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Melda-Sabine Fischer

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  1. Melda-Sabine Fischer

    Lisbeth

    Lisbeth Ich bin die Lisbeth von der Alm. Um mich herum ist dicker Qualm. Die alte Berta, unsre Kuh, hat Blähungen so ab und zu. Tief drin im Wald, wo Fuchs und Hase oft dreschen manche leere Phrase, da weiden meine zwanzig Kühe und zwanzig Kühe machen Mühe. Die fressen Gras und manchmal Heu, das ist dem Landwirt ja nicht neu. Selbst wenn am Himmel zieh’n die Wolken, das Viehzeug, es wird froh gemolken. Sie schwingen frohgemut die Euter, drum melke ich auch glücklich weiter. Die Milch die fließt in einen Kübel, doch plötzlich stinkt’s und mir wird übel. Da hat doch Berta, müsst ihr wissen, beim Milchablassen dreist geschissen. Und in der Milch schwimmt braune Grütze, was dem Verbraucher wenig nütze. „Ach Berta, lass‘ das bitte sein!“ Schon fliegt der zweite Haufen rein. Die Berta grinst mich blöde an, weil sie nicht anders grinsen kann. „Statt einer Kuh bist Du ein Schwein, was soll das in dem Eimer sein? Man kann die Milch doch nicht mehr trinken, die wird gemein nach Kuhmist stinken.“ Der Knecht bei uns, das ist der Sepp. Ein strammer Kerl, doch auch ein Depp. Er meint: „Verkauf´s als Bio-Dip, denn Bio-Kost ist heute hip.“ „Ach Sepp, Du hast doch wohl ´nen Knall, das mach ich nicht, auf keinen Fall. Wie soll den Leuten ich erklären, weshalb sich Fliegen drauf vermehren?“ „Ganz einfach“, spricht der Sepp ganz leis, das ist für jeden der Beweis, dass dieser Dip -leicht braun und pur- vom Lande ist und voll Natur.“ „Nein!“ sag ich noch, „das ist nicht recht, es wird den Leuten doch nur schlecht, wenn diese öffnen dann die Flaschen, um von dem braunen Zeug zu naschen. Und außerdem, vor dem Verzehren, da wird die Brühe weitergären. Dann explodiert die ganze Chose und man hat Scheiße auf der Hose.“ „Quatsch“, meint der Sepp, „das Ding ist richtig, die Leute sind ganz sicher süchtig nach Bertas Bio-Dip mit Fladen, das ist gesund und formt die Waden.“ Kaum hat er dieses ausgesprochen, hat kurz noch an dem Zeug gerochen, schenkt er sich einen Becher ein, schon läuft‘s in seinen Schlund hinein. Die Gärung greift, es brennt die Lampe, er spürt Rumoren in der Wampe. Die Augen quellen im heraus. Der Sepp sieht gar nicht glücklich aus. Geräuschvoll und ganz unverdrossen hat Sepp danach kurz aufgestoßen. Dann hat es ihn ganz dienstbeflissen und mittenmang entzweigerissen. So hat er völlig vollgejaucht den letzten Atemzug gehaucht. Und die Moral von der Geschicht‘: „Was Bio ist, dem traue nicht!“ @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  2. In der Tat, liebe @Federtanz. Doch heute hat der Onkel kein Plumpsklo mehr. Jetzt - im Seniorenstift - hat er eine ganz gewöhnliche Toilette zur nötigen Benutzung 😉. Beste Grüße von Melda-Sabine Ach ja, das Plumpsklo kenne ich auch aus Kindheitstagen noch von einer alten Tante. Es hat mich immer geekelt, da drauf zu gehen. Zuviele Fliegen begleiteten mein Tun. Ja und die Zeitung auf dem Haken, die gabs tatsächlich auch. Besten Dank für Deinen lieben Kommentar - Melda-Sabine Das freut mich liebe, @Ostseemoewe, Ilona. Wenn ich als Kind auf solch ein Plumpsklo musste, hatte ich immer Angst in das tiefe stinkende Loch zu rutschen. Aber damals hatte meine Tante, bei der ich oft weilte, eben keine andere Örtlichkeit. Noch unangenehmer war es, wenn man das Häuschen Nachts aufsuchen musste. Gut, dass es heutzutage angenehmere Sitzgelegenheiten gibt. Melda-Sabine ...was Dir auch sehr gelungen ist, liebe @Donna. Zu was solch ein Plumpsklo auch heute noch im Stande ist, obwohl es doch schon zu den antiken Schätzchen der Vergangenheit gehört. Aber die Erinnerung macht´s. Jeder meiner Generation hat wohl damit schon Erfahrungen gesammelt. So bleibt nicht nur das Gute in Erinnerung, auch das Klebrige und Stinkige. Sei´s drum - Besten Dank für Deinen köstlichen Kommentar. - Melda-Sabine Herzlichen Dank für Dein Lob, liebe @Amadea. Das mit dem Elon Musk wusste ich noch gar nicht. Auf Ideen kommt der Mann, sehr kurios. Von mir aus kann er aber in der Umlaufbahn verbleiben. Ich käme mit einem Streichholz gar nicht mehr an meinen Hintern ran (Arthrose zuweilen😏). Danke für diesen herrlichen Reim - Melda-Sabine Mein Dank geht auch an die weiteren, likenden Beisitzer:innen auf meinem Plumpsklo: @Pegasus und @Anonyma.
  3. Welch ein köstlicher Spaß, lieber @WF Heiko Thiele. Da kann man nur ausrufen: "Ach Du grundgütiger Hund!" Melda-Sabine
  4. Na hoffentlich hast Du Dir ein wenig die Sonne Mallorcas vorstellen können, liebe @Gina. Mehr bleibt uns ja zur Zeit nicht. Die Reisen sind mir noch zu gefährlich. Liebe Grüße von Melda-Sabine
  5. Bravo lieber @Berthold - und die Biergärten nicht zu vergessen! Melda-Sabine
  6. Ein köstlicher Einfall, das mit den Ortsnamen, liebe Mathi, @alter Wein. Die muss ich mir merken und vielleicht klappere ich sie auch mal ab. Meine Reiselust und Neugier ist geweckt. 👏 - Melda-Sabine
  7. Ach würde es bei uns doch mal wieder schneien. Mit Sehnsucht gelesen, liebe @Donna - Melda-Sabine
  8. Melda-Sabine Fischer

