
asphaltgrau, ein grenzenloses Meer.
 
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Corazon,
du gehst deinen Weg,
doch sag mir
wohin,
geboren zu sterben
ist das wirklich der Sinn?
 
 
Ich gehe ins Dunkel,
nicht ins gleissende Licht,
doch auf dem Weg dorthin
verirre ich mich.
 
 
Du wurdest nicht geboren
um glücklich zu sein,
des Menschen Ziel: Ist Kinder zu zeugen,
sonst bleibt er allein.
 
 
Ich bleibe allein,
da hilft mir kein Kind,
denn auch das ist allein,
wie wir alle es sind.
 
 
Aus dir spricht Verzweiflung,
wo ist dein Mut?
Kämpf um dein Leben,
sonst geht es nicht gut.
 
 
Nichts ist so,
wie es dir manchmal erscheint,
ich wurde wiedergeboren,
darum hab ich geweint.
 
_________________________
 
 
Corazon,
du wurdest
dreimal wiedergeboren,
doch wo warst du vorher
wo gingst du
verloren?
 
 
Vor meiner ersten Geburt,
du fragst wo ich war?
In einem Raum ohne Zeit,
es ist nicht darstellbar.
 
 
Jede Wiedergeburt
ist ein Tropfen von Zeit,
der reicht für ein Leben,
nicht für die Ewigkeit.
 
 
Was bringt dir dieser Tropfen,
wird er zu einem Quell,
bleibst du im Dunkel?
Oder wird es gleissend hell?
 
Ich bleibe im Schatten,
gehe niemals ins Licht,
mein Leben, meine Seele,
beides ist reiner Verzicht.
 
 
Nichts ist so,
wie es dir manchmal erscheint,
ich wurde wiedergeboren,
aber nicht wiedervereint
 
 
mit dem, was ich liebe,
mit dem, was ich verlor,
bei jeder Wiedergeburt
trage ich Trauerflor.
 
_________________________
 
 
Corazon, woher weisst du,
du wurdest wiedergeboren?
Ging deine Seele
nicht jedesmal verloren?
 
 
Meine Seele lebt ewig
sie vergisst mich nicht,
sie erinnert sich ans Dunkel
und auch ans Licht
 
 
Jede Wiedergeburt liess mir
Schmerzen und Pein,
und wiedergeboren heisst
auch immer: allein zu sein.
 
 
Meine Wiedergeburten
wurden gemeisselt in Stein,
er trennt noch heute
die Wahrheit vom Schein.
 
_________________________
 
 
Der Zyklus ist beendet
was bleibt ist das Licht,
durchdringend das Dunkel,
das mich zerbricht.
 
 
Es kann mir nicht helfen,
der Tod ist mir Gemahl,
was er mir jetzt bringt:
Das Ende der Qual.
 
 
Wiedergeboren,
was war der Sinn?
Ein Mensch zu sein,
der ich nicht bin?
 
 
Fragen ohne Antwort -
so heisst das Spiel.
Ich habe es verloren,
doch es bedeutet nicht viel.
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Verbotene Liebe,
 
Zwei Socken in gewissem Rahmen
im Wäschekorb sich näher kamen.
 
Die eine gelb, die andre blau
und beide wussten sie genau,
sie würden niemals je ein Paar,
weil jede andersartig war.
 
Drum nutzten sie den Waschvorgang
um sich für eine Stunde lang
einmal richtig zu verknoten.
Doch ihre Liebe war verboten.
 
Zum Trocknen wieder hingen sie,
die eine da, die and're hie,
auf langer Wäscheleine
getrennt im Sonnenscheine.
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Kennst du das Land
wo die Bäume
immer grün
 
die Rosen
ohne Dornen blüh`n
 
Sphärenklang
im Goldorange
der Sonne
schwingt
 
die Fülle
des Lebens
die Seele
durchdringt
 
Kennst du das Land
wo jeder Hunger
jeder Durst
gestillt
das Herz
vor Freude
überquillt
 
wo jede Angst
und jede Traurigkeit
der Hoffnung
und dem Frieden
weichen
 
Kennst du das Land
dahin, dahin
will ich
mit meiner Sehnsucht
zieh`n.... 
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Das Stiefmütterchen
Auf der Terrasse ganz aus Stein
da keimte einst ein Blümelein
in schmaler sandig Fuge,
für‘s Dasein gab ihm die Natur
eine karge Mitgift nur,
doch wuchs es Zug um Zuge.
 
