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Schwankender Himmel


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Der Himmel schwankt, bald stürzt er nieder

ich seh' die alten Zeichen wieder

die Sterne taumeln, fallen auch

und Licht erstickt im dichten Rauch.

 

Wie fühle ich die Hoffnung weichen

und Schatten durch den Schädel schleichen

als niste Zweifel sich ins Herz

und weckt den gut verdrängten Schmerz.

 

Von Neuem soll ein Jahr beginnen

und keine Stunde ihm entrinnen.

 

So muss die Welt es g'rade richten

dem Himmel neue Farben dichten

bevor er stürzt die Sinne lichten

und schwankend diesen Schein vernichten.

 

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Liebe Lichtsammlerin,

 

so ein Anblick in den Himmel, der scheinbar schwankt, kann einen ordentlich wachrütteln und dazu verhelfen, sich gedanklich neu zu sortieren. Ich empfinde es zumindest so, wie eine Eingebung und nehme es zunächst verstört, aber dann doch dankend an.

 

Dir, nicht nur gedanklich, alles Liebe!

 

Letreo

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Hallo Lichtsammlerin,

 

ich denke, du hast in deinem Gedicht ein Problem der Zeit sehr gut in Worte verpackt. Wir leben wohl in einer Zeit, in der die alten Werte am Bröckeln sind. Das verursacht schon ein Gefühl des schwankenden Himmels. Für die geistigen Werte, die Werte des Bewusstseins, steht der Himmel als Symbol und Metapher. Aber was bahnt sich in der Welt des Unbewussten an,das ist hier die Frage.  Vielleicht entwickelt sich eine neue Ethik, eine Ethik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und auf die Stimme der Träume achtet...

 

Sehr inspirierende Zeilen, sehr gerne gelesen.

 

Liebe Grüsse uns alles Liebe

anais

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Liebe Letreo,

 

tatsächlich gleicht ein solcher Anblick einer Eingebung, die zu gewaltig ist, sie sofort aufnehmen zu können. Erst mit der Zeit offenbart sich ihr Wert für uns..

Und dann ist es gut, dankbar darum zu sein, wohin es auch führen mag.. das denke ich auch.

Vielen Dank und auch dir alles Liebe!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

 

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Liebe anais,

 

auch dir vielen Dank! Ich hatte zwar kein aktuelles Problem unserer Zeit im Sinn, aber es ist durchaus passend. Diese Zeiten sind unruhig und verleiten viele Menschen dazu, die Dinge zu hinterfragen. Mitunter gerät das Weltbild, der ganze Himmel, ins Schwanken.

Auch der Eindruck einer Selbstfindung kann solch gewaltige Bilder bedingen.. ein Mensch, der unter diesem riesigen Himmel steht, wird so nichtig in seinem Wesen und womöglich bis auf den Grund erschüttert.

Und ja, was sich aus allem Unbewussten bahnt tritt hier langsam ins Bewusstsein. Ich hoffe doch, dass sich daraus etwas neues entwickelt, vielleicht eine neue Sphäre des Seins entsteht - ob nur für LI oder auch die Menschen allgemein.

Hab mich sehr über deine Gedanken gefreut. Auch dir alles Liebe!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hallo Lichtsammlerin, das Gedicht gefällt mir richtig gut. Es passt in die Zeit und lässt es lässt Freiraum für Interpretationen. Es wird Zeit, das Weltbild wieder gerade zu rücken und dem Himmel neue Farben, sprich uns Hoffnung zu schenken. Es ist an uns Dichtern, allen Künstlern, wir haben die Freiheit und die Gabe uns auszudrücken und den Lauf der Dinge zu beeinflussen. 

 

Sehr gern gelesen. Lieben Gruß Darkjuls 

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Hallo Darkjuls,

 

vielen Dank für deine Worte!

Ich denke auch, dass Künstler aller Art den Lauf der Dinge erheblich beeinflussen können, und historisch gesehen ist das nichts neues. Häufig war es eine Avantgarde, die eine Epoche veränderte. Weil Kunst eben freier ist, weil sie ausspricht oder ausdrückt, was im Wandel begriffen ist, weil sie Grenzen aufzeigt und überschreitet usw..

Und die Zeit ist reif, ist vielleicht immer reif, ein Weltbild gerade zu rücken. Mich lässt es hoffen, wenn Dichtung oder andere Kunst Hoffnung zu vermitteln vermag..

