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Im Blau des Nachtaufganges


Glasbleistift

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Schau am späten Abend in die Ferne,

wenn die Nacht den müden Tag verdrängt,

der, als Raureif im Gebälk der Sterne

festgefroren, noch am Himmel hängt.

 

Nirgendwo war Sehnsucht je geballter

eingeschlossen als in jenem Blau,

das den Nachtaufgängen, her nach alter

Sitte, Wächter ist und Haltetau.

 

Doch dann fällt die Szenerie zusammen,

tränkt die Wiesen mit der Sterne Tau

und des Wandrers Herz in Phosphorflammen,

wenn er, fern der Heimat, Falter fängt.

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  • 2 Monate später...
  • Antworten 3
  • Erstellt
  • Letzter Kommentar

aktivste Mitglieder in diesem Thema

wie wohltuend, dass du am Schluss mit dem "fängt" die Form brichst.

Wer will schon das xte Reimgedicht über den Wechsel von Tag und Nacht lesen.

Natürlich sind Bilder wie

 

"Raureif im Gebälk der Sterne"

 

toll, doch ist der Mensch als "Wanderer" durch Natur und Leben etwas altbacken.

LG

Perry

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ich finde das Gedicht keinesfalls so plump und einfältig, wie du es darstellst, Perry. Denn es geht über die Wechsel von Tag und Nacht und den Menschen als Wanderer durch die Welt hinaus. Für mich ist eher der Mensch als "Wanderer" einhergehend mit dem Harmonie- bzw. Stilbruch, da er als Falterfänger die entstandene Idylle zerstört. Somit sind Mensch und Natur entgegen der Tradition eben nicht eins, nicht komplementär, sondern in einer komplexeren Verbindung und die Bildergestaltung ist meiner Meinung durchaus originell. Und abgesehen davon muss nicht jeder Dichter das Dichten neu erfinden, sondern das schreiben, was ihm auf der Seele brennt. Und diesem Fall ist es doch sehr malerisch und pointiert gelungen.

 

Gruß

DerSeelenDichter

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  • 2 Wochen später...

Hallo Perry, Hallo DerSeelenDichter,

 

vorab habt lieben Dank für euren Kommentar. Entschuldigt bitte meine etwas verspätete Antwort.

 

@ Perry: Es stimmt, die Form wird gebrochen, allerdings ohne Verzicht auf einen Reim (die beiden Zeilen sind sogar doppelt gereimt).

Ich stimme dir auch zu, dass der Wanderer und sein Falterfang etwas altmodisch herüberkommen, doch ich erhebe nicht den Anspruch, modern zu schreiben, zumal es sich hier eher um eine Metapher handelt.

 

@ DerSeelenDichter: Vielen Dank ersteinmal für die Schützenhilfe, obwohl ich Perries Sicht der Dinge nicht ganz so drastisch beurteilen würde. Ich stelle das Gedicht ja schließlich in dieses Forum, um Kritik zu erhalten. Es freut mich allerdings sehr, dass dich das Gedicht erreichen und dir seine Tiefen offenbaren konnte.

 

 

Beste Grüße vom Glasbleistift

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