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Rohe Ostern: 2. Tot oder lebendig   Zum Teufel mit dem Osterfest der Antichrist mag lieber Western Piff-Paff fliegt das Ei ins Nest wird kreidebleich von all dem Stress verkehrte heile Welt im Bible-Belt   (rohe Ostern - Karfreitag)
Hebet die Gläser Und stoßet an, Nieder mit den Verrätern, Wenn nicht jetzt, wann dann?   Zeiget eure Stärke, Entfaltet euch aufs Ganze, Achtet eure Lebenswerke und Schreibet eine neue Romanze.   Die Liebe ist am funken, Gehet eurer Leidenschaft nach - Vergiss die ganzen Halunken Doch niemals was er dir versprach.
Wortzermürber Glocken läuten vom Himmel Gellende Befehle über Dächer geworfen Bleiche folgen, zeigen, deuten Entscheiden, wie die Sonne zu gehen hat Bunte Gläser brechen Licht zum Regenbogen Bis er an steinernen Gesichtern Und kalten Wänden In einsame Strahlen zerspringt
Das „Ach“   Laut erklingt das „Weh“ und „Ach“ wenn Verliebte schmachten ist doch unter jedem Dach Kummer zu beachten   Mancher Vorgang eine Schlacht ernster als beim Schach Argwohn füttert den Verdacht und dann gibt es Krach   Große prahlen mit der Pracht das sind böse Sachen demonstrieren ihre Macht was sie immer machen   Zeitgeschehen im Almanach was das Leben brachte Lobenswertes - Ungemach heftig oder sachte   Übermut bei Sommernacht alles fröhlich lachte wer da freudig mitgemacht nicht...
Aus der Reihe Gedankensalat (XXX) in Form einer Prosopopöie Ich stehe lange genug, um den Irrtum der Bewegung zu kennen. Alles, was sich beeilt, verschwindet früher, als es glaubt. Blätter, Tiere, Stimmen, Sommer – sie kommen mit dem Anspruch auf Dauer und enden wenig später im Dreck. Der Morgen hängt mir Tau in die Krone, als wäre Frische ein Versprechen. Dann kommt die Sonne und nimmt ihn fort. So geht das hier: erst Glanz, dann Verdunstung. Zwischen meinen Zweigen spannt einer sein...
Sternphönix strebe und webe, Sternenphönix aus dem Staub der Lichtermeere aus dem ersten ausgebrannten Kern der sich in der absoluten Leere zu einer Geschichte gestrickt stimmgewaltiger Sternphönix aus improvisierter Protomaterie auseinander gesetzt - ineinander erweckt zu reinem Seelenlicht! unsterblicher Photonenphönix im Zentrum jeder Strahlung im Körper jeder Erfahrung im Kraftfeld frequenter Signatur Wunderrose blühender Glut strahlender Sternphönix du der einsam vergisst so lange...
Weiße Rosen   Langsam geht die Sonne unter, und mit ihr schwindet dein Licht. So sinkt sie weiter in die Tiefe, als man auch dich ins Dunkle lässt.   Die letzen Strahlen streicheln dich, gleiten über deine Haut aus Porzellan. Kalter Regen fällt auf dein Gesicht, doch deine Augen bleiben geschlossen. Siehst nicht die Rosen die dich betten, und dein weißes Kleid mit Rot bedecken.   Doch die Sonne versinkt im Schatten, nimmt dein Lachen mit sich mit. Und nichts vermag sie aufzuhalten, als die...
Ein Prozent Nigeria steht in meiner DNA da hab ich wohl das Trommeln her Bongos spielen fällt nicht schwer   Fünf Komma fünf Tunesien Marokko und Algerien Nordafrika gefällt mir sehr da hab ich wohl die Bräune her   Sechsundzwanzig Komma eins Skandinavien ist wohl meins Die Liebe zu dem Heidentum ...auf meiner Seele Götter ruhn    Siebenundsechzig Komma vier deutsch...geboren bin ich hier Ob Vorfahrn aus den Niederlanden oder Frankreich zu mir fanden ?   Du bist, so hab...
      Die Würdelose   Nein - du würdest niemals spenden weil du längst mit Freude gibst; würdest nie dein Herz verschwenden weil du liebst sobald du liebst. Alle reden - nur nicht du du entscheidest und packst zu.   Hörst nicht auf die Neunmalweisen die bedacht in Bücher schaun. Hörst nicht auf die paradeisen Priester die auf Gott vertraun. Denn der ganze Kopfsalat welkt zu schnell und schmeckt zu fad.   Zaudern ist dir eine Bürde, dich treibt Tatendrang und Mut. Wo der Würdevolle würde bist...
Dunkle, schmale Gassen menschenleere Stille nur ein paar Windfetzen wehen wortlos zwischen mir und meinem Schatten   Sternenvoller Nachthimmel ein verhangener Traum strahlt mit einem aufgehängtem Stern- ich fühle mich eigenartig fremd   Bald verirrt in die Mitte unzähliger Wege ein paar lose Zeitungsblätter umfassen knittrig ein paar torkelnde Tauben- ich flüstere ihnen ein paar Krümel zu   Für ein paar Sekunden nur ein tiefer Glockenhall auf meiner Haut bebend- Ich...
