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Elmar

Dichtungen

 ≈ Lesezeit: 5 Minuten

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Wie fällt mir doch das Dichten schwer,

es will nicht richtig fließen.

Ich seh den Widerspruch so sehr,

denn dichten meint ja schließen.

 

Jedoch was fließt läuft frei und keck,

und ist nicht eingeschlossen.

Doch ist die Leitung einmal leck,

so dichtet man verdrossen.

 

Was tun mit einer schlechten Dichtung?

Man wirft sie einfach fort.

Doch denk ich in die andre Richtung,

so wüsst ich keinen Ort.

 

Wohin mit schlechter Poesie,

mit Reim - und Textfragmenten?

Denn mancher Vers schaffts einfach nie,

mit Geist und Sinn zu enden.

 

Vielleicht ist mancher Wörtertand,

doch nicht so ganz vergeblich.

Mir fließts schon leichter aus der Hand,

der Schub ist ganz erheblich.

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Hallo Elmar,

 

sehr eindrücklich beschrieben, dieser vertraute Zustand zwischen Zweifel und unermüdlichem Schreibdrang/Zwang.. Und sobald man sich mehr Druck macht, ist die Leitung wie zu, oder leckt, und der Fluss will nicht so Recht eine Verbindung zwischen Herz und Papier herstellen.

 

"Jedoch was fliesst hat freien Lauf" ---> Jedoch was fließt hat freien Lauf

 

Für ein Leck in der Leitung ist der Lesefluss aber wunderbar, rhythmisch und reimtechnisch passt alles. Bis auf den Reim "Lauf - leck" der kein Reim ist, aber hier fügt sich dieser Umstand so perfekt in die Thematik, dass ich daran gar nichts ändern würde.

 

Nun zur Frage - was ist schlechte Poesie? Ist etwas ein Wort schlechter als das andere? Was ist gute Poesie, was sind gute Worte? Ist es ihr zusammenstehen in gegliederten Versen? Ist es das Spiel zwischen den Zeilen von Sinn und Bedeutung?

Ist es der Mensch, der die Worte zusammenfügt?

Ich glaube vieles davon, und vieles nicht. Vielleicht ist Poesie auch Ansichtssache, und meiner Ansicht nach - nie fertig.

Aus dieser Annahme heraus kann ich einen deiner Verse nicht ganz verstehen:

"denn dichten meint ja schließen."

Im Sinne von abschließen? Lässt sich ein Sinn in Form eines Gedichts jemals abschließen, fertig stellen, vollenden? Würde diese Vorstellung nicht dem Bild des Flusses widersprechen, durch den die Dinge im Wandel und veränderbar sind?

 

Ich werde wohl noch weiter darüber nachdenken..

Gerne gelesen und sinniert.

LG Lichtsammlerin

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Hallo Elmar,

wie fällt dir doch das Dichten leicht

ein Text der fließend vorbei schleicht

ich seh kein Wort das vergeblich

das Ergebnis ganz erheblich

 

Sehr gut, gefällt mir!

 

grüßend Freiform

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Liebe Lichtsammlerin,

vielen Dank für deine ausführliche Rezension. Ich musste etwas schmunzeln, weil ich es tatsächlich nicht mitbekommen hatte, dass da ein Reim gar nicht stimmte. Ich habe ihn gleich korrigiert. Vielen Dank für den Hinweis. Zu deiner Textfrage: >dichten meint ja schließen< Das Ganze war scherzhaft gemeint und nimmt Bezug auf die doppelte Bedeutung des Begriffs "Dichtung". Man kann ganz praktisch etwas abdichten - ein Gefäß oder eine Wasserleitung beispielsweise, also ein Leck abdichten. Die Folge ist, dass nichts mehr unkontrolliert fließt. Hinsichtlich der Kreativität ist es eher kontraproduktiv, den freien Fluss unterbinden zu wollen. Ungefähr dahin geht der Sinn des Gedichtes. Am Ende stelle ich dann fest, dass selbst misslungene Poesie nützlich sein kann, und zwar immer dann wenn man als Leser durch sie motiviert wird und sagen kann: Da lässt sich was draus machen, oder, das kann ich auch - und vielleicht sogar etwas besser.

herzlichst

Elmar

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Hallo Elmar

 

Ein schönes Gedicht - es fliesst sehr viel besser, als es sich eingesteht!

Kann die Ironie der "Dichtung" recht gut nachempfinden, an schlechte Poesie glaube ich allerdings nicht,

manchmal müssen die Ideen einfach noch ein wenig "ziehn".

 

Zum Thema Einfallslosigkeit:

 

auch wenn du mir jetzt böse bist

ich werde dies gedicht nicht schreiben

weils mir nicht eingefallen ist

 

Grüsse

zwischenzeit

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Hallo Elmar,

wie fällt dir doch das Dichten leicht

ein Text der fließend vorbei schleicht

ich seh kein Wort das vergeblich

das Ergebnis ganz erheblich

 

Sehr gut, gefällt mir!

Hallo Freiform, hab ganz herzlichen Dank für deinen freundlich motivierenden Beitrag. Sehr sehr gern gelesen!

Herzlichst Elmar

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Ein schönes Gedicht - es fliesst sehr viel besser, als es sich eingesteht!

Kann die Ironie der "Dichtung" recht gut nachempfinden, an schlechte Poesie glaube ich allerdings nicht,

manchmal müssen die Ideen einfach noch ein wenig "ziehn".

Hallo Zwischenzeit, vielen Dank für deine positive Beurteilung aus berufenem Munde.

Da hast du schon recht, dass manche Ideen etwas "ziehn" müssen. Dennoch habe ich da einige Fragmente auf dem Rechner die nicht richtig ziehen wollen. Doch wenn ich sie hin und wieder lese, kommen mir wieder ganz neue andere Gedanken....

Herzliche Grüße nach Basel - nach Birsfelden - dort hab ich mal gearbeitet.

Elmar

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Hallo Elmar,

 

ich glaube da stand ich auf der Leitung. Und die Leitung war gut abgedichtet..

An die doppelte Wortbedeutung von Dichtung habe ich beim Lesen gar nicht gedacht, obwohl es thematisch nahe liegt.

Das wirft ganz neue Gedanken auf - spannend.

 

LG Lichtsammlerin

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