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Schiffsverkehr ( Teil 4 )


Freiform

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Sie ist auf der Rückfahrt dann doch eingeschlafen und bevor ich sie behutsam wachrüttele, bewundere ich noch einen kurzen Moment ihre zarte Haut von Nahem. Die einen viel jüngeren Eindruck macht, als ich sie an Jahren schätze. Um ihre Augen herum hatte ich beim Schwimmen schon erste zarte Fältchen wahrgenommen, die an ihrem Körper aber nirgends zu entdecken sind. Auch bemerkte ich beim Schwimmen, wie kraftvoll sie durchs Wasser zog, dass ich Mühe hatte, ihr zu folgen. Ich vermute, dass sie viel Sport treibt oder sich anderweitig fit hält, alles andere wäre ein biologisches Wunder, obwohl ihr Körper dem schon sehr nahekommt.

„Huch, bin ich eingeschlafen?“ „Nur kurz, Frau Furzzwänger. Es sind noch knapp zwei Minuten bis zum Hafen. Am besten gehen Sie so wie Sie sind an Land. Im Hafen gibt es ein Badezimmer für Gäste mit Föhn und Umkleide Kabinen. Da können Sie sich ganz in Ruhe frisch machen. Ich besorge an der Rezeption des Bootsverleihs eine Kulturtasche für weibliche Gäste, da ist alles drin, was ein Frauenherz höherschlagen lässt und nach der Bootsfahrt sehen Sie mindestens wieder genauso hübsch aus wie vorher. Mir ist gar nicht bewusst, dass ich ihr damit ein Kompliment mache, deshalb laufe ich doch etwas ertappt an, als sie sich für das nette Kompliment bedankt.

Sie bemerkt ihrerseits, dass es mir etwas unangenehm ist und ihre Wangen färben sich leicht rosig. Wir überspielen die Situation, indem ich schnell wieder ans Steuer eile und sie sich zurück auf die Liegematte legt, um die letzten zwei Minuten der Bootsfahrt in Ruhe zu genießen. Im Hafen angekommen eile ich in die Rezeption, um die Kulturbeutel zu holen und auch direkt die Rechnung zu begleichen. Vor der Tür übergebe ich ihr den Kulturbeutel und erwähne noch „Lassen Sie sich ruhig Zeit, Ingrid wird so schnell nicht vor Ort sein. Meistens will sie noch schnell etwas fertigbekommen und dementsprechend gehört Pünktlichkeit nicht gerade zu ihren stärken. Dafür ist sie ein liebevoller und herzensguter Mensch. Wenn auch ein wenig durchgeknallt, Künstler halt.“ Schenke ich ihr ein Lächeln, bevor ich mich frisch machen gehe.

Das Seewasser ist schnell abgewaschen und normalerweise wäre ich dann auch schon fertig, aber diesmal rasiere ich noch einmal die Tages Bartstoppeln nach und gebe mir viel Mühe, meinem Outfit etwas mehr Schliff als gewöhnlich zu verleihen. Wie erwartet bin ich vor ihr fertig und nutze die Zeit, um mir noch einmal die Momente ins Gedächtnis zu rufen, wie ich langsam an ihrem wundervollen Körper entlang tauchte, wie sie mir tief in die Augen schaute und sich deutlich ihr Scham abzeichnete. Ich werde förmlich aus meinen anregenden Bildern gerissen, als sie hinter mir „Schon fertig“ in Ohr flüstert. Wie ich sofort feststellen kann, hatt auch sie sich viel Mühe gegeben ihr Outfit aufzufrischen. Sie trägt eine etwas andere Frisur, die ihrer Schönheit eine gewisse Strenge verleiht, die aber durch ihr warmes Lächeln sofort wieder aufgehoben wird. Sie sieht schlichtweg noch bezaubernder aus wie im Moment unseres Zusammentreffens.

