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Ikaros

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Über Ikaros

  • Geburtstag 3. März

Autorenleben

  • Wohnort
    Tübingen
  • Lieblings Autoren / Dichter
    Goethe

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  1. Ikaros

    Küstendämmerung

    Ich sitze unterm Sternenzelt und blick’ hinauf in Deine Welt. Verbunden mit Dir Stern da oben – Mein Herz! Es wollte toben, als es Dich erstmals leuchten sah, Du bleibst mir immer, immer nah. Mein Sein gleicht einer kalten Wüste, allein bin ich an jener Küste, wo unser Sternenmeer bedächtig brandet, mein Äußeres bleibt hier gestrandet. Ich wäre gern bei Dir geblieben! Die Augen hab’ ich mir gerieben. O mein Herz! Du wirst nicht trübe – es ist spät, ich werde müde. In der Nacht klingt mir der Sternenschmerz - er findet stets mein fernes Herz.
  2. Ikaros

    Vom fliegen im Wind

    Ich sollte mehrmals richtig husten, der Magier begann zu pusten. Es wurde aber nichts daraus, das große Feuer in mir blieb aus. Ich habe oft versucht zu speien, gehört dies nicht zu meinen Weihen? Mein Innenfeuer musst’ doch brennen, mich sollt’ doch jeder Drachen nennen! Der Doktor schaute in den Rachen, er fand kaum Wärme in mir Drachen. Mir fehlt wohl etwas Temp’rament, ob dieses Wort hier jemand kennt? Ein Junge läuft mit Freud’ zu mir und fragt: „Hi Drachen, wie geht’s Dir?“ „Da draußen weht ein rauer Wind, wie kann ich helfen, liebes Kind?“ Der Junge zeigt auf meine Leine, „Du Drache bist ja ganz alleine! Luft brauchst Du und kein heißes Feuer!“ – und bald beginnt das Abenteuer! Er lässt mich in die Höhe steigen, ich möchte mich vor ihm verneigen. Hab’ meinen Sinn dann doch gefunden, dank Wind kann ich die Welt erkunden.
  3. Ikaros

    Das Elstersonett

    Sehr diebisch, unsre Elster, sagt die Kunde, Aufpassen ist Gebot der Stunde! Gekrallt hat sie sich eine Kette und ’nen Ring, von meiner Dame, einem jungen Ding. Erkannt hat’s unsre Elster sehr genau, sie trägt stolz ihren Schmuck zur Schau. Gib Dir, holde Dame, einen Ruck! Verzicht’ doch beim Flanier’n auf goldenen Schmuck. O meine Göttin, lass Dir sagen, die Schönheit kommt aus Deinem Herzen, Du brauchst sie nicht am Halse tragen. Den Verlust wirst Du verschmerzen! Du bist mein Funkeln im Sonnenlicht, die Kette aber stört nur meine Sicht.
  4. Danke fürs Feedback. Ich deute mein Gedicht als Opposition zwischen Alltag und Sehnsucht nach den Weiten. Die Mücke steht für Alltag, wie es ja im Sommer der Fall ist. Ist natürlich Geschmackssache, viele Grüße!
  5. Ikaros

    Durch den Sommernachtstraum

    Mir dämmert, ich wandle mühsam durch die Welt - überm Haupt mein funkelnd’ Sternenzelt. Fern, zu fern ist dieser kühle Raum! Ich schwebe wohl durch einen Sommernachtstraum. Durch eine Mücke bös gestochen, so bin ich jäh erwacht, mich dünkt, fest stecke ich in einer lauen Nacht. Zikaden summen, Schwere liegt in dieser Luft, ich habe ihn gerochen, den schwülstigen Duft. Es drückt die Stimmung, sie atmet heiß, wie jeder Sternenwandler über solche Nächte weiß. Nymphen vollführen schweigend ihren Tanz - meine Sterne aber leuchten in der Distanz.
  6. Ikaros

