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Urvertrauen gesucht


Sonja Pistracher

Empfohlene Beiträge

Vertrauen gereicht

in ihrem tieferen Sinn

so manchem Betrachter

nur bis zum Kinn.

 

Dabei erdacht

und für wichtig befunden

heilt richtige Anwendung

selbst tiefe Wunden,

 

sofern es bestätigt

und nicht diametral

dem zuwiderläuft,

was als erste Wahl

 

ins Bewusstsein

der Seele eindringt,

Freude spüren lässt,

die Erlösung bringt.

 

Tiefes Heimatglück gilt´s zu erschauen,

denn unerschöpflich ist das Urvertrauen.

 


Überarbeitet: von Sonja Pistracher
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Liebe Sonja,

 

da bleibt für mich die elementare Frage nach der Wesenheit dieses Urvertrauens. Was ist es? Wo finde ich es? Worin ist es begründet?

Du schreibst das Urvertrauen sei "unerschöpflich" - was nahelegt, dass es einen Quell gibt. Aus dem Vers zuvor assoziiere ich diesen Quell mit dem erschauten "Heimatglück". Wobei mir hier die Frage bleibt, inwiefern Heimat und Urvertrauen zusammen hängen.

Vielleicht in dem Gefühl geborgen zu sein, einen sicheren Boden zu haben, Wurzeln schlagen zu dürfen... den Schutz einer Heimat. Der es erst ermöglicht Vertrauen aufzubauen.

 

Hier geht es jetzt um verschiedene Sichtweisen, ich denke es gibt da kein richtig/falsch - für mich muss Heimat und Urvertrauen nicht zusammenhängen. Es wäre geradezu fatal, wenn das Schöpfen von Urvertrauen vom Vorhandensein eines "Heimatglücks" abhinge!

Gleichzeitig fällt es mir schwer, mir dieses Urvertrauen als "unerschöpflich" vorzustellen. Denn es ist so fragil, so leicht zerrüttet oder zerstört, so schnell versiegt die Quelle.

 

Du siehst jedenfalls, deine Verse rufen einige Gedanken hervor und stoßen neue an.. ich schreibe dann immer drauf los, was mir in den Sinn kommt :whistling:

Formal hätte ich ein paar kleine Anregungen, die du getrost ignorieren oder annehmen kannst, wie immer es beliebt...!

 

Vertrauen gereicht ---> Vertrauen ge reicht

in ihrem tieferen Sinn ---> im  ihrem tieferen Sinn

so manchem Betrachter

nur bis zum Kinn.

 

Dabei erdacht

und für wichtig befunden ---> und für wichtig befunden

heilt richtige Anwendung

selbst tiefe Wunden, ---> selbst tiefere Wunden

 

sofern es bestätigt

und nicht diametral

dem zuwiderläuft,

was als erste Wahl

 

ins Bewusstsein

der Seele eindringt, ---> der Seele ein dringt

Freude spüren lässt,

die Erlösung bringt. ---> die Erlösung bringt

 

Tiefes Heimatglück gilt´s zu erschauen,

denn unerschöpflich ist das Urvertrauen.

 

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Die vielen Kommentare bestätigen mich darin, wie wichtig Vertrauen und noch wichtiger ein Urvertrauen sind, soferne man das Glück hat, dieses empfinden zu dürfen.

 

Liebe @Gina - mit "Heimatglück" meine ich diesmal nicht (nur) die Heimat, sondern vielmehr das in uns stets gesuchte Zuhause, in dem wir sein dürfen, wie wir sind. Danke, dass du es mir gesagt hast, welch Hochgefühle es auch bei dir auslöst.

 

Liebe @anais - Ja, du hast völlig recht. Tiefe Wunden kann nur eine Situation retten, sie quasi heilen, wenn man sie auch haben darf, wenn sie für immer ein Teil von uns bleiben dürfen und sie auf diese Weise der "Geborgenheit in das Urvertrauen" annehmen können.

