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Der falsche Mitesser


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Der falsche Mitesser

 

Sie war ne hübsche Kellnerin,

die auch wirklich nett bediente,

die Freundlichkeit war ihr im Sinn,

egal, wer wohin bei ihr schielte.

 

Sie brachte Speisen und Getränke,

mit ihrem Lächeln, lieb und fein,

und wenn ihr jemand etwas schenkte,

beim Zahlen, freute sie’s zuweil’n.

 

Ein charmanter Herr war auch,

des Öfteren bei ihr zu Gast,

er trank und gab, nach altem Brauch,

weil sie nett war, so sah er das.

 

Und dieser kam seit vielen Jahren,

der ließ sich gern von ihr bedienen,

und weil sie wie Bekannte waren,

gab er ihr gern was, ohne zu schielen.

 

Natürlich hätt er zu gerne mal,…

…bei ihr, auch was zu essen bestellt,

doch hatte er letztlich nur die Wahl,

Trunk mit Essen oder für sie Trinkgeld.

 

Er entschied sich für das Zweite,

was sich ergab, in dieser Wahl,

er trank nur, ließ das Essen beiseite,

so war es immer,- jedes Mal.

 

Doch irgendwann hat sie bemerkt,

das sein Magen sehr laut knurrte,

der Ton von Hunger in ihm sie lehrt,

es hörte sich an als ob ne Taube gurrte.

 

Das Hungergurren fand sie unerträglich,

doch wollt sie auch ihr Trinkgeld haben,

sie nahm‘s von ihm und es war ihr möglich,

das sie ihn mit zu sich nach Hause nahm,…

 

…dort tischte sie ihm reichlich auf,

um ihn zu sättigen, das ist ja klar,

und das Schicksal nahm seinen Lauf

in Lust und Liebe,- ganz wunderbar.

 

Und als er ging, am nächsten Morgen,

da ließ er auch ein Trinkgeld da,

zwar bräuchte er ihr nichts bezahlen,

es war ihm schon ein Zwang, fürwahr.

 

Und so ging es ein paar Jahre,

er war der Stammgast im Restaurant,

der ihr immer mehr gab, keine Frage,

nur trank und dann zu ihr zum Essen kam.

 

Klar ist, dass sie sich verstanden,

denn sie wussten was sie wollten,

jeder von dem jeweils Andern,

so das Kalorien und Taler rollten.

 

Doch irgendwann hatte sie es satt,

für ihn das Essen zu bereiten,

nach Feierabend, damit er satt,

zu ihr kann ins Bett sich schleichen.

 

Sie dachte sich, es wäre so weit,

für ein Leben ohne Schinderei,

für einen Urlaub wäre es Zeit,

auch brauchte sie von ihm mal frei.

 

Die Arbeit kündigte sie gleich,

dann mochte sie sich von ihm befrei’n,

und sagte ihm dass es ihr reicht,

und ließ ihn einfach nicht mehr rein.

 

Dann packte sie die Urlaubssachen,

wie auch die Tasche mit dem Trinkgeld,

das ja massig anfiel, in letzten Jahren,

seit er sich zu ihr gesellt.

 

Na, er war ja nun nicht mehr da,

doch das bedauerte sie nicht,

denn das Trinkgeld hatte sie ja,…

…ein langer Urlaub war in Sicht.

 

So buchte sie sich eine Reise,

übers Wasser und auch zur Luft,

Hotel und Strand in vornehmer Weise,

was Luxus auf den Reiseplan ruft.

 

Schon wollte sie los, auf große Tour,

sie brauchte nur noch zu bezahlen,

sie war auch willig dazu, nur

wollte niemand das Trinkgeld haben.

 

Da war sie traurig und weinte sehr,

denn durch die Ablehnung war ihr klar,

das der einstige Mitesser, der charmante Herr,

wohl ein Trinkgeldfälscher war.

 

Und die Moral von der Geschicht‘:

Nimmst du Trinkgeld, dann häuf es nicht,

zu unbrauchbaren Mengen an,

die man letztlich nicht einsetzen kann,-

Gründe dafür gibt es genug,…

…der erste wär der Trinkgeldbetrug,

also wenn einer gar keins zahlt,

...der zweite wär der Entwertungsgehalt,

zum Beispiel bei einer Inflation

…der dritte wär die beschriebene Person,

also der Trinkgeldfälscher war,-

das alles braucht man nicht, ist ja klar,

denn durch so was ärgert man sich,

und das ist richtig ärgerlich,

und darum gibt es die Moralgeschicht‘,-

sowas lehrt…und wenn ja, warum nicht(?).

 

R. Trefflich am 24. Januar 2021

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Am 25.1.2021 um 08:33 schrieb Gina:

...Wieder einmal lustig und trotzdem nachdenklich.

 

Guten Morgen Gina und lieben Dank,

ja, denn etwas Wahres ist auch dran,

was hier aus der Geschichte spricht,

  die aber, auch wenn sie lustig ist,

        ihre Wirkung nicht verfehlt

           denn klar ist, denken

                      ist es ja

                      worum

                      es nun

                      so geht

                   und darum

          ein Glas Wein für dich,

von der Hübschen in der Kellnerschicht, die ja jetzt wieder am bedienen ist,

nett und höflich wie du siehst und wie jeder sehen kann ein Danketoast dazu dann an: @Kurt Knecht

@Sonja Pistracher, @Melda-Sabine Fischer, @Kurt Knecht, @Flutterby, @Freiform, @avalo

und alle die hier noch lesen, zum guten Wein der auserlesen und textlich serviert...sich im Reim verliert😉


Überarbeitet: von Ralf T.
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