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Demut und Klobürste


Ponorist

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Demut und Klobürste

 

Das Wort Demut macht mir Angst

Denn es demütigt zuweilen

Ist missbräuchlich nahe dran

Was auf allzu viele Weisen

bange macht

und leise

 

Demütig ehre ich dann

die Klobürste beim Putzen

die für mich hinabgestiegen,

auferstanden, zum Benutzen

steht dem Thron zur Rechten dann

Tut, was ich nicht kann.

 

Ob sie sich wohl in Demut übt

kann ich nur schwer sagen

will es gar nicht wissen, für

der Bürste Dasein will ich danken

Hätt‘ sie eine Stimme nur

würd ich vorher fragen


Überarbeitet: von Ponorist
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Hallo Peter,

 

Das lässt mich nachdenklich werden, was Demut eigentlich in Wirklichkeit ist. Demütigend? Den Dreck der anderen wegräumen?

 

Und ob die Klobürste ihren Job freudiger machen würde, wenn sie vorher gefragt wird?

 

Gibt es demütigende Jobs? So wie Straßenfeger, Toilettenpächter, Tellerwäscher u.a.? Fühlen die sich besser, wenn sie vor der Ausübung ihres Jobs gefragt werden, ob sie denn bereit währen, jetzt ihren Job auszuüben?

 

Ist Demut nicht auch ein Aspekt von Mut?

 

LG

 

Nina

 

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vor 14 Stunden schrieb Ponorist:

...der Bürste Dasein will ich danken...

 

Einfach genial,

lieber Ponorist,

wie dein Dank

in Demut trifft

jenes Schaffen

der guten Bürste,

die jenen Dreck

wegmachen durfte,

der von uns doch

letztlich bleibt,

den man freilich

ungern beschreibt,

aber nicht steifenfrei

(...wenn man's sieht,

mal ganz nebenbei)

weg gespült bekommt,

das macht die Klobürste

doch sehr gekonnt,

und das noch mit

ihren Stachelhaaren,

davor würden wir uns

schon sehr verwahren,

und so gebührt ihr

wohl jener Respekt,

der ja in deinen

ehrenden Zeilen steckt,

dein gereimter Dank an

sie zu ihrem hilfreichen

Zweck, ohnegleichen,

viel Ehrfurcht weckt,...

..so würd ich das sehen,-

also danke, sehr gern gelesen!

 

LG Ralf

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Hallo Peter,

 

frag lieber nicht... denn dazu fällt mir eine Episode aus Rick und Morty ein. Rick das klügste Lebewesen im Universum, erfand einen Roboter, der ihm auf dem Frühstückstisch die Butter bringt. Er hat die kleine Maschine aber so gut gebaut, dass sie anfing ein Bewusstsein zu entwickeln und irgendwann vor ihm stand und wie zu einem Gott aufblickte mit der Frage: "Was ist der Zweck meiner Existenz?" Und Rick dann lakonisch: "Du bringst Butter." Der Roboter senkte den Kopf und seufzte: "Oh..."

So. Und jetzt meine Frage an dich... willst du wirklich eine Unterhaltung mit einer Klobürste führen? 😅

 

Das ist gerade die Gnade ihrer Unbewusstheit. Stell dir vor, sie könnte denken wie wir...😬

Dein Gedicht geht tiefer als nur die Schüssel runter! 

 

Und nein, ich hab es nicht herausgelesen... du weißt schon was. Steh ich auf der Bürste, äh Schlauch?

Trotzdem finde ich den Einfall genial gut! 

LG der Seelenklempner


Überarbeitet: von Joshua Coan
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Oh ja, lieber @Joshua Coan, die Geschichte mit dem Roboter ist super. Nur mal zum Vergleich: neulich habe ich ein Statement in einem Interview gehört (der Kontext fällt mir gerade nicht ein), die menschliche Psyche habe evolutionsbiologisch zwei Zwecke, nämlich Überleben und Fortpflanzung. Wegen der unterschiedlichen Aufgabenverteilung bei Letzterem sei die Psyche von Männern und Frauen verschieden. Alles scheint irgendwie einem übergeortneten Prinzip zu folgen.

 

Vielen Dank, liebe @Nina K. für Deine Gedanken. Ich finde es hängt sehr vieles von der Einstellung, Annahme, Ablehnung usw. ab. Was jemand tut, ist letztlich egal. Vielleicht hängt es wirklich vom Bewusstsein ab, eine Wahl zu haben. Demut selbst hat ja immer etwas mit Unterordnung zu tun. Die Gefahr, dass dieses in demütigender Weise ausgenutzt wird, ist sehr groß und wird daher vermutlich oft vermischt. Ethymologisch hat das Wort wohl tatsächlich mit "Dienen" und "Mut" zu tun, im Sinne des althochdeutschen "mouth", was zu tun hat mit "Kraft des Geistes", verwandt "Gemüt".... Es lohnt sich, das weiter zu verfolgen.

 

Deine rührend gereimten Zeilen, lieber @Ralf T. sind bei weitem zu viel Lob für meinen kurzen Anfall, dem ich mit etwas Humor begegnet bin. Ich sollte Dich viel öfter lesen. Herzlichen Dank.

 

Vielen Dank auch an alle anderen für's Lesen, Kommentieren und Mögen.

 

VLG Euer Peter

 

PS: vielen Dank @Sonja Pistracher für Deinen "stummen Kommentar". Das zeigt mir, dass Du meinen Text verstanden hast.

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