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Hayk

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164 Exzellent

Über Hayk

  • Rang
    Sternensammler
  • Geburtstag 12. April

Autorenleben

  • Wohnort
    Hilden, nahe bei Düsseldorf
  • Lieblings Autoren / Dichter
    Goethe, Schiller, Heine

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  1. Hayk

    Ut mine Festungstid

    Gestern noch auf hohem Rossen? - Nein, ich bin kein kühner Reitersmann. - Doch das Leben habe ich genossen! Herrlich wars, im Amazonenzauberbann Frühlingsblütendämpfe zu genießen, einen süßen Schatz im Arm zu halten, Wachtelschlag und Hahnenschrei bei Sonnenaufgang zu begrüßen, mit homerischem Gelächter beim Zitronenfalten Wein vom Rhein zuerst ins Glas, dann in den Schlund zu gießen. Unverhofft, spricht Volkes Mund, kommt oft! Stundenlang musst ich auf einem unbequemen Stuhle hocken, hundert dumme Fragen, einem Sturzbach gleich, quälten meine Ohren, klopften mir die Sinne weich . Meine Kehle, meine Lippen wurden trocken, mein Verstand verriet mir, dass ich mich total verzofft. Durch Verrat und Tücke wurde ich, der Festival genannt, von dem Stasi nach fünf Jahren als Geheimagent erkannt; nach dem Urteil - fünfzehn Jahre Zuchthaus Bautzen - gnadenlos verbannt. Fünfmal tausend hoffnungslose Tage sollten Mauern, Gitter mich umgeben. Lieber Gott, ich hab da eine Frage: Wie soll ich das Elend überleben? Einmal nur am Tage durft ich an die Luft, nachts, da wälzt ich mich in der Matratzengruft, träumt von Liebe, Freiheit, zartem Blumenduft, wachte auf durch weit entferntes Kinderlachen - Dank sei dir, du gnädger Gott, durch solche Sachen wolltest du gewiss mein Leben leichter machen. Mir schwanden, ich spürt es, der Mut und die physischen Kräfte, des Lebens lebendige Pulse und quirlige Säfte versiegten, je länger die Knechtschaft hier dauert und Brüderchen Hein seine Opfer frech grinsend belauert. Mir schien, die Welt sei grau in grau gemalt, für alle Sünden, die ich je begangen, so glaubte ich, hab ich genug bezahlt und übermächtig wurde mein Verlangen nach frischen Farben, süßen Düften und Musik. Ach kämen doch die schönen Tage bald zurück, ach könnte ich doch Hand in Hand mit dir, mein Schatz spazieren gehn - du kennst den Ort, du weißt den Platz, wo wir uns beide fühlten wie im Paradies, ein Engel uns den Rosenpfad zum Himmel wies. Ein Traum, geträumt am hellen Tag, ein süßer Traum, und ringsumher nur grau in grau, kein Strauch, kein Baum, der grünbelaubt zum Himmel seine Äste streckt - nur in des Hofes hintrer Ecke, ganz versteckt, hab ich ein blaues Blümchen ganz erstaunt entdeckt. Ich ging, das Blumenwunder näher zu besehn, in jenes grauen Hofes Ecke, bückte mich und hört es wispern: Bitte, bitte .lass mich stehn, , ich blüh nur heut einmal und dufte nur für dich. Am nächsten Tag, es war im Wonnemonat Mai, betrat der Oberleutnant Jahn mit festem Schritt die Zelle, sah mich an und brummte: „Kommse mit! Für sie ist Schluss!“, und ich verstand nur: Frei! Frei! Frei! Der Titel "Ut mine Festungstid" ist bei dem Heimatdichter Fritz Reuter entliehen. Das LI spricht von seiner "Festungstid" Sonderhaftanstalt des Staatssicherheitsdienstes der DDR in Bautzen II, die nach 33 Monaten durch einen Agentenaustausch am 10./11. Mai 1982 endete. Einen autobiografischen Hintergrund zu vermuten, ist nicht abwegig. Abwegig ist die Vermutung, die "blaue Blume" hätte einen romantischen Hintergrund. Genauer betrachtet war sie blau-gelb, eine Iris/Schwertlilie.
  2. Guten Morgen Cheti, Dir und Gina, Lena D. Freiform und avalo herzlichen Dank fürs "Fleißkärtchen"! Ich wünsche Euch ein schönes Osterfest trotz aller Einschränkungen. Liebe Grüße, Hayk
  3. Gedichte gleichen, sagt der große Dichter Heine, dem Leibe einer schönen, möglichst nackten Frau. Warum, so frag ich mich, vergisst er ihre Beine - den Rest beschreibt der Heinrich uns doch sonst genau? Von Gott, dem Genius und Schöpfer allen Lebens, berichtet er und einem schlanken, blanken Hals; von Brüsten, Hüften, Händen, Füßen - jedenfalls: Die Beine, Henry Heine, suchen wir vergebens. Die Worte perlen übers blondgelockte Köpfchen, und die Zäsur, die streng den Busen teilt, wird nicht vergessen, nicht das Blättchen überm Honigtöpfchen, auch nicht der zarte Schleier über das Gedicht. Das nenn ich, liebe Freunde, wahre Poesie, nicht trocknes Faktensammeln, sondern Rosenknospen gereichen ihr zur Ehre, lassen Nektar kosten, und seidne Schleier sind wie eine Melodie. Bild: Eigenes Foto
  4. Hayk

