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Hayk

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Über Hayk

  • Rang
    Reimgestalter
  • Geburtstag 12. April

Autorenleben

  • Wohnort
    Hilden, nahe bei Düsseldorf
  • Lieblings Autoren / Dichter
    Goethe, Schiller, Heine

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1.360 Profilaufrufe
  1. Mit einem wohlverdienten Orden wär bestimmt aus dir was ganz besonderes geworden. So lang du nur ein zahmes Tier durch den Wiener Prater schleifst, glaub es mir, dann greifst du Zeit deines Lebens nach Orden ganz vergebens. Schneid dir das Bildchen aus, kleb dirs aufs Jackett, dann kannst du heimlich nachts zuhaus, geschmückt und sehr adrett deiner Ordenssehnsucht frönen - mit einem schlichten, schönen Busenschmuck in schwarz-rot-goldnen Farben und brauchst nach Orden nicht mehr darben.
  2. Es war im Rittersaal des Alten Schlosses, in dem vor tausend Jahren schon die Barden die schönsten Liebeslieder sangen und der hohen Damen Herzen schmelzen ließen, da traf sich jüngst ein Häuflein von Poeten, erquickten sich an Liedern und Gedichten, versäumten nicht, den Gott des Weins zu loben und planten Großes für den nächsten Tag. Inmitten der Ruine - im schon erwähnten Saal der heldenhaften Degen aus längst vergangner Zeit - da sollten Verse klingen, den Morgen uns verschönen. Ein zartes Liebeslied, geschrieben einst in zarten Lettern, erklang und rührte alle Herzen - und dann ein Meisterwerk von Rilkes Hand! Und über allen Worten schwebte leise ein zauberhafter Ton - mir war, als summten über Wolken die Musen höchst begeistert Melodien zu unseren Gedichten. Das Zündkraut einer Revolution, von einem unsrer Dichterfürsten mit Zorn und Aufbegehren dem Herrn des Himmels wütend hingeschleudert, zerriss die Stille, ließ die Schlossbesucher innehalten und Applaus belohnte reich den Rezitator, der erstaunt die Hand gleich einer Muschel ans Ohr gelegt, den Sphärenklängen, die durch Zauberkraft vom Ge zum satten Grundton Ce gewandelt, bald die aufgepeitschten Sinne besänftigten. Warst du es, Aiolos, Beherrscher der Winde, der machtvoll die Saiten der himmlischen Harfe berührte? Euterpe, hast du deiner Flöte harmonische Töne entlockt und uns Zwergen mit mythischen Zauber die Sinne verwirrt und uns alle zu besseren Menschen gemacht? Des Rätsels Lösung war die Wetterharfe, die vier Meter hoch mit hundertzwanzig Saiten, von einem Meister der Musik recht kunstvoll in ein Fenster eingefügt, und je nach Windesstärke die genannten Sphärentöne sanft erzeugte, magisch die Begleitmusik für unsere Gesänge war.
  3. Hayk

    Der Gourmet

    Hallo Zarathustra, ich sehe keinen Grund, mich bei Kastanienblüte zu entschuldigen. Der Vergleich von Sperma- mit Kastanienblütenduft hat nichts mit der Person der Autorin zu tun und in ihren Mails gibt es in dieser Hinsicht such keinen Vorwurf. Offenbar haben wir beide aber unterschiedliche olfaktorische Wahrnehmungen. Um diese Wahrnehmungen zu beidseitig befriedigenden Geruchsempfindungen zu verzaubern, sei eine prophylaktische Application von naturbelassenen Ananassaft empfohlen. Du schreibst, dass es sich bei Deinem Beitrag um Vermutungen handeln könne. Ich sag mal so: Wo Du Recht hast, hast Du Recht. Gruß, Hayk
  4. Hayk

