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Anonyma

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Über Anonyma

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    Reimgestalter
  • Geburtstag 08.03.1968

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    Ja. (Aus einem Pokémon-Spiel ausgeliehen.)
  • Lieblings Autoren / Dichter
    Mehrere - aber wenn mir jemand eine Pistole an den Kopf halten und mir befehlen würde: Wähl einen einzigen oder ich erschieße dich!
    Dann würde ich, ganz langweilig, Goethe nennen. :D

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  1. Elfriede ergriff einst in Reda zwecks Dichten beherzt zu 'ner Feda, da kam ein Verlega und kaufte per Meta nicht's Machwerk - Elfriede samt Feda! (Doofe Pollen! Aber für ein bisschen Quatsch reicht's bei mir immer noch aus. )
  2. Hallo Lena D., mir sagen die Bilder in deinem Text zu. Ich verstehe die Ausführungen Freiforms, sehe persönlich aber das 'Problem', das ich habe, woanders. Allerdings hat er recht, wenn er von einem 'Rohdiamanten' spricht. Ein bisschen 'Feinschliff' würde ich ebenfalls für erforderlich halten. Wie meist, achte ich in erster Linie auf den 'Fluss' - sowohl des Textes selbst als auch dahingehend, wie meine Gedanken ihm folgen können. Und da komme ich bei der zweiten Strophe ins Stocken. Es ließe sich aber ganz einfach, ohne inhaltliche Änderung, ermöglichen, hier den 'Fluss' freier fließen zu lassen: Statt dessen: In der Seele fliegen die Vögel frei hin und her Das würde auch insgesamt, durch die Annäherung an Strophe 3 und deren Aufbau, für mehr 'Textharmonie' sorgen: Auch in der dritten Strophe nur eine kleine 'Umstrukturierung', die dem Ganzen gut tun würde. Geändert wurde nichts - trotzdem 'fließt' es jetzt besser. Mir geht es um so genannte 'Sinneinheiten' wie z. B. Vögel - die fliegen'; 'Sonne - im Herzen'; 'Meer - aus Gedanken'; 'In der - Seele'; 'Vor den- Augen'; 'die Sterne - kommen'; die Schiffe - versanken'. Deshalb: Zusammen, was zusammen gehört. Das wirkt immer deutlich besser. Es würde mich freuen, wenn du mit meinen Anmerkungen und meiner Begründung für die Umstellungen etwas anfangen könntest. Die Sonne, das Meer, die Gedanken, die Schiffe (Erinnerungen), die Seele, die Vögel (Träume, Wünsche), die Sterne (Hoffnungen), Leben, Schicksal. Das ist eine wirklich gelungene und schöne Bildhaftigkeit, die du hier gewählt hast. Ich war ebenfalls gerne hier 'zu Besuch' - und mir gefiel, was ich las. LG, Anonyma
  3. Hallo Lichtsammlerin, warst du in Ägypten? Ich leider nicht, obwohl ich mir immer gewünscht habe, mal die Pyramiden besichtigen zu können. Aber mich tröstet mein Garten. Immerhin - seit nunmehr 6 Jahren brütet dort jedes Jahr ein Pärchen Ringeltauben. Die sind auch deutlich von den üblichen Tauben zu unterschieden, vor allem sind sie sichtbar größer. Er sitzt immer auf dem Giebel des Hausdaches gegenüber und gurrt da eifrig vor sich hin. Daran musste ich unwillkürlich beim Lesen denken. Und, auch wenn das nur indirekt damit zu tun hat - dieses Jahr fand offenbar ein 'Tausch' statt. An Stelle des Buntspechts, der auch seit Jahren zu sehen war, ist dieses Jahr ein seltener Grünspecht zu Besuch. Dem sah ich erst vor ein paar Tagen zu, wie er über die Wiese hopste und Insekten aus dem Boden zog, die er dann genüsslich verspeiste. Den Schluss finde ich am ansprechendsten. Allerdings fiel mir daher auch eine Sache auf: 'ihrer' Ewigkeit. Irgendwie möchte ich da dein kurzes Leben wie eine Blüte der Ewigkeit lesen. Denn, egal worauf es sich bezieht, auf das Land der Pharaonen oder auf die ägyptische Taube - 'ihrer' passt aufgrund von 'dein Leben' und 'im Land der Pharaonen' hier nicht. Für einen Bezug auf 'das Land der Pharaonen' wäre möglich: dein kurzes Leben wie eine Blüte von dessen Ewigkeit Das wollte ich noch anmerken. Insgesamt eine schöne Erinnerung. Mir gefällt besonders, wie du einen Bezug zwischen dem kurzen Leben der Taube und dem 'langen' Leben des Landes der Pharaonen herstellst. Hat, so möchte ich es nennen, etwas poetisch-philosophisches. Gerne gelesen und gerne mit auf eine Gedankenreise begeben! LG, Anonyma
  4. Hallo Freiform, das ist gemein. Jetzt habe ich richtig Lust auf ein Mettbrötchen. Nur kann ich kein Schweinefleisch mehr essen, ob roh oder nicht - oder, genauer, können könnte ich schon, wäre aber keine gute Idee. Manchmal ist diese Histamin-Intoleranz schon richtig doof ... *Schnüff* Okay, wenigstens der Obstsalat geht, das tröstet mich jetzt wieder ein bisschen. Aber mit Soße - Sahne, mit etwas Honig, mmmmh ... Apfelstücke mit etwas Rohrzucker vorher leicht karamellisieren ... Bananenscheiben (geht bei mir, halbgrün, deshalb ein bisschen Extra-Zucker) ... noch kernlose, helle Trauben, halbiert ... und etwas Mango, schön würfeln ... erst ein bisschen Honig zum Obst, dann die steif geschlagene Sahne schön unterheben ... JAMM! Jetzt denke ich auch nur noch ans Essen, aber das macht nichts, weil ich das eh öfter mache. Hm - also irgendwie habe ich so den Verdacht, dass das LI hier die meiste Zeit - ans Essen denkt. Kann ich (s.o.) hervorragend verstehen. Was macht denn das Schiff hier? Also, bei meinem Metzger hab ich noch keins gesehen - liegt das daran, dass