    Aus dem Eisenrund

    Es steht sehr fest auf feurig’ Grund, das wunderbare Eisenrund! Am Anfang waren Hitze, viele Mühen, das Holz im Feuer war am Glühen. Der Welten Anfänge sind zischend heiß, das Kochen aber hat sein Preis! Es dampft schnell, heiß das Fett, gebrutzelt wird fürs Festbankett. Gewachsen fern im iberischen Land, so schweben Reis und Safran rauf in unsre Hand. Vergessen wir nicht weißen chilenischen Wein, denn er verkörpert unser aller Sein. Es garen teure Muscheln, etwas Fisch, geladen wird, gedeckt der große Tisch! Die Schöpfung wird der Glut enthoben, wir wollen unsren Chefkoch gerne loben! Doch Kaninchen Karl gehörte nicht zum edlen Kreis, der brutzelte im Safran und im Reis. Er hüpft wie sonst an uns vorbei und hofft auf etwas Grünzeug nebenbei. Wir streicheln unser Lamatier am Kopf, doch spuckt es wieder in Pfanne und Topf! Der Koch erhebt sein Glas mit süßen Wein, zur Paella fehlt ihm noch der Reim! Die Pfanne wird nun angerichtet, das Lama aber wurde nicht erdichtet. Hier oben in den Anden schließt sich unser Kreis, trotz Lamatier schöpft jeder seinen Reis!
  7. Ikaros

    Aus stürmischer See

    danke für das Feedback. Metrik ist da drin, nur kein durchgehender. Allerdings schwingt in diesem Gedicht eine gewisse Dissonanz mit bezüglich er Beziehung von lyr. Ich und Du. Und diese Dissonanz soll mit der wechselnden Metrik korrespondieren. Form und Inhalt sollen in Bezug stehen. Allerdings habe ich an zwei Stellen etwas die Metrik noch geschliffen. In anderen Gedichten halte ich dagegen die Metrik ein. Viele Grüße!
  8. Ikaros

    Meine Brücke

    Am Fluss such’ ich nach altem Glücke, find fern der Quellen meine Brücke. Über diese möcht’ ich gehen, der Wind scheint sich zu drehen. Ein neuer Keim soll in mir sprießen, das junge Leben in mir fließen! Zum Ufer geht neugierig mein Blick, im Wasser spiegelt sich das Glück. Ein Schiffchen segelt aus Papier, es spielen Kinder, es ist Viertel vor vier. Auf dieser Brücke möcht’ ich verweilen, so fühl’ ich das Fließen, muss nicht eilen. Ich bin ein Schiffchen, mit Segeln, nicht schwer – Erreich’ auch ich das ferne Meer?
  9. Ikaros

    Aus stürmischer See

    Da draußen wütet brausend der Sturm, ich bin im Glück, Du bist mein Leuchtturm! Die Wellen brechen schäumend ans Land – meine Zuflucht ich stets bei Dir fand. Du leuchtest hinaus auf das weite Meer, Dein Antlitz berührt mich Schiffbrüchigen sehr. Wenn die Welt ist dunkel und erbost, wenn der Ozean braust und tost, trägt Dein Licht mich zu Deinem Turm. Lass’ mich doch hinein bei diesem Sturm!
  10. Ikaros

    Der Weg ist das Ziel

    Auf diesem fernen Weltenstück, dem Polarkreis nah, such’ ich mein Glück. Ich bin auf der Suche – und folge der Sage, sehr neblig ist es dieser Tage. Umspült vom kühlen Nordlandmeer, fiel mir der Abschied von zu Haus’ nicht schwer. Die Vulkane schlummern oder schlafen, mein Traum hat hier wohl seinen Hafen. Ich sehe Schafe gähnend auf der Weide, sie zupfen müde an der Islandheide. Diese weißen oder schwarzen Punkte in der Ferne, an den Hängen fern, die frag’ ich gerne! Drunter brodelt lodernd’ Feuer – dies passt zu meinem Abenteuer. „Ihr lieben Schafe auf der Heide! Kennt jemand diese Wesen, sie heißen bei uns Trolle, ich hab’ viel über sie gelesen. Nein, nein, ich will nicht an eure Wolle!“ Von ihrem Hange schauen sie hinab ganz still und fragen sich wohl – mäh! –, was ich hier will. Der Vulkan schien kurz zu beben, wollt’ wohl mir ein Echo geben. Vielleicht war es auch ein Troll, voller Tiefgang, voller Groll, und er antwortet mir direkt durch den Schlote, in dem er steckt. Die Schafe aber schreiten vom Hang, sie blöken nun den Abendsang. Die Sonne strahlt im sanften Rot und meine Welt dreht sich ins Lot – Island ist ein mystischer Ort, voll von Lava, Trollen und so fort.
  11. Ikaros