    Das Plumpsklo

    Das Plumpsklo Ein Plumpsklo kann sehr nützlich sein, baut man es in ein Holzhaus ein, was meistens in ´nem Garten steht. Der Mensch sich dort vom Druck entlädt. Bevor man dort zu Werke schreitet und sich zum Setzen vorbereitet, muss man, bevor man frönt denn Trieben, den Deckel noch zur Seite schieben. Darunter hat man einen Schacht, wo’s reinplumpst, mittig angebracht. Die Kleidung muss noch, das ist wichtig, vom Leib entfernt sein, das wär´ richtig! Denn kommt vorweg ´ne starke Blähung, gibt’s auf dem Beinkleid ´ne Verwehung, die meistens bräunlich zum Verdruss für unsre Nasen kein Genuss. Doch wenn Du alles hast bedacht, dann setz‘ Dich hin und drücke sacht. Der Druck er weicht ganz martialisch, doch was dann kommt stinkt bestialisch. Dich glücklich macht ein solches Haus, kommst Du erleichtert wieder raus, kannst lächelnd durch die Wiese waten und fühlst Dich fit für neue Taten. Dies dachte sich auch Onkel Fritz, ein Lebenskünstler mit viel Witz. Nur aß er abends unbedacht von seinen Bohnen gegen Acht. Er spürte nachts, bei leichten Träumen, im Darm ein wunderliches Schäumen hebt schnell sein Haupt, schlüpft in die Schlappen, um fix hinaus ins Grün zu tappen. Er läuft zum Plumpsklo ganz gewandt mit Taschenlampe in der Hand. Befreit lässt er die müden Glieder auf dem ersehnten Holzsitz nieder. Die Macht der Bohnen unterschätzt, hat er sich friedlich hingesetzt. Er denkt bei sich: "Ach, das ist gut, wie wohl ein solches Plumpsklo tut." Ein Furz, ein Schrei! Es war ein Grausen! Man sah ihn Richtung Himmel sausen ganz ohne Hose ungeniert, wobei das Plumpsklo explodiert. Das Holzhaus liegt nur noch in Trümmern. Von oben hört man leises Wimmern. Mit nacktem Podex, kotverschmiert, der Onkel Fritz den Kirschbaum ziert. Er zappelt ängstlich im Geäst und hält sich an den Zweigen fest. Und die Moral von der Geschicht‘: Nach Bohnen nutzt ein Plumpsklo nicht! @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  9. Wie wahr, wie wahr, lieber @WF Heiko Thiele 👏. Und das macht mir Angst. Ich denke manchmal darüber nach, ob es nicht sinnvoll ist, die Mauer wieder hochzuziehen und alle Braunen, Leugner, Reichsbürger, Querdenker dahinter anzusiedeln. Dort können Sie ihren eigenen Staat gründen und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Ich glaube, anders werden wir der Lage nicht Herr. Melda-Sabine
  10. In der Tat, liebe @Gina, man muss nicht nur links und rechts, sondern auch mal nach oben schauen - aber nicht nur, denn ich erinnere an die Geschichte vom "Hans guck in die Luft". Sie ging allemal tragisch aus. Besten Dank an Dich und Dir ein schönes Wochenende - Melda-Sabine
  11. Das ist in der Tat vorbildlich, liebe @Uschi R.. Bei einer solch grandiosen Poetin hätte ich auch nie etwas anderes unterstellt. Besten Dank für Deinen gereimten Kommentar - Melda-Sabine
  12. Ein schönes Lob zum Wochenende, liebe @Donna. Herzlichen Dank! Es sollte aber schon ein altes Kanapee sein, die modernen Sofas machen nur Rücken und sind so wenig romantisch. Liebe Grüße von Melda-Sabine
  13. Melda-Sabine Fischer

