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Waldgeflüster


Herr Mannelig

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Waldgeflüster

 

Freudig ist gar manche Stund,

Zu streifen durch die glänzend Wälder,

So nah und fern doch meines Geistes Kund,

Nur der Wind zieht erhaben über die nahen Felder.

 

Leis spiegelt sich in des Baches Läufen,

Was ich in mancher Stund gesucht,

Und wenn gefunden erneut verflucht,

Doch hatte ich’s, so war es mir als müsst ich’s ersäufen.

 

Doch sind die Tage längst vergangen,

Auch wird kommen nimmermehr,

Solch Stunden voller dunklem Bangen,

Denn des Natures Sanftgesicht, erfreut mich nun gar zu sehr!

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Die Form: Obwohl Sprach –Modus, sowie der Paarreim eine „übliche“ Verwendung voraussetzen, wird auf auch eine eindeutige wie einteilende Funktion, Ode, Sonnet, durch freie Metrik verzichtet. (persönlich: meine Untersuchung befasst sich deswegen nicht ausgiebig mit der Sprache, Beispiel – gar, dieses Wort erfüllt keine Funktion, außer dem Leser eine Atmosphäre am Kamin zu vermitteln. )

 

1.St.

Das einleitende Wort ist – Freudig, ein Gefühlsvermittelndes, also sofort eine Stimmung suggerierend. Weiter: - Freudig ist gar manche Stund - , hier erfüllt das Freudig die Funktion, die Stunden in eine Schwingung, Stimmung, Licht, zu versetzen, sie also aus einer anders gegebenen Position (Gefühl) zu bestimmen. Wenn, und das erfahren wir in der nächsten Zeile - Zu streifen durch die glänzend Wälder. Also wird uns hier uns eine Naturgegebenheit vermittelt, sowie die Betätigung – steifen, auch gehen, spazieren, eine seelische Interaktion zwischen Natur und lyr. Ich das in Freude auswächst. Auch sind diese Wälder – glänzend, hier ist nicht eindeutig bestimmbar in welcher Jahreszeit uns die Natur, dieses Ausführt. - So nah und fern doch meines Geistes Kund, / Nur der Wind zieht erhaben über die nahen Felder. Hier werden Ebenen geschaffen, sie (die Wälder) sind nah und fern. Doch wie können wir dem nun Schlüsse abgewinnen. Das lyr Ich. – meines Geistes … sieht sich in der Erinnerungsposition, der denkt an vergangene Ausflüge, in denen er durch die Wälder streifte. Dem ist so, sie sind nun nahe und doch in der „wirklichen“ Ebene fern. Im Anschluss wird uns dieses nochmals durchsichtiger: meines Geistes Kund, im Jetzt richtet sich seine Beschauung auf den Wind, obwohl hier durch das Wort – Nur – ein Vermissen, eine Lücke, nicht in seiner Gänze vorhanden, gegensätzliches vermuten lässt, wendet sich das, das lyr. Ich. benennt hier den Wind, der erhaben für nahe Felder zieht. Hervorgehoben zu unserer Vermutung ist das – erhaben, sowie die Felder im Anschluss dessen, nicht notwendig kahl, sein müssten. Hier kommt eine Harmonie auf, obwohl sich nach etwas gesehnt wird, wird dem Gegebenen Gleiches zugesprochen.

2. St

Stopp. Jetzt ist es 1:01 h nachts, und ich rätsele immer noch über - meines Geistes Kund, besonders das – Doch, davor. Lieber Herr Mannelig, in mir brennt wild ein Dichter – Herz, deswegen kommen diese Worte unverblümt: - für mich hat das weder Dichtung, zählte je zur Literatur. Entweder ist das ein Witz Ihrerseits um meine Zeit zu stellen, oder Sie befinden sich auf langer Reise. Im Falle des Zweiten: Heißen wir Sie herzlich Willkommen!

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Boa, ich freute mich schon so, in diesem Forum so etwas wie eine ausführliche Kritik (!) zu entdecken und las gespannt - doch das Ganze nur, um es danach nicht zur Literatur zu zählen... typisch Timo :mrgreen:

 

Herr Mannelig, ich füge mal noch ein paar Sachen hinzu, wenn ich darf :wink:

Paarreime sind es nicht: S1,3 Kreuzreim S2 umarmender Reim. Eine gewisse Struktur in der Metrik kann ich schon ausmachen. V.a. in den ersten drei Versen der Strophen alternieren bis auf 2 Ausnahmen betonte und unbetonte Silben. Der jeweils vierte Vers schaut metrisch gesehen etwas chaotisch aus und ist in Hinblick auf die Silbenzahl deutlich länger. Hattest du vor, ein festes Metrum zu verwenden und dann doch nicht realisiert, oder wie ist das zu erklären?

 

Zur Sprache: teilweise schon lyrisch, teilweise etwas zu künstlich verdreht (an den Reim angepasst?) Die vielen Elisionen (Weglassungen unbetonter Silben zB Stund; durch die glänzend Wälder; Kund) wirken auch künstlich lyrisch, warum verwendest du so viele davon?

