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Ponorist

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Über Ponorist

  • Geburtstag 02.09.1976

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  1. Der Angstzustand, den du hier möglicherweise beschreibst, könnte sich auf einem Zahnarztstuhl ereignen, falls jemand mit einer entsprechenden Phobie darauf Platz nimmt. Auch ein Drogenrausch oder eine Folterszene, der tatsächliche Eintritt von Tod oder Ohnmacht sind denkar. Schön geschrieben, vor allem mit der leicht panischen Atmung in der inneren Stimme. Hattest du etwas Konkretes im Sinn? VLG Peter
  2. Das schöne an deinem Gedicht, lieber @Vagabund, ist, dass man es mit einem lyrischen Ich oder einem lyrischen Du lesen kann. "[ich] strauchele, [ich] falle" gegenüber "[du!] strauchele!, [du!] falle...". Die Gemeinsamkeit ist, dass sich die Würde in beiden Fällen auf das lyrische Ich bezieht, im zweiten Fall aber, je nach Lesart, in einer autoritären Weise diesem lyrischen Du gegenüber. Was die Wiederholung von Verhaltensweisen angeht, so gibt es schließlich auch das psychologische Phänomen der Reinszenierung von belasteten Konstellationen. Der Geist schafft unbewusst Wege, dass sich Geschichten immer wieder neu ereignen, in der Hoffnung, alles wird irgendwan einmal gut. Normalerweise führt das aber nicht zum gewünschten Ergebnis. Interessant kurz, gut geschrieben, gern gelesen. VLG Peter
  3. Ich bin ehrlich hin und hergerissen, ob ich dein Gedicht schön oder traurig finde. Wie ein lebendiger Organismus entsteht, kann man im Biologiebuch nachlesen. Ein menschliches Wesen mit all seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten wird es aber erst in Anwesenheit einer liebevollen Nähe zu anderen Menschen. Ohne sie wird das Kind nicht überleben und es wird vom ersten Moment an alles dafür tun, um diese Nähe zu bekommen, und wenn es nur ein winziger verzerrter Teil von dem ist, was es hätte sein können. Hab Dank für diesen bewegenden Gedankenanstoß. VLG Peter
  4. Hallo Nina, schön, mal wieder von dir zu lesen. Ich mag die Vorstellung, dass alles in gewisser Hinsicht als Einheit ineinander verwoben ist. Wenn ich meine materiellen Atome neu zusammensetzen würde und anstatt meines jetzigen "Ich"-Daseins eine Schildkröte, ein Ameisenstaat und eine Welle im Meer zugleich wäre, würde es für das "Selbst" vielleicht keinen Unterschied machen. Die besonderen Umstände des Lebens, die du beschreibst, sehe ich als Teil des "Ego" an, das Ausdruck eines stabilen oder versehrten Selbstwerts sein kann. Es kann sterben und jederzeit wiederkommen. Macht für das Leben keinen großen Unterschied. Was das Gedicht angeht, so ist es der Versuch einer anderen Perspektive. Viele Menschen haben Angst vor dem Tod. Aber vielleicht haben die Toten auch Angst vor dem Leben.. Ich stelle mir diese Nicht-Existenz manchmal als Daseinsform in einem Ozean des Nichts vor, aus dem etwas "abbrechen" und sich in Materie oder sogar Leben manifestieren kann. Ob dies ein Glück ist, bleibt natürlich offen, aber das Lebendige sucht meistens danach in Form von Vermehrung, Nahrung und Sicherheit.
  5. Den Vergleich der Seele mit einer Tropfsteinhöhle finde ich super. Es ist der Zauber der ewigen Natur der Dinge über lange Zeit, die solche Orte so magisch anziehend macht. Um das zu sehen, braucht es viel Mühe und ein Licht, denn der Anblich ist nicht für jeden bestimmt. Schön geschrieben und gern gelesen, VLG Peter
  6. Ponorist

