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Schatz


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Schatz

 

 

Das Rot der Stadt frisst sich in unsre Haut,

mein Schatz, nun zier dich nicht und rede weiter.

Die Sonne birgt den Abend für uns heiter

und in den Lettern hat sie sich gestaut.

 

Dich kleidet dieses Schwarz so gut wie nie,

denn sonst, da frisst die Stadt uns beide auf.

Doch heute lernt sie und wird neugetauft;

In unsrem weißen Wasser tränken wir sie.

 

Dann singt der Mond und bald auch singen die Sterne

und Stein für Stein zerfrisst die Farbe uns.

Nur Schwarz und blau, so stehn wir im Straßendunst

und gucken, müd wie immer, Richtung Ferne.

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hi Flamme, auch wenn ich nicht drauf komme was du damit Ausdrücken wolltest, so gefällt es mir doch sehr gut. Und ob jetzt für ein Werk 5 Minuten oder 5 Tage gebraucht wird um es zu erschaffen, dem Verfasser muß es gefallen und wenn es dann noch gut zu lesen ist, ist doch alles ok!

Alles Liebe

Angel

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Hallo Flamme!

 

Ich komme auch nicht drauf, nein. Wer sind die beiden nur, das lyrische Ich und der Schatz? Ich hab mir jetzt das Gehirn verknotet, aber ich weiß es nicht. Sie stehen in den Straßen und schauen nach oben, sie sind schwarz und blau, doch das Rot der Stadt, die sie in Wasser tränken, zerfrisst sie. Durch das "Stein für Stein" könnte man auf ein Gebäude, eine Mauer oder so etwas Ähnliches kommen... Und was jetzt der tiefere Sinn dahinter ist? Keine Ahnung...

 

Wieder mal die Stadt in einem Gedicht... Wieso habe ich das Gefühl, in letzter Zeit so viel Stadtlyrik gelesen zu haben :mrgreen: Trotz (oder besonders wegen? - ich brauche allein um ein Reimpaar zu finden länger *lach* ) der sagenhaften 5 Minuten (und obwohl ich den Inhalt nicht erfassen kann) finde ich das Werk auch gut, ein paar Metrikholperer, aber das muss ich dir ganz bestimmt nicht sagen :mrgreen:

 

Freue mich auf die Auflösung bzw. auf ein paar Erläuterungen, was du ausdrücken wolltest!

Liebe Grüße, Kari

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Hallo ihr beiden,

 

es freut mich, dass es euch gefällt, auch wenn ihr den Inhalt (wie erwartet ;D) nicht entschlüsseln könnt. - Aber das liegt nicht an euch, sondern wahrscheinlich an der Entstehung dieses Gedichtes. Ich weiß selbst nicht mehr genau, was ich mir so dabei gedacht habe, weshalb es mir auch schwer fällt, es zu "entschlüsseln". Nur den Grundgedanken kann ich ja mal erläutern, vielleicht helfen euch dann eure Assoziationen zu den einzelnen Passagen, um mehr Zugang dazu zu finden, vielleicht auch nicht... Jedenfalls geht es mir hier weniger um die Stadt, sondern viel ehr um die Beziehung zwischen dem lyr Ich und dem lyr Du, die ganz einfach Personen sind. (Wenn ich gewollt hätte, dass die stellvertretend für irgendwas stehen, hätte ich ganz anders geschrieben... wie genau weiß ich zwar jetzt nicht, aber jedenfalls ganz anders. :mrgreen: ) Also ganz einfach ein Abend in einer Stadt, ein Paar und deren Eindrücke, mehr nicht. Eben diese Eindrücke sind sicherlich kaum mehr nachzuvollziehen, aber sie sind da. Mehr kann ich jetzt dazu schwer sagen,aber vielleicht hilft es ja ein wenig. :mrgreen:

 

liebe Grüße

flamme

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Flamme, diese schnelle Entstehung deines Gedichts verbunden mit deiner leichten Verwirrtheit, was du eigentlich meintest, ist witzig und ich muss schmunzeln (und diesmal weiß ich nicht 100%ig warum eigentlich) :mrgreen:

 

Aber das macht das Gedicht nur noch interessanter. Auf diese Sache mit der Beziehung bin ich natürlich nicht gekommen (obwohl man eigentlich bei dem Titel daran hätte denken können :roll: Nur auf Titel kann man sich eben auch nicht immer verlassen) Hhm... Also wenn ich jetzt weniger auf die einzelnen Phrasen achte (die ich nämlich noch immer nicht alle interpretieren kann :wink: ), sondern das Gesamtbild auf mich wirken lasse, dann würde ich sagen, dass die Beziehung doch eher am "Abflauen" ist, dass die Gefühle weniger werden, dass es aber beide wissen und trotzdem versuchen, weiterzumachen wie bisher ("nun zier dich nicht und rede weiter").