Es trotzte Staub und Trockenheit
und wuchs trotz aller Widrigkeit
mit heiterem Gemüte
und brachte es am Ende gar
als es genug gewachsen war
zu einer stolzen Blüte.
 
Voll Anmut stand das Blümelein
und blühte gelb im Pflasterstein
als Wunder der Natur,
bis dann ein Mensch mit Unbedacht
das schöne Blümlein umgebracht
mit einem Tritte nur.
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Vor mir liegt 'ne Nebelbank
Darin der Weg verschwindet
Letzte Brücke hinter mir
Die an Vernunft mich bindet
 
Nasse Spur benetzt das Holz
Lustvolle Tränen flossen
Beißend scharf und ölig schön
Ich hab Benzin vergossen
 
Zweifel lässt mich inne halten
Das Feuerzeug schon in der Hand
Flamme lockt mich, zynisch tanzend
Komm lege diesen letzten Brand
 
Blick nochmal zum andren Ufer
Die Wirklichkeit war nicht genug
Das morsche Holz es lodert heiß
Verzehrt in wildem Funkenflug
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"Seit zweitausend Jahren
ist das mein Stück Land
Hab manch einem hier
schon die Scheune verbrannt
der über mich lachte
und nicht an mich glaubte
sich Frechheiten und
noch andres erlaubte
Endlich glaubt einer
dass es mich gibt
doch leider ists einer
der nur im Bett liegt
Von all diesen Herren 
der Faulste bist du !"
 
Während er schimpft
wichst er meinen Schuh
 
"Das Gras ist zu hoch
der Hund ist zu fett
Das Haus bräuchte Farbe
und du liegst im Bett
Wenigstens hast du
in christlicher Zeit
das Grundstück den
Göttern und Elfen geweiht
Morgen ist Donnerstag
da hab ich frei
vergess nicht mein
Bier und den Haferbrei
Wir wollen doch
sicherlich Freunde werden
so laß nicht im Herz
deinen Kobold sterben 
...und denk immer dran
Das Grundstück ist meins !"
 
Er reicht mir die Hand
 
"Mein Name ist Heinz !"
 
 
 
 
 
Anmerkung :
Den Geisterglauben gab es schon immer.
Zu den Hausgeistern, die einem in Haus und Hof zur Hand gehen, wenn man ihnen wohlgesonnen ist, zählt der Kobold.
Heinz ist einer von mehreren überlieferten Namen für einen solchen Gesellen.
Verärgert man sie, oder versucht sie gar zu vertreiben, können sie auch anders.
Das geht von Pech, über Krankheit, sogar bis zum Tod der Hausbewohner.
Es gibt Sagen von Familien, die vor ihrem Hausgeist flüchten wollten, jedoch war er der Erste, der auf der gepackten Kutsche saß und ungesehen mit in das neue Heim gezogen ist.
In heidnischer Zeit war der Donnerstag der Sonntag. Er ist dem Gewittergott Thor geweiht, der in Deutschland Donar hieß, was Donner bedeutet. Dieser Tag ist ebenfalls überliefert, um seinem Hausgeist z.B. Haferflocken und Bier zu kredenzen.
 
Mein Sohn heißt Bjorn Donar...😍
 
 
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Eulengeheule
 
Dunkel war's, am Himmelsbogen
sachte ein paar Wolken zogen,
und der Mond schien volle Kanne
hell auf eine hohe Tanne.
Droben saßen eins, zwei Eulen
und man sah sie kräftig heulen.
Eine rieb sich an der Stirne,
denn ihr schmerzte das Gehirne,
die and're auf den unt'ren Rängen
ließ zerzaust die Flügel hängen.
Dieses kommt, wenn solche Wesen
beim Fluge auf dem Handy lesen,
denn da war'n sie ungelogen
unverhofft zusamm'geflogen.
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Wo ist die Frau von einst geblieben
mußt dich wieder selber lieben.
Egal, was dir auch passiert -
nur wer aufgibt - der verliert.
 
 
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Vom GROSSARTI-GEN ERKENNTNISAPPARAT*
(*Zitat: Prof. Harald Lesch - Danke für die In-spi(n)-ration!)