    Helena segelt hinfort

    Helena möchte reisen, nach Paris, mit den Göttern speisen. Ich kann das doch nicht wollen, was hätt‘ sie bei Paris sollen? Kennt sie denn nicht die alte Sage, kennt sie denn nicht die alte Klage? Zu hoch sind unsre Mauern, sie lassen Frieden nicht gedeihen, der Kampf der Götter möchte dauern – wer kann sie nur von Paris befreien? Paris sei kein furchtbar Geselle, die Fahrt schon lang gebucht, sie sagt, ich sei nicht ganz helle, das Glück hätt’ sie mal fern gesucht. Paris ist keine Reise wert! In meinen Herzen schwelt die Trauer – sie strahlt dabei ganz unbeschwert, sie sagt zu mir, nichts sei von Dauer! (meiner kleinen Tochter Helena gewidmet)
  12. Ikaros

    Dialog mit der Eintagsfliege

    „Ich leb’ nur für den Augenblick, einen Tag, vielleicht auch eine Nacht. Nicht für Dauer bin ich gemacht, flüchtig nur ist mein Geschick. Der Morgen ist das Zeichen meiner Jugend, am Abend Geduld nicht meine Tugend. Ich möcht’ noch viel erleben in der Welt – kurz nur der Moment, der in mir schwelt. Die Zeit vergeht, sie gibt uns wenig Raum, das Leben ist ein viel zu kurzer Traum. Die Zeit vergeht, ist ein Mysterium, kaum geboren, ist sie wieder um!“ „Liebe Eintagsfliege, ist es nicht wichtig, was zwischen Morgen und Abend passiert, mit welchem Klang das Leben harmoniert? Wollen wir nach schnellen Takten schreiten oder doch das Schöne des Moments ganz langsam ausweiten? Es ist die Kunst, den Moment zu genießen, wenn eine Brise sachte weht, die Blumen sprießen. So verbirgt sich im Augenblick der Zeit der warme Hauch von Ewigkeit.“
  13. Ikaros

    Gilgamesch von Uruk

    In Uruk wurd’ ein Monument errichtet, einst, vor langer Zeit. In seinem Schatten wird bis heut’ gedichtet, Die Suche nach ewiger Dauer – ein Sinn im kurzen Lebensschauer? Dein Name war es, der zur Dauer fand, am Zeitenufer – es rieselt ihr Sand. In ihm ist gepflanzt ein Keim der Ewigkeit, Halt suchen wir im Strudel der Zeit. Unsterblich Dein Denkmal – Gilgamesch! Dein Keimling hat ans Licht gefunden, das Gedächtnis dieser Welt sich mit Dir verbunden! Gilgamesch war mythischer König von Uruk und tritt als Name in der sumerischen Königsliste auf. Er wird, sofern er lebte, auf etwa 3000 v. Chr. datiert. Es ist der Held des Gilgamesch-Epos aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. Dort war er auf der Suche nach der Unsterblichkeit.
  14. Ikaros

    Teezeit

    Anmerkung: Zum 40. Geburtstag einer Freundin. Englisch: It is time 40/for tea ;-) Es klopf ganz leis, ist es soweit? Ja! Herein lässt Du die neue Zeit! Du findest Tee in Deinem Schrank, Sie freut’s, er ist der Zeiten Trank! Der Tee zieht still in heißem Wasser, In Deine Nase steigt sein zeitlos Duft. Die Zukunft brüht und wird nicht blasser – Die Tassen hoch, hoch in die Luft! Den Zucker reicht Dir die neue Zeit – Alles Gute zum Geburtstag Bei dieser Gelegenheit!
  15. Die Winde wollen mit Dir ringen, das Meer trägt stürmisches Gewand. Die Wellen wollen Dich verschlingen, was liegt wohl noch in Deiner Hand? Du treibst entlang der großen Naht, die Himmel und Meere verbindet, auf Deiner ersten großen Fahrt – ob das Schicksal Dich je findet? Dein Los ist Dir das kleine Boot, Poseidons Laune lässt Dich wallen. Bald taucht die See ins Abendrot, Sirenenlieder hörst Du hallen. Die Nacht verschlingt sie, schwach die Sicht, so schwindet rasch des Sturmes Klange. Die Göttin tritt aus ihrem Licht, sie wischt Dir Tränen von der Wange. Vielleicht ist es auch nur ein Traum – doch Möwen singen Dir vom Land. Ihr Singsang, den vernimmst du kaum, die Sehnsucht reicht Dir ihre Hand.
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