Ich schaue auf die Uhr und denke mir, dass, wenn wir langsam gehen, wir pünktlich im Atelier ankommen sollten „Was machen ihre Füße Frau Furzzwänger, geht es wieder? Von hier aus ist es ja nicht so weit bis zum Atelier.“ „Danke der Nachfrage Herr Knüttelkop, wie neugeboren.“ Und zum Beweis dreht sie sich einmal beschwingt um die eigene Achse, sodass ihr Rock noch einmal einen Blick auf ihre muskulösen und wohlgeformten Beine frei gibt. „Ich kann Ihnen gar nicht genug danken für die schöne Bootsfahrt und das ich jetzt noch Frau Freihaus kennenlernen darf, setzt dem Tag die Krone auf.“ Wir schlendern gemütlich vom Hafengelände und unsere Konversation wechselt in einen gemütlichen Plauderton, bis mich Ingrid unerwartet von der anderen Straßenseite ruft „Hallo Jens, juhu, hier bin ich!“ Ich brauchte einen Augenblick, sie zu finden „Hi Süße, was machst du denn hier?“ Brülle ich zurück „Ich bin dir schon mal ein Stück entgegengekommen.“

Ich trau meinen Augen kaum, aber die lebende Farbtube hat sich in Schale geschmissen. Sie wartet noch, bis der Verkehr eine Lücke lässt und spurtet dann über die Straße, um mir direkt um den Hals zu fallen und mich herzlich zu küssen, so wie wir es seit Jahren tun. Doch heute ist es mir doch irgendwie unangenehm und ich löse mich schneller als gewöhnlich, was sie nicht davon abhält, sofort die Sprachmaschine anzuwerfen „Stell dir vor, Mausi, ich habe heute Mittag einige von meinen Ladenhüter Modellen verkauft, und du glaubst es nicht, ich musste nicht einen Einzigen € nachlassen! Ist das nicht großartig?“ „In der Tat Süße, wie hast du das denn angestellt? Oh, warte einen Augenblick, bevor du erzählst. Darf ich dir jemanden vorstellen, der dich unbedingt kennenlernen möchte!“ Und ich winke Frau Furzzwänger näher zu kommen. „Darf ich vorstellen, Frau Maria Furzzwänger, die ein großer Bewunderer deiner Arbeiten ist und die ich heute zufällig kennenlernen durfte.“

„Guten Tag Frau Freihaus, ich freue mich wirklich sehr, Sie persönlich kennenlernen zu dürfen. Ich war heute Vormittag bereits in ihrem Atelier und habe mich von der sympathischen Studentin herumführen lassen. Wirklich schön ihr Atelier und so stimmungsvoll!“ „Das freut mich aber total. Ein Glückstag Mausi.“ Und Ingrid lächelt einmal aufrichtig in die Runde „Darf ich Maria sagen?“ Und ohne eine Erlaubnis abzuwarten „Ich bin die Ingrid, wenn Sie nichts dagegen haben. Ich mag es nicht so förmlich! Und welch wunderbare Proportionen mein Auge entdeckt, haben Sie schon einmal Modell gestanden Maria?“ Und schon bin ich abgemeldet!
Ingrid hakt sich ungefragt bei Maria ein und zieht sie Richtung Atelier, während ich hinterher trotte und überlege, wann ich Ingrid das letzte Mal ohne ihren vor Farbe und Schmutz überzogene Overall gesehen habe. Insgesamt erfreut mich der Anblick dieses attraktiven Duos und der Tag hätte sich kaum schöner entwickeln können.

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Lieber @Freiform - hier stört mich die Anrede von Ingrid mit "Hi Süße". Ich finde diese Anrede ein bisschen zu intim,  außer die Geschichte ginge mit einem flotten Dreier weiter. Was ich nicht glaube.  

Ansonsten wirkt alles real und sehr gut erzählt.  Wie wir es ja von dir gewohnt sind.  Dann bin ich ja schon fast am Ende.  Lese mir Nr. 5 nochmal durch,  unter dem Aspekt des gerade Gelesenen.  

LG Sonja 

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