Der Homo, der sich sapienst,
wie ICH nicht weiß und Du verkennst,
der gerne von ERKENNTNIS spricht,
mit GROSSem Hirn, aus seiner Sicht,
 
das ARTIG die Synapsen putzt,
als APPARAT das Weltall nutzt;
nun, dieser Mensch, der dachte sich:
Die Arten sterben ohne MICH?
 
So geht das nicht, in MEINER Welt!
Er fand ERKENNTNIS, REICH das Geld,
den Quark, der singulär regiert,
das hat auch die Natur kapiert.
 
Jetzt rottet Mensch so vor sich hin.
Ja, selbstverständlich macht das Sinn,
wenn alles ins Nirwana sinkt
und der Planet zum Himmel stinkt,
 
weil's IHM, alleine, göttlich frommt,
wenn ICH an erster Stelle kommt!
Hinfort mit Hund und Katz und Maus,
dann stirbt er sich noch selber aus,
 
beweist betont ANTHROPOZÄhN,
so, wie er's will, so muss es gehn,
ganz einfach, weil er's kann, na und,
das langt kausal doch hin als Grund!
 
 
 
(P.S.: Ja, die Krümmung einiger Betonungen ist relativ absichtlich so im Raum, es lag nicht daran, dass ich keine Zeit hatte. Aber eine Masse sati(e)rischen Spaß und das wirkt immer, jederzeit und überall, dagegen kann man nichts machen - Humor hat zu viel Kraft. Cogito, ergo krumm: Alles nicht so schwer nehmen!)
 
 
(P.P.S.: Ist ein bisschen sehr viel - 'Physik drin', fürchte ich. Aber damit habe ich mich, rein aus Interesse, seit einiger Zeit beschäftigt, was zu diesem Gedicht führte. Anthropozän - das 'Zeitalter des Menschen' zeigt seine 'Zähne'. Sarkasmus und Ironie sind gute 'Waffen' gegen Depressionen ... )
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Im Badezimmer hängen stumm
zwei neue Frotteetücher rum.
Sie träumen von dem ersten Mal
und freun sich schon aufs Ritual.
 
Ein Hüne steht am Wasserbecken,
ganz nackt, das wird kein Zuckerschlecken!
Sie sehen zu, wie er sich reinigt
und hinterrücks ‘nen Lappen peinigt.
 
Die beiden frischen Frottees zittern,
weil sie jetzt großes Unheil wittern.
Wen nimmt der Kerl für Brust und Wangen,
wer muss um seine Keuschheit bangen?
 
Schon hat der Schmutzfink zugegriffen
und fröhlich vor sich hin gepfiffen.
Ein Handtuch ist davongekommen,
es wird für obenrum genommen.
 
Dem andren Tuch ist jetzt zum Weinen,
der Unmensch hat‘s zwischen den Beinen.
Dort wird es zehnmal, ungelogen,
von vorn nach hinten durchgezogen.
 
Auch für ein Handtuch, keine Frage,
gibt’s gute und auch schlechte Tage
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Also. Nachdem ja Carlos hier im Forum mal meinte, dass wir Deutschen keinen Sinn für schwarzen Humor hätten und ich schon da, als ich es las, beschloss, dass ich das nicht auf uns sitzenlassen kann, machte ich mich also an die Arbeit, um den 'Gegenbeweis' anzutreten.  Hier das 'Ergebnis': 
 
 
Familienbande (Moritat)
 
Die Else liebte ihren Mann
nicht mehr, es war ein neuer dran,
präziser, ließ den öfter ran
als ihren und sie dachte dann
 
an Scheidung, doch das liebe Geld
besaß der Alte, tja, die Welt
ist ungerecht, denn sie vergällt
die Lebenslust und Else hält
 
was auf sich, überlegt sehr tief,
wie komm ich an den Freiheitsbrief,
denn mit der Scheidung geht das schief,
weil ich halt öfter auswärts schlief,
 
verflixt, wie mache ich das bloß,
wie werde ich den Ollen los,
den geizig-faulen Trauerkloß,
unsäglich öden Gernegroß,
 
da fiel ihr eine Lösung ein,
sie mischte Gift in seinen Wein
und sah ihm zu und freudig drein,
wie er die Flasche leerte, fein,
 
so meinte sie, das reicht doch aus,
schon quollen ihm die Augen raus,
ein Röcheln noch und aus die Maus,
da lag er nun, in ihrem Haus
 