 

Lieber @Perry - Leider lieber Perry muss man hin und wieder Tage im Leben überstehen, an denen einem kein Urvertrauen entgegengebracht wird, wo dieses Gefühl des unbegrenzten Angenommenseins fehlt. Meist sind das schlimme Tage - umso schöner, wenn sich das Blatt wendet.

 

Liebe @Letreo71 - Ja - dieses Gedicht hatte selbst bei mir den Auslöser in einer nachdenklichen Situation und die Sehnsucht hat mich wohl zu diesen Zeilen veranlasst. Und schon beim Schreiben fühlte ich den Auslöser für ein besseres Gefühl in mir. Glück ist bestimmt eine sehr schöne Bezeichnung, welches dieses Gefühl begleitet. Ich wünsche es dir aus ganzem Herzen.

 

Liebe @Josina - mit Vertrauen muss man auch vorsichtig umgehen. Da gebe ich dir völlig recht. Das was ich meine, geht schon darüber hinaus. Man weiß dann schon, man ist angekommen, kann sich zurücklehnen, die Augen schließen, verwundbar sein und trotzdem bleibt alles so gut, wie es ist. Manchmal sind es nur Momente, wenn man z.B. auch alleine mit einem geliebten Haustier in völliger Übereinstimmung einen Abend genießt. Man muss es nur erkennen.

 

Lieber @Karlo - wenn du dieses Urvertrauen bei Gott findest, dann ist das eine ganz besondere Verbindung, die ebenso eine Erfüllung sein kann wie zu einem anderen Menschen, der einem dieses Gefühl schenken kann. Ohne Wenn und Aber.

 

Liebe @Ursula23 - du sagst etwas ganz Wichtiges - Urvertrauen ist ein Fundament, das nicht nachgibt, das sich anpasst, mitbewegt und in gewisser Weise auch mit Freiheit zu tun hat. Ein schöner Vergleich. Danke dir.

 

Liebe @Lonely Winterrose - in sich selbst darfst du das Vertrauen nie verlieren. Du bist wie alle Geschöpfe dieser Welt etwas Einzigartiges, etwas Besonderes. Selbst Fehler, aus denen man nur lernt, können dieses nicht erschüttern. Dieses Vertrauen zu anderen aufzubauen, ist oft schwer. Und wird auch nicht zu erarbeiten sein, sondern ist einfach da - weil man dann selbst bereit dazu ist. Dann bitte mit offenen Armen aufnehmen und dieses Urvertrauen weitergeben. So könnte die Welt gerettet werden.

 

Liebe @Lichtsammlerin - dein Beitrag fasziniert mich auch wieder sehr. Ich werde etwas später genauer darauf eingehen, weil ich jetzt weg muss. Aber ich komme wieder.

 

Seid mir alle ganz herzlich gegrüßt, auch ihr, die mit diesen Worten ein kleines Glück in euch entdeckt und es mit einem Like gezeigt habt. Danke euch allen, dass ihr die Gedanken mit mir teilt.

LG Sonja

 

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Liebe @Lichtsammlerin - du sprichst mich mit deinen Zeilen sehr an, weil du auf die elementare Frage nach der Wesenheit des Urvertrauens hinweist. Für mich erklärt es sich dahingehend, dass dieses Urvertrauen grundsätzlich bei der Geburt das erste Mal das Gefühl bestärkt, nicht alleine zu sein und dass man in all seiner Unzulänglichkeit angenommen wird - in Liebe. Von der Mutter. Man würde ansonsten in dieser Phase des Lebens zum Ersten verhungern, erfrieren, verkümmern. Dieses Urvertrauen wird uns also in die Wiege gelegt. Was nicht besagt, dass genau dieses Urvertrauen zur Mutter sich mit der Zeit wandeln kann. Aber man hat es einmal gespürt und weiß, wie wohlig, warm, beschützend und allumlänglich es sich angefühlt hat. Und darum - meine ich - suchen wir es, wenn es uns abhanden gekommen ist, ein Leben lang. Immer wieder. Das kann auf allen möglichen Wegen zu uns zurückkehren. In einem wirklich sehr guten Freund fürs Leben, in einer Liebe zu einem Tier, das uns mit Sicherheit am besten bedingungslos lieben kann. Dann spüren wir dieses Aufgehobensein wieder. Es kann auch ein Partner sein, der einem ohne WENN und ABER akzeptiert, sich hinter uns stellt, wenn gar nichts mehr geht, sich vor uns stellt, um uns zu beschützen.