Mitten in der Heiteldunk büschelte es im Gerasch und genau zur zeiten Selb storcherte ein Klapp   Später dann im Scheindenmon hör ich Rufchens Käuz und ein süßes Paareslieb bei trautem Eindichstell   Just in dieser Keisamzweit türt es an die Poch sicher nur ein Zweigelmist der die Suche näht   Und mit einem Stichelnad wachelt er mich Kitz alles nur ein traumer Bös windelt leis der Säus
Monolith   Regen fällt doch trifft mich nicht Sonne strahlt doch wärmt mich nicht der Wind aber pfeift und macht mich rau überall   Ich sitze in mir gerade mal angelebt den Tod schon gewiss und rufe in meinen Abgrund aus dem es zynisch echot vom Felsensein   Das Vögelchen das seinen Schnabel wetzt all hundert Jahr befreit mich bald von mir
Im Tunnel   Aus Armins Flasche lässt sich noch was auspressen. Da geht noch was, es ist noch längst nicht raus, wessen Benzin am längsten reicht im zähen Wahlrennen. Er mag es, wie sie ihn jetzt „Friedrichs Qual“ nennen, und konnte Röttgens permanentes Klugscheißen nicht nur „Ich komm mal wieder nicht zum Zug“ heißen... „Der Söder nennt mich seine Bundes-Notbremse? Der kriegt – haha - erstmal Berlin-Verbot. Sense!"   Die Karre läuft jetzt rund, so kurz vorm Traumziel...
    Unterdessen sammeln sich die Gesichter die Geschichten und Namen die schon vergessen waren als blicklose Augen in Scharen ins nächste Scheitern traten.   Wir hatten schon einmal Nummern auf Handgelenken. Heute reicht es nicht zu klassifizieren zu stigmatisieren das Kredo lautet: Ignorieren.   Während du deinen Kopf auf das weiche Kissen bettest verwandeln sich Menschen in Luft damit wir ruhig Schlafen können.  
November; unter dem Laub liegt das Licht des Frühjahrs mit seinem Grün der Hoffnung wenn ich nur wüsste könnte ich ein Bild malen Elfter und Neunter; über dem Baum schwebt das Lied des Sommers mit seiner Spur von Liebe wenn ich nur malte könnte ich Fühlen sehen Nebelung; neben dem See wohnt die Fee des Schicksals und unsre Wahl der Wahrheit wenn ich nur wach wär würde ich klarer wählen Windmonat; in meinem Bruch weht der Sturm der Treue mit seinen Knochen aus Gold wenn...
Meerglas   Herz aus Glas du hast es zerbrochen   nun nur noch Scherben unseres einstigen Glücks   Splitter Bruchstücke Trümmer   sie werden fortgespült von den Wellen der Zeit   verwittern durch das Salzwasser meiner Tränen   rundgeschliffen satiniert kommen sie wieder   irgendwann zurück am Seelenstrand angeschwemmt   und glänzen wie Edelsteine.     © Diana Tauhwetter 2021
      Klappe zu   Ein Klapphorndichter sprach geladen: „Ich weiß - da beißt die Maus kein Faden ab – wie man mit Worten spielt!“ Der Zweite grinste ganz geschielt.   Ein Dritter mäkelte: „Die Form von Klapp und Horn die hemmt enorm!“ Der Vierte drauf: „Boar leck mich fett, gar innig hemmet das Sonett!“   Ein Fünfter lehrte: „Feste Rahmen sind lyrische Erfüllung! Ahmen!“ Der Sechste ätzte: Ja, vor allem, um aus den Selbigen zu fallen.   Der Siebte schrie! - Um mitzuteilen: “Ein Klapphorn...
Die Liebe wollte durch den Magen, doch sie verlor sich im Gewühl der vielen Dinge, die dort lagen und blieb ein bloßes Bauchgefühl. Drauf wollte sie im Herzen wohnen. Das brannte plötzlich lichterloh, worauf sie, statt dort lang zu thronen, aus dieser Mördergrube floh. Nun schleicht sie zwischen grauen Zellen, in die sie ganz verstohlen linst, und bleibt, im Dunkeln wie im Hellen, nichts weiter als - ein Hirngespinst.
Die Sonne steht hoch und sie gart unerbittlich den fiebrigen Tag, er ist staubig und heiß. Moskitos befinden mich ganz offensichtlich für höchst aromatisch und kleben am Schweiß. Das Gras liegt erschöpft vor der weißen Veranda und wird in der Hitze zu trockenem Stroh. Das Zirpen der Grillen ist Mundpropaganda und Werbung für Sommer auf höchstem Niveau. Ein Windspiel tüncht zaghaft die leisesten Klänge in all diese Töne und schreibt einen Blues. Mein Schatten verwischt und gewinnt etwas...
Sie streut dir Gift in deine Suppe kippt Säure dir in den Kaffee, saugt Blut aus deiner Fingerkuppe und tut im Herzen dir so weh! In jungen und in alten Jahren, kommt sie vorbei in raschem Schritt die Gegenwehr, du wirst´s erfahren, nützt leider nichts, sie nimmt dich mit! Sie hängt dich auf am Glockenturme, sie stürzt dich in die tiefste Kluft, läßt untergehn dein Schiff im Sturme, verschüttet dich in dunkler Gruft…. Doch manchmal lächelt sie nur leise, geheimnisvoll, dämonengleich...
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