 

Der erste Vers in der zweiten Strophe ließ mich schon wieder Schmunzeln, das kommt mir doch sehr bekannt vor, ungefähr so: "Ach das Kleid steht dir wunderbar, du sieht heute blendend aus". Manchmal gibt es wieder Lichtblicke in der Beziehung ("Doch heute lernt sie und wird neugetauft") aber nichts kann darüber hinwegtäuschen, dass es ein eher mühseliges Unterfangen ist, die Beziehung aufrecht zu erhalten, doch weil es der gewöhnte Trott ist, kommen sie noch immer nicht voneinander los und sind gemeinsam, aber unglücklich.

 

Wieder etwas vage, diese Interpretation... Aber jetzt dürfte ich doch hoffentlich etwas näher dran sein als mit der Mauer :mrgreen:

 

Liebe Grüße, Kari

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Freut mich, dass ich dich amüsiere, Kari. :mrgreen:

Mit der Beziehung, die schon am Ende zu stehen scheint, hast du ja schon den entscheidendsten Aspekt erwähnt. Etwas vage vielleicht, aber deine Eindrücke zum ersten Vers der 2. Strophe zum Beispiel sind genau das, was ich zu erreichen versuchte. Auch deine Eindrücke zur gesamten 2. Strophe gefallen mir. =)

 

Die übrigen Stellen sind auch meistens recht wörtlich zu nehmen, zum Beispiel die Lettern, in die sich die Sonne staut, die den Abend (der ja eigentlich recht dunkel ist) heiter birgt =Leuchtreklame; Dann gibts noch so ein paar Sachen wie zum Beispiel die Metrik, die an manchen Stellen nicht ganz korrekt ist - eine kleine Provokation an alle Metrikfanatiker. :mrgreen: Und das Wort "frisst", dass in jeder Strophe vorkommt (seltsam eigentlich, dass mir das noch niemand als Wortwiederholung angekreidet hat :mrgreen: ) ... dabei habe ich mir allerdings nicht wirklich viel gedacht. :mrgreen:

 

Naja, danke jedenfalls für deinen Kommentar - das mit der Beziehung und der Stimmung zwischen den beiden hast du so beschrieben, wie ich es mir gedacht habe, also "richtig", sofern man das zu einer Interpretation sagen kann. :roll:

 

liebe Grüße

flamme

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Hallo Kügelchen,

 

Hallo Smeagol...öhm Flamme natürlich.(zwinker)

hm, ist das ein insider? Wenn ja, dann kann ich mich nämlich gerade nicht dran erinnern... ich hab keinen Plan. :mrgreen:

 

Ich danke dir jedenfalls für deinen kommentar. Dieses Gedicht ist tatsächlich entstanden, als ich an etwas gedacht habe und dann einfach meine Gedankengänge dazu in Versen aufzuschreiben habe, Stück für Stück. Reim und mehr oder weniger regelmäßige Metrik waren dabei ein gewisser Halt - hat eigentlich ganz gut geklappt. :mrgreen: Aber was ich damit eigentlich sagen wollte, ist, dass mich dein Kommentar sehr überrascht, und zwar positiv, denn du diese Bedrohlichkeit, die du erwähntest, war mir von Anfang an ein sehr wichtiger Aspekt in der Stimmung dieses Gedichtes. Auch wie du die Stadt in Beziehung zu den beiden stellst, gefällt mir sehr:

Ich dachte vage an eine Ahnung, wenn man das Gefühl besitzt, die Stadt verschlucke sogar die Anonymität und die eigene Persönlichkeit; dieses sich-selbst-verlieren in einem gefüllten Raum.

Das Gedicht erinnert mich an Flucht, obgleich man keinen Schritt nach vorne geht, um zu entfliehen. An das Anrempeln der Zukunft, ohne zu wissen was kommen mag.

Das ist nicht etwa wirr, sondern sehr interessante Gedankengänge, die meinen beim Schreiben verblüffend ähnlich sind. =)

Es freut mich auch sehr, dass dir die beiden ersten Verse gefallen, denn an denen liegt mir recht viel.(lächel)

 

Danke sehr für deinen kommentar und dein lob. (:

liebe Grüße

flamme

 

/Edit: Titel geändert in Schatz; Richtung Ferne

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