    einer starken Frau

    Oh welch genial gruselige Bilder in deinem inneren Dialog stecken, mein lieber @Managarm. Was glaubst du, würde sie noch einen kleinen Tod vortäuschen, wenn du das Messer ein wenig bewegst? Ein Hochgenuss, VLG Peter.
  7. Das Lebensreich bevor wir auf die Erde kamen und uns einen Körper suchten dem wir gern fühlend vertrauen und auf dem wir Hoffnung bauen bevor wir uns ein ich ausdachten und damit vom du uns trennten Grenzen einer Welt wahnahmen Zeiten Richtungen bekamen glaubten wir ans Totenreich fürchteten uns vor dem Leben glaubten alles bliebe seelig vereint mit allem Sein und ewig als dann unsere Stunde schlug die sich niemand herbei sehnte Teil des Ganzen von uns brach und das Universum sprach: werde Mensch, Tier, Pflanze, Pilz lass diese Materie wachsen kehre irgendwann zurück und erzähle von dem Glück.
  8. Danke für deinen lyrischen Kommentar, lieber @Ralf T.. Trauma mit so genanntem Unkraut zu vergleichen, das finde ich mal wirklich genial. Der Kampf gegen das "Unerwünschte", meist unbewusst in eigener Sache wahrgenommen, mitunter "das Böse" genannt, kommt letztlich durch Wertung zustande. Frieden beginnt mit dem Annehmen von allem, was ist. Und je mehr Beteiligte dabei mitmachen, umso friedvoller wird das Zusammenleben, vermutlich. Mit Grenzen, die benannt, gefühlt und respektiert werden. Trauma liegt dann vor, wenn eigene Kompensationsmechanismen von Verletzungen nicht ausreichen. Im Unkraut-Kontext könnte man es mit einer Plage, die sich ausbreitet, vergleichen, oder einem Feuer, Biozid, Pilzbefall... Das Wachstum verändert sich dann nachhaltig, mutiert. Der Gedanke gefällt mir. Ich bekomme Lust, apokalyptische Gartengedichte zu schreiben. Danke auch für eure Kommentare @Darkjuls und @Dionysos von Enno. Frommer Atheismus ist durchaus geeignet, jene, oben genannte Grenzen zu stecken, ohne eine ausgeprägte Agressionshemmung aufgeben zu müssen. Herzlichen Dank natürlich auch an dich, @Managarm. Dass dich das Thema anspricht, habe ich schon vermutet und freue mich sehr, dass es dir gefällt.
  9. Ein hübsch durchgeknetetes Gefühl. Der Seelenteig wird daruch sehr geschmeidig und fluffig nach dem Backen. Das Triebmittel darf natürlich nicht fehlen, und es ist wichtig für den Wachstumsprozess, dass es nicht zu heiß und nicht zu kühl zugeht. In manchen Fällen bedarf es auch ein wenig Ruhezeit. Zu viel prüfen und pieksen kann das ganze Werk sabotieren, sodass der innere Wert lediglich heißer Luft ähnelt. Aber wie dem auch sei, ohne eine Kostprobe wird alles trocken und fad durch bloßes Warten. Ob es nun aber der Bäcker, eine Zutat, ein Druckfehler im Rezept oder ein Verständnisproblem war, das zum Mißlingen des Liebeskuchens beigetragen hat, ist zweitrangig. Beim nächsten Mal ist sowieso alles wieder ganz anders. In diesem Sinne, guten Appetit und prost Mahlzeit. VLG Peter
  10. So kann man es natürlich auch sehen. Ich persönlich glaube nicht an das Böse im Menschen. Jede(r) setzt, schützt und verteidigt seine Grenzen mit verschiedenen Mitteln. Manchmal sind diese höchst destruktiv. Was ich mit meiner Allgorie sagen wollte, ist, dass die schwarzen Wolken möglicherweise aus dem Rußrohr jenes Ofens kommen. Das "dunkle" sehen nur jene, die es als etwas Schlechtes bewerten wollen. Vielleicht bleibt die Schwärze auch gänzlich im Ofen. Zumindest ist sie aber, so gesehen, auch spiegelbildlich zu betrachten. Getreu dem Motto "Die Welt ist nicht so wie sie ist, sondern wie du bist". Ich mag das Farbspiel an den Übergängen, auch wenn die Schönheit von äußeren Umständen bestimmt ist. Schön in Szene gesetzt, lieber @Managarm.
  11. Martha Argerich, inzwischen 80 Jahre alt, hat bis heute kein Bisschen Schönheit und Lebenskraft in ihrem Spiel verloren. Die As-dur-Polonaise ist tatsächlich wie für sie komponiert. Danke für den zeitlichen Hinweis (5:32), das ist ein sehr schöner Moment, den man leicht übersehen kann. Deine freie Gedichtsform gefällt mir ausgesprochen gut. Gern gelesen und gelausch. VLG Peter
  12. Unsere Köpfe sind voll von unbestätigten Annahmen, an deren Wahrheitsgehalt wir bis zu einem unbestimmten Punkt glauben. Wir glauben an unsere Wahrnehmung, daran, dass Objekte forbestehen, das eigene Ich kohärent ist, die Zeit ein gewisses Kontinuum bildet. Solange alles irgendwie gewohnt erscheint, stellt das kaum jemand infrage. Und außerdem steht es ja allzu oft geschrieben. Doch das könnte Thema eines Nihilistengebets sein... Manchmal glaube ich, dass im Ofen doch Pizza ist... 🍕
  13. Atheistengebet Danke, lieber Gott, dass du mich erlöst von der Phantasie die sich um dich scharrt durch die Kirchen hallt sich zusammenballt dann im Kopf verharrt mit der Lithurgie die man sich einflößt aus Angst vor der Not Danke, Jesus, der du gepredigt hast gegen falsche Macht schon vor langer Zeit Leute könnten sein heilig ohne Schein waren nicht bereit lebtest mit Bedacht was man von dir sagt übertreibt man sehr Danke, Christenmensch der alles vergibt weil geschrieben steht Wange rechts und links hab nichts gegen dich doch verschone mich wenn es dir was bringt denk dir dein Gebet glaub, dass Gott uns liebt seh‘ ich nicht so eng Du, heiliger Geist der alles vereint sich niemandem zeigt da du nur erdacht individuell heiß, kühl, dunkel hell keinen Frieden machst gut, dass niemand weiß, glaubt oder verneint, wie du wirklich heißt.
  14. An einer Strandbar "Ist das ein Pizzaofen?" "Das ist die Hölle" "Und wir sind in der himmlischen Strandbar" "Nein, das ist auch die Hölle" "Und was ist dann im Ofen?" "Katholiken" "Warum?" "Die wollten das so. Keine Ahnung warum... Noch einen Drink?"
  15. Der Grund, dass der Sonnenjäger und Horus nicht eine respektvoll friedliche Co-Existenz leben, ist, dass sie in Wirklichkeit Eins sind, nicht wahr? Ich zumindest lese den Horus als eine Innere Stimme eines Getriebenen. Schön und unterhaltsam erzählt, VLG Peter
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