der keine Fischwurst verkauft? (Ich weiß, was gemeint ist - aber ein Kutter ist nun mal ein Schiff. Meistens sogar ein Fischkutter. Wäre vielleicht für 'Nicht-regionale' Leser besser, wenn du 'Kuttereimer' oder sogar Abfalleimer schreiben würdest?) Die Passage gefällt mir richtig gut - darauf, dass so ein schlüpfriger Schlüpfer zwischen Papierseiten schlüpft, darauf muss man erst mal kommen! Ich wollte noch was dazu schreiben, aber ich habe gerade den Faden verloren. Da hast du bei tropft ein t vergessen. Nach dem Runterkühlen [...] Und - musst du mich schon wieder an Essen erinnern? Andersherum: [...] fachgerechte Belegen [...] [...]Mettbrötchenhälften [...] - sonst hast du keine zwei halben Mettbrötchen, sondern zwei halbe Mett. Hat mir wieder richtig gut gefallen, diese Geschichte - ich lese immer wieder gerne bei dir! LG, Anonyma
  5. Hallo Carlos, ein Akrostichon - das habe ich schon ein ganze Weile nicht mehr gelesen. Mittlerweile ist es wohl ein eher seltenerer Gast in den Foren geworden, so kommt es mir zumindest vor. Jaja, das Klopapier - um das sich gerade die ganze Hamsterwelt dreht. Im Kreis herum, das haben Hamsterräder nun mal so an sich. Das werde ich also auch mal ausprobieren, wenn ich mir irgendwann die Radieschen von unten betrachten muss. Klingt so, also ob's mir dann vielleicht beim Rumliegen nicht so langweilig werden könnte. Aber, andererseits, wie war das noch mit der Feder? Die deshalb mächtiger ist als das Schwert, weil sie - nach dem Ableben noch 'zuschlagen' kann? Wenn der 'Krieger' fällt, kann man so ein Schwert ja höchstens noch zum Brot schneiden verwenden ... Der Pater Noster - also, als Kind fuhr ich diese Art Aufzug gerne. Ich fand's spaßig. In viro veritas - ja, das hat eine Verbindung zum vino. Ganz eindeutig. Wenn ich an all die unglaublich absurden und abstrusen Verschwörungstheorien denke, dann frage ich mich schon, was die wohl und wie viel die - gesoffen hatten, als sie sich das Zeug ausdachten? Und wie viel diejenigen gesoffen hatten, die Anhänger von solchem Blädsinn werden. Da zeigt sich nämlich die Wahrheit - darin, wie viele Deppen es gibt ... sogar noch mehr als Theorien. Seufz. Sogar für den letzten Vers reichen meine auf ein paar gängige Phrasen und Floskeln begrenzten Lateinischkenntnisse (so ungefähr im allgemeinen Asterix und Obelix-Format, für viel mehr reicht's nicht) noch aus. Na, ein Glück, dass ich dabei nicht an 'Rest in pieces' denken muss - was? Nein, ich doch nicht, würde ich nie, an so etwas denken! Außer, wenn ich's gerade lustig finde, dann kann's schon mal vorkommen. Obwohl, da fällt mir gerade etwas ein, wenn wir schon beim Thema Klopapier sind: R.I.P. - Ramen! (Auch) Alles nur Nudeln! Gerne gelesen und geschmunzelt! LG, Anonyma
  6. Hallo Sternwanderer, mit einem Tag Verspätung - ich bin gerade etwas 'gehandicapt', bedingt durch meinen alljährlichen Frühjahrs'kampf' mit Stirnhöhlenentzündungen. Das wurde bei mir schon vor 25 Jahren operiert, deshalb ist es zwar nicht mehr gefährlich, aber schmerzhaft. Ach, diese blöden Pollenallergien ... Deshalb bin ich gerade etwas 'angeschlagen', so dass ich auch mal 1,2 Tage vielleicht hier nicht anwesend bin und leider auch meine Kommentare zu anderen Gedichten zwangsläufig etwas 'rarer' und kürzer ausfallen, als sonst - und genauso auch meine Antworten. Leider verursacht das Akutwerden der chronischen Stirnhöhlenentzündung bei mir immer Kopf- bzw. Stirnhöhlenschmerzen und darunter leiden dann Konzentrations- und Durchhaltevermögen bei mir. Ist in ein paar Wochen wieder vorbei - aber bis dahin fallen Kommentare leider etwas weniger in ihrer Anzahl und auch in ihrer jeweiligen Länge aus - bedingt. Vielen, herzlichen Dank für das 'wunderschön'. Trotz meiner Allergien und den daraus resultierenden Problemen liebe ich den Frühling. Ich liebe es einfach, wenn ich zusehen kann, wie es überall grünt und blüht. Da kann ich mich immer gar nicht satt daran sehen. Viel schöner als mein Gedicht - so viel steht für mich fest. Mutter Natur ist die wahre Künstlerin! Und - ich habe auch eine wirkliche Schwäche für Bäume, was die Pflanzenwelt anbetrifft. Ich mag jede Art Pflanzen, aber Bäume - sie sind für mich irgendwie darunter etwas Besonders. Im Moment fällt mein Blick, wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster nach draußen schaue, auf einen Baum, der im Frühling besonders schön ist. Eine recht große Blutbuche (auch Purpurbuche) steht im Nachbargarten. Zwar fällt sie auch im Sommer und Herbst unter all dem Grün mit ihren roten Blättern auf, aber jetzt gerade ist sie übervoll, übersät mit rosa Blüten - und in keinem blassen, sondern wirklich intensiven, dunkleren, rötlichen Rosa. Einfach - superschön! Ja - das ist gut möglich. Ist das nicht immer, wie alles, miteinander verbunden? Auch ein Baum kann ein Freund sein - als Kind hatte ich einen. Bevor er einer Tankstelle weichen musste. Es war eine wirklich alte, sehr große Trauerweide. Ich spielte unter den Ästen, die bis auf den Boden herabhingen. Es war für mich als Kind fast wie eine 'Höhle'. Ein idealer Spielplatz also. Später - war ich dort tatsächlich picknicken und genoss einfach die 'Gegenwart' des alten Baums. Dann zog ich um. Und als ich ein paar Jahre später wieder einmal dort 'auf Besuch' vorbeikam - war da eine Tankstelle ... tja. Vielen Dank für deinen Kommentar! LG, Anonyma