und Else dachte, fieberhaft,
den hab ich mir vom Hals geschafft,
der hat die Falle nicht gerafft,
nur fehlt mir leider jetzt die Kraft,
 
der Kerl, der ist mir viel zu schwer,
ich ruf jetzt meinen Neuen her,
gesagt, getan, doch der war sehr
erschrocken, wollte sie nicht mehr,
 
weshalb die Else, kurzerhand,
den nächsten Wein mit Gift verband,
hat so den zweiten Mann entsandt,
zur Reise in das Jenseitsland,
 
jedoch, sie raufte sich das Haar,
verdammt, das ist doch jetzt nicht wahr,
wie mach ich nun die Bude klar,
es klingelte und Ottokar,
 
Cousin des ersten Opfers - Mist,
denn dieser war ein Polizist
und wie's mit Polizisten ist,
sie fragen viel, da hilft nur List,
 
die Else griff zum Pilzragout,
gab reichlich von dem Gift dazu,
er fiel vom Stuhl und das im Nu,
dann war, für den Moment, mal Ruh,
 
doch war's Problem noch nicht vorbei,
vielmehr, statt einem waren's drei
und Else sah ihr Konterfei
schon auf dem Fahndungsblatt, hoch zwei,
 
sie fand, beim Kochen, alldieweil,
die Antwort, griff zum Hackebeil,
auf groben Klotz ein grober Keil
und bot's Ergebnis einfach feil,
 
genauer, auf dem Wochenmarkt,
nur war ihr Auto falsch geparkt,
die Politesse, Squad-erstarkt,
hat Else schließlich eingesargt,
 
denn Gift versagt bei zwanzig Mann,
wenn auch noch jeder schießen kann,
so kam die Else selber dran,
die Schwester nahm das Erbe an,
 
die Liese liebte ihren Mann
nicht mehr, es war ein neuer dran,
präziser, ließ den öfter ran,
als ihren und sie dachte dann
... ... ...
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Evolution oder Casting?
 
 
Gott schuf die Menschen und die Menschen zeugten Nachkommen.
Vielfarbig verteilten sie sich über Kontinente, Meere, verloren sich
aus den Augen wie Samenkörner, fortgetragen vom Wind aus dem
Paradies. Als sie sich wiederfanden, waren sie Fremde, Feinde,
bekriegten sich, schlossen Friedensverträge, brachen sie, rauchten
Pfeife und warfen Bomben.
 
Als Gott irgendwann wieder vorbeischaute, freute er sich über das
abwechslungsreiche Spektakel und verkaufte die Senderechte an die
intergalaktische TV-Show „Galaxie sucht den Superplaneten.“ Die
Menschen verloren im Finale gegen den Planet der Affen, weil diese
mit Dieter Bohlen einen Vertrag über lebenslange Bananenlieferungen
abgeschlossen hatten.
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Die Rose
 
 
Wie still du mir im ersten Blühn begegnest,
ein Kelch in mir aus unbemerktem Röten,
ergießt den Frühling in das Spiel der Flöten
aus Sonnenschein, mit dem du in mich regnest.
 
Durch alles Dickicht weißt du zu entrücken,
so frei geschenkt, um aus dir selbst zu danken,
versprichst du Blüten in dem Zu-mir-Ranken,
was mich versucht, mein Herz aus dir zu pflücken.
 
Wir beide sind ein Ineinandertreiben,
um als Natur den andern zu erfahren
und in sich selbst die Wirklichkeit zu sehen.
 
So lehren deine Dornen mich das Schreiben,
dein Schönes anderen zu offenbaren,
lass ich auch selbst dich hier am Wege stehen.
 
© Sascha Besier
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Es logiert auf meinem Platze,
ihre Durchlaucht, meine Katze,
raubt mir mit Beständigkeit
meine Sitzgelegenheit.
 
Ewig liegt sie schlafend dort
und ich wünsche sie mir fort,
aber diesmal bin ich cool,
sind doch Rollen unterm Stuhl.
 
Schieb' die Ahnungslose schnelle
auf dem Stuhl zur Zlmmerschwelle,
kipp' sie ohne viel Gewimmer
einfach in das Nebenzimmer.
 
