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Ein Märchen


Tabby

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Es war einmal in unserer heutigen Zeit,

ein Mädchen, das war nicht alt.

Sie war recht nett anzusehen, 24 Jahre jung, und krank.

In diesem Märchen soll es nicht um Träume gehen,

sondern um Drachen und junge Feen.

Sie glaubte an Drachen, denn sie wusste, dass einer ihn ihr wohnte.

Man nennt es paranoide Schizophrenie,

und nein, es handelt sich entgegen aller Meinungen,

nicht um eine gespaltene Persönlichkeit,

sondern um Wahnvorstellungen.

Zudem kommen bei der jungen Frau,

auch noch depressive und manische Episoden,

man glaubt es kaum,

hinzu.

Dieses Märchen soll von der Krankheit handeln,

von unbekannten Pfaden,

die die junge Fee war gezwungen zu beschreiten.

Unser Märchen begann, da war die junge Frau noch keine 22 Jahre alt.

Sie lebte im hier und jetzt, und dennoch verworren in einem Spinnennetz

aus irren Träumen.

Das junge Ding glaubte nämlich,

dass die Mafia sie verfolgt.

Das ging sehr lange so, knapp vier Monate, bis sie erkannte,

das Ganze ist nicht das Wahre.

Sie begann Medikamente zu nehmen, die die Krankheit zurückhalten sollten,

doch der Drache wohnte noch in ihr und wollte,

dass man ihm Respekt zollte.

Die junge Frau war in einer geschlossenen Psychiatrie,

feierte ihren Geburtstag in völliger Misanthropie,

denn sie konnte nicht begreifen,

dass die Feinde nicht außen, sondern in ihr verweilten.

So zogen die Tage dahin, und aus einem Beschluss, wurde ein freier Wille,

so lange zu bleiben, wie es die Ärztin bewilligt.

Unsere junge Fee erkannte,

dass sie ernsthaft erkrankte,

an etwas, dass man weder sehen noch anfassen kann,

und dennoch gelang es ihr,

zu flüchten vor diesem bösen Tier,

dass in ihr hauste.

Die Psychiatrie war verstörend für das junge Ding,

denn sie sah viel Leid, viel Verzweiflung und viel Neid.

Neid auf Gesundheit,

Verzweiflung wegen der Krankheit

und Leid durch die inneren Qualen.

Sie litt, denn sie wusste,

alles was sie tun musste,

war Stress aus dem Weg zu gehen,

keine Drogen zu nehmen

und vor allem, stabil zu bleiben.

Sie lernte viel über Frühwarnsymptome, über Medikamente und dass ihre Figur, nicht die selbe bleiben würde.

Sie würde zunehmen, würde nicht mehr fliegen können;

Denn alles was sie begriff war,

dass sie in sich trug das Gift,

dass sie ließ erkranken.

Diese Medikamente würde sie mit hoher Wahrscheinlichkeit

ein Leben lang zu sich nehmen,

jedoch verdrängte sie das, denn wie könnte ein solches Leben für eine Fee, noch lebenswert sein?

Es ist nach Jahren, die verstrichen, für das junge Ding,

nicht auch nur ein Moment von diesem ersten Aufenthalt verblichen.

Anfänglich hatte sie versucht sich zu wehren, gegen die Medikamente,

gegen die Patienten, gegen die Ärzte,

vor allem aber gegen sich selbst.

Bis sie begriff, dass sie ernsthaft erkrankt war, vergingen Monate

und nach Monaten folgten Jahre.

Es kamen Fragen auf für die junge Fee zu, die sich nichts mehr erhoffte, als Gesundheit.

Würde sie jemanden in diesem Zustand lieben können?

Würden ihre Eltern mit der Belastung ein krankes Kind zu haben, leben können?

Würde der Drache, der in ihr schlummerte, ruhen,

oder sie mehr denn je verwunden?

So kam es dann,

dass das junge Ding zunahm.

Und wir reden nicht von fünf oder zehn Kilo, sondern von dreißig, die die junge Fee, aussehen ließen wie Lillifee, halt nur in fett.

Sie versuchte sich zu sagen,

solange der Drache schläft, kann ich das ertragen.

Aber es kam anders als sie dachte, denn sie wurde nach dem sie auf Rat ihres Freundes, die Medikamente absetzte, erneut krank.