  7. Hallo Lichtsammlerin, gerade weil ich selbst leider Einzelkind bin, möchte ich besonders gerne hier einen Kommentar dazu schreiben. Denn ich wünschte mir immer einen Bruder oder eine Schwester, aber meine Mutter hat Blutgruppe B, Rhesusfaktor Negativ. Und damals gab es noch keine Anti-Immun-Globulin-Spritzen (wenn ich diesen Namen hoffentlich noch richtig im Kopf habe, heißt das so) und auch keine andere Möglichkeit. Meine Mutter hatte zwei Fehlgeburten nach mir, sonst hätte ich zwei jüngere Brüder. Es gab damals traurigerweise noch keine Möglichkeiten, dem medizinisch entgegen zu wirken. Ja, manchmal trennen Entfernungen. Manchmal trennen Welten. Und manchmal, da trennen die Zeiten, in denen man lebt - sie bedingen sogar noch 'mit' die beiden anderen Trennungsgründe. Ich meine es ernst, wenn ich sage, dass mich das an die 'Raumzeit' erinnert - die Zusammenhänge, denn man kann da nicht trennen. Diese Strophe gefällt mir am meisten. Und besonders 'als Grenzen keine Länder kannten'. Ein Rückblick auf noch ganz andere - Zeiten. Es tut mir auch leid, dass ich heute hier ein bisschen kurz schreibe - aber ich habe gerade auf Kommentare geantwortet und kämpfe diese Tage etwas mit meiner Konzentrationsfähigkeit. Die hält in dieser Jahreszeit leider an manchen Tagen nicht so durch, wie ansonsten. Ich kämpfe mit meiner Konzentrationsfähigkeit, weil ich gerade mit Kopfschmerzen behaftet bin - genauer gesagt, mit Stirnhöhlenschmerzen. Die wurden vor 25 Jahren bei mir operiert, war damals wirklich schlimm, die OP auch nicht ungefährlich. Jedenfalls meinte ein Arzt, dass man meine 'Knochen' (Zitat) nicht herausoperieren, sondern nur für künftig 'freie Drainage' sorgen könne. Deshalb sorgen im Frühjahr (und dann, aber kürzer, nochmal im Herbst) meine Pollenallergien immer wieder für akute Stirnhöhlen-Entzündungen und entsprechende Kopfschmerzen. Das nur zur Erklärung, warum ich auch mal ein, zwei Tage vielleicht nicht 'da' bin (so, wie gestern z. B.) und manchmal gerade auch nicht ganz so viel schreiben bzw. kommentieren kann. Das geht wieder vorbei, ist jedes Jahr das gleiche, es ist überhaupt nichts zum Sorgen machen. Ich nehme das nicht schwer, damit habe ich mich schon vor langem 'arrangiert', aber ich bin diese Tage einfach, dadurch bedingt, 'begrenzt konzentrationsfähig'. In drei, vier Wochen, spätestens, ist der (der schlimmste) 'Spuk' vorbei und ich bin dann recht bald wieder 'ganz die Alte'. (Wobei ich natürlich auch 'bessere' Tage habe - hängt unter anderem auch mit der Wetterlage zusammen.) Jedenfalls wünsche ich dir und deinem Bruder alles, alles Gute und ich wünsche euch auch, dass ihr euch bald wiedersehen könnt. LG, Anonyma
  8. Hallo Freiform, das war nur so eine Idee - ich fragte mich, ob sich wohl das Sonett mit einer Sestine 'kombinieren' lässt. Und ich fragte mich auch, hm, und wenn ich ganze Verse wiederhole, statt nur die Endreime, was lässt sich damit machen? Probieren, dachte ich, geht über Studieren. Thematisch oberflächlich - kommt auf die 'Lesart' an. Da Lichtsammlerins Kommentar mir die beste 'Vorlage' bietet, um darauf näher einzugehen, verstehst du sicher, warum ich bitten möchte, dann in meiner Antwort an sie nachzulesen. Was Gedichtformen wie Pantun oder Villanelle anbetrifft, ein paar Mal habe ich auch diese Formen verwendet. Allerdings dann mit lustigem Inhalt - das funktioniert tatsächlich bei diesen Formen ziemlich gut, wie ich zumindest (für mich) feststellte. Wenn man da nämlich die Wiederholungen der Verse zur Verstärkung der 'Komik' nutzt, klappt das wirklich gut. Allerdings nicht nur bei lustigen Inhalten. Es kommt, wie immer, darauf an, wie man etwas verwendet - und ob man vielleicht auch etwas 'kombiniert'. Dankeschön! Vielen Dank für deinen Kommentar! LG, Anonyma ______________________________________________________________________ Jein, möchte ich sagen. Ja - beide sind Menschen, beide sind Männer, beide machen sich Gedanken über etwas, beide haben ein Kind. Es sind Unterschiede - und keine imaginären, sondern kleine Unterschiede, die einen großen Unterschied machen. Das ist richtig, die finanziellen Verhältnisse ändern daran nichts - es ist ja auch die Frage, die im Raum steht, ob die beiden Kinder aus dem gleichen Grund im Sterben liegen. Kennst du den Aufbau eines Sonetts? (Ich schreibe das jetzt ohnehin nicht nur für dich, sondern auch mit für andere, eventuelle Leser.) 