    anders

    Liebe Sofakatze, die Lichtsammlerin macht mich richtig eifersüchtig. Sie hat schon alles, was mir auf der Zunge liegt, gesagt. Ja, die Außergewöhnlichen, die aus dem Rahmen der Normalität (wobei sich die Frage stellt, ob diese Indiviuen nicht die humanere Variation unter den Menschenkindern sind) herausfallen, bewundere ich und Deinen Stil! Liebe Grüße, Hayk
  5. (ein Versuch in Blankversen) Im Kirschbaum sitzen wir am frühen Morgen und greifen nach den reifen, roten Früchten. Wenn du mit deinen Lippen mir die Kirschen mit unschuldsvollem Blick zu naschen gibst, dann schlägt mein Herz ein bisschen schneller und der Lerchensang verstummt und heller strahlt, so scheint es mir, die Sonne für uns beide. Zu schnell ist dieser schöne Tag vertändelt, die Abendnebel weben ihre Schleier, der Nächte Silberschwan erwacht und teilt die Wolken, spendet fahles Licht und lockt ein Käuzchen aus der Höhle, bald beginnt die Nachtigall zu schlagen, fern im Westen verglüht in Purpurpracht der goldne Adler. Nun sitzen wir im Wald auf weichem Moos, des kühlen Abendwindes Hauch treibt dich in meinen Arm, der liebend dich umfängt. Dein Bäuchlein, klagst du, tät ein bisschen weh; vielleicht hast du der Mutter Warnung in den Wind geschlagen, leichten Sinnes das Verbot missachtet, Wasser nach dem Naschen der zuckersüßen Kirschen zu genießen? Ach. leg doch deine warme Hand, mein Schatz, auf meinen Bauch und sicher schwinden die Gebrechen bald! Sei Samariter mir, erfüll mir meine Bitte, streichle sanft die Schmerzen weg und nimm als Hilfe die zweite Hand hinzu! Oh Gott, wie gut das tut! Erst keusch, dann forsch bewahre ich mein Lieb vor Qualen, küsse, wenn sie seufzt, den kirschenroten Mund und leiste auch noch weitre Liebesdienste unterm Dach des Buchenlaubs und wir vergessen Zeit und Raum, versäumen nicht, die Kirschenernte in höchsten Jubeltönen stets zu loben.
  6. Hallo Charlotte van der M, ja, die Kritiker, die Du meinst, sind mir wohl bekannt. Und mit Goethe möchte man manchmal fluchen "Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent." aus "Rezensent". Ich hüte mich weitestgehend davor, Kritiken zu schreiben, um nicht den Anstrich eines besserwisserischen Oberlehrers zu kommen. Ich freue mich aber über offene, nach Möglichkeit begründeten Kritiken. Wenn ein selbsternannter Kritikus dummes Zeug schreibt, ignoriere ich das. Aber eine gute Kritik hilft allemal weiter. Liebe Grüße, Hayk
  7. Hallo Cheti, tausend Dank für den "wahren" Leckerbissen. Was hätte Kleopatra selbst dazu gesagt? Nun, ich denke, viel zu sagen gab es da nicht - sie ließ Taten sprechen. Interessant wäre es zu erfahren, was Cäsar und später Antonius von dem "geheimen Griff" der Kleopatra hielten. Entstanden ist ein Sohn Kleopatras mit Cäsar als Vater und entstanden sind drei weitere Kinder mit Antonius. Liebe Grüße, Hayk
  8. Hallo Charlotte van der M, wärest Du bereit, auch mich auf den Arm zu nehmen? Der Sinn meiner Frage ist: Wen meinst Du im zweiten Vers, in dem es heißt "schlagen sie Schneisen der Verwüstung" in den Foren...? "Sie" seien wie Deutschlehrer im Poesieladen - tut mir Leid, aber ich kann ohne Deine Erläuterung mit dem Text nichts anfangen. Liebe Grüße, Hayk