    Frage 9

    Danke @Carlos, wieder was gelernt. Man kann so alt sein wie ´ne Kuh, man lernt doch immer noch dazu 😊. Melda-Sabine
  14. Besten Dank, liebe Mathi, Gruß an Deine Vierbeiner - und beim Gassi-Gehen nicht die Hundetüte vergessen 😉. Melda-Sabine
  15. Deine wunderbare Art, Gedichte zum Leben zu erwecken und die dazu hervorragend geeignete Stimme bewundere ich immer wieder, liebe @Uschi R.. Ich muss das wieder mal los werden - Melda-Sabine
  16. Melda-Sabine Fischer

    Frage 9

    Lieber @Carlos, mir ist der Schneider Wibbel bekannt. Eine Figur aus einem Theaterstück von Hans Müller-Schlösser aus Düsseldorf. Dort ist nach ihm auch die Schneider-Wibbel-Gasse benannt. Vielleicht auch noch zu nennen "Das tapfere Schneiderlein". Zuweilen fliegen bei Lampenlicht auch kuriose Kreaturen, die wir Schneider nennen. Zu guter Letzt wäre da noch der Schneider von Ulm zu benennen, auch als Flugpionier und Erfinder bekannt. 😁 - Melda-Sabine
  17. Es freut mich, wenn sie Dir gefallen hat, liebe Mathi, @alter Wein. Man sieht, dass auch in alten Möbelstücken Geschichten stecken, die sich lohnen, aufgeschrieben zu werden. Das war auch eine Reminiszenz an meine diversen alten Tanten, die solch ein Kanapee ihr eigen nannten, nicht selten in einer ungewohnt muffigen Atmosphäre. Liebe Grüße von Melda-Sabine Liebe Ilona, liebe @Ostseemoewe. Mag sein, dass mich Dein Gedicht unbewusst gereizt hat, mein altes von 2015 aus dem Fundus hervorzukramen. Ich hatte es damals in rheinischem Dialekt verfasst und es vorgestern in Hochdeutsch umgeschrieben. Meine Mundartgedichte, versuche ich immer in 2 Fassungen zu präsentieren. Nicht jeder versteht unseren Dialekt. Aber die Erfahrung hast Du mit Deinen Mundartgedichten sicherlich auch schon gemacht. Man will ja schließlich eine breite Schicht an Lesern:innen (Quatsch das mit der Gendersprache...🙄) erreichen. Das ich Dich gleichwohl amüsieren konnte, ist mir Lob und ich danke Dir - Melda-Sabine In der Tat lieber @Carlos. Eine nicht geringe Anzahl von Mitmenschen versuchen ihrer Lust auf seltsamen Möbeln zu frönen. Nicht selten nimmt man auch dafür den Küchentisch, die Herdplatte oder wie beschrieben das Kanapee. Selbst in einem Wasserbett scheint mir ein Akt noch sehr gewagt. Durch ständig wogenden Inhalt purzelt man beim Liebesspiel leicht herunter. Es freut mich immer wieder, zu welchen Gedanken ich Dich zuweilen mit meinen Gedichten anregen kann 😘. Liebe Grüße von Melda-Sabine Besten Dank für ein weitere Likes an die ebenfalls auf dem Kanapee verweilenden @Margarete, @Pegasus, @Gina und @Anonyma.
  18. Melda-Sabine Fischer