1. Quartett: These, 2. Quartett: Antithese, 3. + 4. Strophe (Terzette): Synthese. Ich nahm das 'wörtlicher', so möchte ich sagen. Die Frage lautet: Sind der Arme und der Reiche wirklich geeint, dadurch, dass bei beiden ein krankes Kind zuhause im Sterben liegt? Ja, unwissentlich, dass sie diese Gemeinsamkeit haben. Dem zweiten Satz muss ich hier widersprechen. Bei beiden 'kreisen' die Gedanken um das, was für sie jeweils die 'Hauptsache' in ihrem Leben ist. Bei beiden richtet sich die 'Konzentration' zwar nach innen - aber der 'Fokus' liegt jeweils auf etwas ganz anderem. Deshalb stimme ich hier zu, das hast du gut erkannt. Hier möchte ich die Frage stellen - was ist wohl die Ursache dafür, dass die beiden, wie du sagtest, um 'zwei gegensätzliche Bezüge zur gleichen Sache', trotz aller Parallelen, eine so unterschiedliche Perspektive haben? Auf dem Begriff 'Stereotypen' kaue ich ein bisschen herum. Ich würde sie 'exemplarische Beispiele' nennen. Sind sie beide einfältig? Wirklich? Scheinbar bleibt es an der Oberfläche - wie ich sagte, es kommt darauf an, den Fokus beim Lesen ganz bewusst auf die kleinen Unterschiede zu richten. Diese geben Antworten - auch bezüglich der Interpretationsmöglichkeiten. Tatsächlich gibt es da schon einen Blick in das Innenleben. Nur keinen 'direkten'. Aber mit oberflächer Monotonie, damit hast du recht. Und das war durchaus so beabsichtigt. Das Gedicht ist von mir so konzipiert, dass etwas Bestimmtes notwendig ist: Hinterfragen. Und auch etwas 'zwischen den Zeilen lesen'. Mit den letzten beiden Sätzen hast du erneut recht. Preisfrage: Warum sieht der Reiche beim Armen nicht die Person dahinter - und warum sieht der Arme beim Reichen nicht die Person dahinter? Gibt es vielleicht, durchaus in der Realität, Gründe für Oberflächlichkeit - und wie gleich oder verschieden sind diese? Ja, die Oberfläche hinterlässt natürlich keinen wirklichen Abdruck, richtig. Die Wiederholungen 'maskieren' hier, sie 'kaschieren' den Hintergrund, lenken beim Lesen ab - das ist so gewollt, stimmt. Weil es im 'echten' Leben ganz genauso ist - wie leicht lassen wir uns ablenken und bleiben dann an der Oberfläche 'hängen'? Wie oft nehmen wir das 'Gegebene' als Grundlage und wie oft und wie viel hinterfragen wir? Es erfordert 'Suchen'. Und einen 'geschärften' Blick auf die kleinen - Unterschiede, um zu verstehen. Und ebenso selbstverständlich: Danke für das Schildern deines Leseeindrucks! Ja - darum geht es 'auch' in diesem Gedicht. Es ist als eine Art 'Spiegel' von mir gedacht. Wer schaut ganz genau hin, hinterfragt, richtet den Blick auf die kleinen Unterschiede, die einen großen Unterschied ausmachen. Ganz gegen meine sonstige Vorgehensweise ist hier sogar der Titel ein wichtiger Bestandteil. Die Frage ist, was hier zu lesen ist, wenn die Oberfläche betrachtet wird - und was ergibt sich beim Lesen der kleinen Unterschiede, jeweils im Zusammenhang? Das Gedicht ist vielleicht doch näher an der Realität, als - die Oberfläche zeigt ... Ganz genau - und bewusst. Ein 'Grübelpaket' - besser könnte ich es nicht ausdrücken, das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich hoffe, du hattest gestern die Zeit für deine - und ja, ich stimme zu, wohlverdiente Denkpause. Ein dickes Extra-Dankeschön dafür, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast! Worum geht es im Gedicht 'unter der Oberfläche'? Das Gedicht hat 'Schlüsselstellen' - sie bieten die Schlüssel, um es 'aufzuschließen' - denn sie stellen unter der Oberfläche Verbindungen her. Im ersten Quartett sind das drei Stellen: Die wohlgedeckte Tafel Die Gedanken, die um Wohlstand kreisen Das Leben, das ohne Sorgen gelebt wird Im zweiten Quartett sind es genauso drei Stellen - an gleicher Stelle: Die karg gedeckte Tafel Die Gedanken, die um Mangel kreisen Das Leben, das voller Sorgen gelebt wird Oberflächlich betrachtet, lediglich das Gleiche 'in Grün'. Aber - was besagt vor allem das 'Kreisen'? Es sagt aus, worauf der innere, gedankliche Fokus liegt. Mangel - das ist mehr als nur zu wenig zu essen. Und, sehr wichtig in diesem Zusammenhang das von mir bereits erwähnte 'Hinterfragen'. Was könnte die Ursache dafür sein, dass der Reiche sein Leben ohne Sorgen lebt - und was ist das Resultat dieser 'Denkrichtung'? Beim Armen ist es etwas anders. Voller Sorgen - warum voller Sorgen? Worum macht er sich Sorgen? Voller Sorgen - viele Sorgen. Um vieles, woran es fehlt. Zwei Schlüsselwörter, die einen deutlichen Hinweis geben, wenn man sie genauer betrachtet: Reich: Kann Arm: Muss Der Reiche kann sein Leben ohne Sorgen leben - wenn er will. Er denkt einfach an nichts anderes, weil er nur an Wohlstand, an seinem Reichtum interessiert ist. Er könnte anders, aber - er will nicht. Der Arme muss sein Leben voller Sorge leben, weil es an zu vielem mangelt - hat er die Wahl? Durchaus. Er könnte Frau und Kind verlassen. Als ein Beispiel. Aber - er kann nicht anders. Sind diese beiden Menschen also im Inneren - gleich? Oder gibt es da einen echten Unterschied? Die Terzette geben Antworten. Arm: Geht Reich: Kommt Wieder zwei Worte, die echte, wirkliche Gegensätze sind, so wie kann und muss. Und hier - in umgekehrter Reihenfolge als in den beiden Quartetten davor. Zusammenhänge - das Hinterfragen und das Verbinden. Den Schlüssel finden - im Zusammenhang ist er verborgen. So, wie im Leben nun mal die Wahrheit unter der Oberfläche zu finden ist, so ist das auch hier der Fall. Im Zusammenhang - der Arme, er muss zur Arbeit gehen. Obwohl zuhause sein krankes Kind im Sterben liegt. Würde er nicht gehen, was wäre dann? Er würde seine Arbeit womöglich verlieren - und dann? Er hat - keine Wahl. Er muss. Seine Gedanken kreisen um den Mangel - aber keineswegs nur um sich selbst. Im Zusammenhang - der Reiche, dessen Kind ebenfalls zuhause im Sterben liegt. Könnte der Reiche bei seinem Kind sein? Warum nicht? Ja, warum bleibt er nicht zuhause, bei