Schöne Gedanken von dir!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hallo Lichtsammlerin,

 

 

das ist meine Lieblingsstrophe

 

vor 5 Stunden schrieb Lichtsammlerin:

Wie fühle ich die Hoffnung weichen

und Schatten durch den Schädel schleichen

als niste Zweifel sich ins Herz

und weckt den gut verdrängten Schmerz.

 

 

 

 

Ja, die Welt wird es richten - ganz sicher

 

vor 5 Stunden schrieb Lichtsammlerin:

So muss die Welt es g'rade richten

dem Himmel neue Farben dichten

bevor er stürzt die Sinne lichten

und schwankend diesen Schein vernichten.

 

 

 

 

 

 

LG Sternwanderer

 

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Hallo LIchtsammlerin,

 

ich lese hier v.a. ein fragendes LI , das sich fragt, warum die Verzweiflung, die schon längst verbannt war, noch (und noch) mal wiederkommt:

vor 9 Stunden schrieb Lichtsammlerin:

als niste Zweifel sich ins Herz

und weckt den gut verdrängten Schmerz.

 

Der Beginn des neuen Jahres hat auf den ersten Blick nichts persönliches. Das LI scheint diesen Äußeren Einfluss aber zu nutzen, um sich von einer Art Aufbruchstimmung mitreißen zu lassen:

vor 9 Stunden schrieb Lichtsammlerin:

So muss die Welt es g'rade richten

 

LG

 

Nina

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Hallo Sternwanderer,

 

ja, wollen wir hoffen, dass die Welt es richtet. Aber diese "Welt" - das sind wir ja alle. Jeder Einzelne.

Also richten wir es... ääh... dichten wir es :saint:

Dankeschön!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

 

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Liebe Nina,

 

der Begriff der "Aufbruchsstimmung" gefällt mir sehr. Ja, vielleicht lässt sich LI mitreißen. Mein Gedanke war auch, dass es diese Stimmung erst kreieren möchte, sie in sich selbst und letztlich in der Welt entfachen will. So oder so, eine Veränderung scheint notwendig.

Die wiederkehrende Verzweiflung verdeutlicht das wohl. Und zeigt dem LI umso klarer, dass sich etwas ändern muss. Auch die eigenen Schatten eben nur verdrängt gewesen, nicht ins Licht gerückt..

Auch an dich - Dankeschön!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hi @Lichtsammlerin. Da ist Dir ein echt starkes Gedicht gelungen. Wie ich an den Kommentaren lese, ist es sehr vielseitig interpretierbar, aber in keiner Weise negativ, auch wenn es sich um nicht allzu schöne Gefühle dreht. Ich lese es so, dass es sich um Auslöser (Trigger) dreht, schmerzhafte Erlebnisse, die durch Zufälle bedient werden. Der Geist macht dann daraus eine Reinszenierung von alten Geschichten. Und der achtsame Anteil muss die Farben dieses Himmels deuten, dass der Schmerz einen nicht davonspült. Und das hat überhaupt nichts mit Schönreden zu tun, sondern mit der Sicherheit, im Hier und Jetzt zu sein. VLG Peter

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Hallo Peter,

 

ich bin gerade noch bisschen beeindruckt von deinem letzten Satz und muss das nochmal wiederholen:

vor 18 Minuten schrieb Ponorist:

Und das hat überhaupt nichts mit Schönreden zu tun, sondern mit der Sicherheit, im Hier und Jetzt zu sein.

Cool! Ja, genau das.. so auf den Punkt gebracht lässt sich darin auch der Grund erahnen..

 

Deine Lesart eines Triggers, der schmerzhafte Erlebnisse zurückbringt, finde ich sehr zutreffend. In diesem Fall beginnt das Weltbild des LI zu schwanken, es sieht die "alten Zeichen", also Trigger, und alter Schmerz wird geweckt.

Das ist keine leichte Situation, aber ich denke der Grund, weshalb es keinen negativen Charakter hat, ist die Bewusstwerdung. LI reflektiert zugleich über das Erleben und erinnert mögliche Schritte hinaus, zeigt sie sogar klar auf. Und darin findet sich ein Stück Sicherheit, immer noch im Hier und Jetzt zu sein, auch wenn innere Erinnerungsstürme toben, sie können einen nicht fortspülen.

Danke für deine treffenden Gedanken und Worte!

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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