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Eine greisliche Geschichte


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Ein Mann von dreiundneunzig Lenzen

wollt´, um sein Leben zu ergänzen

noch einmal auf die Pauke haun‘

und sich nach Weiblichem umschaun

 

Nun ist dies doch ein Leichtes nicht

wenn es an Männlichkeit gebricht

und statt mit hübschen blauen Pillen

man sie mit Windeln muss befüllen

 

Doch schau, auf wundersame Weise

kommt eine Feh zuhilf´ dem Greise

sie macht die Betten, füllt das Glas

er denkt, da geht auch sonst noch was.

 

So fragt er mit verliebtem Auge

ob sie denn auch zu anderem tauge

um ihm, dem Tattergreis, dem fiesen

womöglich einen Strip zu teasen.

 

Da hat der Alte sich geirrt

es scheint im Geiste er verwirrt

die Feh entschwand mit lautem Krachen

ist nicht mehr da, das Bett zu machen.

 

Und die Moral von der Geschicht:

Trau niemals einem Greise nicht!

 

 

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Das kann vorkommen, lieber Stephan, jedoch nicht in diesem Fall. Dieses Gedicht wurde nach einer wahren Begebenheit geschrieben, und wenn man sowas nicht mit Humor nimmt, ist es eigentlich garnicht lustig, zeigt es doch die Sehnsucht des Alters nach der Jugend und die Abscheu der Jugend vor dem Alter, zumindest in gewisser Hinsicht. Möge uns Ähnliches erspart bleiben.

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Hallo Aileas,

 

nur gut, dass man in der Regel nicht weiß, was einem im Alter noch blüht oder eben nicht blüht.

Ich kann dir aber versichern, dass ich mir auch mit 93 - sowie ich noch bei Verstand bin - in die Hose/alternativ Windeln mache, wenn ich Reime wie diese:

 

vor 10 Stunden schrieb Aileas:

um ihm, dem Tattergreis, dem fiesen

womöglich einen Strip zu teasen.

 lesen kann. Das ist auch in meinem vorgeschrittenen  Alter gefährlich und zumTotlachen. :rofl2:

 

LG, Marvin

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vor 11 Stunden schrieb Aileas:

um ihm, dem Tattergreis, dem fiesen

womöglich einen Strip zu teasen.

 

ist auch meine Lieblingsstelle, liebe Aileas! 

 

Köstlich!!!! 

Ich hatte vor ein paar Jahren das zweifelhafte Vergnügen, zwei Nächte in einem gemischtgeschlechtlichen Überwachungssaal im Krankenhaus zu verbringen (da sind alle an Blutdruckmesser und Herzmonitore o.ä. für 24- oder 48-Stunden-Aufzeichnungen angehängt) und der doch schon alte Herr neben mir im Bett hat das (weibliche) Krankenhauspersonal derart übergriffig und abstoßend "angemacht"...da haben mir die Ohren gewackelt, was der alles von sich gegeben hat, wenn sie ihm das Bett gerichtet oder ihn gewaschen haben. Die haben das bewundernswert gelassen aber doch deutlich kommentiert. 

Meine Gedanken da waren: egal, ob schon sehr alt und hilfsbedürftig, ein Schwein kann der ganz ungeniert immer noch sein...oder jetzt noch ungenierter. Grauslich war das definitiv...um deinen herrlichen Titel zum höchst gelungenen Gedicht gleich mitzuzitieren. Der ist absolut treffend. 

 

Ich - als fee von Amts wegen - wäre da jedenfalls auch nicht mehr gekommen. Und gekracht hätts auf jeden Fall. 

 

Sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße,

fee (mit Hochachtung für all das, was Krankenhauspersonal aushält und leistet)

 

 

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Hallo Aileas,

ist erst einmal die Windel voll
das findet auch die Fee nicht toll

"teasen" kannte ich bisher nicht, aber es reimt sich.
Was das "greisliche" anbelangt ist es mir als Bayer durchaus bekannt, vielleicht wären aber Synonyme wie
grässliche, gräuliche eine Alternative.

Gern mitgeekelt und LG
Perry 😉

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Herzlichen Dank für Deinen Kommentar und das grosse Lob, liebe Fee. Ja, solches Verhalten ist in der Tat abstossend. Je oller, je doller, wie man bei uns sagt. Hier in Andalusien kommt sowas noch häufiger vor. Macho bleibt Macho 😄 Man muss gelassen darüber hinweg sehen.

Was das Pflegepersonal betrifft, teile ich Deine Hochachtung. Die Verantwortung ist enorm, da braucht es nicht noch zusätzliche Probleme. Krankenschwestern müssen eben an alles ran, bei Männlein und Weiblein. Das muss man lernen. Ich habe als ganz junges Mädchen zwei Monate in einem Krankenhaus freiwillig nach der Schule gearbeitet und sehr viel gesehen und gelernt.

Das prägt einen für das ganze spätere Leben!

 

Danke für Dein Feedback, lieber Perry. Das Wort "teasen" kommt, wie Du sicher weisst, aus dem Englischen und bedeutet in etwa "necken, aufziehen". Es passt hier gut, wenn auch fremdsprachlich.

Das "greisliche" wird nicht ersetzt. Es hat ja eindeutig eine Doppelbedeutung in diesem Zusammenhang.

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