seinem Kind, das nicht nur krank ist, sondern - stirbt? Weil er nur an seinen Wohlstand denkt. Er - kreist nur um sich selbst. Lässt sein sterbendes Kind zuhause allein - weil er zur Arbeit gehen will. Um dem Armen Anweisungen zu geben. Die Unterschiede hier sind gravierend: Der Arme geht, weil er muss, den Reichen zu - bedienen. Der Reiche kommt - und 'heißt' den Armen 'dienen'. Der Arme, dem wird gesagt, wo sein - Platz ist. Der des Dieners. Weil der Reiche sicher weiß, dass der Arme gehorcht. Weil er muss. Der Reiche könnte ihn sonst einfach - rauswerfen, Wenn er will, kann er. Was er will. Bedienen - das Dienen heißen (befehlen). Die versteckten Unterschiede unter der Oberfläche, die sind nur scheinbar klein - sie sind in Wirklichkeit nicht nur gravierend, sie sind - existentiell. Mein Sonett fordert zum Hinterfragen auf, zum genauen Hinsehen und zum Nachdenken darüber. Weil eine Oberfläche nicht zeigt, was sich darunter verbirgt - da muss man nachsehen. Manchmal auch ganz genau. Darüber reflektieren. Um einen Blick unter die Oberfläche, auf 'verborgene' Wahrheiten werfen zu können, die gar nicht verborgen sind, sie sind immer da. Aber eben - unter der Oberfläche. Hier im Gedicht verbergen sich Unterschiede, die tatsächlich sogar - Gegensätze sind. So gleich - und doch so verschieden, der Reiche und der Arme. Ganz besonders herzlichen Dank für deinen ausführlichen, interessierten Kommentar! LG, Anonyma _______________________________________________________________________________ Hallo Skalde, vielen, vielen Dank - ich freue mich sehr über dein Kompliment! LG, Anonyma _________________________________________________________________________________________ Hallo Sternwanderer, ja, manchmal ist es gerade das Schlichte - das mit nachdenklichem Finger denselben punktgenau in die Wunde legt. So groß der gesellschaftliche Unterschied ist - so groß ist auch der menschliche Unterschied zwischen dem Armen und dem Reichen hier im Gedicht. Denn wir Menschen - sind immer Menschen. Und gesellschaftliche Unterschiede werden von Menschen für/gegen Menschen verursacht ... für und gegen, je nachdem ... Gegensätze. Wie wir - so gleich und doch oft so gegensätzlich. Ja, es ist durchaus eine mögliche Interpretation. Möglich, dass dieser Reiche hier in Reichtum hineingeboren wurde. Und - Hänschen hat gelernt, dass dieser das einzig Wichtige ist. Also befasst er sich auch nur damit. Aber doch eher weniger wahrscheinlich, insgesamt gesehen. Persönlich sehe ich das etwas anders - ich glaube, die 'Selfmade-Millionäre' (ich verwende einfach mal diesen bekannten Begriff) sind vielleicht bodenständiger/realistischer - aber sind sie menschlicher? Was ist notwendig, um nach 'oben' zu kommen, um reich zu werden? Nun, ich würde sagen, eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit, wenig oder keine Empathie - schließlich müssen auch 'menschliche Hindernisse' aus dem Weg geräumt werden. Das ist einfach erforderlich. Mitgefühl und Rücksichtnahme - damit wird man nicht reich. Muss nicht gerade der 'Selfmade-Man' ganz besonders 'hart' sein? Und wie viele Kinder der Reichen landen in der Alkohol-, Drogen- oder Sexsucht, wenn sie ihrerseits nicht 'hart' genug sind? Wie viel 'Interesse' an Mitmenschen und später dann, an Angestellten und Arbeitern kann sich so jemand 'leisten'? Die Realität sagt - sehr, sehr wenig. Wenn jemand reich werden will, dann ist das, auch wenn es vorkommt, meistens eher 'Mittel zum Zweck', denn der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel. Solche und solche. Je weiter oben jemand dann ist, desto weniger sieht er sich gezwungen, da 'Zugeständnisse' machen zu müssen ... das ist die Realität, wie sie ist. Und es ist eine traurige Realität. Auch dir danke ich herzlich für deine Gedanken dazu und für deinen Kommentar! LG, Anonyma ____________________________________________________________________________________ Hallo Carlos, jaja, das Sonett. Ich komme einfach nicht darum herum - will ich aber auch gar nicht. Nur versuche ich eben, auch viel zu variieren und nicht nur 'Standard-Modelle' zu verwenden, das ist mir wichtig. Also dachte ich mir so, denn ich mag Herausforderungen, warum nicht mal ein Sestinen-Sonett schreiben? (Mit so einem bisschen 'Anklang' an Richtung Triolett, Pantum und Vilanelle, vielleicht auch noch, wenn man's mal genauer nehmen will. Will ich's ganz genau nehmen? Manchmal, manchmal auch nicht. Ich nahm mir hier einfach ein paar - Freiheiten. Mache ich öfter. Weil gerne.) Ich danke auch dir herzlich für deinen Kommentar und dein Lob! LG, Anonyma
  9. Unterschiede (Ein Sonett à la Sestine) Der Reiche, er erwacht wie jeden Morgen und kann von wohlgedeckter Tafel speisen, er denkt Gedanken, die um Wohlstand kreisen, der Reiche lebt sein Leben ohne Sorgen. Der Arme, er erwacht wie jeden Morgen und muss von karg gedeckter Tafel speisen, er denkt Gedanken, die um Mangel kreisen, der Arme lebt sein Leben voller Sorgen. Der Arme geht, den Reichen zu bedienen, wie immer, kehrt und putzt und wäscht den Wagen, zuhause liegt sein krankes Kind im Sterben. Der Reiche kommt und heißt den Armen dienen: "Wie immer, kehr und putz und wasch den Wagen!" Zuhause liegt sein krankes Kind im Sterben.