Und weil dieses Urvertrauen in uns selbst steckt, das es hervorzuholen gilt, wenn die Umstände im Umfeld danach eintreten, nenne ich es auch ein gewisses Heimatglück in mir selbst. Der Quell ist in mir selbst, ihn sprudeln zu lassen und dadurch einen sicheren Boden unter den Füßen zu haben, ist von vielen Faktoren abhängig. Aber wenn es soweit ist, dass jemand diese Quelle in mir erweckt, dann finde ich es. Denn ich weiß es zu aktivieren. Heimat bin ich in mir drinnen; dort, wo kein anderes Wesen Zugang finden kann, wenn ich es nicht will. Es ist fragil - damit hast du recht - aber es ist alleine meine Entscheidung, es zu aktivieren. Wann und wo immer ich will. Dort ist Heimat.

 

Ich wünsche dir aus ganzem Herzen, dass du dieses Heimatglück in dir selbst wiederfindest, es teilen kannst, es in ein anderes Herz tragen kannst, um im gegenseitigen Vertrauen darauf, dass es wert ist, dem Leben den einen wirklich grundlegenden Sinn zu geben, sich im Vertrauen auf Liebe, Empfindung, Freude, einlassen zu können, ans Tageslicht befördert zu werden. Dann ist dort Heimat, wo du gerade bist. Und sei es auf einer Bergesspitze oder in einem tiefen Tal. Sein selbst zu teilen mit einem Erlebnis, einer Person, einem Tier, einer Begebenheit kann dieses Urvertrauen auslösen. Auch wenn es nicht für immer bleiben muss.

Mit ganz liebem Gruß

Sonja

 

PS: Danke für deine Anregungen, das Gedicht in ihren Fluss zu bringen. Ich werde es auf dieser Seite nicht ändern, weil so viele Leute darauf reagiert haben und diesen Zeilen ihren Kommentar oder ihr Like gegeben haben. Aber ich werde es für mich großteils aufnehmen und danke dir sehr dafür. Weil du ein sehr gutes GEfühl für die Worte hast und mir damit unglaublich hilfst.

 


Überarbeitet: von Sonja Pistracher
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Liebe Sonja,

 

ich danke dir sehr für die ausführliche Antwort auf meine Fragezeichen!

Ich verstehe nun etwas besser. Komme zugleich aber auch zu dem Schluss, dass mein Standpunkt dazu einfach ein anderer ist, was ja vollkommen ok ist.

Was die Beschaffenheit dieses Urvertrauens oder auch des Heimatglücks betrifft, so hat beides für dich einen festen Bezugspunkt - vermutlich weil er für die zu diesem zugehörig ist. Ich glaube aber, dass diese Beschaffenheit bei jedem Menschen anders sein kann. Ich kann einfach nicht glauben, dass es hier etwas "universelles" und allgemeingültiges geben soll, wo doch jeder Mensch und jedes Leben so individuell verschieden ist.

Aber du schriebst ja auch von vornherein, dass es sich für dich so erklärt, wie du es hier geschildert hast. Natürlich darf es sich dann für mich anders erklären :whistling:

 

Dass z.b. eine spezifische Person - die Mutter - bei der Geburt das erste Mal dieses Urvertrauen schafft, und dass ein Mensch ein Leben lang nach diesem Gefühl sucht, wenn es verloren geht.. scheint mir fatal! Was sagt man einem Kind, dessen Mutter bei der Geburt verstarb? - Tut mir leid, du wirst nie ein wirkliches Urvertrauen in die finden, weil du es nicht im ersten Atemzug erfahren hast..?