    Carpe noctem

    Oh mein Gott, wie kann ichs frechlings wagen, Recht bescheiden zwar, doch unerbittlich, Grad heraus und schonungslos zu sagen: Alles ist sehr schön, Bijou, jedoch, ich bitt dich, Sehn dich nie nach orgiastisch goldnen Stunden, Maßvoll sei, was deine Phantasie uns auferlegt! Unsre Manneskraft erschlafft schon nach Sekunden, Sei auch der Meister Iste noch so stark von dir erregt. Dreh du mir erstmal einen Joint und gönn der Lunge Und auch uns zwei ein wohlverdientes kleines Päuschen, Ganz bestimmt werd ich mit Hand und flinker Zunge Ohne falsche Scham das niedlich-freche Mäuschen, Lange noch mit feuchten Küssen sanft verwöhnen; Drängle deine heißen Glieder dicht an meinen Leib, Einen Blick vergönn den Augen auf die schönen Nackten Brüste, sei, oh Weib, mein liebster Zeitvertreib, Ehe wir uns in die zweite Runde wagen. Schon verlocken Liebe, Gier und Schmeichelwort Eines weichen Mundes, auf zu neuer Tat; Küss den Meister Iste wach, der schnell den Ort Unter seidnen Schleiern auch bei vierzig Grad Nicht verfehlt und tausend Freuden auf ihn warten. Dauern sie auch nur Minuten, diese zarten Ewigkeiten - niemals warens Stunden, nur Sekunden.
  5. Hayk

    Der Gourmet

    Hallo Zarathustra, meine Bemerkung "Aber die Mythen um Dionysos sind sehr vielgestaltig und können einen verrückt machen." bezieht sich allein auf mich selbst. Die Mythen um Dionysios sind sehr zahlreich und manchmal weiß ich nicht, wie ich mit ihnen umgehen soll. Und so etwas macht mich "verrückt". Meine Bemerkung zum Duft von Kastanienblüten beruht auf einer vor Jahrzehnten gelesenen Novelle vom Maupassant und sollte ganz bestimmt nicht abwertend sein. Weshalb Kastanienblüte die Segel gestrichen hat, versuche ich in einem seit Tagen umfangreichen EMail-Wechsel mit ihr zu klären. Liebe Grüße, Hayk
  6. Hayk

    Der Gourmet

    Hallo, lieber Zarathustra, wenn ich ganz tief in mich hinein horche, dann höre ich: Es war Semele, die Dionysos geboren hat. Dionysos hatte Zeus zum Vater und ist wohl der einige Sprössling des Gottes Zeus und einer menschlichen Frau, der selbst zum Gott wurde. Aber die Mythen um Dionysos sind sehr vielgestaltig und können einen verrückt machen. Für den Blick, den ich in Dein Seelenleben tun durfte, danke ich sehr. Augenhöhe - allemal. Bis zum Beweis des Gegenteils sind für mich alle Menshen liebbenswürdige Geschöpfe. Liebe Grüße, Hayk Hallo Freiform, ich danke fürs Hereinschauen! H.
  7. Hayk

    Der Gourmet

    Hallo Zarathustra, danke für das "tolle" Gedicht. Ich neige selbst weder zu Hochmut, Gier, Zorn oder Völlerei. (Du siehst, ich habe die Wollust ausgelassen). Was ist Ursache für das Gedicht? Der fast religiös anmutende Wunsch, anderen Menschen die Askese schmackhaft zu machen. Wie Dionysos "so wurde" - das muss ich nachlesen. Liebe Grüße, Hayk
  8. Hayk