  10. Anonyma

    Multikulti

    Hallo Skalde, hochinteressant. Persönlich ist es mir nicht wichtig. Mensch ist Mensch, du kennst mich vielleicht, zumindest, so weit das in einem Online-Forum der Fall sein kann, mittlerweile ein wenig. Aber es ist, wie gesagt, interessant zu lesen. Auch, weil ich es kreativ finde, daraus ein Gedicht zu machen. Soweit ich weiß, stammen die Vorfahren meiner Urgroßmutter mütterlicherseits aus Russland und mein Erzeuger (nicht Vater, der kam 3 Jahre später) war ein US-amerikanischer Besatzungssoldat, dessen Familie aber ursprünglich aus Französisch-Kanada stammte. Meine Wangenknochen sagen mir, dass da sicher auch etwas Getechtelmechtel mit den Native Americans mit dabei war. Mann, kein Wunder fand ich damals als Jugendliche den 'Kalten Krieg' so dämlich - was hätte ich da tun sollen? Mich mittendurch hacken? Spaß beiseite, aber ich konnte hier mal wieder nicht widerstehen, einen nebenbei zu machen. Nur mal so eine Neugierfrage: Was kostet so etwas denn eigentlich? Nicht für mich - aber bei meiner Tochter wäre es sicher unglaublich interessant für mich. Denn bei ihr ist auch noch der Orient mit drin und leider hat sie, obwohl ich das mal (im Spaß) vorgeschlagen habe, keinen asiatisch-afrikanischen Mann für sich ausgewählt. Weil dann wären wir ja fast durch - mein Enkelsohn hätte dann nur noch nach Australien reisen müssen und ... ach, jetzt mache ich doch schon wieder Spaß, ich kann's einfach nicht lassen! Meinen Applaus für diese Conclusio hast du auf jeden Fall! Außerdem - da wären ja auch noch die 2-7% Neanderthaler, die wir Europäer und alle europäisch-stämmigen Menschen schon seit ein paar Jahrzehntausenden in uns haben. Sonst wären wir nicht hellhäutig, hätten weder glatte Haare, noch blonde, noch rote und auch keine blauen oder grünen Augen. Jaja - am Anfang des Ariers war der Mischling, hm? Sehr gerne gelesen! Anonyma
  11. Hallo Letreo, holla - der Schluss hat's aber in sich! Mir sträuben sich gerade - beim Grinsen, wohlgemerkt - zugleich die Nackenhaare. Das finde ich wirklich gut gemacht - schauderhaftes Amüsement und amüsantes Schaudern. Der Einstieg, also die erste Strophe ist herrlich absurd - allein die Vorstellung. Auf einer Nordseeinsel beim Radeln eine Nadel samt Faden verschlucken. Irgendwie habe ich jetzt das absurde Bild einer Nähnadel im Kopf, die, statt einer Fliege, heran geflogen kam und - Sehr gelungen finde ich, wie es dir gelingt, den Spannungsbogen zu halten und zugleich auch einen Verbindungsbogen vom Radfahren zum Radschlagen herzustellen. Das ist prima gemacht! Eine kleine Anmerkung noch: Bei Friesland-Insel Föhr fehlt der Bindestrich. Mein Lieblingsvers. Frag einfach nicht, was ich für eine Phantasie habe - jetzt habe ich auch noch dich, radschlagend, mit einer Thermos-Kaffeekanne in der Hand, im Kopf ... Bevor meine Phantasie jetzt aber womöglich noch völlig mit mir durchgeht: Es war mir ein schauerliches Lesevergnügen! LG, Anonyma
  12. Hallo Perry, ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen - wie die bekannte Redensart lautet. Ich war zwei Mal auf so einem Poetry-Slam, schüttelte meinen Kopf und das war's dann für mich. Leider kann ich nur nicken. Die Leute kommen vor allem aus zwei Gründen: Weil's gratis etwas zu essen gibt und weil's gratis etwas zu trinken (bevorzugt Bier) gibt. Ein paar kommen auch, weil sie die Performance und den Kapuzenpulli eines Slammers mögen ... Das IST traurig. Aber andererseits - ich sage mir, es war auch noch nie wirklich anders. Mit Gedichten konnte man noch nie auf den so genannten 'grünen Zweig' kommen. Brotlose Kunst - andere futtern und wer schreibt, der füttert entweder oder hat unverschämtes Glück. Oder Vitamin B, das Zuverlässigere von beiden. Nur - schadet das der Kunst? Ich glaube nicht. Ich glaube tatsächlich, es ist das Gegenteil der Fall. Ich habe da so ein 'Künstler-Kommerzler'-Gedicht noch 'auf Halde'. Es ist allerdings etwas, ich sag mal, kritischer als deines. Kann bei mir ja auch leicht passieren, daher passiert es bei mir immer wieder. Nicht nur bei diesem Thema. Es gibt auch die Möglichkeit, es positiv zu sehen. Wir schreiben nicht, um unsere Brötchen damit zu verdienen. Damit sind wir auch nicht gezwungen, das zu schreiben, was ein Brötchengeber möchte. Wir bleiben frei - und damit liegt unser Fokus beim Dichten und nicht beim Geldverdienen. Das kommt der Dichtkunst zugute, ganz zweifellos. Betrachten wir das Glas als halb voll! LG, Anonyma