  9. Du Schöne, küss mich mit den rosafarbnen Lippen, dem Erdbeermund, den schon Villon besungen hat; lass meine Glans an deinen Wonnetropfen nippen und trink dich selbst an meinen voller Wollust satt. Zerquetsch mir nicht die aufgesteilte Manneszierde, umschlinge sie mit Kunst und gut geübter Kraft: So steigerst du die Lust und ungebärdge Gierde - benutz Kleopatras geheimen Griff; den Schaft ergreife fingerlos mit Seidenglanz geschmückten Gefältel, schaff uns Freude, Königin vom Nil! Wo nie uns höchste Lüste ins Paradies entrückten, da kennt man nicht Kleopatras und Cäsars schönstes Spiel. (Entnommen einem Papyros, Alter ca. 2000 Jahre. Wörtliche Übersetzung der Hieroglyphen nur bei beglaubigten Altersnachweis)
  10. Hallo Lena D., Du zeichnesr, vermutlich aus gegebenem Anlass, ein sehr düsteres und, verzeih meine Offenheit, einseitiges Bild vom Menschen (den Du am Ende fragend aufforderst, er möge aufwachen. Das Problem bei einer Erwiderung auf Deine Verse ist, dass Du mit all Deinen Schlagworten im Recht bist, bei einem "Standortwechsel" der Kritisierende als romantischer Traumtänzer erscheint. Alles, was Du oben anführst ist beobachtbare Realität und beschäftigt die Menschen seit vielen Jahrtausenden. Gäbe es nicht die Tugenden Mitgefühl, Solidarität und Gleichheit der Menschen, würden alle nur dem "Haben-Modus" frönen, was dann schlussendlich zu Ignoranz, Eroberungen, Leid und Kriegen etc. führt, dann wäre es wahrlich Zeit, den Menschen als Krone der Schöpfung abzuschaffen oder darauf hoffen, dass mehr, sehr viel mehr Menschen aufwachen! Das Mindeste, was Du mit Deinem Gedicht erreichst, ist, dass mehr Menschen sich Deiner Forderung des Aufwachens anschließen. Liebe Grüße, Hayk
  11. Lieber Wackeldackel, nicht die Lerche wars, es war der Wachtelschlag, der mir verriet, was Du an diesem Frühlingstag zum Wohl des Leibes, leider ohne mich genossen hast. Ich blicke neidisch auf die Spargelstangen und bin fast versucht, mich auf den Flügeln Gesanges flugs zu Dir zu schwingen, alle Speisenreste samt des Weines mir, dem Asparagus-Jünger und -gourmand zu sichern (weiter reicht die Reimkunst nicht, ich hör Dich kichern). Ich danke Dir für Deinen liebenawürdigen Kommentar! Lieber Carols Larrea, natürlich schenke ich Dir Glauben, doch leides kommt der Hinweis, dass ich nicht nur beim Essen, sondern auch beim Schreiben zur Opulenz neige, zu spät. Trotz Corona haben gute Freunde sich mit mir zu einem Spargelessen getroffen, sorgsam die Distanzen eingehalten und die Gesichtsmaske nur zwecks Hineinschieben der Spargelstangen gelupft - und mein Beitrag zum Festmahl war diese kleine Ode. Eine Bitte am Rande: Wo finde ich Aufklärung über Begriffe wie "Strnensammel", "Reimgestalter" usw. und was bedeutet "Exzellent"? Seid beide herzlich gegrüßt! Hayk ,
  12. Ein Spargelgericht ist ein Gedicht, das Gott der Herr geschrieben. Er ist in seiner Güte nicht beim asparagi dann geblieben. In Sauce hollandaise hat er den Löffel geschwungen, das Göttermahl ist herrlich ihm geglückt; wir singen ihm sein Lob aus vollen Lungen: Ein solcher Schmaus die beste Tafel schmückt! Fürwahr, das edelste Gemüse ist ein Hohelied, das schon die Ahnen sangen; und der Gourmet fühlt sich geküsst von schlanken, weißen Spargelstangen. O welche göttliche Idee ist dieser Leib, der blanke, worauf sich wiegt der kleine Kopf, der knospengleiche Hauptgedanke! Magnolienknospen wähnte ich zu sehen, auch sie sind wunderbar gestaltet; doch sie sind rot und somit müssen wir verstehen: Beim Spargel nur das Weiße waltet. Den Genius des Schöpfers offenbart die Singularität der Spargelform. Für unsre Fantasie bleibts aufbewahrt, jedoch - die Ähnlichkeit ist doch enorm! Mir fehlt, ich