    Der Gourmet

    O Tempel der Wollust - an eure Brust, Hohepriester der Küche, Schamanen der Wohlgerüche, möchte ich sinken, wo Scherbett und Champagner winken, gesottne Nachtgallenzungen dem Dreisternekoch gelungen! Den Knausern sei geraten bei Erbspüree und Schweinebraten den ausgedörrten Magen kellenweise voll zu schlagen. Mich dürstet nach Nektar, nach göttlicher Speise, ja, es ist wahr: Nach Austern auf griechische Weise gelüstets mich, zu Lukullus Preise soll man für mich Kapaune rupfen, Safran aus Krokussen zupfen. Ein Schuft, der Böses dabei denkt und seinen Blick zu Boden senkt, wenn ich die Küchenfee verehre und glücklich als Gourmet der Kunst der maître de cuisine mit frohem Sinn Siegeskränze flechte und einem kulinarischen Philistin sein Gemächte dreimal Hipp-Hurra kläglich winseln lasse - mon dieu, wie ich die Moralisten hasse!
  9. Hallo Lichtsammlerin, Dein Gedicht berührt und es erinnert mich an die Schlussverse des Faustmonologs (in dem er anfangs über Selbstmord nachdachte): "O! tönet fort, ihr ſüßen Himmelslieder! Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!" Auch Goethe wusste von der befreienden Wirkung von Tränen. Liebe Grüße, Hayk
  10. Hallo Behutsalem, nein, die "dumme Pute" steht Dir nicht gut. Ich habe ja mit Absicht erst einmal Sand in die Augen gestreut. Wenn das Ergebnis letztlich ein herzhaftes Lachen zur Folge hatte - alles gut. Liebe Grüße, Hayk
  11. Liebe Behutsalem, ich bin erschüttert! Was hat Dich dazu bewogen, mich in einem Atemzug mit einer Edelnutte zu nennen? Na ja, immerhin edel. Schön, dass ich Dich auf den Leim locken konnte. Hoffentlich glaubst Du jetzt nicht, dass ich des Französischen mächtig bin. Eigentlich hättest Du schon beim "Vorwort" misstrauisch werden müssen. Hier umschreibe ich wahrheitsgemäß und gut recherchiert den "Werdegang" der französischen Bulldogge. Mir bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass Du mir keine sexuellen Neigungen zu Hunden, speziell zu französichen, unterstellst. Schön, dass ich Dich ein bisschen veräppeln konnte. Liebe Grüße und Dank auch an Federtanz, Sonnenuntregang und Avalo! Hayk
  12. Meine geliebte Monique, geboren in der Stadt der Liebe, Urururenkelin eines römischen Imperators und einer seiner Hofdamen, verwandt mit einer Lady aus London, die einen Liebhaber aus Marseille in ihr Bettchen ließ, war lange Zeit als billige Arbeitskraft in den Pariser Zentralmarkthallen beschäftigt. Nebenbei durfte sie als Rattenfängerin arbeiten, schöner war es aber, wenn die Metzger oder die Bierwagenkutscher sie hin und wieder auf ein Schlückchen einluden. Dank ihres Aussehens wurde das Juwel von einem adligen Müßiggänger entdeckt. Sehr schnell avancierte sie zum beliebtesten Accessoire der blaublütigen Verehrer. Als ich sie kennen lernte, konnte ich mein Glück nicht fassen Zeit, sie eurem geistigen Auge erscheinen zu lassen: Schlank und rank - o nein, das ist sie nicht, eher schon ein bisschen kurz geraten ist die Kleine, trägt ein niedlich-stupsig Näschen im Gesicht, reizvoll ist der Schwung der eleganten Beine. Dein Kurzhaarschnitt, dein leuchtendes Haar, der treue Blick der Augen, wie wunderbar gerundet sind lieblich deine kleinen Ohren! Mein Schatz, ich hab an dich mein Herz verloren. Ein Pfeil Cupidos mir tief ins Herze fuhr, als ich dich erstmals sah. Triomphe de l'amour war die Parole jenes Frühlingstages, die Pulse hämmerten: Wag es! Sag