  13. Hallo Carlos, wie gesagt, gebührt das Lob auch mit der Sestine als Gedichtform. Sie ist bzw. war gewissermaßen so eine Art 'Schablone'? für mein Schreiben, sie gab die 'Rahmenbedingungen' für diese Symphonie, wie du es nennst, vor. Aber ich danke dir natürlich ganz herzlich für dein großes Lob! LG, Anonyma _________________________________________________________________________________________________________ Hallo Berthold, ich danke dir. Und ich freue mich wirklich über den Anklang, den dieses Gedicht hier gefunden hat. Denn daraus kann ich entnehmen, dass ich - besser werde. Ganz allgemein, was mein Schreiben anbetrifft. Das ist sehr wichtig für mich - Freude, aber vor allem Ansporn. Es sagt mir, dass ich noch 'Luft nach oben habe', das gibt mir neue Kräfte und neuen Elan, weiter an mir und an meinem Schreiben zu arbeiten. Denn wenn der 'vertraute Klang', wie du es nennst, hier nicht der 'Monotonie' zum Opfer fiel (was bei der Sestine immer eine 'Gefahr' ist), dann mache ich Fortschritte. Darüber freue ich mich natürlich sehr. Wunderbar, wenn ich die Stimmung, die mich beim Schreiben mittrug, an dich als Leser weitergeben konnte, denn ich denke - das ist eins der Hauptkriterien, um die es beim Dichten geht. Leser zu 'erreichen'. Vielen, herzlichen Dank für deinen Kommentar! LG, Anonyma
  14. Hallo Federtanz, Zeit, dass mein Gedicht hier anderen Platz macht. Ist schon lange genug 'oben' in dieser Rubrik. Ich möchte deshalb vorschlagen, dass meine Antwort hier für dieses Mal den Schlusspunkt setzt - einverstanden? Aber wenn du dir die Zeit für so ausführliche Kommentare nimmst, dann kann und will ich sie auch wirklich nicht unbeantwortet lassen. Satirikerin - doch, ganz ehrlich, ich hab zur Sicherheit sogar nochmal nachgesehen - errare humanum test oder so. Aber der Rest stimmt auf jeden Fall - glaube ich. Ich weiß Begegnungen mit Menschen, die eine eigene Meinung haben, ebenfalls zu schätzen. Oder, präziser - die sie auch vertreten. Obwohl ich persönlich mehr akzeptiere, wenn es nur um Meinungen geht. Ganz anders sieht es mit Prinzipien und Überzeugungen aus. Da hast du recht. Diese werden von viel zu vielen bereits dann umgehend aus dem Fenster geworfen, wenn es gilt, ein neues Fähnchen nach dem Wind wehen zu lassen und für alle sichtbar 'rauszuhängen'. Dafür genügt meist bereits die vage Aussicht auf den möglichen Verlust von Bequemlichkeiten oder die vage Aussicht auf mehr davon. Allerdings muss ich in dieser Hinsicht auch einen 'Warnhinweis' geben - denn das Fähnchen nicht nach dem Wind zu schwenken macht das Leben nicht gerade einfach. Dann geht es in der Regel nämlich nicht mehr nur um Bequemlichkeiten, sondern um Notwendigkeiten, wie ich erkennen musste, denn ich habe schon öfter einen ordentlichen Preis dafür bezahlt. Aktives Zuhören, ja. Passives Zuhören ist oft nur ein Weghören. Manchmal frage ich mich, ob sich diese Menschen bewusst sind, wie viel sie damit überhören? Interessant, deine Ausführungen zum Papier. Philosophisch betrachtet - die Frage ist, wie unterschätzt die Wahrheit ist? Nur so ein Gedanke - wenn die Realität die Wahrheit ist, mal angenommen, dann erklärt das, warum die Realität so gnadenlos ist und auch, warum so viele vor ihr flüchten, wenn sie sich offenbart ... Es lebe das gelebte und geliebte Wort. Gelenkt, hm, vielleicht. Ich sehe das eher in Sachen - geprägt, manipuliert. Das Problem sind die Prägungen und die Unerfahrenheit in unseren jungen Jahren. Tatsache ist nun mal, dass wir erst Erfahrungen gewinnen müssen, um das zu erkennen. Tja, der Rest des Lebens besteht dann aus zwei Möglichkeiten: Ignorieren oder dagegen angehen. Unabhängig können wir, so denke ich, nie wirklich sein, auch nie wirklich frei. Völlige Freiheit würde auch die Freiheit von sich selbst bedingen - und da beißt sich die bekannte Katze selbst in den Schwanz. Wohin wir auch gehen, was wir auch hinter uns lassen, uns selbst nehmen wir immer mit. Aber ich kam irgendwann zum Schluss, dass auch Unabhängigkeit und Freiheit relativ sind, so wie alles. Also nahm ich die Gegebenheiten der Realität an, befreite mich vom damit verbundenen Konflikt und orientiere mich seither daran, dem, wonach ich strebe, so nahe zu kommen, wie ich irgend kann. Und zufrieden zu sein, mit jedem Stück weiterer Annäherung. Das ist, wie ich feststellte, sehr motivierend. Ja, die Identität. Das menschliche Gehirn ist so komplex, dass es bislang daran scheitert, sich selbst zu verstehen. Ob es das wohl jemals wird? Hoffen, glauben, vermuten - wissen? Nun, meines meint, nö. Kein Plan, aber ich denke gerne weiter darüber nach. Und manchmal, wenn ich wieder Forschungen lese, dann denke ich: Der Weg zur Erkenntnis führte und führt