Oder denen, die von Anfang an von der Mutter abgelehnt wurden? Es gibt so viele Fälle, wo demnach nie Urvertrauen geweckt würde, wo Menschen also mit der Geburt dazu verdammt sind, ohne diesen Grundstein zu leben. Das mag ich so nicht denken..

 

Am 20.2.2021 um 11:21 schrieb Sonja Pistracher:

Ich wünsche dir aus ganzem Herzen, dass du dieses Heimatglück in dir selbst wiederfindest,

Hab ich es denn verloren? :achselzucken:

Ich weiß ja noch gar nicht, wie ich dieses "Heimatglück" für mich selbst definieren würde. Welche Beschaffenheit es für mich hat. Wie könnte ich da jetzt schon wissen, ob ich es erst wiederfinden muss? Vielleicht ist es ja schon lange da, war nie verschwunden... wer weiß..

 

Freut mich dass meine Anregungen dir helfen konnten. Es muss ja auch gar nicht spezifisch für dieses Gedicht sein, auch für folgende Werke kann das ja hoffentlich eine Hilfe sein..;-)

 

Liebe Grüße Lichtsammlerin

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Hallo Sonja

 

Urvertrauen zu entwickeln,

zu wissen,

dass ich getragen bin von der Erde

und dass ich nicht verloren gehen kann -

dies bekommen wir als Kinder in den ersten Lebensjahren vermittelt .

 

Ich schätze mal,

dass es die wenigsten wirklich haben -

zumindest aus meiner (der Kriegsenkelgeneration) und der vorherigen.

 

Zuviel wurde damals noch geschlagen , körperlich und seelisch

und auch aktuell ist noch sehr viel Leistungsdruck und das Messen der Daseinsberechtigung am angepassten Tun,

das Brechen des kindlichen Willens,

in der Erziehung anwesend.

Und dies nicht nur in Familien, die es vllt. nicht besser wissen ...

 

Das Zurückfinden zum Urvertrauen ist ein langer Weg und er ist gangbar.

 

Ein starkes Urvertrauen ist unsere Heimat.

 

Dass Heimat Urvertrauen hervorbringt ...

vllt. ja. Denn da, wo ich mich auskenne, habe ich ja Vertrauen.

Wenn allerdings meine menschlichen Begleiter zu Lebensbeginn III. Wahl sind oder Ausschuß,

dann hilft mir die ganze Heimat , sei es auch seit dreißig Generationen die selbe , keinen Pfifferling nicht.

 

Lese gerade, dass Du Lichtsammlerin antwortest, dass Urvertrauen vd Mutter abhängt - das mag ich anzweifeln.

Ich denke, dass es auch andere Personen sein können, die einem ... das Gefühl vermitteln können, absolut "richtig" zu sein .

 

lG Ichdichteabundzu


Überarbeitet: von Ichdichteab&zu
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vor 1 Stunde schrieb Ichdichteab&zu:

Zuviel wurde damals noch geschlagen , körperlich und seelisch

und auch aktuell ist noch sehr viel Leistungsdruck und das Messen der Daseinsberechtigung am angepassten Tun,

das Brechen des kindlichen Willens,

in der Erziehung anwesend.

Und dies nicht nur in Familien, die es vllt. nicht besser wissen ...

Das kommt mir sehr bekannt vor! Aus dieser Generation stamme ich wohl auch.

Sehr streng incl. bei jeder Kleinigkeit Bestrafung und da waren die Eltern nicht zimperlich.  Und trotzdem gibt es so viele Momente,  die mich daraus durchs Leben tragen.  Kleine Momente,  die mir meine positive Lebenseinstellung geschenkt haben.  Sodass ein Mensch in mein Leben treten konnte,  - genauso wie du es angesprochen hast -, der mir dieses Urvertrauen in jeder Weise schenken konnte und täglich tut.  Dann ist es wieder da. Wahrscheinlich steckt es einfach in uns und es liegt an uns,  es zuzulassen. Es aber auch an andere weiterzugeben. Ich bin dabei! Auch für Menschen,  die mir viel bedeuten. 

LG Sonja   

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