    Das Kanapee

    Das Kanapee Mein Kanapee im Wohnbereich, das ist sehr alt und nicht sehr weich. Französisch heißt das Chaiselongue und ist so steif wie Waschbeton. Je nach Geschmack bespannt mit Stoff, gab´s um die Farbe mächtig Zoff. Die Polsterung, ´ne Kleinigkeit, barg trotzdem Knies und argen Streit. Drum schenkten wir es unserer Tante, der Lisbeth Schmitz, als Anverwandte. Das Kanapee von Tante Lisbeth birgt für die Tante reichlich Kismet. Dort liebte sie den Bäcker Müller, doch war der Müller nicht der Knüller. Und auch der Milchmann Rudi Flitze saß dort oft nackt mit Zipfelmütze. Der Gasmann Otto-Friedrich Krause fühlt sich darauf gleich wie zu Hause. Und Gastwirt August-Peter Sülz trank auf dem Kanapee sein Pils. Selbst Pastor Johann August Mut, der fand das Kanapee recht gut. Nur mochte er es dort nicht treiben, wollt‘ lieber seine Predigt schreiben. Kein Mann ist also lang geblieben, auch wenn sie‘s lustvoll dort getrieben. Die Tante nervt´s, sie schreit: „Oh weh“ und schaut erzürnt zum Kanapee. Und unter Tränen sie beteuert: „Bringst Du kein Glück, wirst Du verscheuert. Ich will doch nur ´nen Mann becircen, um meine Ledigkeit zu kürzen.“ Sie bittet ihren Nachbarn Knüll: „Fahr mir das Kanapee zum Müll.“ „Warum?“, spricht Knüll, „das Teil ist prächtig, doch für zu schleppen viel zu mächtig!“ „Wir schieben dieses Dings nach drüben in meine Wohnung gegen Sieben. Ich hol‘ dazu noch meinen Neffen, den wollte ich um sechs Uhr treffen. Und wenn Du willst, so gegen Neun, lad‘ ich Dich auf ´nen Rotwein ein.“ Jetzt sitzt die Tante mit dem Knüll schon wieder auf dem Sofa-Tüll. Verflixt, sie wird das Dings nicht los! Was will das Möbel von ihr bloß? Doch Nachbar Knüll fängt an zu lachen: „Jetzt kann ich Dir ´nen Antrag machen.“ „Mir fehlte nur ein Chaiselongue“, raunt er in zärtlichem Jargon. „Es kann mich keinesfalls verdrießen, wirst Du mit mir die Ehe schließen.“ Der Knüll und auch die alte Tante, ein jeder für sich schnell erkannte: „Ein Kanapee bringt Wohlergehen, tut’s in der richt’gen Wohnung stehen!“ Man setzt sich munter ans Klavier und spielt von Liszt „Sonate 4“. Jetzt hat die Tante, was sie will. Heißt nicht mehr Schmitz, doch dafür Knüll. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  19. Das dürfte klar sein, lieber @Joshua Coan, Dein Schicksal ist: Du kriegst zu wenig ruhigen Schlaf. 2-3 Gläschen Williams Christ vor dem Zubettgehen dürften hilfreich sein 😄. Gerne gelesen - Melda-Sabine
  20. Mach Dir keinen Kopp, liebe @Anonyma. Die ersten werden auch zuerst von mir beantwortet, auch wenn ich nicht täglich hier bin. Deinem Lob und den Auszügen, die Du auflistest zufolge, habe ich wohl wieder voll ins humoristische Schwarze getroffen. Das freut mich sehr, bin ich doch wirklich nur hier um mit meinen Narreteien Freude zu verbreiten. Vielen Dank für Dein wohlwollendes Lob, dass auch ohne Gebiss runtergeht wie Öl. Sei herzlichst gegrüßt - Melda-Sabine Liebe @Donna, mit einem guten Gebiss, kann der köstliche Humor ja nur besonders "bissig" werden. Ich hoffe Dein Tag ist genauso gut verlaufen, wie er angefangen hat. Über Deine lieben Kommentare freue ich mich immer wieder - Sei gegrüßt von Melda-Sabine Liebe @Ostseemoewe, liebe Ilona. Amüsement in diesen Tagen wird uns leider nur spärlich zuteil, deswegen sage ich von Herzen: Gern geschehen! Und das mit den Implantaten wäre eine Überlegung wert. Aber ich glaube diese Stifte (von denen ich auch 8 Stück im Mundwerk mein eigen nenne) bieten weniger Platz für humoristische Verse, wie es nun mal ein Gebiss kann. Obwohl, die Prozedur des Einsetzens von Implantaten durch den Kieferchirurgen unter Umständen durch etwa entstehende kuriose Situationen auch Stoff für ein Gedicht bieten könnte. Ich werde beim 9. Implantat nochmal darüber nachdenken 😉. Lieben Dank und einen schönen Abend - Melda-Sabine Ein freudiges Dankeschön geht auch an die weiteren, hoffentlich noch ohne Gebiss durch die Welt wandelnden Liker: @Joshua Coan, @Nicolas McLenny, @Margarete, @Pegasus, @Ginsky, @alter Wein, @Gina und @Dionysos von Enno. Und immer schön die Bürstchen für die Zahnzwischenräume benutzen - Melda-Sabine
  21. Melda-Sabine Fischer