es! Wag es! Ich raffte allen Jugendübermut zusammen, und was ich nie erhofft, gewünscht, bedacht, geschah - ich konnte gleich dein Herz entflammen und denk noch heut an unsre erste Maiennacht. Du warst verspielt und hast dich ganz ergeben, es war ein Züngeln, Kraulen, Toben a la francaise und du lagst meistens oben, für mich begann mit dir ein neues Leben! Am Morgen strecktest du die trägen Glieder und lecktest zärtlich meine Liebeswunden. Ich schrieb dir später meine schönsten Lieder, wir haben uns, du mich, ich dich, gefunden. Drei Monde später, es war im Monat Thermidor, der Name sagts dem Kenner, wars recht heiß; auf einer dog show in Paris, da führte ich dich vor und dir verlieh man dort den ersten Preis. Auf einem Schildchen stand: Monique ist Nummer Eins, bouledogue a la francaise, ihr Herrchen nennt sich Heinz. Dein Stummelschwänzchen wippte ganz erregt, ich war begeistert, sehr erschüttert und bewegt.
  13. Guten Morgen Sternwanderer! Habe ich in meiner Dussligkeit das Gedicht etwa zweimal eingestellt? Wenn dem so ist, bitte ich um Entschuldigung. Für Dein Lob danke ich Dir sehr, genau wie Gina, Freiform und Sonnenuntergang! Liebe Grüße, Hayk
  14. Und die Gänseblümchen sprießen, blühen unentwegt, mit den Augen trinken sie die Frühlingssonne, schaut, wie sich im Lande neues Leben regt, ausgeschlafen kriecht Diogenes aus seiner Tonne, blinzelt frohgelaunt und sieht sich rings umgeben von Narzissen, Märzenbechern, Krokus, Tulipan. Erste Bienen summen, Schmetterlinge schweben, auf enteistem Teiche schwimmt ein stolzer Schwan.. Kürzer werden Damenröcke, bunter bald die Blusen, Schals, Pullover, Mäntel werden eingemottet, Männerblicke spähen höchst entzückt auf Mädchenbusen, eine Lerche steigt und singt, die kecke Drossel spottet: Kaum berühren Sonnenlanzen frostbefreite Fluren, werden Mädchen froh und freier, Männerfüße flott, folgen eifrig, Lenzes Düfte schnüffelnd , ihren Spuren. Jedes Jahr dasselbe Spiel: Alluha akbar! Dank sei Gott!
  15. Wenn du vor tausend Jahren ratlos fragtest: Oh Mensch, wo willst du hin, wo kommst du her? Sprach der Schamane: Nur das Wasser sagt es,. begib dich an das schaumbekrönte Meer und horch hinaus, belausch die Wogen, sie plätschern, lassen sich vom Winde leis bewegen, und dröhnen, wenn Orkane über Wellen fegen. Was, sag an, hat das Meer dir zugewispert, was hats gebrüllt, gerauscht, geraunt, geflüstert? Des Feuers Glut, die Wärme und lodernde Flammen, das Prasseln des Holzes und fliegende Funken verrieten den Weisen des Volkes so manches Geheimnis. So saßen die Alten und Jungen beisammen, die gläubigen Blicke in lodernde Flammen versunken. Was, sag an, hat Feuers Glut euch Menschen anvertraut, wie haben Flammen euch den Weg zu Höherem gebaut? Heute wissen wir: Gar töricht ist das Unterfangen, in Meerestiefen, Feuers Flammen oder Gluten zu höchster Weisheit, reiner Wahrheit zu gelangen; uns bleibt ein dumpfes, trübes Ahnen und Vermuten. Das ist vorbei! So sprechen Astronom und Physikus, der Mensch von heut beherrscht des Wassers Kraft, er nutzt des Feuers große Macht und schafft den Blick in ungeahnte Fernen und zum Schluss vernimmt er in Sphärengesängen mit höchstem Genuss die heimliche Botschaft der Götter und staunt: Was Meere dir flüstern, das Feuer dir raunt, begreifst du beim Weine und fröhlichen Festen, ein williges Mädchen im Arme, am besten.

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