Zugegeben, im Nachhinein, erkennt selbst die junge Fee, dass das kein Freund hat sein konnte, denn er wollte nicht ihr Bestes,

sondern die Bestie entfesseln.

Die junge Fee setzte also die Medikamente nach zwei Jahren wieder ab,

und war auch schon bald geschafft,

denn dir heimtückische Bestie, war entfesselt.

Sie zeigte der jungen Fee dieses Mal ein anderes Gesicht,

ganz traurig und weinerlich.

Das junge Ding litt Höllenqualen,

denn sie konnte nicht ertragen,

was der Drache mit ihr machte,

so verwundbar und sachte.

So kannte sie sich nicht,

so verletzlich und weinerlich,

und so kam es, das sie in ihrem Bett blieb, Tage.

Irgendwann erkannte sie,

dass es das war, was die Ärzte ihr versucht hatten beizubringen,

die Frühwarnsymptome klangen ab, und die junge Fee glitt in eine Manie.

Sie reagierte schnell und brach den Schwur,

den sie sich gegeben hatte kurz davor,

und ging zurück in die Klinik.

Es war diesmal jedoch anders, denn sie war nicht mehr in Karlsruhe,

sondern in Pirmasens.

Die Psychiatrie war nicht geschlossen,

und die Fee war nicht gebrochen.

Zugegeben, der Drache war noch am leben,

aber geschwächt

und nicht voller Wahn.

Dieser Aufenthalt liegt noch nicht so lange zurück,

doch es änderte das Leben der Fee Stück für Stück.

Das hier wäre kein gutes Märchen,

wäre darin kein Prinz vertreten.

Aber zu ihm kommen wir später,

denn nichts weilt für immer.

Das junge Ding lernte erneut Dinge,

die sie gelernt hatte und sinnte

über längst vergangenen Tag nach.

Über Tage, in denen sie noch gesund war,

und nicht ständig litt diesen Kummer.

Aber zurück ins hier und jetzt,

zurück in unser Spinnennetz,

aus Fragen und Träumen,

die die junge Fee sich nicht eingestehen wollte.

So kam es,

dann eines Tages,

dass die junge Fee traf einen Drachen, dem ihrem so gleich und dennoch so fremd.

Der junge Prinz, sein Name sei nicht von belang,

erkrankte,

an einer drogeninduzierten Psychose.

Psychosen, dachte die junge Fee,

sind für mich nichts Neues,

und sie versuchte, dem jungen Prinzen zu helfen,

bis sie erkannte, der junge Prinz war sehr schwer erkrankt.

Er dachte nur an sein Zuhause,

dachte nur an den Beschluss,

sah nicht, was die junge Fee zu sehen glaubte, sondern redete nur dummen Stuss.

So kam es, dass der Beschluss an Wirkung verlor,

und mit ihm sich der junge Prinz.

Die junge Fee war wieder alleine,

und sie weinte,

denn der Drache in ihr genoss,

ihre Verzweiflung in ihrem einsamen Schloss.

So vergingen Tage, bis, man glaubt es kaum, der junge Prinz erneut erschien,

wie in einem Traum.

Es sei ihm nicht gut ergangen zuhause,

er habe die Polizei gerufen,

denn der junge Prinz konnte nicht begreifen,

dass auch in ihm wohnte der Drachen.

So kam es, dass die beiden redeten,

sich begriffen, und feststellten,

dass in ihnen beiden wohnte das Ungetüm,

dass sie nicht ließ vor die Türe gehen.

Sie kamen sich näher, der Prinz und die junge Fee,

und küssten und liebten sich,

bis die junge Fee erkannte,

dass ihr Drache,

sich wiederfindet in seinem.

Heute weiß sie, dass der böse Drachen, nur ein Teil von dem ist,

was sie hat erschaffen;

Aus Verzweiflung, Neid und Leid,

denn hört zu und seid bereit:

Solange ihr findet jemanden,

der euch versteht,

und euer Übel in sich trägt,

seid ihr nicht allein, sondern frei.

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Hallo Tabby,

Frohe Ostern und herzlich :welcome_yellow: .

Dein Märchen, ist sehr schön geschrieben, auch wenn du im beschriebenen Schicksal eine trauriges Märchen erzählst mit einem Happy End. Dein Schreibstil gefällt mir.

 

LG Nils :wbb_w_easter1:

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