    Das Gebiss

    Das Gebiss Sehr schlechte Zähne, sei gewiss, bescheren später ein Gebiss! Und bist zum Putzen Du zu faul, dann stinkst Du auch noch aus dem Maul. Doch ein Gebiss, das ist nicht schlecht. Man kommt sehr gut damit zurecht. Du musst den Dritten Halt nur geben und sie Dir in Dein Mundwerk kleben. Dafür, da nimmst Du Kukident, was jeder aus der Werbung kennt. Auch Pattex ginge gut -durchaus-, doch geht das Teil dann nicht mehr raus. Man spare zeitig etwas an, dass man den Spaß bezahlen kann. Dann ist man sicher auf dem Posten, denn ein Gebiss kann sehr viel kosten. Natürlich würde ich mich freuen, wär´ das Gebiss auch auszuleihen. Die Oma, sie ist gern bereit, für sie ist das ´ne Kleinigkeit. So spricht sie lustig, was ich mag: „Ich brauch das Teil nicht jeden Tag. Ich putze drüber flugs mal eben, dann will ich es Dir gerne geben.“ Es meint der Onkel Ottokar: „Die Dritten find ich wunderbar, denn ohne die“, so raunt er dumpf, „da säh´ ich aus wie´n Flötenschlumpf.“ Des Onkels Dackel, ihm ist´s gleich, denn Fressen ist sein Himmelreich. Für ihn ist alles stets in Butter, kriegt er genügend Hundefutter. Doch jüngst lag drin im Hundetopf ein milchgetränkter Hefezopf. Der Dackel schmatzt, doch dann er flennt: "Verdammt, das schmeckt nach Kukident." Der Onkel hat ganz unverfroren die Dritten jäh im Teig verloren und hat, weil das erst richtig fetzt, den Teig mit Kukident versetzt. Der Dackel kotzt ganz unverfangen, weil an dem Zopf die Dritten hangen. Er jault mit Ekel vorwurfsvoll und hat vom Fraß die Schnauze voll. Mit ´nem Gebiss, in jedem Falle, genießt den Urlaub Du auf Malle. Du kannst viel besser Spanisch sprechen und musst nicht nuschelnd radebrechen. Und Carmencita, dieser Heißen, darfst Du dann in den Busen beißen. Doch lass die Zähne drin, s´ist wichtig, sonst ist der Sex schnell null und nichtig. Sie denkt sonst: „Welch ein Tattergreis“ und Du stehst prompt im Abstellgleis. Sehr schnell ihr dann die Lust vergeht wenn’s Männlein auch im Walde steht. Solch ein Gebiss ist Goldes Wert im Urlaub und an Heimes Herd. Man kann sich seines Lebens freuen und wird die Dritten nicht bereuen. Doch sind die eignen Zähne gut, steck Dir die Dritten an den Hut. Halt Deine Zweiten hoch in Ehren, dann kannst die falschen Du entbehren. @Copyright Melda-Sabine Fischer – Näheres zu ihrem Autorenleben siehe Profil
  22. Ein tolles Gedicht, liebe @Uschi R.. Ich für meinen Teil denke nicht viel darüber nach, über was ich schreiben mag. Meist ergibt sich das bei meinem alltäglichen Tun von ganz allein. Dann fällt mir plötzlich ein Wort, ein Umstand, ein Lied oder ein Zeitgenosse ein, über das/den ich schreiben könnte. Meist schon mit Ideen verbundene Worte bringe ich dann auf einem Schmierzettel zu Papier und schon ist der Anfang gemacht. In der Tat liegen hier überall Zettel herum - Liebe Grüße von Melda-Sabine
  23. Liebe @alter Wein, bei diesem Ausflug wäre ich gerne dabei gewesen. Unsere Haustiere, Hund und Katze, sind es in der Tat wert, ein solch schönes Gedicht über sie zu verfassen. Bravo! Melda-Sabine
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