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Opa ist siebzig geworden -

er ist zu nichts mehr

zu gebrauchen,

folglich wird Opa

abgeschoben,

raus aus der Familie -

rein ins Pflegeheim.

 

Sollen doch die sich mit

Opa 'rumärgern,

ewig diese Nörgelei und

diese Bettnässerei,

das kann man uns doch

nicht mehr zumuten.

 

Leider ist nun auch die

Rente für uns abgeschrieben,

aber dafür haben wir ja

Opa's Haus

ganz allein für uns -

der Alte braucht es ja nun

nicht mehr.

 

Der wird im Heim viel besser

versorgt als bei uns -

endlich können wir unser

Leben genießen und sind

diese dauernde Belastung los.

 

 

Wir werden auch Weihnachten

in der Kirche für ihn

beten.

 

 

 

 

 

Richard von Lenzano

© 12-2008

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aktivste Mitglieder in diesem Thema

guten Abend Richard,

 

also da ich Gesundheits- und Krankenpflege studiere und auch mit Altenpflege viel am Hut hab, hat mich schon dein Titel gelockt. Du schilderst ja eine nicht selten kritisierte Methode, auch wenn ich dazu aufrufen würde bei einer Kritik alle Seiten zu beleuchten. Aber ich weis nicht in wie weit du Hintergrundwissen hast. Grundsätzlich sehe ich das übergeben von Pflegebedürftigen an entsprechende Institutionen nicht als verwerflich an, schlimmer ist das kapitalistische Kommerzdenken dieser Einrichtungen, das sowohl Pfleger als auch Pflegekräfte belastet. Rein technisch ist das mMn Prosa in Versform.

Ich kann dir nur das Buch "Abgezockt und totgepflegt." von Markus Breitschneidel empfehlen und gleich noch mit den Film "Mein Vater" mit Götz George von klaus J. Behrendt, auch wenn dort der Demenzverlauf überspitzt wird.

 

lg Torsul

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Hallo Torsul,

 

 

also ich weiß, wovon ich schreibe, meine Frau war Krankenschwester und Akltenpflegerin....

 

Ich habe das Thema nicht von der Seite der Seniorenheime pp. gesehen, sondern von der Seite der Angehörigen.

 

Wieviele alte Menschen werden so behandelt, dass sie nicht mehr wollen??

 

Einigen gehts es auch um das Erbe, welches es irgendwann zu verteilen gilt...

 

Das alles waren u.a. meine Hauptaspekte...

 

 

liebe Grüße

 

ric

 

 

 

 

 

:wink: :wink: :wink: :wink: :wink:

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Guten Morgen Richard,

 

Ich habe gemerkt, dass du aus Sicht der Angehörigen schreibst, doch auch da würde ich nicht unbedingt alle über einen Kamm scheren, wenn du mich fragst trifft deine Schilderung traurigerweise auf einige zu, aber nicht auf den Großteil. Einen Menschen zu pflegen ist ein enormer Aufwand und die Angehörigen haben häufig auch nicht das nötige Fachwissen, sodass ein Pflegeheim meist die bessere Alternative ist. Nur die Einweisung muss ja keinesfalls einer Abschiebung gleich kommen. Aber letztendlich sind das wohl unsere beiden subjektiven Einschätzungen, mir sind dahingehend keine Studien bekannt. Aber der unten von mir aufgeführte Film schildert mMn die Probleme sehr deutlich.

Ich habe nur bezug zu den Einrichtungen genommen, weil ich diese als das Größere Problem sehe.

 

lg Torsul

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Lieber Torsul,

 

 

 

ich habe nicht alle über einen Kamm geschoren (weswegen ich auch von Opa geschrieben habe). Es sollte eine Momentaufnahme sein, die aber, wie ich genau weiß, sehr häufig - und nicht nur selten - anzutreffen ist.

 

Sehr viele Menschen sind einfach zu egoistisch, sich um ältere Angehörige zu kümmern. Es gibt da Ausreden à maß: Kein Geld, kein Platz, keine Zeit pp.

 

Nein, dieser genannte Personenkreis will sich nicht einschränken lassen, und möchte weiterin unbehelligt bleiben, allein, regelmäßig Urlaub, keine Verantwortung u.s.w.

 

 

Um dieses aufzuzeigen habe ich den Text geschrieben...

 

 

 

 

 

liebe Grüße

 

ric

:wink: :wink: :wink: :wink: :wink:

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