 

Teilweise gefällt mir die syntaktische Realisierung in Verbindung mit der Bedeutung sehr, zB hier:

Was ich in mancher Stund gesucht,

Und wenn gefunden erneut verflucht,

„Und wenn gefunden erneut verflucht“ Hier wird sehr viel vom „normalen, grammatisch richtigen“ Satz ausgespart (Ellipse, hier fehlt: Personalpronomen, Akkusativobjekt, Hilfsverb) Durch diese Verkürzung wird dem Ganzen Nachdruck verliehen. Der Zusammenprall von zwei unbetonten Silben xXxXxxXxX fügt da auch perfekt einen Kontrast hinein zwischen finden und verfluchen, auch phonetisch gesehen. Das finde ich wirklich recht gut formuliert. An anderen Stellen gibt es sicherlich Verbesserungspotential. Teilweise wirkt die Sprache recht unspektakulär und auch das Gedicht insgesamt hinterlässt keinen besonderen Nachdruck, ist also nicht wie die Axt, die das gefrorene Eis spaltet, (wie Kafka irgendwo sagte)*g* Aber lesbar allemal.

 

Und auch wenn ich kaum mehr aktiv bin hier: Herzlich willkommen und hoffentlich noch viel Spaß beim weiteren Dichten;-)

 

Liebe Grüße, Kari

 

PS: Herr Mannelig, du und Timo habt es als erste seit Monaten mal wieder geschafft, dass ich mich zu einem Gedicht äußere, cool 8-)

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Ich danke Ihnen für ihre ehrliche Kritik. Jedoch bin ich der Meinung, dass Sie sich den Text noch einmal zu einer früheren Stunde annehmen sollte, denn wer die Intension der ersten Strophe nicht erschließt, dem bleiben auch die beiden folgenden verschlossen. Auch ist dieses Gedicht kein Witz meinerseits. Nur einen einfachen Waldspaziergang aus diesen Zeilen zu entnehmen wäre ein profaner Fehler für ein "Dichterherz" wie Ihres, denn die Darstellung der einfachen Natur ist nur sekundärer Sinnesgehalt des Textes.

Und ich würde mein Gedicht durchaus der Literatur zuschreiben, denn er entspringt meinem Geist und er regt zum denken an. Ich würde mich aber auch sehr über eine Erläuterung von Ihnen freuen, in der Sie mir kurz erklären was sie unter Literatur verstehen.

Abschließend muss ich jedoch gestehen, dass ich mich auf einer langen Reise befinde, wie sie treffend festgestellt haben. Aber wenn Sie kurz in sich gehen stellen sie dann nicht fest, dass sich jeder von uns auf solch einer Reise befindet?

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Guten Abend,

 

also ab dem Stopp habe ich mein Dichterherz über den Zaun der Höfflichkeit springen lassen, das stimmt. Vielleicht bin ich auch nicht der letzendliche am Hebel, wenn es um die Einordnung von Literatur oder nicht geht. Da wo ich stehe, bin ich Leser, mehr nicht. Demnach haben Sie eine Lesermeinung erhalten. Wie auch von Kari. Und als Leser pflege ich etwas aus der moderneren Gefielden aufhalten. Und jetzt nochmals der Ball zurück. Wenn heute Bach aufgeführt wird, haben wir dann wieder den Barrok ? Für mich sind eben aus diesem Sprachgeist gegriffene Bausätze nicht mehr authentisch mit mir, als Mensch. Das ist auch schon alles.

 

 

Nochmalige Entschuldigung, es grüßt Sie herzlich

 

Timo

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Zunächst möchte ich mich auch nochmal für die konstruktive Kritik von Kari bedanken, sie wird mir sehr bei meinen nächsten Texten helfen können. Um deine Fragen kurz zu beantworten, muss ich sagen, dass ich noch relativ jung bin und dieses Gedicht mein Erstversuch ist. Deshalb habe ich zunächst auf Metrum, Kadenzen und Rhythmus verzichtet, da ich nur versucht habe in diesem Text meine Gedanken widerzugeben.

Auch möchte ich meine teilweise seltsam anmutende Wortwahl erklären: Da ich ein großer Bewunderer der deutschen Romantik bin, versuche ich die zentralen Themen aufzugreifen die für diese Epoche hervorstechend sind und verwende auch so gut es eben möglich ist den selben Sprachgebrauch. Es mag zwar für heutige Verhältnisse etwas komisch oder seltsam erscheinen aber ich verbinde sehr viel mit dieser Sprache, wenn auch gleich mir sehr wohl bewusst ist das ich noch sehr viel Kritik ernten werde, bis es mir gelingt, irgendwann einmal ein Gedicht zu verschriftlichen das die selbe Aussagekraft erreicht, wie die der Romantiker.

 

Deshalb noch einmal einen großen Dank an eure Kritik!!

 

Hochachtungsvoll,

 

Herr Mannelig

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