Das ergibt Protestgeschrei,
doch das ist mir einerlei,
rasch verschließe ich die Tür
und der Stuhl gehört nun mir.
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Ihr genießt alle das schöne Wetter,was? Gar nix los hier. Naja, einen hab ich noch.
 

 
Der Furz im Bache
 
Die Kleinstadt Mühlenhain am Lehn
liegt schon seit dreizehnhundertzehn
an einem kleinen Bache.
Im Ort da wohnte ein Herr Plenz,
der litt an starker Flatulenz,
das war 'ne heikle Sache.
 
In einem Sommer glühend heiß
da ging Herr Plenz bedeckt von Schweiß
in diesem Bache baden,
als sich ein Furz sehr lang und laut,
weil er schon länger angestaut,
im Wasser tat entladen.
 
Der Furz befreiet aus der Enge
schlug brodelnd über alle Stränge,
er donnerte und grollte,
er fuhr im Wasser hin und her,
es schlugen Wellen kreuz und quer
und eine davon rollte
 
im Bach entfesselt hin zur Stadt,
wo dieser übers Ufer trat
und alles überschwemmte.
Und voll Entsetzen im Gesicht,
was er für Unheil angericht',
Herr Plenz sich furchtbar schämte.
 
Und heut in Mühlenhain am Lehn
erinnert noch an das Gescheh'n
in Stein gehau'n am Bache,
dass wenn die Sterne günstig steh'n
selbst werden kann im Handumdreh'n
ein Furz zur üblen Sache.
 

 
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Tief trifft dein Kummer mich ins Herz,
dir ist kalt, du legst dich weinend hin.
Du leidest großen Herzens Schmerz,
das muss nicht sein, weil "ich" ja bei dir bin.
 
Steh auf mein Kind, ich liebe dich,
komm schnell in meinen Arm,
ich sing ein leises Lied für dich,
dann wird dir wieder warm.
 
Es ist egal wie alt du bist,
bin immer für dich da.
Bevor dir noch dein Herz zerbricht
gibt Trost dir dein Papa.
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Im Abendlied verschließt der Tag nun seine Tore
und wunde Nacht eröffnet ihr Geschehn.
Am Horizont, wo Purpur sich mit Gelbgold bindet,
verglüht die Welt. Als wollt sie untergehn,
so brennt der Himmel und verblasst in später Stunde,
taucht ein in rabenschwarze Lethargie.
Und mit ihr klafft so manche alt Wunde,
im Alp der kohlverrußten Fantasie,
entlockt sie finstre Nachtgestalt und wühlt im Gestern.
Raubt Schlaf und martert den Verstand
und ihre Anverwandten, Mond und Sterne, munkeln:
Halt durch! Das Morgenrot zeigt wieder weites Land.
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Freunde auf ewig
 
Gut und Böse
sind zwei Freunde
trennen würden
sie sich nie.
Ewige Treue
haben sie sich
geschworen
und lieben das
Streiten bis
- auf's Blut -
 
© Sternwanderer
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Heute könnte ich mein Leben abstreifen
nachsehen was sich darunter verbirgt
meinen Ehering vom Finger abziehen
alle Geldscheine auf die Anrichte legen
die verführerischen bunten Plastikkarten
nochmal mit den Cabrio Schlüsseln klimpern
mein sündhaftes Brautkleid zerschneiden
eine salzige Träne darauf zurücklassen
blind einen neuen Tür Code generieren
sie noch ein letztes Mal zufallen lassen
mit dem satten Geräusch das wir so lieben
hier draußen ein neues Leben beginnen
Frei sein…
 
Dann öffne ich die Augen.
Mein Blick fällt auf unsere Fotos.
Ich erinnere mich.
Warum ich nie wieder frei sein kann.
Ohne Dich.
 
©Yue
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Es fuhr ein Pfannekuchen
den Onkel zu besuchen
von Frankfurt bis nach Polen,
die Lok fuhr noch mit Kohlen.
Da sah im selben Wagen
ein Mann mit leerem Magen
den Pfannekuchen sitzen
und kam sofort ins Schwitzen,
er war davon besessen
den Ärmsten aufzuessen.
Doch dieser, welcher schlau,
sah die Gefahr genau,
er fürchtete sein Ende,
drum schwang er sich behende
ganz elegant zum Fenster raus,
so ging die Sache glücklich aus.
Und mit 'nem kecken Gruß
ging er den Rest zu Fuß.
 
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