geb es zu und sag es ehrlich, ein bisschen Taille an der schlanken Stange; Wär es denn wirklich so gefährlich, gäb es ein Feigenblatt - mir wär nicht bange, wenn unser Spargel gliche einem Frauenleib der Kurven hat und kussbereite Lippen - denn die schönsten Formen hat das Weib, hat Fleisch, hat Hand und Fuß und Rippen. Dann wäre dieses Hohelied die reinste Poesie, wir würden zum Herrn, dem himmlischen Poeten, befeuert von Schinken und blühender Fantasie im Staube liegend gläubig beten. Doch jetzt verlassen wir das Reich der Träume, denn heiß genossen, schmeckt der Spargel besser; befüllt die Teller, greift beherzt zu Gabel und zu Messer und - dass ichs nicht versäume: Erhebt euch jetzt von euren Sitzen, lasst des Sektes Schaum zum Himmel spritzen! Genießt, Gourmets, der Köchin Götterschmaus - ein Prost auf sie und auf das höchst spendable Haus!
  13. Liebe Wackeldackel, lieber Carlos Larrea, ich freue mich sehr über Euer Lob! Nach dem "Ausflug" ins Schattenreich muss ich jetzt aber dringend in die Sonne - Eure Kommentare sind eine gute Hilfe. Liebe Grüße, Hayk
  14. Lieber Freiform, danke für beides, Dein Lob und Dein Hinweis auf die Quelleangabe! Gruß, Hayk
  15. Oh, welche Lust war es für mich, in freier Luft zu atmen, Blumenpracht und zarten Blütenduft in vollen Zügen zu genießen, Sonnenglut und Windeshauch auf nackter Haut zu spüren, in lauen Nächten voller Jugendübermut manch leichtgeschürztes Mädchen zu verführen. Mit Bacchus und Amor im trauten Verein, da hab ich getrunken, geliebt und gesungen, ich nippte so gerne den funkelnden Wein, mehr lauter als schön hat mein Liedchen geklungen. Aus und vorbei, zu gewagt war der Flug, krachend der Sturz und zerschmettert die Schwingen. Leichtsinn beendete Lug und Betrug - Damokles Schwerter mit blitzenden Klingen schwebten bedrohlich und nahe der Kehle; waidwund und wimmernd mit angstvoller Seele litt ich allein in dem grauen Gemäuer. Alles, was lieb mir gewesen und teuer, Freiheit und Freude am Leben - verschwunden, sagt mir, wer wagt es, mich so zu verwunden? Vierzig Albtraumnächte sind vergangen, graue tränenreiche Tage mehrten sich, Ich gewöhnte mühsam mich an die endlos quälenden und langen Stunden voller Frage-Antwort-Spiele, konnte immer besser die Gefühle auf ein Mittelmaß justieren, nahm mir vor, den Rest von Stolz nicht zu verlieren. Ein goldner Oktober bescherte mir sonnige Stunden, ich hatt' im ummauerten Käfig vier Blätter gefunden: Inmitten des Herbstbrauns war restliches Grün noch zu sehen, hab Dank, weiße Birke und Dank auch dem Wind für sein Wehen! In trüben Zeiten blühte dann ein Feiertag, als unverhofft ein Brief der Liebsten vor mir lag. Ach, könnt ich vergolden die zierlichen Zeilen! Ich fraß sie wie Nurmi einst Dutzende Meilen und las sie dann nochmal und tränengeblendet verschwamm mir der Blick - unendliches Glück! Dann hab ich das Blättchen gewendet, da standen die Grüße - unsagbare süße - der besten der Töchter, des besten der Söhne, drei Küsschen mit Lippenrot unter die Namen gedrückt, ich spürte die Liebe und hörte die himmlischsten Töne und küsste den Brief und ihr denkt nun, jetzt wird er verrückt. Verrückt, ja, das war ich, ver-rückt in die Welt, in jene Zeit voll menschlicher Wärme und trauter wie teurer Geborgenheit. Quellenangabe Fotos: a) Birkenblätter - eigenes Foto, b) Zellengang B.-Hohenschönhausen (Untersuchungsgefängnis der Stasi) - eigenes Foto

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