unausweichlich den Pfad der Irrungen und Wirrungen entlang. Ab und zu kommt dann etwas dabei heraus. Und manchmal - da klappt es auch mit dem guten, alten Ausschlussverfahren überraschend gut. Keine Sorge, ich hätte auch ohne deine Anmerkung erkannt, dass du damit nicht 'Zocken' meinst. Obwohl - es ist gar nicht falsch, dabei ans Spielen zu denken. Denn wir Menschen verbringen unser ganzes Leben damit. Nur mit dem An-Erkennen der Tatsache, da ist das so eine Sache. Ich stimme dir zu, was Potentiale anbetrifft. Wie oft ich schon dachte - wie schade, dass zu wenige bei sich danach suchen. Und noch weniger das, was sie finden, wie du sagst, ausschöpfen. Viele fürchten sich sogar davor - was wieder einen Verbindungsbogen zu meinen Anmerkungen bezüglich 'in der frühesten Kindheit verbogen' zieht. Selbstwirklichung - scribo, ergo sum? Kann in meinem Fall wirklich gut sein. Im doppelten Sinn des letzten Satzes. Macht mich Schreiben glücklich - und wie! Geht mir ebenso. Mittlerweile verstehe ich besser, weit besser als noch vor zehn Jahren, wie wir Menschen uns selbst im Verstehen nicht selten missverstehen. Kommunikation auf menschlichem Niveau ist zwar - bislang - die höchst entwickelte Form hier auf unserem Planeten (vorläufige Theorie - gilt so lange, bis jemand nachweist, dass sie falsch ist), aber nichts desto trotz genügt sie nicht. In der Kunst sinkt allerdings dieses 'Gefahrenpotential' zumindest etwas, denn, um als Beispiel jetzt die Dichtkunst zu nehmen: Schrift - Gedicht - Lied - Musik - Mathematik. Letzteres ist die 'universelle Sprache'. Gedanken - Laute - Schrift - Gedicht - Lied - Musik - Mathematik. Zwei Schritte mehr, zwei Faktoren mehr für Fehlinterpretationen und Missverständnisse. Warum sinkt es für mich? Nun - weil man 'Gedicht - Lied - Musik' unter - Kunst zusammenfassen kann - in ihr 'verstehen' wir uns leichter und besser, finde ich. Und ja - ich achte auch sehr sorgfältig auf das, was ich sage oder schreibe. Niemand ist perfekt, ich schon gar nicht, aber zumindest kann ich sagen - es wurde im Laufe der Jahre und Jahrzehnte besser mit den Missverständnissen. Wenn da nur das Problem nicht wäre, dass jeder Mensch das für sich und alleine herausfinden und lernen muss, denn das kann höchstens als Idee in Ansätzen an andere vermittelt werden. Und eben, dass das dauert, lange dauert. Wollte ich jetzt ironisch sein, würde ich sagen, dass manche nicht lange genug leben, um das herauszufinden und - ja, nun. Das, was ist, ist, weil es nicht nicht ist. Genau - leben wir jetzt. Nicht gestern und nicht morgen, sondern heute. Was war, war und kommt nicht wieder - weder im Positiven, noch im Negativen. Was sein wird, wird sein, wenn wir in der Zukunft im entsprechenden Jetzt ankommen. Das wissen wir erst, wenn wir da sind. Es ist wichtig und notwendig, den ernsthaften Versuch zu machen, Altlasten loszuwerden, so gut, wie es geht. Nicht so einfach, manche haben wohl einen Klettverschluss, wie du sagst, das kann dann schon wehtun, der ist nicht aus Plastik. Aber die Erleichterung macht es wett. Und es ist genau so wichtig, Zukunftssorgen und -ängste nicht überhand nehmen zu lassen, denn was machen diese? Sie bürden neue Lasten auf - auch wenn ich es jetzt hier im Forum schon mehrmals schrieb, es passt einfach auch hier: Es ist wichtig, den Teufel nicht gegen den Beelzebub zu tauschen. Da muss man aufpassen. Ja - es ist wirklich eine Frage der Perspektive. Es ist immer Licht in der Finsternis. Im Universum sind Sonnen, unsere Sterne. Und unsere Sonne hier, die auch ein Stern ist. Größe ist relativ - sie leuchten. Auch dann, wenn wir sie durch die Wolkendecke manchmal nicht sehen. Während wir hier Nacht haben, ist auf der anderen Hälfte unseres Planeten Tag. Und zwar - immer zugleich. Und ich kann nur sagen - es macht mich glücklich, wenn du in dieser Hinsicht etwas aus meinem Gedicht für dich finden und für dich mitnehmen konntest. Das ist der Grund, warum ich mich entschieden habe, für andere zu schreiben. Weil - geben glücklich macht und zwar den Geber wie den Empfänger. Wenn die gierigen, die Egoisten, die so reich an materiellen Gütern sind, wüssten, wie - arm dran sie sind. Ich wünsche dir ebenfalls alles, alles Gute, von Herzen! Prüfungen - sie haben keinen guten Ruf. Im Moment ist wieder eine da. Es gilt, nicht zu vergessen, dass wir Prüfungen bestehen können. Wenn wir wollen. Dann wachsen wir an ihnen. Und, auch dieses Mal - vielen Dank für dein Gedicht! LG, Anonyma
  15. An offenen Fenstern kein Pollenschutzgitter wo steckt der Erfinder

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